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Schweden
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 Betreff des Beitrags: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 16. Dezember 2009 17:14 
Hej,

wer schwedisch kann und sich noch immer Illusionen macht über die vielgelobte schwedische Schule, kann ja mal folgenden Artikel lesen:

http://www.ur.se/Skolfront/Titta-pa-Sko ... inflation/

Dort steht, wie die schwedischen Schüler in den Himmel (also ganz toll) benotet werden, damit vor allem die Schule selbst gut dasteht (und viele Schüler anzieht). Wenn sie dann hochgelobt und mit Bestnoten versehen zur Uni kommen (was in Schweden ja recht einfach ist), haben sie oft nicht mal die Grundkenntnisse der 4. - 6. Klasse, sagte ein Dozent der Königl. Techn. Hochschule.

600 Lehrer wurden befragt und sie waren sich einig, dass gute Noten/Bestnoten in Schweden geradezu inflationär vergeben werden.

Wer also schlechte Noten hat: Auf nach Schweden, und schon ist man Klassenbester! Jätte duktigt und jättebra!

:roll:


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 16. Dezember 2009 17:25 
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:smt017

War das nicht unser aller grund das Land zu wechseln :idea:

:smt006

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Lycka till


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 16. Dezember 2009 17:32 
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:!: :!:
genau deshalb bin ich hier.
niergendwo anders kann ich in meinem alter noch so leicht studieren :D

:smt006

_________________
Människans bästa vän ha fyra ben och kallas.....sofa


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 16. Dezember 2009 18:00 
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Entsetzlich. Wir werden sofort "rückwandern". Wir bevorzugen natürlich überfüllte Klassen, pädagogisch unqualifizierte Lehrer, mehrzügiges sozial stigmatierendes Schulsystem...
Danke für die Information! :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 17. Dezember 2009 13:06 
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Registriert: 8. April 2009 12:51
Beiträge: 359
Wohnort: Västernorrland
Hallo,

zugegeben, der Titel ist etwas provokant...
allihop hat geschrieben:
Wir bevorzugen natürlich überfüllte Klassen, pädagogisch unqualifizierte Lehrer, mehrzügiges sozial stigmatierendes Schulsystem...
Danke für die Information! :wink:
Aber eine Information war es wohl.
Was dann die merkwürdige Behauptung, in D seien die Lehrer pädagogisch unqualifiziert, damit zu tun haben soll, ist mir schleierhaft.
Aber die Logik, dass die eigene Rechnung besser wird, wenn "Ich bin doof in Mathe - aber die Martina ist noch viel blöder!", habe ich schon in der Schule nicht verstanden. Vielleicht bin ich einfach zu doof in Mathe...

Viele Grüße

Samweis


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 17. Dezember 2009 14:01 
Teilnehmer
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Registriert: 8. Dezember 2009 14:54
Beiträge: 38
allihop hat geschrieben:
Wir bevorzugen natürlich überfüllte Klassen, pädagogisch unqualifizierte Lehrer,sozial stigmatierendes Schulsystem...
:wink:



nein, dafuer muss man nicht rueckwandern, das kann man auch in Schweden haben, und hier muessen die Lehrer nicht mal Lehrer sein :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 17. Dezember 2009 14:16 
Hallo,

als meine Kinder hier in Schweden noch zur Schule gingen, konnte ich mich die ganzen Jahre des Eindrucks nicht erwehren, daß man hierzulande Schule nur "spielt", so ähnlich, wie wir früher als Kinder "Kaufladen" gespielt haben: Man nimmt ein Gebäude, eine Tafel, ein paar Bänke, Schüler, Papier und Stifte, dazu viele gemütliche Kuschelecken und heutzutage natürlich Computer - fertig ist die Schule. Hauptsache es sieht aus wie Schule, über das Inhaltliche kann man großzügig hinwegsehen. Die Verbesserung von Schulen und Universitäten erschöpft sich denn in Schweden auch meist in neuen Lampen, Möbeln, Fußböden und Toiletten sowie neugestrichenem Schulspeiseraum/Mensa. Wenn bloß alles "fräsch" ist, sind alle zufrieden, Lehrer, Dozenten, Schüler und Studenten. Daß Inhalte nur wusch-wusch mal schnell gestreift und vermittelt werden und jeder nur tut, wozu er Lust hat und dafür unangemessen gute Noten kriegt, das macht nix, denn das ist ja das Normale hier, das man gar nicht als außergewöhnlich oder komisch betrachtet. Irgendwie auch liebenswert, das Ganze. Aber mit Bildung hat das nicht viel zu tun. Allerdings besitzt Bildung auch keinen hohen Stellenwert in Schweden, im Gegenteil.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 20. Dezember 2009 15:24 
Schwedenfreund
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Beiträge: 436
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Hallo!

Also meine Kinder gehen hier zur Schule und an allen Schulen steht Bildung an erster Stelle. Ich habe hier nur Elterngespräche die rein auf die Bildung ausgelegt sind. Sollten Schwächen auftreten, werden diese mit Sonderlehrer unterstützt. In Deutschland habe ich die Hilfe bei für die Kinder nicht gehabt.
In unserem damaligen Bundesland habe ich eher die Erfahrung gemacht, das Kinder egal mit welchen Schwächen auf die Sonderschule geschoben werden.
Somit finde ich das zur Zeit in Deutschland auch nicht gerade Wert auf Bildung gelegt wird.

Fischkopf


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 20. Dezember 2009 15:42 
Schweden Guru
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Hallo Fischkopf,

Deine Erfahrungen teilen wir, genauso wie Du es beschreibst, findet in Deutschland an vielen Schulen Bildung statt.

Aussortieren anstatt zu fördern, Schüler fertigmachen, ihnen die Lust am Lernen austreiben, sie als dumm und unwissend darstellen und anstatt die Motivation zu fördern, Berufsaussichten nahezu ausschließen indem Lehrkräfte den Schülern auf den Weg geben, sie finden sowieso keine Anstellung.
In unseren Augen kann man Kinder so nicht dazu anhalten, ihre volle Leistungskraft zu geben, eher werden sie durch Vorhaltungen und durch Angstschürerei in die Isolation getrieben. Es ist wichtig, den Kindern in der Schule Spass am Lernen zu erhalten, denn Kinder sind wißbegierung und lernfreudig. Es ist auch nicht gut, sie auf unterstem Niveau zu unterrichten, der Unterricht sollte sich schon abgestuft nach der persönlichen Intelligenz richten.

Aber ich finde, wenn man intelligente Kinder herabstuft, ihnen nicht die bestmögliche Förderung gibt, dann versündigt man sich an dem Potential von gut ausgebildeten Leuten, was jede Volkswirtschaft dringend benötigt.

Grüße Aleve

_________________
Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.
( Goethe)
http://www.traumhausschweden.de


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 20. Dezember 2009 16:05 
Teilnehmer
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Registriert: 8. Dezember 2009 14:54
Beiträge: 38
[ Es ist auch nicht gut, sie auf unterstem Niveau zu unterrichten, der Unterricht sollte sich schon abgestuft nach der persönlichen Intelligenz richten.

Aber ich finde, wenn man intelligente Kinder herabstuft, ihnen nicht die bestmögliche Förderung gibt, dann versündigt man sich an dem Potential von gut ausgebildeten Leuten, was jede Volkswirtschaft dringend benötigt.
[/quote]


und genau da hat die schwedische Schule ihre Schwächen


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 20. Dezember 2009 18:17 
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Hallo Lussebulle,

da magst Du Recht haben. Wir haben unsere Kinder nur in Deutschland auf Schulen gehabt, kennen also nur das deutsche System und finden es grausam und schlecht. Deshalb haben wir unsere Kinder eine Privatschulbildung ermöglicht, uns dafür aber auch finanziell sehr ins Zeug legen müssen.

Von Schweden haben wir über die Schulen sehr viel Gutes gehört, aber möglicherweise geht auch dort die Bildung nach und nach den Bach runter. Es gelingt scheinbar Lehrkräften nicht, eine gerechte und allen Kindern zu Gute kommende ausgezeichnete Bildung zukommen zu lassen, entweder sortieren die Lehrkräfte aus oder sie praktizieren das umgekehrte System. Verstehen kann ich es nicht, dass man Unterricht nicht so gestalten kann, dass die meisten Schüler davon profitieren. Entweder hopp oder top, scheint es mir, nachdem wie einige Forumsteilnehmer immer wieder berichten.
Es muß danach wohl immer alles Mittelmass sein, was dann ebenfalls nicht allen Schülern gerecht wird. Schade, dass
es nicht ermöglicht wird, jedem Kind nach deren Auffassungsgabe zu unterrichten.

Grüße Aelve

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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 20. Dezember 2009 20:25 
Zitat:
Wir haben unsere Kinder nur in Deutschland auf Schulen gehabt, kennen also nur das deutsche System und finden es grausam und schlecht.

In Deutschland ist Schule Ländersache, d. h. man kann nicht alle Schulen in ganz Deutschland "grausam" und "schlecht" reden. Vielleicht hast ja gerade du Pech und lebst in einem etwas rückständigeren Teil Deutschlands.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 21. Dezember 2009 00:31 
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Samweis hat geschrieben:
Hallo,

zugegeben, der Titel ist etwas provokant...
Aber eine Information war es wohl.
Was dann die merkwürdige Behauptung, in D seien die Lehrer pädagogisch unqualifiziert, damit zu tun haben soll, ist mir schleierhaft.
Aber die Logik, dass die eigene Rechnung besser wird, wenn "Ich bin doof in Mathe - aber die Martina ist noch viel blöder!", habe ich schon in der Schule nicht verstanden. Vielleicht bin ich einfach zu doof in Mathe...

Viele Grüße

Samweis


Hallo Samweis,

natürlich sind in D nicht alle Lehrer pädagogisch unqualifiziert. Aber erschreckend viele. Ich bin selber Pädagogin, habe viele Freundinnen und Bekannte, deren Kinder nun in D in die Schule gehen. Die Klagen über die hohen Anforderungen und v.a. die leider relativ häufig vorkommenden pädagogischen Nieten nehmen zu, in meinem und deren Bekanntenkreis.
Das geht bis hin bis hin zu psychosomatischen, schweren Erkrankungen der Kinder in Folge von Mobbing durch Lehrer, schon in der Grundschule.

In Schwedens "Kuschelschulen" ist systematischer Psychoterror, wie ihn z.B. ein Sohn einer Freundin und dessen Klassenkameraden in Bayern ertragen muss, nicht wirklich möglich. Gegen solche "Leerkörper" wird allerdings in D nicht wirklich etwas getan. Strafversetzungen sind im Extremfall die Folge und dann geht es eben anderswo mit Schikane weiter...
Es gab da z.B. in Bayern einen 3x strafversetzten Lehrer, der nicht unterrichtete, sondern nur verrückte Sachen im Unterricht machte. Dafür gab es für die Klasse zusätzlich die gleiche Anzahl Unterrichtsstunden am Nachmittag mit dem gleichen Stoff- von einem anderen Lehrer... so ist es an deutschen Gymnasien...

Die vorherrschende Einstellung, der Schüler und nicht die Schule ist schuld, wenn er etwas nicht kapiert oder kann, ist unserer Erfahrung in den Schulen in Schweden genau umgekehrt. Hier in Schweden wird mit extra atgärdsprogram gefördert...

Ja, die "das ist doof, doch dieses viel döööfer- Logik" geht nicht auf und findet auch bei mir keine Anwendung. Allerdings ließ ich mich durch diesen zynischen "ach ihr, die ihr nicht in den allgemeinen "wie ist es doch in Schweden so unzulänglich-Chor" miteinstimmen, wacht endlich auf und seht, wie es wirklich ist" Beitrag der anonymen Schultüte dazu hinreißen, mich in plumper Ironie für die Information zu bedanken... :wink:

Viele Grüße,
Nina
:smt006


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 21. Dezember 2009 00:36 
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Beiträge: 37
Lussebulle hat geschrieben:
quote="allihop"]Wir bevorzugen natürlich überfüllte Klassen, pädagogisch unqualifizierte Lehrer,sozial stigmatierendes Schulsystem...
:wink: quote]


nein, dafuer muss man nicht rueckwandern, das kann man auch in Schweden haben, und hier muessen die Lehrer nicht mal Lehrer sein :wink:


Ein Glück, dass wir bisher keine unangenehmen Erfahrungen gemacht haben.

Nina
:smt006


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 21. Dezember 2009 07:39 
Schwedenfreund
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Registriert: 27. November 2006 19:51
Beiträge: 861
Wohnort: Snogeröd
Schultüte hat geschrieben:
Hej,

wer schwedisch kann und sich noch immer Illusionen macht über die vielgelobte schwedische Schule, kann ja mal folgenden Artikel lesen:

http://www.ur.se/Skolfront/Titta-pa-Sko ... inflation/

Dort steht, wie die schwedischen Schüler in den Himmel (also ganz toll) benotet werden, damit vor allem die Schule selbst gut dasteht (und viele Schüler anzieht). Wenn sie dann hochgelobt und mit Bestnoten versehen zur Uni kommen (was in Schweden ja recht einfach ist), haben sie oft nicht mal die Grundkenntnisse der 4. - 6. Klasse, sagte ein Dozent der Königl. Techn. Hochschule.

600 Lehrer wurden befragt und sie waren sich einig, dass gute Noten/Bestnoten in Schweden geradezu inflationär vergeben werden.

Wer also schlechte Noten hat: Auf nach Schweden, und schon ist man Klassenbester! Jätte duktigt und jättebra!

:roll:



Wieder so ein Beitrag, von einen nicht Angemeldeten, der auf polemischer Weise versucht
hier im Forum die Fronten heraus zu fordern.
Für meine Familie, besonders für die Kinder war der Umzug un der damit verbundene
Schulwechsel das beste was uns passieren konnte. Aelve hat sehr gut beschrieben wie es
an deutschen Schulen zu geht. Der Beitrag von ,,Schuleschonwieder,, (Auch ein nicht Angemeldeter,
wahrscheinlich gleiche Person und Unruhestifter wie ,,Schultüte,,) rückständigeren Teil Deutschlands,
ist völlig unangebracht und daneben.

Soviel von meiner Seite zu diesem Thema und
fröhliche Weihnachten
Haui

_________________
BildMan muss nicht jeden Berg selber besteigen,
aber man muss Wissen wer einen die Aussicht beschreibt


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 21. Dezember 2009 09:03 
Zitat:
Es gab da z.B. in Bayern einen 3x strafversetzten Lehrer, der nicht unterrichtete, sondern nur verrückte Sachen im Unterricht machte. Dafür gab es für die Klasse zusätzlich die gleiche Anzahl Unterrichtsstunden am Nachmittag mit dem gleichen Stoff- von einem anderen Lehrer... so ist es an deutschen Gymnasien...

3 strafversetzte Lehrer in Bayern = so ist es an deutschen Gymnasien

... Mathe ist ja so einfach!

Gut, dass deutsche Leerkörper nach Schweden auswandern.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 21. Dezember 2009 09:34 
Schweden Guru
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Beiträge: 1463
Wohnort: 23858 Reinfeld
"Gut, dass deutsche Leerkörper nach Schweden auswandern"

Dann ist es ja nicht verwunderlich, dass in Schweden die Eltern der Schüler auch immer mehr über schlechten Unterricht klagen, wenn Leerkräfte ohne Kritikvermögen sich schwedische Schulen als Tätigkeitsfeld ausgesucht haben.

Gruß Aelve

_________________
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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 21. Dezember 2009 09:38 
Hej,

hier ist noch so ein Unangemeldeter (Pfui und Usch!), die hier nur Unruhe stiften.
Kritische Anmerkungen zur schwedischen Schule werden hier meistens mit kritischen Anmerkungen zur deutschen Schule gekontert. Das ist aber doch garnicht die Frage.
Es geht dabei darum, neben den ganzen guten Erfahrungen, die hier vorgestellt werden, auch eine andere Seite der Medaille darzustellen, und eben auch Äusserungen von schwedischen Medien/Fachverbänden/Behörden zum Thema. Damit sich jeder ein eigenes Bild bilden kann, auch die, die nicht in S wohnen oder aus anderen Gründen keine eigene Erfahrung von der Sache haben.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 21. Dezember 2009 12:20 
Schwedenfreund
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Hej,

egal ob schwedisch oder deutsche Schule, alle haben Vor- und Nachteile.
Die deutschen Schulen mögen (ich weiß es ja nicht genau) ja im Ausland gut angesehen sein, doch die Eltern hier, sind auch nicht allzu glücklich darüber.

So wie es eine Unter- Mittel- und Oberschicht bei den Verdienern gibt, so läuft es auch mit den Schülern. Hast du was, bist du was, hast du nichts, bist du nichts!!!

Die Kinder und auch die Lehrer sind überfordert, 33 Kinder 1 überforderter Lehrer. Und was wenn nur 1 Kind nicht der Norm entspricht, leicht ablenkbar ist??? Dieses Kind versagt!!
Der Lehrer schaut nur, das er seinen Lehrstoff durchbekommt, ob die Kinder mit kommen, ist ihm wurscht!
Selbst in der untersten Schule (Förderschule) zieht man den Stoff durch, als ob es kein Halten geben würde, und diese Kinder gehen nicht ohne Grund auf solch eine Schule, und trotzdem versagen dabei die Lehrer.
Das System der Gesamtschule wäre hier vielleicht eine Lösung. Bis zur 9. Klasse alle zusammen, sich gegenseitig helfen das alle mitkommen, und danach die Entscheidung ob es weiter geht oder nicht.
Dieses Thema ist endlos, und eigentlich auch sinnlos.

Denn es wird sich weder hier noch dort was ändern!

In diesem Sinne

Katja

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Nicht alles ist so einfach wie man denkt! Aber machbar ist alles!


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 21. Dezember 2009 13:32 
Schweden Guru
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Registriert: 30. August 2006 11:42
Beiträge: 1379
Wohnort: Gällivare / Lappland
... und natürlich sind alle schwedischen Lehrer im Unterschied zu ihren deutschen Kollegen unglaublich qualifiziert!

Mein Gott, wie gründlich kann man die Wirklichkeit eigentlich ignorieren? Es gibt in Schweden immer noch reichlich unausgebildete Lehrer. Und was noch schlimmer ist: Viele von denen sind immer noch erheblich bessere Lehrer als ihre ausgebildeten Kollegen. Die schwedische Lehrerausbildung gibt sich mit solchen Nebensächlichkeiten wie Methodik kaum ab.

Kurioserweise geniesst das schwedische System immer noch einen ausgezeichneten Ruf. Offenbar lebt man hier noch vom Eingemachten. Tatsächlich waren noch vor dreizehn Jahren schwedische Schüler in Mathe und Physik europaweit Spitze. Inzwischen liegen sie in Physik noch im Mittelfeld und in Mathe ganz hinten. Was an sich ein Rätsel ist. Wie kann man in Physik noch mittelprächtig sein, wenn man Mathe nicht kapiert hat?

Ich habe das selbst erfahren, als ich hier am Gymnasium unterrichtet habe, am Spezialgymnasium sogar (bin übrigens auch kein ausgebildeter Lehrer). Die Damen und Herren Gymnasiasten waren mit dem Umformen einer einfachen Gleichung hoffnungslos überfordert. Lieblingssatz: "Jag fattar ingenting!" Das sind Sachen, die ich mal in der 6. Klasse gelernt habe!

Wer sich über die deutschen Klassengrössen mokiert (an sich zu recht!), der lese gern mal in einer beliebigen schwedischen Zeitung über Lehrerentlassungen und Schulschliessungen nach, wobei letztere bisweilen auch noch zu interessanten Schulwegen von schon mal 80km führen.

Ich prophezeie Schweden in den kommenden Jahren einen schmerzhaften Mangel an wirklich qualifizierten Arbeitskräften.

Wer mir das nicht glauben will:
http://www.sr.se/cgi-bin/ekot/artikel.asp?artikel=3295971
[url]http://di.se/Avdelningar/Artikel.aspx?ArticleId=2009\12\09\365554&SectionId=Ettan[/url]
http://synpunkten.wordpress.com/2009/12/09/matte-och-fysik/

Skogstroll


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 21. Dezember 2009 14:24 
Hej Skogstroll,

ich fürchte, du wirst hier auf taube Ohren stossen, weil deine Erfahrungen und Einsichten nicht so ins Bild passen. Ich unterstütze sie vollkommen. Sehe an meinen eigenen Söhnen, dass 12 Jahre schwedischer Schule zum grössten Teil verschenkte Zeit waren.
Manche schwedischen Lehrer können noch nichtmal korrekte schwedische Sätze formulieren, und das muss mir als Ausländer auffallen. Schon peinlich, oder?
Es gibt allerdings auch rühmliche Ausnahmen, sowohl auf Seiten der Lehrer als auch auf Seiten der Schüler. Darf man nicht vergessen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 21. Dezember 2009 15:02 
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Beiträge: 1463
Wohnort: 23858 Reinfeld
Hallo Skogstroll,

ich persönlich bin für eine sehr gute Ausbildung der Schüler/innen. Egal in welchem Land der Erde. Ich selber bin in den 60er Jahren zur Schule gegangen und hatte eine gute Schulzeit. Da man damals als Kind armer Eltern in der Regel auf der Volksschule blieb, denn viele Eltern hatten kein Geld, um ihren Kindern Fahrgeld oder Schulbücher zur Verfügung zu stellen, war ich später oft frustriert, dass mir keine höhere Schullaufbahn vergönnt war. Deshalb absolvierte ich über den zweiten Bildungsweg meinen Betriebswirt, wobei ich damals aber noch mit Volksschulbildung eine Lehre als Steuerfachgehilfin abschließen konnte. Heute nimmt kein Steuerberaterbüro mehr eine Auszubildende in die Lehre, die kein Abitur hat.
Also hat sich alles sehr verändert, was früher Volksschule war, ist heute Realschule oder sogar Gymnasium. Das hat sich einfach so ergeben, vielleicht dadurch, dass die Firmen nur noch Auszubildende einstellen, die am besten Abitur haben, selbst Realschulbildung reicht oft nicht aus. Dieses mag dazu geführt haben, dass viele Eltern ihre Kinder auf den Gymnasien beschulen lassen wollen. Vielleicht hat die Überfüllung der Gymnasien dafür gesorgt, dass die Lehrkräfte aussieben müssen, auf jeden Fall ist es inzwischen so, dass hoch intelligente Kinder aussortiert werden, teilweise weil sie in der Entwicklung ein wenig langsamer sind - also eher Spätzünder oder auch weil sie bei der geforderten Geschwindigkeit nicht mehr mithalten können. Es wird sehr viel nur nach mündlicher Mitarbeit geschaut, ein Kind, welches eher gut schreiben kann, hat weniger Chancen als ein Kind, was sich durch Zwischenrufe und mündlichem Hervortun in den Vordergrund drängt.
Durch meine eigene gute Schulzeit war ich stets zum Lernen motiviert, auch konnte ich unsere Kinder prima motivieren.
Da sie aber eher ruhig und artig waren, gerieten sie bei den Lehrkräften schnell in die berühmte Schublade, dass sie nichts können und sich auch nicht durchzusetzen vermögen.
Wir haben in der Schulzeit unserer Kinder soviel Widerwärtigkeiten erlebt, soviele Gemeinheiten und Lügen der Lehrkräfte hinnehmen müssen, dass ich heute allen Eltern, die mit ihren Kindern in der Schule Schwierigkeiten habe, dieses voll abnehme. Wenn ich selber nicht soviel Wert auf gute Bildung legen würde, meine Kinder deshalb auf eine bezahlte Privatschule schickte, dann würden unsere Kinder heute ganz anders davorstehen. Und ich bedaure deshalb zutiefst, dass soviele Kinder aussortiert werden in Deutschland, das wird sich meiner Meinung nach noch sehr rächen. Und ich weiß auch von sehr vielen Kindern, die eine gute durchschnittliche Intelligenz besitzen und trotzdem auf Förderschulen landeten. Wer nicht sehr ehrgeizig ist, dem ist sein Lebensweg mit einfacher Bildung und darauf basierend eventuell fehlendem Ausbildungsplatz vorprogrammiert. Viele kluge Kinder scheitern aber auch dadurch, dass ihr Leistungsvermögen nicht erkannt wurde, weder seitens der Lehrkräfte noch seitens der Eltern. Viele Eltern scheuen sich, an sich und ihre Kinder zu glauben, nur weil die Lehrkräfte ihnen weisgemacht haben, dass ihre Kinder keine Leistung zeigen. So werden gute Potentiale verschenkt, in einem Land, welches auf ihr know how angewiesen ist, eine Katastrophe.

Umgedreht finde ich es auch nicht gut, den Kindern nur Kuschelecken und Spielkram anzubieten, denn Kinder wollen hohe Anforderungen haben, damit sie motiviert sind.
Aber es gibt zuviele verschiedene Ansichten, wie man Kinder motiviert. Meines Erachtens nur mit Lob, mit Anerkennung, mit genügend hohen Anforderungen, mit Wohlwollen von Lehrerseiten.
Von Wohnwollen von Lehrerseiten haben wir nach vielen bitteren Jahren auf öffentlichen Schulen erst auf dem Privatgymnasium etwas gespürt.
Dort auf der Privatschule waren nur angestellte Lehrkräfte, diese hatten noch Biß und ihr Bestreben galt der Vermittlung von Wissen für die anvertrauten Kinder. Dabei war es nicht so, wie aus vielen Vorurteilen zu hören, dass die Anforderungen geringer waren als auf den öffentlichen Schulen, denn die Prüfungen waren umfangreicher, da sie alle Lehrfächer umfaßten. Aber die Lehrkräfte akzeptierten, dass es ruhige und in sich gekehrte Schüler gibt, dass es auch Kinder gibt, die sich nicht durch Zwischenrufe hervortun sondern durch gute schriftliche Mitarbeit und gute Hausaufgabenerfüllung.

Grüße Aelve

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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 21. Dezember 2009 17:51 
Schwedenfreund
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:D

Hej Aelve,

und nicht zu vergessen - die Amokläufe an deutschen Schulen.

Das sind heut meist unauffällige Schüler - lassen sie so ihren Frust ab ?

Hat sich das Blatt gewendet ?

Was Du selbst erlebt hast ist sicher nicht schön, aber wir leben heute in einer schnelllebigen Zeit, da hat sich schon wieder sehr viel geändert.

:smt006

_________________
Gruss Barbara
____________


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 21. Dezember 2009 20:44 
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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 21. Dezember 2009 22:48 
Hej,

wenn man findet bzw. darauf hinweist, daß die schwedische Schule zu wünschen übrig läßt (was sie tut), muß man deswegen nicht automatisch die deutsche Schule gut finden (was ich z.B. nicht tue.)

Wenn man in einem Schwedenforum den Link zu einem schwedischen Bericht in's Netz stellt und freundlicherweise auch für nicht schwedisch-kundige in Kurzform auf deutsch mitteilt, was drinsteht, ist man kein Unruhestifter, sondern man informiert.

Wie Skogstroll sagte: der gute Ruf der schwedischen Schule lebt praktisch nur noch vom Eingemachten der früheren Jahre. Aber nett, gemütlich und gar keine Angst/Streß/Druck erregend ist sie ganz sicher und lieb zu den Kindern. Das ist ja auch ein Wert an sich. Für Bildung sorgt man halt selbst, so gut es geht.

Was die verschenkten Jahre betrifft, muß ich Tommy3 beipflichten. Meine Kinder hätten im Prinzip genauso gut die ganzen Jahre zuhause bleiben können. Aber wie sagte es mir der Rektor einer schwedischen Schule einmal höchstpersönlich: In Schweden (jedenfalls auf dem Land) geht man nicht in die Schule, um was zu lernen. Man geht dorthin, um kompisar (Freunde/Kumpel) zu treffen. Das im Zusammenhang mit einem Gespräch über meinen gemobbten Sohn, der von seinen Mitschülern gemobbt wurde, weil er "tüchtig" war, also weil er überhaupt lernen wollte und irgendwie naiverweise annahm, dafür sei die Schule da. Wie man sich täuschen kann. Aber sehr schöne Schulräume, wirklich... :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 22. Dezember 2009 09:12 
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Hallo Schultüte,

wenn ich über die deutsche Schulbildung berichte, heißt das nicht, dass ich automatisch alles was schwedisch ist, gut oder besser finde. Ich finde es nur gut, dass die Chancengleichheit auf den schwedischen Schulen höher ist.

Wenn es auf schwedischen Schulen so abläuft, wie hier vielfach berichtet wird, dann ist mittlerweile auch in Schweden vieles im Argen. Ich gehe mit Dir konform, dass es sehr unschön ist, wenn der tüchtige Schüler untergebuttert wird, nur weil er lernbegierig ist und fleißig. Wie sollen denn die Schüler darauf vorbereitet werden, dass sie später im Berufsleben ihren Mann/Frau stehen müssen und dass sie sich anstrengen müssen. Ich finde das fatal, wenn es wie Du berichtest, in Eurer Schule und Klasse so abläuft. Übrigens hat auch unser Sohn, als er erwachsen war und die Berufsschule besuchte, mal berichtet, dass er nicht soviel lernt, weil er sowieso dort schon als Streber gilt, nur weil er in der Berufsschule dann einer der Besten war. Es ist leider oft so, dass sich tüchtige und strebsame Personen von den Leuten, die eher faul und bequem sind, sich des Strebertums bezichtigen lassen müssen. Das ist leider dann der Neidgedanke, der bei vielen durchkommt, weil jemand strebsamer und fleißiger ist als er selber.

Ich glaube da hilft nur ein Eltern/Lehrergespräch, in dem man als Eltern den Lehrer bittet, Hilfe zu leisten indem er die Klasse darüber aufklärt, dass Faulheit sich selten auszahlt, sondern dass in der heutigen Zeit fleißige Leute bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben und dass es auch viel mehr Spaß macht, wenn man viele Dinge gut beherrscht und wissensdurstig ist.
Auch der betroffene Schüler kann dem Neid etwas entgegen wirken, indem er stets seine Hilfe anbietet, falls jemand einige Dinge nicht so leicht kapiert. Ich dachte, dass gerade in Schweden, die Zusammenarbeit und der Teamgedanke im Vordergrund steht, danach müßte doch ein Schüler, der klug und tüchtig ist, eher angesehen sein, als jemand der eine Trantüte ist.

Grüße Aelve

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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 22. Dezember 2009 09:47 
Bekannte von uns sind vor gut einem Jahr mit ihren drei Kindern wieder nach Deutschland zurückgezogen. Obwohl sie eine Klassenstufe zurück gesetzt wurden, hatten sie ihre liebe Not. Mittlerweile haben sie wohl das Klassenniveau erreicht.
Vor einigen Monaten sind sie mal wieder nach Schweden zu Besuch gekommen und haben auch bei ihrer alten Schule vorbei geschaut. Die Lehrerin dort, mit der wir befreundet sind, ist sehr der Unterschied aufgefallen. Einerseits, welche Dominanz Schule im Leben der beiden Deutschen hat, andererseits, wie gering die eigenen Ansprüche an die Schüler sind.

Der Vater hat die Angewohnheit, die Kinder abends zu fragen, was die Kinder denn so in der Schule am Tag gelernt hätten: In Schweden bekam er immer zur Antwort:"Nichts!"

Ansonsten kann ich auch eure Beobachtungen über schwedischen Schulen bestätigen. Die Erwartungen an die Schüler sind eher gering. Ich versuche mich immer selbst zu manipulieren und sage, dass eben andere Schwerpunkte gelegt werden, Gemeinschaft, musikalische Erziehung, Sport, usw. Wahrscheinlich ist da auch was dran. Aber wenn ich sehe, wie meine Kinder schreiben...
Was ich auf jeden Fall sagen kann ist, dass meine Kinder unbekümmert und gerne in die Schule gehen.

Was mich allerdings immer beschäftigt ist die Frage, inwieweit ich als Vater die "Mängel" der Schule auffangen kann. Ich versuche stets, spielerisch mit den Kindern Mathematik oder Schönschrift usw. zu üben. Wie macht ihr das?, ist es euch egal, oder lernt ihr Zuhause mit den Kindern? Wie reagieren die darauf?

glada


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 22. Dezember 2009 10:36 
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Ich danke Skogstroll für seinen Beitrag auf Seite 2 :danke:

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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 22. Dezember 2009 11:10 
Schwedenfreund
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Hej!

Wir sprechen mit unseren Kindern jede Tag über die Schule und fragen was so gemacht worden ist. Hier ist noch nicht einmal die Antwort "Nichts" gefallen.
Sie berichten darüber das Referate geschrieben worden sind und Volumberechnung gemacht worden sind, Naturwissenschaftlichen Ausflügen, Sportlichen Veranstaltungen usw.
Ich finde auch die Chancengleichheit an schwedischen Schulen besser. Mein großer Sohn hat eine Körperbehinderung, er wurde an deutschen Schulen nicht an einer "Regelschule" angenohmen. Er mußte sieben Jahre an einer Sonderschule für Behinderte unterrichtet werden. Hier in Schweden war das garkein Thema, er besucht das Brinellgymnasiet und hat am lernen sehr viel Spaß und wird gut gefördert. Komisch oder?
Meinem zweiten Sohn wurde in Deutschland eine Lese u. Rechtschreibschwäche unterstellt. Hier in Schweden war sie wie weg geblasen, er konnte rasch schwedisch Lesen und Schreiben. Komisch oder?

Warum will sich immer alles an die sogenannten "Schlauen" richten? Wer ist dazu berechtigt dieses zu unterscheiden? Ein Lehrer der den Schülern nichts mehr beibringt, nicht mal mehr ein einfaches "Guten Morgen"?
Ein Lehrer den man als halb Gott ansehen muß, nur weil er meint das sein Beruf der einzig richtige ist?

Schule sollte der Allgemeinheit müßen! Wenn wir nach den finanzen der Eltern richten, dürfte es in Deutschland ja bald keine höheren Schulen mehr geben. Da ein großteil der Bevölkerung ja schon Hartz IV bekommt oder dazu bekommt.

Grüsse
Fischkopf


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 3. Januar 2010 00:13 
Wie immer bei solchen "Diskussionen", jeder pflegt seine Vorurteile, keiner geht auf die Argumente der Anderen ernsthaft ein, letztlich ist es nicht anders als bei jedem Stammtisch. Die Grundfrage wäre doch, was will ich, was erwarte ich von Schule und, wenn verglichen wird, welche der beiden Modelle erreicht dieses Ziel besser und warum.
Auch täte es gut hier zu unterscheiden zwischen Bildungsystem und Bildungsrealität und zu klären ob hier über die unterschiedlichen Systeme geredet wird oder über die unterschiedlichen Realitäten.

Bezüglich dessen was Schule vordringlich soll, so scheint es mir, gibt es hier wohl zwei gegensätzliche Richtungen, eine meint Schule sollte den Leistungswillen vorantreiben und die Schüler fit machen für den Auslesekampf in unserer Gesellschaft, obwoh einige Vertreter dieser Richtung sogar bekennen, dass sie diesen Auslesekampf nicht besonders toll finden. Vertreter dieser Richtung finden meist das deutsche Schulsystem besser. Die andere Ansicht meint Schule solle eher das soziale Verhalten, das Miteinander fördern, also nicht Auslese, Bestleistung um jeden Preis. Schule also als Ort an dem jeder jeden unterstützt, der Beste also auch jemand sein kann der andere fördert und genau aus diesem Grund der Beste ist, auch wenn er nach der fachbezogenen Leistung nicht die Spitze darstellt. Dies, so scheint mir, vertreten eher die Befürworter des schwedischen Schulsystems.
Nur, wenn zwei Parteien so gegensätzliches von Schule erwarten können sie nicht zusammen kommen, vor allem, wenn wie hier, die unterschiedlichen Ziele absolut gesetzt, aber nicht formuliert werden. Eigentlich müßte erst eine Diskussion über Schule und ihre Ziele an sich geführt werden, wenn auf dieser Ebene ein Konsens möglich wäre könnte darauf basierend eine Diskussion über den Unterschied zwischen deutschem und schwedischem Bildungssystem geführt werden.
Was mich andererseits sehr verwundert ist wie diese Diskussion so abseits der Realität geführt wird, mit so seltsamen Behauptungen wie Schweden würde demnächst wegen seines schlechten Bildungsystems den Bach runter gehen. Fakt scheint ja zu sein, so entnehme ich den Zeitungen und auch dem Internet, dass bei verschiedenen internationalen Vergleichsstudien zur Leistung der jeweiligen Bildungssysteme Schweden nie schlechter abschneidet als Deutschland. Daran kann doch nicht einfach vorbei argumentiert werden. Oder doch? Das würde aber sehr gegen das Bildungssystem des Landes sprechen aus dem der/die jeweilige Diskutant/in stammt.
Seltsam auch wenn jemand z.B. den Niedergang einiger schwedischer Firmen als Beweis für das miese Bildungssystem anführt. Als ob es nicht genügend deutsche Firmen mit dem gleichen Schicksal gäbe. Noch seltsamer wenn in diesem Zusammenhang behauptet wird die schwedische Firma Elektrolux sei auch aufgelöst oder irgendwas in dieser Richtung. Elektrolux ist Weltmarktführer in Haushaltsgeräten, ist immer noch schwedisch und hat in 1994 die DEUTSCHE Firma AEG in Teilen übernommen. Also genau umgekehrt wie behauptet.
Meine Forderung: Mehr Bildung auch in Diskussionen, mehr Kopf-, weniger Bauchdiskussion


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 11. Januar 2010 23:50 
Hej,

ich bin nur Gast und hab hier mein Lieblingsthema - Schule-
entdeckt. Mag sein das die schwedischen Schulen anders laufen,
aber was ich hier mit unserem deutschen Schulsystem erlebe ist das Aller-
letzte. Mein Kind geht in die erste Klasse und hat schon drei Leistungstests
hinter sich. Da es ihm nicht am IQ sondern an der Kunst des Stillsitzen mangelt
hatte ich nach drei Wochen schon einen Termin beim Direktor. Das war geradezu
lächerlich. Wer also einen " Zappelphilip" oder eine " Traumsuse" sein Eigen nennt,
sollte sich mit dem Gedanken vertraut machen, diese Kinder mit Tabletten ruhig zu stellen.
Die andere Alternative wäre Sonderschule. Das hat für mich mit Schule nichts mehr zu tun.

Krümel


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 12. Januar 2010 23:02 
Schwedenfreund
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Hej,

sicher hast auch du Recht. Die Zappelphillips und Traumsusen werden hier umsorgt. Die "normalen" Kinder warten derweilen geduldig, daß es mal mit dem Stoff vorangeht. Bzw. verbringen viele Stunden und ganze Schultage im Schnee, der muß ja genutzt werden und Aktivität ist wichtig.

Der Läroplan = Lehrplan hat eh Pause, denn aus der kleinen Schulklasse unserer Tochter sind mindestens diese Woche 3 SchülerInnen in Thailand und 1 in USA, ganz legal. Durch diese ständigen Urlaubsreisen während der Schulzeit wird die Betreuung der anwesenden ja noch individueller.

LG
Tulipa

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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 12. Januar 2010 23:39 
Schwedenfreund
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glada hat geschrieben:
Was mich allerdings immer beschäftigt ist die Frage, inwieweit ich als Vater die "Mängel" der Schule auffangen kann. Ich versuche stets, spielerisch mit den Kindern Mathematik oder Schönschrift usw. zu üben. Wie macht ihr das?, ist es euch egal, oder lernt ihr Zuhause mit den Kindern? Wie reagieren die darauf?
glada


Bisher (2. Klasse = 3. deutsche Klasse) haben wir anhand der Original-Schulbücher versucht, den wesentlichen deutschen Stoff nachzulernen. In Deutsch klappt das einigermaßen. Vor allem gezielt mehrere Vormittage am Stück in den langen (Sommer-)Ferien. Rechnen in den schönen deutschen Mathebüchern haben wir schon viel zu lange vernachlässigt. Wir versuchen immer, nebenbei etwas zu rechnen, klappt so lala. Da sind wir schon viel zu weit hintendran. Genau so im vielgelobten Englisch. Da wir wenig fernsehen und wenn, nur deutsche Sender, ist es mit dem Schulunterricht nicht weit her, Gefühlt (und schriftlich) bleibt da überhaupt nichts hängen.

Und nein, egal ist mir/uns das überhaupt nicht. Die Kinder lernen mittelgern mit uns daheim. Nicht ungern, aber es gibt ja immer so viel anderes zu tun und es fehlt eben die von außen vorgegebene Struktur.

LG
Tulipa

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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 13. Januar 2010 08:48 
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Ich kann das nicht ganz nachvollziehen.
Mein Juengster ist jetzt in der dritten schwedischen Klasse weiter als seine beiden älteren Brueder derzeit in ihrer 3. deutschen Klasse. Gerade in Englisch und Mathematik - obwohl englisch noch nicht richtig unterrichtet wird.
Auch seine Schrift ist absolut ok - er uebt auch gerne aus Spass Schreibschrift, weil er die einfach witzig findet (und er sonst meine Handschrift nicht lesen könnte ab und dann ;-) )
@ Kruemel: Genau diese Erfahrungen haben wir auch gemacht und sind deswegen nach Schweden gezogen. Wir hatten keinerlei Bestimmungsmöglichkeit in D - es hieß knallhart Sonderschule von einer Direktorin, die unseren Sohn einmal beim Einschulungsgespräch gesehen hatte und meinte er hätte ein Sprachproblem.
Viele werden jetzt natuerlich behaupten: "Klar, wenn der Probleme hat, kommt er in S sicher besser klar!" Fakt ist, das er keine hatte! Es war die Willkuer einer äusserst unangenehmen Person die unfähig war ihn richtig einzuschätzen - wie auch!? Nach einem Gespräch!

LG
Heike

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Joseph Joubert


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 13. Januar 2010 10:39 
hallo,

auch wir wollen unsere Auswanderung wegen unsrers Sohnes jetzt
beschleunigen. Er muss jetzt Medikamente nehemn und hat schon
4 kg abgenommen. Und das nur weil die Lehrerin meint er muss still.-
sitzen. Wie gesagt den Schulstoff macht er mit Links und wartet auch gern
wenn andere Kinder nicht so schnell mitkommen. Aber wer hier in D. nicht
ins Schema passt wird automatisch aussortiert. Die sogenannte Sonderschule
wird dann zum zentralen Punkt. Ganz ehrlich, mir ist eine Schule die sich mehr
Zeit nimmt lieber als dieser knallharte Leistungsdruck. Ich verzichte gern auf die
guten Noten und habe ein glückliches, ausgeglichenes Kind.

Krümel


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 13. Januar 2010 10:55 
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Hallo Heike, hallo Krümel,

Eure geschilderten Erfahrungen mit Deutschlands Schulen teile ich. Nur, in unserem Fall waren die Kinder nicht zu unruhig sondern sie waren zu ruhig. Dadurch meinten die Lehrkräfte, beide Kinder können nichts leisten, da sie aufgrund Schüchternheit sich nicht so hervorgetan haben, wie es nun einmal bei temperamentvolleren Kindern der Fall ist.
Ich habe aus 17 Jahren Schule mit unseren beiden Kinder das Fazit gezogen, man hätte es machen können, wie man wolle, man wäre so oder so gegen eine Wand gelaufen. Ich habe nichts versäumt, bin jeden Eltern-Sprechtag zur Schule gegangen, habe jede Gelegenheit genutzt und habe an jedem Elternabend teilgenommen. Habe erklärt, dass nun einmal die Kinder von uns schüchtern sind, dass es eine Charaktereigenschaft ist, dass sie eben eher ruhig und lieb sind, aber dass sie zuhause alles wissen und auch können, was in der Schule gelehrt wurde. Mir wurde an den Kopf geworfen, dass ich als "ältere Mutter" meine Kinder nicht richtig einschätzen könne. Ich würde NUR annehmen, dass sie schlau sind.

Wenn es nach der Empfehlung der Grundschule gegangen wäre, dann hätte unser Sohn heute Hauptschule und wäre wahrscheinlich chancenlos.
Ich habe es aber besser einschätzen können, denn unsere Kinder haben gezeigt, dass sie beide ihr Abitur hinlegen können. Und das kann niemand, der so wenig Intelligenz besitzt, wie uns Lehrkräfte stets und ständig weismachen wollten.

Damals wollten wir innerhalb Deutschlands am liebsten umziehen, um nicht dem Schulsystem von Schleswig-Holstein ausgesetzt zu sein.
Wenn ich 25 Jahre zurückdrehen könnte, würde ich auf der Stelle nach Schweden ziehen, um nicht 10 Jahre Kampf auf öffentlichen Schulen ausgesetzt zu sein. Die letzten 7 Jahre Schule unserer Kinder wurden aufgrund Besuchs einer Privatschule dann wieder erträglich, wenn auch die Zeit trotzdem mit sehr viel Mühe verbunden war, aber man hatte nicht das Gefühl der Ohnmächtigkeit gegen ein System, welches versucht, einen als Eltern unmündig zu machen.

Grüße Aelve

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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 13. Januar 2010 11:13 
Schwedenfreund
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Aelve hat geschrieben:
Wenn ich 25 Jahre zurückdrehen könnte, würde ich auf der Stelle nach Schweden ziehen, um nicht 10 Jahre Kampf auf öffentlichen Schulen ausgesetzt zu sein.


Hallo liebe Aelve,
haben deine Kinder eigentlich schon selbst Kinder?
Sie wollen doch sicher alles besser machen und nicht wieder diese Chance der schwedischen Schulbildung vertun. Gibt es schon Pläne, daß deine Kinder rechtzeitig und dauerhaft nach Schweden ziehen, um ihren eigenen Kindern die Ausbildung in Deutschland zu ersparen?

LG
Tulipa

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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 13. Januar 2010 12:36 
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Hallo liebe Tulipa,

nein, unsere Kinder haben noch keine Kinder. Aber auch wenn sie welche hätten, würden wir unseren Kindern nicht vorschreiben oder vorschlagen, irgendwo hinzuziehen, wenn sie nicht selber dieses in Erwägung ziehen. Nur weil mein Mann und ich Schwedenliebhaber sind, müssen es unsere Kinder nicht sein und ich erwarte es nicht einmal. Übrigens hat die Freundin unseres Sohnes genauso schlechte Schulerfahrungen hinter sich bringen müssen wie wir. Sie ist legasthen genauso wie unser Sohn. Sie wurde gedrückt von den Lehrkräften und sie hat deshalb nur die Hauptschule besucht, da es seitens der Lehrkräfte stets hieß, dass Legastheniker keine höhere Schulbildung schaffen können. Sie hat dann ihren Realschulabschluß nachgemacht, dann eine Lehre absolviert und holt jetzt ihr Abitur nach, danach will sie studieren.
Sie ist sehr ehrgeizig und mehr als fleißig, da ihre Mutter sie aber schulisch nicht unterstützt hat, mußte sie diesen schweren Weg über das Nachholen des Abiturs gehen, den sie jetzt geht. Und das finde ich so gemein, dass man Kindern, die an irgendeiner Sache leiden, den Lebensweg ungleich schwerer macht als Kindern, die von Natur aus diesen Nachteil nicht haben. Ein Kind mit einer Schwäche, sei es der Sprache, der Rechtschreibung oder Diskalkulie, sei es, dass das Kind nicht so gut hören kann oder hat andere Krankheiten, dann ist das Kind bei den meisten Lehrkräften abgeschrieben.

Ich kann im Leben nicht die Einstellung nachvollziehen, dass ein Kind mit irgendeiner Behinderung, sei es Sehschwäche, Hörschwäche oder Lähmung nicht die gleichen Chancen haben soll wie ein gesundes Kind. Eher das Gegenteil müßte der Fall sein, um dem Kind mit einer angeborenen oder ererbten Schwäche die Möglichkeit zu geben, diese Schwäche zu überwinden und dadurch später eine gleichwertige Person in dem System sein zu können, ist man doch geradezu dazu verpflichtet, dem Schwächeren zu helfen und zu versuchen, dass er es genauso schaffen kann wie alle anderen auch. Auch volkswirtschaftlich gesehen ist es ein Unding, einigen Leuten nicht zu einer guten und vollständigen Bildung zu verhelfen. Personen, die nicht gemäß ihrer Begabung beschult werden, stellen später oft für die Gesellschaft Problemfälle dar, entweder werden sie durch Herabsetzung zum Versager, zweifeln an ihren eigenen Fähigkeiten oder schlimmstenfalls werden sie kriminell, weil sie sich in der Gesellschaft nicht aufgehoben fühlen.

Genauso wenig kann ich nachvollziehen, warum das Kind von Krümel, nur weil es ein wenig wilder oder temeramentvoller ist als der Durchschnitt, evtl. sogar intelligenter als der normale Durchschnitt jetzt scheitern soll, nur weil eine Lehrkraft es nicht richtig einschätzen kann oder sogar davon geleitet wird, dass sie möglichst wenig Arbeit mit einer Schülerin hat.

In was für einer Gesellschaft leben wir denn in Deutschland, wenn nur noch aussortiert wird nach Laune und Einschätzung von Leuten, die es sich bequem machen wollen, aber für ihre eigenen Kinder natürlich nur das Beste wollen. Selbst wenn ihre eigenen Kinder vielleicht nur Pfeifen sind, aber als Lehrkraft hat man ja ganz andere Möglichkeiten, sein Kind dann durch das Abitur zu bringen.

Nein, da lobe ich mir eine Schule, die evtl. auch ihre Fehler hat, aber dafür human ist und jedem Kind -egal aus welcher Schicht - gleiche Chancen bietet.

Grüße Aelve

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Zuletzt geändert von Aelve am 13. Januar 2010 13:13, insgesamt 3-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 13. Januar 2010 13:04 
Hej,

wir haben das nebenbei lernen schon ziemlich früh aufgegeben, weil die Kinder da nicht mitzogen. Die wollten nicht besser seinals ihre Schulkollegen, das ist hier nicht angebracht, besser zu sein (Egalité auf schwedisch).

Und daher konnten wir auch nie wieder zurück nach D gehen,solange unsere Jungs in der Schule waren. Der Abstand ist einfach zu gross.

Da hatten wir damals offensichtlich eine flasche Wahl getroffen, als wir glaubten, die Kinder würden hier was lernen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 13. Januar 2010 13:24 
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Hallo Thommy,

Ihr habt die Wahl gehabt, für Eure Kinder lieber in Deutschland zu bleiben, damit sie die nach Deiner Meinung bessere Schulbildung in Deutschland hätten genießen können. Hoffentlich bereust Du es nicht tatsächlich mal, dass Ihr - entgegen Eurer Überzeugung, dass die Schulbildung in Schweden nichts taugt - Euch darüber hinweggesetzt habt und Eure Kinder diesem -nach Deiner Meinung - zu laschem System ausgesetzt habt.

Aber kannst Du hundertprozentig sagen, ob Deine Kinder in Deutschland klar gekommen wären? Ich kenne Familiensituationen, da hatten die Eltern eine sehr hohe akademische Ausbildung und trotzdem kamen deren Kinder in Deutschland auf der öffentlichen Schule nicht zurecht.
Wurden auch gemobbt, weil sie entweder zuviel wußten, zu komplizierte Aufsätze geschrieben haben, weil sie einfach besser waren als ihre mittelmäßigen Schulkameraden. Es ist durchaus in D nicht gesagt, dass intelligente Kinder die richtige Schullaufbahn durchschreiten.
Auf dem Privatgymnasium unserer Kinder waren auch Kinder von Lehrkräften, die uns erzählten, dass ihre Kinder gemobbt wurden, nur weil sie künstlerisch begabt waren oder weil sie anstatt durchschnittlich begabt überdurchschnittlich begabt waren, dieses aber im durchschnittlich begabtem Klassenverband störte.

Man kann sich also drehen und wenden wie man will, da man gar nicht weiß, wie es anders verlaufen wäre. Da wir aber durch eine Hölle mit den öffentlichen Schulen gegangen sind, da wir durch den Legasthenieverband nur schwerste Schulkarrieren aufgetischt bekamen, kann ich mit gutem Gewissen sagen, dass es schlimmer kaum sein kann, als was hier in Deutschland in sehr vielen Fällen in den Schulen abläuft.

Wer hier gut durch die Schule kommt, ist eher ein Einzelfall als der Normalfall.

Grüße Aelve

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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 13. Januar 2010 13:40 
Hej,
Zitat:
Wer hier gut durch die Schule kommt, ist eher ein Einzelfall als der Normalfall.

So ein Unsinn. Das, was du oben beschrieben hast - die Situation deiner Familie und deiner Kinder - ist eher ein "Sonderfall", also nicht die Regel. Zu glauben in Schweden bekäme jeder eine Sonderbehandlung und jeder würde auf seinem individuellen Weg ans Ziel sanft begleitet ist auch ein Unsinn. In Schweden gibt es noch mehr als in Deutschland eine Einheitsbehandlung für alle, der Unterschied liegt ganz einfach im Niveau. Lagom = durchschnittlich ist die schwedische Devise. Möglicherweise wäre dein Sohn in einer schwedischen Grundschule ganz gut über die Runden gekommen, spätestens bei der Wahl eines Gymnasiums hätten euch die gleichen Probleme erwartet, mit denen ihr wohl in Deutschland konfrontiert wurdet.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 13. Januar 2010 14:08 
Nee,

da gabs keine Wahlmöglichkeit. Damals gab es keine Foren, in denen man sich über das schwedische oder andere Schulsysteme erkundigen konnte. Das wahre Elend wurde uns erst klar,als unsere Kids schon einige Jahre in der schwedischen Schule waren, und da war es zu spät.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 13. Januar 2010 15:12 
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Hallo Quatschhochdrei,

Deinem Namen machst Du alle Ehren. Niemals hätten wir in Schweden die gleichen Schwierigkeiten gehabt wie in Deutschland. Alleine schon deshalb, weil im fortschrittlichen Schweden Legasthenie nicht dazu führt, als dumm abgestempelt zu werden. Das denken nämlich fast nur deutsche Lehrkräfte, die keine Lust haben, sich mit irgendwelchen Problemfällen zu befassen, die einfach nur faul durchs Leben kommen wollen und die Lösung jedes Problemchens weit wegschieben wollen. Wobei wir auch ein oder zwei Lehrkräfte kennen gelernt haben, die sich mit dem Thema auseinandergesetzt haben und die auch der Meinung waren, dass ihre Kollegen aus Unwissenheit und aus Interesselosigkeit sich mit dem Thema Lernstörungen nicht auseinandersetzen wollen. Es liegt nämlich auch mit an der Lehrmethode, die in Deutschland angewandt wird.
Wir waren bei weitem kein Einzelfall, ganz das Gegenteil ist der Fall. Wenn Du Dich mal auf Internetseiten umschauen würdest, dann würdest Du feststellen, dass es kaum Eltern oder Schüler gibt, die mit der Schule und dem Schulsystem in Deutschland zufrieden sind. Alle Augenblick finden Demos gegen die Schulsituation in Deutschland statt, gegen Sparmassnahmen und gegen den Bildungsabbau seit Jahren.

Vor 30 Jahren mag es anders gewesen sein, aber in den letzten Jahren hat das Schulsystem in Deutschland sehr nachgelasssen.
Wenn die Probleme an uns gelegen hätten, dann wäre unser Sohn, der von Lehrkräften stets als dumm und nicht leistungsfähig eingestuft wurde, nicht jetzt - nach der Schulzeit - in seinem Beruf so sehr anerkannt und selbst in der Berufsschule war er einer der besten, später konnte kein Mensch nachvollziehen, wie man ein Kind so falsch einschätzen konnte. Überall ist uns Verständnis entgegen gebracht worden, mehrere Intelligenzteste bescheinigten unserem Sohn eine sehr hohe Intelligenz. Die Lehrkräfte des öffentlichen Gymnasiums setzten sich aber über die Gutachten hinweg und meinten sogar es wären Gefälligkeitsgutachten. Soviel zu der Ingnoranz einiger angeblich studierter Leute, die sich Lehrkräfte nennen.

Ich habe an sehr vielen Vorträgen teilgenommen, bin zu Schulforen gegangen, überall war der Tenor, dass das Bildungsniveau in Deutschland immer mehr den Bach runtergeht. Das kann man nicht den Schülern oder Eltern anlasten, denn die verlassen sich darauf, dass die Kinder eine gute Bildung bekommen und nicht, dass nur Mangelwirtschaft herrscht, Fehlstunden an der Tagesordnung sind, Klassen zu groß sind und dass laufend neue Schulversuche die ganze Problematik noch verschlimmbessern.

Grüße Aelve

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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 13. Januar 2010 15:26 
Hej,

ich darf darauf hinweisen, dass das Thema dieses Threads die schwedische Schule ist. Lasst uns uns daran halten.
Das Jammern über die deutsche Schule, sowie Sachbeiträge von Leuten, die die schwedische Schule nur vom Hörensagen kennen, sind in einem separaten Thread sicher besser untergebracht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 13. Januar 2010 16:04 
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Hallo Thommy,

es stimmt, der Threat heißt die supertolle schwedische Schule. Trotzdem fängt bereits der Threateröffner an, das schwedische Schulsystem als schlecht darzustellen - paßt das zu der Überschrift? Hätte es nicht einfach heißen können: Fehler oder Mängel im schwedischen Schulsystem.
Wenn also dann hier der Tenor ist, dass das schwedische Schulsystem für viele Kinder hervorragend ist gegenüber dem anderen System, was einem ja bekannt ist, dann paßt das durchaus zu der entfachten Diskussion und dann kann auch ich mich beteiligen, selbst wenn ich nicht selber auf einer schwedischen Schule war. Denn Du meinst ja auch, dass das heutige deutsche Schulsystem für Deine Kinder besser wäre, also stellst Du ebenfalls Vergleiche zwischen den beiden Ländern an. Du schreibst, es gab damals kein Forum, wo man sich über das schwedische Schulsystem austauschen konnte. Bist Du der Meinung, Du wärest nicht nach Schweden gegangen, nur weil in irgendwelchen Foren ausgewanderte Leute sich über das System beklagen, was aber den Schweden scheinbar sehr gut gefällt? Es zwingt niemanden ein System auf, wenn er mit solchen gravierenden Dingen nicht klar kommt, dann muss er die Konsequenzen daraus ziehen. Wie schon oft gesagt, für den einen ist das Schulsystem in Schweden der Himmel auf Erden, für den anderen ist es besser, wenn wie in Deutschland die Ellbogengesellschaft die Schullandschaft bestimmt.
Wenn man in ein Land hineingeboren wird, muss man das System so nehmen wie es ist oder man kann versuchen, für sich eine andere Lösung anzustreben oder sich ein anderes Land suchen, wo die Bedingungen einem besser gefallen. Wer sagt denn, dass die Schüler des schwedischen Systems nicht im Leben viel besser zurechtkommen als die Schüler die in einer Ellbogengesellschaft leben und Teamarbeit für sie ein Fremdwort ist.
Ich persönlich würde nur in einen Sozialstaat auswandern, wenn meine Einstellung in den meisten Dingen auch sozial ist.

Grüße Aelve

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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 13. Januar 2010 16:11 
Und,
Zitat:
was aber den Schweden scheinbar sehr gut gefällt?

genau das ist eben nicht der Fall. Wer in Schweden lebt, kennt die Problematik an den schwedischen Schulen. Internationalen Vergleichsstudien belegen dies.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 13. Januar 2010 16:32 
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Also wie hier teilweise über die deutschen Lehrer gesprochen....übel,wirklich übel und sehr sehr peinlich. Als wenn einzig die Lehrer ausbaden müssen, was die Eltern und die Schüler selber versemmeln. Einen faulen Schüler bekommt auch der beste Lehrer nicht zum lernen und wenn ein Lehrer erst mal gegen 30 Handy´s und/oder I-Pods ankämpfen muss, bevor er mal ein "Guten Morgen" entgegen gemault bekommt...sorry, da kann einem noch so motivierten Lehrer die Lust vergehen. Und was ist gegen einen angemessenen Leistungsdruck zu sagen? WO sollen es die Schüler denn lernen, wenn nicht in der Schule? Im Berufsleben herrscht doch auch kein Kuschelkurs, da bekommt der die Beförderung und den richtigen Job, der die Leistung bringt und nicht der, der am nettesten ist und auf die anderen wartet.Genau aus diesem Grund wird meine Tochter auf die Deutsche Schule gehen, denn dort herrscht Leistungsdruck und dort wird auch das Elternhaus gefordert, nicht nur die Lehrkräfte. Man mag mich für mein Denken jetzt verurteilen, aber ich habe am eigenen Leib erlebt, was man sich verbauen kann, wenn man keinen vernünftigen Leistungsdruck bekommt und nicht lernen. Damit habe ich mir selber so viele Chancen verbaut, die ich jetzt bereue..sorry,aber meine Tochter soll eines Tages wirklich fit sein für diesen neuen und harten Arbeitsmarkt, da kann ich sowohl von ihr als auch von meinem Mann und mir verlangen, dass wir auf diesen Druck bestehen und unsere Tochter unterstützen und ihr helfen. Denn man kann in meinen Augen beides haben, ein glückliches Kind mit guten Noten, dass sich seine Lebensträume erfüllen kann und nicht eines Tages Träumen und Chancen nachweint, die es sich selber verbaut hat.

Man kann auch in Schweden eine gute und vernünftige Schulbildung bekommen, aber diese Schulen sind eben meist private Schulen mit sehr sehr langen Wartelisten, auf denen übrigens mehr Schweden als Ausländer/Deutsche stehen, denn viele Deutsche muten ihren Kindern eher den Kuschelkurs an den schwedischen kommunalen Schulen zu, als sie auf eine härtere private Schule zu schicken. Dies sind zumindest meine Stockholmer Erfahrungen.

LG JANA

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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 13. Januar 2010 18:47 
Hallo,

also was ich hier über die Lehrer behaupte ist zwar überl. aber leider wahr.
Ich würde mir auch wünschen das es anders ist. Und das hier auch Besucher
ihre Meinung sagen möchten, obwohl sie noch in D. leben und das schwedische
Schulsystem nicht kennen finde ich ok. Es muss doch jedem gestatet werden eine
Meinung zu haben. So sehr am Thema vorbei ist es ja nun auch nicht.
@ Aelve: ich denke genau so wie du und bin voll deiner Meinung. Wir haben
hier auch schon nach Alternativen geschaut. ( Privatschule) Ist aber leider nichts in unserer
Nähe.
Fakt ist: in deutschen Schulen weht ein kalter Wind. Der soziale Umgang miteinander
wird dabei völlig vergessen.
Natürlich sind das alles persönliche Erfahrungen und ich bin sicher es gibt es auch Kinder
die problemlos die Grundschule meistern. Aber wehe es kommt ein Kind, das nicht so
ins Schema passt!!!

Krümel


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 14. Januar 2010 08:42 
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Hallo Jana,

ja, peinlich ist es schon, dass einige Lehrkräfte es geschafft haben, den ganzen früher anerkannten Berufsstand ders Lehrers in den letzten Jahren ins Abseits zu stellen. Denn es liegt mit Sicherheit NICHT an den Eltern und schon gar nicht an den Schülern, die den Lehrkräften anvertraut werden. Aus einem angesehen Beruf ist mittlerweile der Eindruck entstanden, dass nur noch Personen diesen Beruf ergreifen, die an wenig Arbeitsanfall sowie an hohem Einkommen Interesse haben.
Wenn jemand nicht weiß, was er studieren soll, dann studiert er auf Lehramt, das ist allgemein bekannt. Leider müssen die wirklich engagierten Lehrkräfte unter der Masse der wenig interessierten Personen leiden und dieses mit ausbaden. Sicherlich hat das verschiedene Hintergründe, die man hier in einem Forum für Schweden nicht alle behandeln kann.
Aber trotzdem sollte man doch versuchen, hier Erfahrungsberichte ernst zu nehmen und nicht ins gleiche Horn der Lehrkräfte zu fallen, die behaupten, dass heutzutage alle Kinder nichts mehr taugen, dass sie nur noch am Computer sitzen oder interesselos in der Klasse sitzen.
Denn genau wie es engagierte und beflissene Lehrkräfte gibt, so sind auch die meisten Kinder lernbegierung und gehen zunächst voller Freude zur Schule und wollen lernen. In Deinem posting kann man sich herauslesen, dass nur die Kinder Probleme haben, die gegen Leistungsdruck sind, die nicht lernen wollen. Ich weiß aber aus eigener Erfahrung, dass es bei uns gerade umgedreht der Fall war, deshalb glaube ich auch den Müttern, die hier gleiche Problemfälle ansprechen. Unsere Kinder wollten lernen, waren sogar begierig darauf, weil sie hoch motiviert waren.
Das wurde ihnen aber vergellt durch Äußerungen seitens Lehrkräften, die würdelos waren. Du würdest anders über die Sache denken, wenn Du die Bücher lesen würdest, die ich in meinem Leben gelesen habe:
Die Würde des Schülers ist antastbar von K. Singer oder auch andere Berichte von Eltern, die sehr engagiert sind, eine bessere und gute Bildung für alle Kinder zu erreichen, es ist schlicht unmöglich, da zuviele Interessen von Seiten der Kultusminister, der Schulleitungen und den Leuten, die mit Bildung zu tun haben, dagegen sprechen.

Es mag sein, dass in Schweden die Schulbildung auch nicht für alle Kinder optimal ist, aber dann müßte man sich erstmal darüber austauschen, was eine optimale Schulbildung generell ist. Die Ansprüche sind zu verschieden, es gibt Personen, die meinen nur mit Druck ausüben würde man etwas erreichen, andere haben die Einstellung, das Lob beflügelt. Da jedes Kind ein Individium ist, was anders erzogen wurde, was anders auf Schläge, Schimpf oder Lob reagiert, kann man gar nicht hier im Forum alles über einen Kamm scheren. Wenn aber die meisten Leute mit einer Sache zufrieden sind, wenn es 70 oder 75 % gut läuft, dann kann man davon ausgehen, dass das ein gutes Verhältnis ist und man mit dem zufrieden sein kann und muß.
Ich schreibe hier nur von unseren Erfahrungen, weil jemand, der in Schweden mit der Schule zufrieden ist, weil es sehr gut für die Kinder läuft, sofort angegriffen wird und es als unglaubwürdig erachtet wird, was er von Deutschland Schulalltag berichtet. Wir haben die Schulzeit hinter uns gebracht, ich habe weiter kein Interesse daran, die Schule in Schweden zu loben, aber ich kann mich mit den Eltern identifizieren, die Probleme in Deutschland in den Schulen hatten und die jetzt froh sind, dass ihre Kinder wieder gerne zur Schule gehen und auch lernwillig sind.

Grüße Aelve

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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 14. Januar 2010 09:10 
Hej,
Zitat:
Wir haben die Schulzeit hinter uns gebracht, ich habe weiter kein Interesse daran, die Schule in Schweden zu loben,

ein löblicher Ansatz! Vielleicht könntest du dich auch mit Kritik am deutschen Schulsystem etwas mäßigen, zumal deine Kinder die Schulzeit in Deutschland doch recht gut gemeistert haben.
Wie kannst du den deutschen Lehrern jegliche Kompetenz absprechen und ein System, das du überhaupt nicht kennst oder jemals persönlich kennen gelernt hast (nämlich das schwedische) in den Himmel loben? :roll:


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 14. Januar 2010 11:59 
Alter Schwede
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Hej Aelve,
ich weiss nicht, wo du deine Behauptungen aus meinem Posting rauslesen willst/kannst, aber es wird wohl so sein. Ich habe auch niemanden seine Erfahrungen abgesprochen, sondern schlicht meine Meinung geäußert, wie ich einiges sehe und das man die Alleinschuld nicht ausschliesslich bei den Lehrern suchen sollte, sondern auch bei den Eltern und den Schülern. Wenn es im Elternhaus schon nicht stimmt, wenn dort keinerlei Interesse an der Schulbildung der Kinder vorherrscht, wie sollen es die Kinder und die Lehrer ausbaden? Und sind einzig die Lehrer daran Schuld, wenn es mittlerweile Mode ist über Wochen hinweg nicht zur Schule zugehen, sondern lieber seine Zeit im Park mit einer Bierflasche in der Hand zu verbringen, als im Chemiesaal mit lernen? All dies ist, nach deiner Aussage, einzig die Schuld der Lehrer und des System´s....wenn ich es interpretieren würde, wie ich es möchte.

Und soviel geändert hat sich in den letzten 12 Jahren seid ich aus der Schule bin, sicherlich auch nicht. Nur das wir damals nicht mit Handy und I-Pod im Unterricht sassen, sondern mit einer Zeitung auf dem Schoss. Desinteresse bei Schülern ist so alt wie die Schule selber...es liegt einfach in der Natur.

Und ich habe auch nicht behauptet:
Aelve hat geschrieben:
In Deinem posting kann man sich herauslesen, dass nur die Kinder Probleme haben, die gegen Leistungsdruck sind, die nicht lernen wollen
,
sondern ich habe geschrieben, dass ein gewisser Leistungsdruck vorhanden sein muss, weil die Schüler es nunmal nur in Schule lernen können und sie gewappnet sein müssen für einen Arbeitsmarkt der hart umkämpft ist und wo nunmal nur der Stärkere und Bessere siegt, aber nicht der Netteste oder Beliebteste,weil er auf andere wartet.
Vieles in diesem Thread erinnert mich an Diskussionen bezgl. Autoritärer Erziehung und Anti-Autoritärer Erziehung...auf der einen Seite sollen/müssen Kinder Grenzen kennen , aber auf der andere Seite werden ihnen keine gesetzt von seitens des Elternhauses, dies soll doch dann bitte schön der Kindergarten oder die Schule übernehmen, am besten übernehmen diese beiden Stellen die Erziehung gänzlich, aber bitte so, dass es die Eltern nicht merken und sich nicht gegängelt oder übergangen fühlen.
Ein Lehrer soll/muss für 30 Schüler gleichzeitig dasein, wenn nicht ist er ein schlechter Lehrer, der sich nur von Ferien zu Ferien hangelt und die Schüler allein lässt mit ihren Problemen.

Ich stelle nicht mal in Frage, dass es schlechte Lehrer im Deutschen Schulsystem gibt, die gibt es überall und die findet man auch in Schweden,Finnland oder Norwegen. Aber deswegen eine gesamte Berufssparte über die Planke gehen zu lassen und zu verteufeln, ist für mich verda... weit hergeholt.

Ich habe erst vor kurzem eine sehr interessante Reportage über eine deutsche Rektorin gesehen, welche Probehalber 4 Wochen in Finnland gearbeitet hat, weil sie dorthin auswandern wollte. Erstaunt stellte sie fest, dass es dort ebenso viel, wenn nicht gar mehr Bürokratie wie in D. gibt, dass es praktisch keine Mitarbeit der Schüler gibt, sondern die Lehrer, 3 insgesamt, den Schülern den Stoff vorgebetet haben und die Kids einfach nur mitschrieben. Auch bestätigte sie, dass ihre Arbeit in D. mittlerweile mehr durch Schreibtischarbeit geprägt ist, als durch die Arbeit mit den Schülern und gleichzeitig musste sie sich regelmässig anhören, wie unzufrieden doch die Eltern waren mit der Schule, obwohl diese teilweise nicht mal zu den Elternsprechstunden kamen....ein Widerspruch in Sich, oder...

Nunja, es bleibt jedem selber überlassen, wieviel Leistungsdruck er seinen Kindern und sich zumutet, aber vielleicht sollte man wieder mehr Vertrauen in die eigenen Kinder setzen, denn die halten oft mehr aus, als man denkt. Und sollte es wirklich schlimm für ein Kind sein, dass es sich überhaupt nicht mehr wohlfühlt, eben auch über einen Schulwechsel nachdenken, denn auch diese Option besteht ja, sowohl in Schweden als auch in Deutschland.

Grüsse JANA

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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 14. Januar 2010 14:14 
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janaquinn hat geschrieben:
Also wie hier teilweise über die deutschen Lehrer gesprochen....übel,wirklich übel und sehr sehr peinlich. Als wenn einzig die Lehrer ausbaden müssen, was die Eltern und die Schüler selber versemmeln. Einen faulen Schüler bekommt auch der beste Lehrer nicht zum lernen und wenn ein Lehrer erst mal gegen 30 Handy´s und/oder I-Pods ankämpfen muss, bevor er mal ein "Guten Morgen" entgegen gemault bekommt...sorry, da kann einem noch so motivierten Lehrer die Lust vergehen. Und was ist gegen einen angemessenen Leistungsdruck zu sagen? WO sollen es die Schüler denn lernen, wenn nicht in der Schule? Im Berufsleben herrscht doch auch kein Kuschelkurs, da bekommt der die Beförderung und den richtigen Job, der die Leistung bringt und nicht der, der am nettesten ist und auf die anderen wartet.Genau aus diesem Grund wird meine Tochter auf die Deutsche Schule gehen, denn dort herrscht Leistungsdruck und dort wird auch das Elternhaus gefordert, nicht nur die Lehrkräfte.
LG JANA


Hallo Jana, wenn das nicht gegen Eltern gerichtet ist, dann muss ich ja sehr viel missverstehen. Du suggerierst mit Deinem postings, dass der beste Lehrer einen faulen Schüler nicht zum Lernen bekommt, hier war aber von Elternseite aus gerade berichtet worden, dass deren Kinder nicht faul sind und auch ich bleibe dabei, dass gerade unsere Kinder nicht faul waren, sondern dass sie ebenfalls darunter gelitten haben, dass andere Schüler den Unterricht gestört haben, wogegen die Lehrkräfte aber nicht vorgegangen sind. Aus Deinen postings lese ich leider heraus, dass Du eben den Berichten hier keinen Glauben schenkst, sondern dass Du der Meinung bist, dass die hier zu Worte kommenden Eltern nur einen Kuschelkurs betreiben und ihre Kinder von jeglichem Leistungsdruck fernhalten. Und auch dazu gibt es viel zu viel verschiedene Auffassungen, genau wie Du es beschreibst mit der 68er Generation. Kinder können auch leistungsbereit und fleißig sein, wenn sie es sich im Elternhaus abgucken, wenn sie es vorgelebt bekommen, dass man fleißig sein muss, um im Leben etwas zu erreichen. Unsere Kinder sind deshalb nicht auf öffentlichen Schulen gescheitert, weil es ihnen an Fleiß, Tüchtigkeit, Ausdauer, Leistungswillen und Leistungsbereitschaft und Ansporn gefehlt hat, sondern weil sie gerade umgedreht alle diese Eigenschaften besaßen und auch heute noch besitzen. Das aber wurde gerade von den Lehrkräften NICHT erkannt, sondern NUR, weil sie eine kleine Schwäche hatten, waren sie den Lehrkräften ein Dorn im Auge. Ich habe hier doch bereits öfter berichtet, unsere Kinder rauchen nicht, unsere Tochter trinkt nicht einen Schluck Alkohol, da sie den gar nicht mag. Wenn Du dann davon berichtest, dass Lehrkräfte unter solchen Verhältnissen, dass Schüler trinken leiden, dann kann ich nur erwidern, darunter litten unsere Kinder genauso.

Also Deine Berichte über Kinder, die den Lehrkräften das Leben und die Arbeit schwer machen, treffen bei uns alle nicht zu, TROTZDEM oder vielleicht gerade deswegen kamen sie auf öffentlichen Schule in D nicht zurecht. So komisch es sich anhört, aber es war so. Und unser Sohn kommt heute bestens zurecht OHNE Ellenbogenmentalität sondern gerade wegen seines netten und ausgeglichenen Wesens.

Was ich damit sagen will, wer will wissen, ob ein Schüler später besser zurecht kommt, wenn er nur an sich denkt, nur daran, ob er Einsen und Zweien schreibt, aber sein Sozialverhalten geht gegen Null oder ein Schüler, der im Mittelfeld liegt, aber ein sehr gutes Sozialverhalten an den Tag legt, sich für andere einsetzt, sich in andere hineindenken kann und hilfsbereit ist. Alle diese Tugenden wie Hilfsbereitschaft, Nächstenliebe, Teamarbeit und gute Zusammenarbeit spielen auch eine sehr große Rolle im Berufsleben und in Schweden sicherlich mehr als in Deutschland, wo der Verdrängungswettbewerb viel krasser ist. Zu meiner Schulzeit wurde für Fleiß und für Betragen noch eine Zensur erteilt, heute ist das nicht mehr, sondern es zählt nur das Wissen, was aber nicht unbedingt dazu führt, dass man es im Arbeitsleben damit weit bringt.
Ein Beitragsschreiber hat hier richtiggehend gemeint, dass man gar nicht alles in einem Forum beschreiben und diskutieren kann, was zu einer guten oder schlechten Schulsituation oder Schulkarriere führt. Damit gehe ich konform, hier im Forum können nicht alle Dinge einfließen, dafür ist es zu defizil. Aber wenn hier Mütter aus ihrem Leben berichten und sind mit ihrer Schulsituation in Deutschland derart unzufrieden, dass sie sogar nach Schweden deshalb auswandern wollen, dann ist es meines Erachtens nicht sehr hilfreich, es so darzustellen, als wenn ihre Kinder in D Probleme hatten, weil sie nichts lernen wollen oder weil sie überfordert waren, weil auch Kinder mit besten Voraussetzungen in Deutschland wegen der schlechten Schulpolitik der Länder diese Probleme haben, das kann ich bestätigen, weil ich mit sehr vielen Eltern zu tun hatte, die sehr engagiert waren aber bei Lehrkräften auf taube Ohren stiessen.

Da ich selber nicht mehr unter dem Druck stehe, die Schulsituation unserer Kinder lösen zu müssen, sondern es aus gebührlichem Zeitabstand schreiben kann, bin ich der Meinung, dass ich auch meinen Senf dazugeben kann, wenn hier Eltern ihr Leid klagen. Denn ich weiß selber, in welcher Zwickmühle ich war, weil ich die Schuld lange Zeit bei mir suchte, bis ich durch andere Erfahrungsberichte dann beruhigt wurde und auch die Kraft fand, die richtige Entscheidung für unsere Kinder zu fällen.

Grüße Aelve

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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 14. Januar 2010 15:31 
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Hej Christa,
was soll denn das schon wieder? Ich glaube den Berichten sehr wohl, aber trotzdem kann ich auch eine eigene Meinung zum Schulsystem haben. Wenn Krümel97 über ihren Sohn in der 1. Klasse berichtet und dessen Schwierigkeiten, dann glaube ich dies. Ich habe keinem Forumsteilnehmer gesagt, dass er faule Kinder hat, die nicht lernen wollen. Ich habe einzig geschrieben, dass auch der beste Lehrer keinen Schüler zum lernen bekommt, der es nicht selber will....diese Aussage war nie und in keinster Weise auf irgendjemanden aus diesem Forum bezogen, sondern eine allgemeine Aussage, dass es durchaus solche Schüler gibt. Ich habe keinem Kind irgendeines FOrumsteilnehmer unterstellt, es würde trinken oder rauchen, auch dies war eine allgemeine Aussage, weil es eben solche Menschen gibt. Warum drehst du wieder Postings ins verkehrte oder stellst sie einfach um? Darf ich nicht eine eigene Meinung haben, was gut oder schlecht für MEINE Kinder ist? Ich sehe ihre Ausbildung nunmal so, ich möchte es eben ein wenig härter, als andere. Deswegen bin ich doch kein schlechterer Mensch oder eine schlechtere Mutter. Wieso beziehst du alle Postings, die ein wenig kritischer geschrieben sind, immer sofort auf dich und deine Kinder?
Manchmal verstehe ich dich wirklich nicht mehr, auf der einen Seite wird ausgeteilt und Seitenhiebe verpasst,auf der anderen Seite beziehst du jedes Posting sofort auf dich, deine Kinder, deine Freunde und sonst wen. Wenn sich jemand mit dem schwedischen Schulsystem wohlfühlt, dann soll er dies, wenn seine Kinder darin glücklich sind, umso besser und wenn sie dort auch vernünftig lernen ist es perfekt. Aber gesteh mir bitte auch zu, dass ich mit 33 Jahren meine eigene Meinung zur Schulbildung meine Kinder habe und wie sie gestaltet werden soll. Ich überlege auch nicht erst seit gestern, wo und welche Schule meine Tochter besuchen wird, sondern mache mir bereits seit fast 3 Jahren einen Kopf, damit sie die beste Schulbildung bekommt, die man bekommen kann. Dieses Recht habt ihr für eure Kinder sowie die anderen Fori´s auch, aber ich lasse mir nicht die Worte im Mund verdrehen bzw. lasse zu, dass man mir Dinge in den Mund legt, die ich so über Foris oder deren Kinder gesagt haben soll.

Grüsse JANA

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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 14. Januar 2010 16:35 
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Liebe Jana,

ich will Dir keineswegs Dein Recht absprechen, Euer Leben so einzurichten, wie Ihr wollt und für nötig erachtet. Wozu sollte ich das?

Hier in diesem Threat geht es um Schule, es wurden Argumente gegen das schwedische Schulsystem aufgeführt und es wurde in dem Zusammenhang auch von Forumsteilnehmern geschrieben, dass ihre Kinder mit dem schwedischen Schulsystem bestens zurechtkommen, die Kinder wieder glücklich zur Schule gehen usw. Nur darauf bezogen sich meine postings, dass es in der Tat in Deutschland so schlecht laufen kann, dass ein Ausweichen auf ein anderes Schulsystem für das Kind erfolgversprechend war. Wie in jedem Beitrag gibt es Befürworter für ein System und es gibt Gegner. Mein Bericht ist deshalb darauf bezogen, dass ein humanes Schulsystem für ein Kind, welches in D nur Schwierigkeiten hat, sehr wohl die richtige Wahl sein kann. Das System muss nicht zwangsläufig für alle Kinder richtig und gut sein. Wenn ich in dem Zusammenhang dann davon schrieb, dass ich fast nur mit unfähigen Lehrkräften zu tun hatte, dann hat das mit unserer Situation zu tun, es beruht darauf, dass unsere Kinder eine Schwäche hatten, die in Schweden keinen Grund darstellt, ein Kind als dumm abzustempeln, denn es gibt Kinder, die sehr intelligent sind, aber eine andere Lehrmethode benötigen.
Wenn Du dann meinst, dass hier von Foris über Lehrkräfte geschimpft wird, ja dass das sogar peinlich ist, dass ja die Lehrkräfte schon genug zu tun haben, trinkende und randalierende Kinder zu bändigen, dann finde ich, dass das gar nicht zu den vorhergegangenen postings paßt. Man kann zwar sagen, dass Lehrkräfte generell überfordert sind, weil sie sich mit diesen ganzen Problemen auch befassen müssen. Aber wenn es in diesem Zusammenhang und wie von Dir aufgeführt geschrieben wird, dann kann schon der Eindruck entstehen, dass die Schreiber hier gemeint sind, man kann das wohl in einer Hin- und Herschreiberei sehr schlecht trennen, ob Du nun nur die Probleme der Gesellschaft aufzeichnen willst oder ob Du der Ansicht bist, alle Eltern und Kinder, die in D in der Schule nicht zurechtkommen, würden diese Probleme selber geschaffen haben.
Ich will Dich genauso wenig angreifen, wie Du ja jetzt auch schreibst, dass Du niemanden gemeint hast. Ich weiß, dass Du sehr engagiert bist und Dich für eine gute Bildung stark machst. Mir liegt auch nicht daran, das System in Schweden für alle Kinder als das Nonplusultra zu sehen, aber für Kinder mit Schwächen wie Legasthenie oder Aufmerksamkeitssyndrom wird es auf jeden Fall besser sein, da mehr Rücksicht auf Kinder mit Schwächen in Schweden genommen wird und nicht diese Chancenlosigkeit wie in Deutschland praktiziert wird.
Deine Erfahrungen mit Schule waren andere als die, die ich oder Krümel oder Heike gemacht haben, aber wenn es bei uns schief lief, dann muss das nicht daran liegen oder gelegen haben, dass die Eltern versagten sondern aufgrund der Tatsache, dass Kinder nicht individuell gesehen werden und dass in D die Kinderfreundlichkeit erschreckend gering ist.

Ich finde es generell gut, dass sich Eltern in Deutschland sowie in Schweden für eine gute Bildung einsetzen. Aber lasst uns doch davon abgehen, die Schuld für ein Versagen eines Schülers nur immer beim Kind zu suchen. Das Kind ist ein Teil unserer Gesellschaft, wie soll ein Kind daran schuldig sein, dass Erwachsene die Gesellschaft nicht in den Griff bekommen. Es gibt wahrscheinlich kein System, was allen Schülern hundertprozentig gerecht wird, jeder muss deshalb selber für sich die richtige Schulwahl treffen, das mag für den einen in Deutschland sein und für den anderen in Schweden.

Grüße Aelve

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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 14. Januar 2010 17:08 
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Weisst du Christa, ich habe in meiner Schulzeit auch keine tollen Erfahrungen gemacht, aber ich weiss im Rückblick, dass vieles, sogar sehr vieles, an mir und meinem Elternhaus gehangen hat. Ich habe einige unfähige Lehrer gehabt, ich habe viele motivierte Lehrer gehabt und ich ebenso viele motivierte Lehrer gehabt, die irgendwann einfach keine Lust mehr hatten, weil wir Schüler so waren, wie wir waren. Wir haben nicht mitgearbeitet, wir haben Zeitungen gelesen und wir haben Blödsinn angestellt, wenn das Kind dann in den Brunnen gefallen war,haben wir geheult und auf die Lehrer geflucht, weil DIE uns NICHTS beigebracht haben, obwohl wir diejenigen waren, die nicht gelernt haben. Ich spreche hier wiederrum von meiner eigenen Schulzeit, nicht das wieder ein Irrtum aufkommt.

In einer Klasse mit einem Lehrer und 30 Schülern, wie soll es da möglich sein, dass eine Person auf 30 weitere individuelle Persönlichkeiten eingeht. Es ist doch rein rechnerisch nicht möglich.
Was allerdings auch absolut und unbestreitbar unmöglich ist sind Gutachten von Lehrern, die Schülern fehlende Inteligenz, fehlende Leistungsbereitschaft ect. bscheinigen, obwohl dies nicht mal stimmt, vielleicht weil das Kind eine Lernschwäche hat oder weil es in einem Fach eben versagt, in einem anderen aber wiederum nicht. Ich war in den naturwissenschaftlichen Fächern eine Null, bin ich bis heute und dazu stehe ich. Bio, Chemie und Mathe ect. sind und waren für mich immer Bücher mit sieben Siegeln und kein Lehrer hat es geschafft mich dafür zu begeistern. Dafür lagen mir Geschichte, Literatur und andere Fächer, da hatte ich Spass und habe gelernt. Im Rückblick, wenn ich mich tiefer in die naturwissenschaftliche Sparte reingekniet hätte, mehr Interesse gezeigt hätte und mehr gelernt hätte, wäre vieles anders gekommen und ich hätte mir viele Lebensträume erfüllen können, berufliche, die ich mir selber verbaut habe.
Was ich sagen will , ist folgende Sache, man kann die Schuld nicht nur bei den Lehrkräften suchen, schlechte Lehrer oder Leute, die es widerwillig waren ausgeschlossen, sondern auch am System, teilweise bei den Elternhäusern, nicht bei denen irgendwelcher anwesenden Forenteilnehmer, und den Schülern, ebenfalls nicht von hier anwesenden Forenteilnehmern. Das System ist veraltet und nicht mehr auf die heutigen Generationen zugeschnitten.
Es gibt Schüler, welche sich mehr für Handy´s, I-Pod´s und den täglichen Klatsch interessieren, als dafür wer der Deutsche Bundespräsident ist und tatsächlich denken, Malle ist das 19 Bundesland Deutschland und München Italiens nördlichste Stadt. Es gibt Eltern, denen ihre Bierflasche in der Hand wichtiger ist als die Schulbildung ihrer Kinder oder die ihre Karriere auf den Rücken der Kinder austragen, ihre Kids aber in der Schule hoffnungslos versagen, weil die Eltern der Meinung sind, die Schule müsse dies richten. Grundsätzlich muss es eine Änderung im Schulsystem geben, sowohl im Deutschen als auch im Schwedischen System, dass deutsche System kämpft mit teilweise hoffnunglos überlasteten Lehrern, die ihren Beruf nicht mehr als Beruf sehen (können) sondern als Belastung, eben wegen der von mir angesprochen Probleme und ebenso mit unfähigen Lehrern, die es ohne zweifel gibt und schon immer gab und auch immer geben wird.
Das Schwedische System muss/sollte etwas härter werden, bereits ab der 3-4 Klasse, dann sollte es Noten geben, aber wirkliche Noten und nicht "Wir haben uns alle lieb"-Noten und "das nur keiner durchfällt"-Noten. Es kann ja weiterhin individuell sein, dass ist nicht das Thema, aber es sollte für jeden Schüler individuell sein, nicht nur für die schwächsten, sondern auch für die Stärkeren, denn gelangweilte Kindern stören den Unterricht und im schlimmsten Fall verweigern sie sich gänzlich, denn nicht nur die schwächeren Schüler brauchen ein Erfolgserlebniss, auch die stärkeren Schüler brauchen Erfolgserlebnisse und die Möglichkeit sich, eben auch vor den anderen, weiterzubilden.

Eine Lehrerin, eine sehr gute Lehrerin, hat mir mal ein Zitat ins Poesiealbum geschrieben

Lernen ist wie Rudern
gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück. (Laotse, chin. Philosoph, 4 - 3 Jhd. v.Chr.)

Und darin steckt mehr als nur ein Fünkchen wahrheit.

Grüsse JANA

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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 14. Januar 2010 17:25 
Tja so ist das! Wenn man hier Moderator ist darf man anscheinend alles. Auch Threads zum eigenen Vergnügen kaputtschreiben!
Aber wehe es wird irgendwo anders mal aufgemuckt, schon kommt es auf die Wiese.

Und Tschüss, ich tummel mich auch lieber in anderen Foren. Da darf noch geschrieben werden, ohne das alles gelöscht wird!

hejdå


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 14. Januar 2010 17:27 
Jana,

lass dir deine Ansprüche an ein resultatorientiertes Schulsystem nicht wegschwafeln!
Auch die schwedischen Schüler müssen mal raus in den Beruf und da ist das Kuscheln zuende. Meine Kinder erfahren das jetzt selber schmerzhaft am eigenen Leibe.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 14. Januar 2010 17:38 
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zumindest habe ich, auch als Mod., soviel Mumm in den Knochen, dass angemeldet schreibe und mit meinem Namen unterschreibe, was man von einigen Gästen nicht behaupten kann. Anonym mosern kann jeder, mit seinem Guten Namen dafür gerade stehen, fällt manchen Leuten scheinbar schwerer.

@Tommy: Danke, ich hoffe allerdings, dass es deine Söhne nicht ganz so schwer haben werden und sie trotzdem erfolgreich Fuss fassen im Berufsleben.

Grüsse JANA

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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 14. Januar 2010 17:43 
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@ So sind sie

ist für uns auch besser wenn du deine dummen sprüche in anderen foren zum besten gibst.

noch nie habe ich einen schweden solche sprüche klopfen gehört, ob das wohl ein grund ist das wir deutschen überall so beliebt sind ? :roll:

hejdå
älven

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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 14. Januar 2010 18:34 
Hej,
Aelve hat geschrieben:
denn es gibt Kinder, die sehr intelligent sind, aber eine andere Lehrmethode benötigen.
Genau. Und die kommen dann auf eine andere Schule, wo diese Lehrmethode angewandt werden kann, ohne die anderen Kinder in ihrem Lernen zu beeinträchtigen.
Eigentlich kein Problem - solange nicht das Ego der Eltern verletzt wird.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 14. Januar 2010 19:08 
Hej igen,

der eine beschwert sich über die böse deutsche Schule, die seine super-intelligenten Kinder diskriminiert, ---- die nur den klitzekleinen, völlig vernachlässigbaren Fehler haben, dass sie nicht still sein können.

Und der nächste fühlt sich voll verstanden, tutet gleich ins selbe Horn und beschwert sich über die böse deutsche Schule, die seine super-intelligenten Kinder diskriminiert, ---- die nur den Mund nicht aufkriegen und soooo unter den anderen Schülern gelitten haben, die ja immer gestört haben.

Sagts mal - merkt Ihr noch was?

Schön, dass Ihr Euch so einig seid. Eure Kinder waren's wohl nicht...


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 14. Januar 2010 19:48 
Schwedenfreund
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Hallo Jana, hallo Älve,

ich habe eine klitzekleine Frage hierzu:
Jana hat geschrieben:
[Ich bin der Meinung], dass man die Alleinschuld nicht ausschliesslich bei den Lehrern suchen sollte, sondern auch bei den Eltern und den Schülern. Wenn es im Elternhaus schon nicht stimmt, wenn dort keinerlei Interesse an der Schulbildung der Kinder vorherrscht, wie sollen es die Kinder und die Lehrer ausbaden?
Wäre das aber nicht eigentlich wunderbar? Wäre es nicht gerade für diejenigen Kinder und Jugendlichen, die kein interessiertes, bildungsaffines Elternhaus haben, optimal, wenn die Schule familiales "Versagen" ausgleichen könnte - wie auch immer?

Solche Studien wie die PISA-Studie zeigen, dass der Output an Schülerleistungen in Deutschland und Schweden gleichermaßen mittelmäßig ist. Lagom überall. Der große Unterschied ist aber der, dass in Deutschland eine sehr große Streuung vorhanden ist (Spitzenleistungen auf der einen Seite, absolute Minderleistung auf der anderen Seite), die direkt mit dem soziokulturellem Kapital des Elternhauses korreliert, während in Schweden wenig Streuung in den Schülerleistungen festzustellen ist (kaum Spitzenleistungen, wenige Totalversager) und diese Durchschnittsleistung logischerweise in viel geringerem Maßen familiär vorgeprägt ist.

Logischerweise wünschen sich Eltern, deren Kinder durch die "Vererbbarkeit" von Schulbildung in Deutschland priviligiert wären, ähnliche Bildungschancen für ihre Kinder in Schweden. Das kann ich absolut nachvollziehen.

In Deutschland wird aber tatsächlich verhältnismäßig schnell aussortiert, wenn Störfaktoren die Gruppe am schnellen Lernen hindern. Und das geht tatsächlich häufig zu Lasten begabter, aber in irgendeiner Form nicht schulsystemkonformer Schülerinnen und Schüler. Ob das aber in Schweden besser ist, kann ich nun wirklich nicht beurteilen.

Und noch ein kleiner Privatkommentar: Ich habe es schon einmal irgendwo gesagt: Ich bin in Deutschland in BW und SH zur Schule gegangen und habe immer ganz normale öffentliche Schulen besucht. Und habe dort, im Gegensatz zu meinem Bruder, der nach seiner Schulodyssee das gleiche Privatgymnasium wie Älves Kinder besuchte, sicherlich eine größere Vielfalt an Inhalten und auch Lernmethoden gelernt.
Nicht nur deswegen bin ich prinzipiell nicht für den Ausbau des Privatschulsystems, sondern auch, weil sich der Ausgleich ungleicher Bildungschancen, den ich von der Schule doch erwarte (s. o.), dadurch sicherlich nicht verbessert - für meine Heimatstadt heißt das: Die "Reichen" und "Bildungsinteressierten" geben ihre Kinder nach Schwartau, die Elitären bleiben unter sich in den Innenstadtgymnasien/-gesamtschulen und der Rest kann die Schulzentren in Kücknitz, Moisling oder Buntekuh besuchen ...


Nun denn,
über schwedische Schulen kann ich nichts sagen - deswegen mein Statement über deutsche Schulen :wink: .

Gruß,
Bera.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 14. Januar 2010 20:38 
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Zitat:
zumindest habe ich, auch als Mod., soviel Mumm in den Knochen, dass angemeldet schreibe und mit meinem Namen unterschreibe, was man von einigen Gästen nicht behaupten kann. Anonym mosern kann jeder, mit seinem Guten Namen dafür gerade stehen, fällt manchen Leuten scheinbar schwerer.


Liebe Jana! Vorweg: Bitte lass dich nicht aufhetzen, an den Pranger stellen oder werweisswas! Du hast genug am Hut und willst eigentlich nebenbei immer nur das Beste fuers Forum und seine Mitglieder erreichen, tun und sagen... Hut ab!
Deshalb relativ intern gesehen und gesagt:
DEIN obriger Satz sollte unseren Dietmar mal aufruetteln! Ich denke, es ist allerhöchste Zeit den "anonymen" Schreibern Einhalt zu gebieten!

Aber zur Sache:
Heute wurde die Unicef-Kinderstudie veröffentlicht. In dieser wird sehr gut auf Leistungsdruck und -erwartung -Erwartungshaltung Jugendlicher- in unterschiedlichen Ländern eingegangen. Hervorgehoben wurde in D der Erwartungsdruck der von Elternseite ausgeuebt wuerde (wahrscheinlich oft unbewusst) und welcher gerade den Jugendlichen im kommenden Berufsalter grosse Probleme bereitet durch Projezierung. Obwohl sie im sozialen Netz keine Ängste haben muessten... http://www.spiegel.de/panorama/gesellsc ... 90,00.html

Schweden auf Platz 2 - also das zweitkinderfreundlichste Land laut Skala. (Wo ist Norge abgeblieben?)
Diese Skala ist uebrigens seeehr interessant und ich lege sie jedem ans Herz. Studiert diese und andere Bereiche doch einmal gruendlich. Vielleicht kommt man dann darauf wie gut es einem selbst und insbesondere seinen Kindern doch geht. Nicht alles ist materiell bedingt ...
http://www.unicef.de/4263.html

Ist Bildung in allen Bereichen wirklich DAS wichtigste fuer unsere Kinder?
Sollte man nicht mehr die Kinder fragen?
Sind Kinder dazu ueberhaupt in der Lage das zu beantworten?
Was wuerden sie sagen? Wie Eltern darauf reagieren?
Warum projezieren sich Eltern in ihre Kinder?

Ich hoffe auf eine ausgeglichene und nicht ueberproportional
ichbezogene Diskussion!

Heike

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Joseph Joubert


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 14. Januar 2010 21:10 
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Heute fand sogar ich die schwedische Schule supertoll:

es war ein beeindruckender Anblick, als die 150 SchülerInnen geschlossen etwa 2 Kilometer zum Wintersporttag gingen. Ein langer Zug, alle mit Schlitten und Rucksack, viele mit Skiern.
Und unsere Tochter platzt nun vor Stolz, da sie im Schul-Vasa-Lauf (Skilanglauf) auf einem der vordersten Plätze landete. (Nach noch nicht mal einer Woche auf eigenen Skiern: wieder ein Rückschluß auf das Niveau? :) )

Vorher tat es mir zwar leid um den einfach ausgefallenen Unterricht, aber von deutschen Grundschulen habe ich solche Aktionen noch nie gehört.

LG
Tulipa

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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 14. Januar 2010 22:17 
Hej,

es ist ja klar, daß Eltern nur das Beste für ihre Kinder wollen und sich bemühen, das zu erreichen. Als Deutscher ist man halt mit der deutschen Schule vertraut und mit ihren Leistungsanforderungen und Bewertungs-Parametern. Wenn man dann ins "gelobte" Land Schweden umzieht, muß man sich sehr umstellen, denn Leistung und Bewertung zählen hier in Schweden in der Schule nicht viel, sondern primär das Wohlfühlen, Gern-HIngehen und Selbst-bestimmen ob und wann man was für die Schule tut (oder überhaupt hingeht). Ich persönlich denke, daß Kinder in der Schule in Deutschland oft ziemlich - und vor allem zu früh- überfordert werden, aber in Schweden werden sie - an diesem Maßstab gemessen - ganz gewiß unterfordert. Frage ist, wofür die Schule da ist und worauf sie einen vorbereiten soll. Hier in Schweden ist ja auch das Arbeitsleben ziemlich kuschelig, da kommt man dann schon mit seiner schwedischen Schulbildung klar, denn diese Härte und der Leistungsstreß, wie man ihn aus Deutschland im Arbeitsleben kennt, das gibt es ja hier in Schweden nicht. Wenn man aber mal im Ausland studieren/arbeiten möchte, sieht es schon anders aus. Da werden andere, meist (viel) höhere/härtere Anforderungen gestellt - und auf diese ist man mit seiner ziemlich lässigen schwedischen Schulausbildung nicht wirklich vorbereitet. Ich war übrigens auch eine von denen, die seinerzeit dachten, hier in Schweden sei die Schule besser usw. Heute weiß ich, daß ich meinen Kindern damit wirklich keinen Gefallen getan habe. Sie wollen auch weg aus Schweden, sobald wie möglich, haben aber gleichzeitig große Sorge, daß sie mit ihrer bummeligen Schwedenausbildung nirgendwo etwas anfangen können. Mich als Mutter plagen Schuldgefühle. Das einzig gute ist, daß man im Ausland nicht weiß, daß es in Schweden nicht wirklich ein Abitur gibt (seit Jahrzehnten abgeschafft) und daß im Zeugnis stehen wird, daß sie in Schweden das Gymnasium bis zum Abschluß besucht haben (von dem man in Deutschland glaubt, es sei wirklich ein Gymnasium inkl. Abitur, dabei ist es nur eine Art 3-jährige Berufsschule), also haben sie mit ihrem schwedischen Gymnasialabschluß auch in der restlichen EU eine Studienberechtigung. Aber mit der schwedischen Schulbildung wird ein Studium im Ausland sehr schwer werden. Das kann einem schon Kummer machen...


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 15. Januar 2010 02:06 
Hej Schultüte,
weißt du eigentlich was es bedeudet wenn ein Kind ADHS hat?
Sonderschule hat geschrieben:
der eine beschwert sich über die böse deutsche Schule, die seine super-intelligenten Kinder diskriminiert, ---- die nur den klitzekleinen, völlig vernachlässigbaren Fehler haben, dass sie nicht still sein können.

Warum soll ein Kind auf die Sonderschule, nur weil ihm ab und zu etwas runterfällt oder er
nicht immer still sitzen kann? Kinder sollten vielmehr voneinander lernen. Das brauchen
Kinder für ihre soziale Entwicklung. Kein Kind sollte mit sieben oder acht Jahren schon solch
einem Leistungsdruck ausgesetzt sein. Kinder sollen an ihren Aufgaben wachsen, das können
sie aber nicht, wenn sie in ein Schema gepresst werden. Das gilt für die lauten und die leisen, die wilden und die schüchternen Kinder.
Ich stelle mir als Mutter nur die Frage in welchem Schulsystem mein Kind glücklicher wäre.

Krümel


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 15. Januar 2010 03:01 
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Hallo liebe Jana, hallo Ihr anderen Lieben,

danke Dir, dass Du es wieder klargerückt hast, wie Deine postings verstanden werden sollten. Es ist in einem Forum bekannterweise nicht leicht, seine postings so zu verfassen, dass der andere Teilnehmer es richtig einordnen kann.
Deshalb bin ich froh, dass Du ähnliche Anforderung an Bildung stellst, wie auch ich. Ich denke, dass wir insgesamt auf der gleichen Linie liegen.

Und es stimmt, lasse Dich nicht von anonymen Schreibern provozieren, denn wenn man nichts zu verbergen hat, dann kann man wie wir anderen Diskussionsteilnehmer auch mit seinem Namen seine Ansicht kundtun, so aber sieht es eher nach Stänkerei und Polemik aus.

Man erkennt auch an der Aussage von Sonderschule, wie dieser anonyme Gast gestrickt ist. Ein Kind, was nicht so funktioniert wie von Lehrerseiten erwartet, darf also sein Leben auf der Sonderschule fristen, hat keinen Anspruch auf begabungsgerechte Bildung. Warum haben denn Einstein und andere später sehr berühmt gewordene Leute Probleme in der Schulzeit gehabt? Weil deren Lehrkräfte die hohe Begabung dieser Personen NICHT erkannt haben, später aber hat sich doch diese, z.B. bei Einstein hohe Begabung für Mathematik durchgesetzt. Wenn man jedes Kind, welches nicht genau in das Schema einer Lehrkraft paßt in die Sonderschule schickt, welcher Lebensweg ist dann diesem Kind - ungerechterweise - zugedacht?

Ich stehe dafür ein, dass man Schüler motiviert, dass man Lernfreude fördert, dass man zwar für intelligentere Kinder hohe Anforderungen stellt dabei aber den Schülern, die in einem Bereich nicht ganz so gut sind, in dem Bereich mehr Förderung zukommen läßt. Es ist so, wie Jana schreibt, oft hat ein Schüler Bereiche, die ihm nicht so liegen, die für ihn schwer verständlich sind, dafür hat der Schüler aber Bereiche, in denen er glänzen kann und die er hervorragend beherrscht. Auch später im Beruf ist es erforderlich, dass man seinen Part gut beherrscht, wenn jemand Schriftsteller ist muß er nicht zwangsläufig Opern gut singen können. Niemand muß auf die Sonderschule gehen, weil er sportlich nicht so behende ist wie die anderen Kinder, trotzdem kann er in Mathe ein Ass sein. Nun jemanden von guter Bildung auszuschließen, nur weil nicht alle Begabungen gleichzeitig vorhanden sind, wäre fatal und würden dazu führen, dass viele Schüler nicht nach ihrer sonstigen guten Begabung beschult werden sondern einzig und alleine nach der einen Sache, die das Kind nicht so gut kann. Und wie Berta richtig schreibt, es führt in Deutschland dazu, dass zuviele Kinder schon rechtzeitig aussortiert werden, die nicht in der elitären Klasse hineingeboren wurden.
Ich kann nicht nachvollziehen, warum Kinder aus Akademikerfamilien oder reichen Familien das Recht haben sollen, eine viel bessere Bildung zu erhalten als Kinder, die dieses Privileg nicht besitzen.
Aus dem Grund ist für mich eine Schule, die alle Kinder fördern will, einfach die bessere Alternative zu dem Aussortiersystem in Deutschland.
Dass nun aus dem Gedanken heraus, allen Kindern eine gute Bildung zukommen zu lassen, in der Praxis dazu führt, dass nur die schwächeren Schüler zu ihrem Recht kommen, das kann ich ebenfalls wie Ihr auch schreibt, nicht gutheißen.
Da liege ich mit Euch konform, da stehe ich voll dazu, dass die Anforderungen innerhalb der Klasse variieren müssen.
Es müßte doch möglich sein, Kinder die schnell lernen und nie eine Wiederholung des Unterrichtsstoffes benötigen, dann mit Aufgaben zu versorgen, die dem Kind Freude machen und Ansporn für Leistungssteigerung sind.
Wir haben, wie einige von Euch aus meinen Berichten wissen, die Privatschule in Bad Schwartau nicht ausgesucht, weil wir priviligiert sein wollten, sondern weil unser Sohn ebenfalls eine Schulodysee durchmachen mußte, die der Situation von Bertas Bruder entspricht.
In Deutschland ist schon länger im Gespräch, dass man Eltern die Möglichkeit einräumen sollte, die Schule des Kindes aussuchen zu dürfen, dass sich die Schulen präsentieren sollen und wie Konkurrenzbetriebe ihre Leistungen darstellen sollen, damit Eltern entscheiden können, welche Schule die Anforderung abdeckt, die sich Eltern für ihre Kinder wünschen.
Eltern sollen sozusagen das Schulgeld, was für jeden Schüler zur Verfügung steht, selber verwalten können und dann das Kind in die Schule geben, die am ehesten auf die Bedürfnisse des Kindes eingeht. Ob das der richtige Weg ist, mag ich nicht sagen, aber zumindest würden sich Schulleiter und Lehrkräfte daran messen lassen müssen, ob sie ein gutes Lehrangebot bieten, weil sie bei Nichterfüllung dann keine Eltern oder Schüler für sich begeistern könnten.
Ich kann eben nur von der Privatschule in Bad Schwartau berichten, dass dort die Lehrkräfte mehr Initiative zeigen mußten, weil sie gezwungen waren, privatwirtschaftlich zu denken. Man erfuhr dort mehr Hilfe in Form von Zusammenarbeit und von Eltern-Lehrerzusammenhalt. Meine Meinung ist, dass Eltern und Lehrer zusammenhalten müssen, damit die Kinder wissen, dass alle an einem Strang ziehen und dass sie sich eben nicht nur im Unterricht mit Sachen beschäftigen, die mit Lernen nichts zu tun haben. Es ist normal, dass Schüler jede Möglichkeit nutzen, sich mit Dingen zu beschäftigen, die gerade interessanter sind. Da müssen Lehrkräfte die Energie und das Durchsetzungsvermögen haben, die Schüler für die schulischen Themen zu begeistern. Es mag heute schwieriger sein als früher, als es weder Fernsehen noch Computer gab, aber wenn man die modernen Lernmöglichkeiten mit einbindet, dann sollte das doch letztendlich möglich sein. Zumindest habe ich den Anspruch, dass es bei Wohlwollen und vollem Einsatz möglich sein muss, jedem Kind das Zeug mit auf den Weg zu geben, um als Erwachsener den im Berufsleben geforderten Anforderungen gerecht zu werden.

Grüße Aelve

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Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.
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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 15. Januar 2010 07:06 
Hej,

was will die Frau Pastor eigentlich sagen?


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 15. Januar 2010 07:34 
Tommy3 hat geschrieben:
Hej,

was will die Frau Pastor eigentlich sagen?


sorry, aber das ist niveaulos, man könnte es auch so nennen, wie meinen benutzernamen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 15. Januar 2010 07:47 
Alter Schwede
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Guten Morgen,
na hat sich ja alles wieder ein wenig beruhigt..lol...
ich finde die neuen Postings sehr interessant und vielschichtig, denn sie zeigen die unterschiedlichen Meinungen zum Schulsystem der beiden Länder auf, gut so!

@Berta: Sicherlich wäre es, mit Abstand gesehen, wunderbar wenn die Schule solche Elternhäuser auffangen könnte, den Schülern mehr Selbstwertgefühl und Lernspass vermitteln könnten, ABEr brauchen die Schüler nicht eben auch das Feedback der Eltern? Meine Geschwister und ich sind in einem Elternhaus gross geworden, in welchem Bildung zwar grossgeschrieben wurde, aber keinerlei Interesse und Feedback von Seiten der Eltern kam. Und wenn, dann nur in negativer Form, weil schlechte Noten geschrieben wurden oder eine Ehrenrunde gedreht werden musste, weil einfach alles zu spät war. Wenn ich meinen Erziehungsstil mit dem meiner Eltern vergleiche, sehe ich im Rückblick, dass meine Eltern weder Interesse an der Bildung ihrer Kinder noch an ihren Kindern schlechthin hatten. Da war es wichtiger den Schein nach Aussen zu wahren...Aussen Hui und innen Pfui...traurig aber wahr.
Vielleicht zeige ich daher soviel Interesse an der Bildung meiner Kinder, wobei ich eben zweigleisig fahren muss, bei meinem Sohn zählt einfach der "Kuschelfaktor", er wird niemals lesen, schreiben oder rechnen lernen. Er muss und soll sich in seiner Schule wohlfühlen, die Fortschritte in seinem Rahmen machen und vielleicht eines Tages laufen lernen. Das sind unsere Prioritäten was unseren Sohn betrifft.
Bei unserer Tochter steht die Bildung in allen Bereichen an oberster Stelle, sie muss lernen und fit sein für den Alltag. Denn auch wenn der Arbeitsmarkt in Schweden, wie "Schultüte" schrieb, kuschelig ist, WIE LANGE denn noch? Wie lange kann sich ein solcher Arbeitsmarkt im internationalen Vergleich und Ranking wirklich behaupten, wie will sich Schweden und sein Arbeitsmarkt vor dem reelen Arbeitsmarkt der EU und der ganzen Welt abschirmen, ohne irgendwann in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden?
Schweden ist ein grosses Land mit wenigen Einwohnern, umso wichtiger ist doch, dass es einen Arbeitsmarkt hat, der mit China, Indien und anderen aufstrebenden Industrieländern konkurrieren kann. DIes ist aber nur möglich, wenn die Schüler auf einen solchen Arbeitsmarkt vorbereitet sind und auf ihm auch bestehen können.Zumal man heute in aller Welt arbeiten kann, auch dafür muss man doch fit sein, oder???

@Heike: danke für die lieben Worte, und vielleicht hast du recht, vielleicht wird sich ja doch etwas ändern bzgl.unfreundlicher Gastschreiber.
Nun zu deinen Fragen:
Ich denke schon, dass eine hervorragende Schulbildung sehr wichtig ist für unsere Kinder, auf das Kind und seine Begabungen zugeschnitten. Lernbegierige und lernbegeisterte Kinder sollten nicht gestoppt werden, sondern gefordert und gefördert werden, denn sie wollen es und sollen diese Bildung bekommen.
Schwächere Schüler sollten in ihren Schwächen aufgefangen werden, die gefördert werden und ihnen sollten Wege aufgezeigt werden, wie das Lernen Spass machen kann, ihnen sollte gezeigt werden, was sie erreichen können, wenn sie in ihrem Rahmen lernen. Es sollte ein gesundes Mass an Bildung, Spass und Spiel geben. Ich habe nichts dagegen, wenn es bis zur 3. oder auch 4. Klasse spielerisch zugeht, wenn man die Kinder da auffängt in ihrem Lernwillen, wo sie gerade stehen, aber spätestens in der 5. Klasse sollte allen Beteiligten klar sein, dass ab diesen Moment die spielerische Seite der Schule vorbei ist, dass es ab diesem Moment um mehr geht, als nur wer die schönsten Schneefiguren im Winter baut.
Und ab diesem Zeitpunkt, manchmal auch bereits früher, sind Kinder durchaus in der Lage solche Fragen selbst zu beantworten, zu diesem Zeitpunkt haben sich bei den meisten Kindern die Stärken und Schwächen gezeigt. Es gibt natürlich auch Spätzünder, die erst später wirklich zeigen, was in ihnen steckt, aber da gibt es ja auch weitere Möglichkeiten einen besseren und höheren Schulabschluss zu erreichen.
Eltern sollten grundsätzlich mit ihren Kindern sprechen, sollten sich für die Schule interessieren, und zwar zeitnah und nicht erst dann, wenn die Kinder eine Klasse wiederholen müssen und/oder nur noch schlechte Noten heimbringen. Denn manchmal steckt wirklich eine Hochbegabung dahinter, macnchmal eben auch eine Lernschwäche in bestimmten Bereichen. Grundsätzlich sollte es einen vernünftigen Dialog zwischen Elternhaus und Schule geben, damit alle Beteiligten auf dem aktuellsten Stand der Dinge sind und bei Problemen reagieren können.
Warum sich Eltern auf ihre Kinder projezieren? Ist dies nicht normal? Wollen nicht alle Eltern, denen etwas an ihren Kindern und deren Bildung liegt, nur das beste für ihre Kinder? Und ist nicht eine hervorragende Schulbildung mit das wichtigste im leben? Eltern können ihren Kindern vieles mitgeben, postitiv wie negativ,aber eines sollte wirklich mit ganzen oben auf der Liste stehen, nach Liebe und Geborgenheit, eine sehr gute Schulbildung und somit die Möglichkeit sich ihre Träume zu erfüllen.

DIes ist meine Meinung dazu....

LG JANA

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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 15. Januar 2010 11:53 
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Liebe Jana,

ja: Natürlich hast du hiermit recht:
Jana hat geschrieben:
Eltern sollten grundsätzlich mit ihren Kindern sprechen, sollten sich für die Schule interessieren, und zwar zeitnah [...]. Grundsätzlich sollte es einen vernünftigen Dialog zwischen Elternhaus und Schule geben, damit alle Beteiligten auf dem aktuellsten Stand der Dinge sind und bei Problemen reagieren können.
Ich glaube, bei der Beschreibung der optimalen Schule sind wir uns alle (halbwegs) einig - Eltern und Schule arbeiten zusammen (und möglichst über den Elternabend hinaus), auf jede/n Schüler/in wird individuell eingegangen, d. h. jede/r verfolgt die Lernziele, die gerade genau passend sind, die Schüler/innen haben Spaß und sind/werden motiviert, können aber gleichzeitig auch ihre intellektuellen und sozialen Grenzen kennenlernen und so zu ihren eigenen Höchstleistungen kommen, werden gefordert und gefördert, ...

Die Frage ist immer nur: Wie kommen wir zu einer solchen Schule? Und das ist vermutlich mehr eine Frage der Werte als eine Frage, die wir mit wissenschaftlichen Methoden eindeutig beantworten können. Leider lassen sich eben weder aus einer PISA- oder IGLU-Studie (bei der man feststellen kann, dass die deutschen 10jährigen im internationalen Vergleich ziemlich gut dastehen - traurig, dass dieser Vorteil in den nächsten vier Klassen irgendwie verloren geht) noch aus tiefergehenden Analysen einzelner (Reform-)Schulen eindeutige Ergebnisse ableiten, die die Frage "Wie soll Schule funktionieren?" beantworten können.

So weit,
einen Gruß von Berta (die sich jetzt mal endlich wieder dem harten Leistungsdruck ergeben sollte!).


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 15. Januar 2010 12:51 
Leider gibt es viel zu viele Probleme an den dt. oder vielleicht auch schwedischen Schulen. Da gibt es Kinder, die sich von der Perspektivlosigkeit ihrer Eltern anstecken lassen..."wozu einen guten Schulabschluss, ich bekomme doch sowieso keinen Job".

Dann kommen die Migrantenkinder hinzu, die teilweise noch nicht mal richtig die "Landessprache" können, weil zu Hause eben nur türkisch oder arabisch ;-) gesprochen wird.

Viele Eltern haben in unserer leistungsorientieren Gesellschaft kaum noch richtig Zeit für die Kinder, weil sie selbst ackern müssen, bis zum umfallen.

Wo kann man also mit einer Lösung überhaupt beginnen? Es gibt einfach zu viele Baustellen im Schulsystem.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 15. Januar 2010 13:17 
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Tja, zu dem Thema habe ich eigentlich schon die Tastatur plattgeschrieben, aber trotzdem. In der ganzen Liste der Forderungen an die optimale Schule fehlt mir immer irgendwie ein Punkt, den ich aber für ganz furchtbar zentral halte:
Dass die lieben Kinder nämlich etwas lernen.
Und zwar ziemlich viel.
Das geht nämlich nicht anders, wenn man andere Berufsträume hat als Raumpfleger.
Wenn in der vierten Klasse das kleine Einmaleins noch zu den ganz grossen Themen gehört, wenn die Division gerade erst eingeführt wurde, wenn im dritten Jahr des Englischunterrichts gerade mal die Wörter "he" und "she" und die Zahlen bis 20 besprochen werden, dann hat für mich die Schule in ihrem Kernauftrag schlicht versagt, und dann ist auch alle Individualität und soziale Kompetenz vergebens.

Das ist auch nicht nur ein reines Schulproblem, sondern ein gesamtgesellschaftliches, wenn die lieben Eltern der lieben Kinder nämlich der Meinung sind, dass die letzteren immer noch überfordert werden, und zwar von jeder Art Forderung überhaupt. Solange Bildung bestenfalls als unnötig, schlimmstenfalls als dekadent (Jantelagen!) angesehen wird, wird es sehr, sehr schwer werden, das Schulsystem zu verbessern.

Skogstroll


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 15. Januar 2010 14:00 
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Hej Skogstroll,

Skogstroll hat geschrieben:
In der ganzen Liste der Forderungen an die optimale Schule fehlt mir immer irgendwie ein Punkt, den ich aber für ganz furchtbar zentral halte: Dass die lieben Kinder nämlich etwas lernen.
Ja, das sollen sie. Ich dachte, dass ich das mit dem "Höchstleistungen erbringen" schon eingeschlossen hatte, wobei es natürlich nicht nur darum gehen kann, denken (logische Schlüsse ziehen, werten, argumentieren, diskutieren, analysieren, überzeugen, vergleichen, wasweißich) zu lernen, sondern manchmal, wie du sehr schön illustrierst, auch darum, bestimmte Inhalte sicher parat zu haben ...

Berta.


Zuletzt geändert von Berta am 15. Januar 2010 14:10, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 15. Januar 2010 14:06 
Hej Aelve,

nein, ich bin nicht gestrickt sondern gezeugt und geboren, wie Du vermutlich auch.
Oder sind solche beleidigenden Kommentare das Vorrecht der Angemeldeten?
Aelve hat geschrieben:
dass man zwar für intelligentere Kinder hohe Anforderungen stellt dabei aber den Schülern, die in einem Bereich nicht ganz so gut sind, in dem Bereich mehr Förderung zukommen läßt.
Schau, schau - das läuft aber auf Trennung hinaus. Denn man kann nicht mit einer einzigen Lehrkraft in einem einzigen Raum gleichzeitig höhere Anforderungen stellen und die Schwachen besonders fördern.

Aber wenn von Trennung und "begabungsgerechtem" Unterricht die Rede ist, dann schreist Du.
Warum? Weil das Wort "Sonderschule" oder "Förderschule" bei Eltern besonders beliebt ist.
"Mein Kind braucht keine Förderung. Es ist nämlich schlecht in Sport, also automatisch in Mathe ein Genie."

Manche Eltern sollten sich vielleicht von der Vorstellung lösen, einen kleinen Einstein in die Welt gesetzt zu haben, bloss weil er oft sein Lineal auf die Erde wirft (das heißt dann "lebendig") oder weil er so still ist (das heißt dann "aufmerksam").
Den Kindern täte es wahrscheinlich gut...


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 15. Januar 2010 14:24 
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Hallo Sonderschule,

normalerweise müßte ich bei postings anonymer Schreiber einfach drüber hinweglesen, denn Deine Einstellung ist mir zu abstrus und egoistisch. Ich weiß nicht welchen Beruf Du ausübst, aber so wie Du Dich ins Zeug legst, sieht es mir danach aus, als ob ein Oberlehrer hier das Wort erhebt bzw. die Tastatur bemüht.
Man kann in einer Klasse die Anforderungen unterschiedlich stellen, aber es mag Personen geben, die nicht mehr als eine Sache auf einmal können, denen fällt das natürlich schwer. Multitask ist das Schlagwort, was ich mal benutzen möchte.
In jedem Beruf muss man zig Dinge auf einmal erledigen können, das kann ich, das können hunderttausende andere Angestellte auch. Selbst wenn man einen Schüler für einen Teil, den er nicht so gut kann, in einen Förderunterricht steckt, dann ist das trotzdem keine Trennung in Sonder-, Haupt- Realschule oder Gymnasium, sondern die Kinder die gleich weit sind, kommen in einem Fach in einer Klasse zusammen, die etwas nachhinken kommen in eine andere Klasse, wo dass etwas mehr gebüffelt wird und mehr erklärt wird. So ist es auch auf den Gesamtschulen in Deutschland angedacht, nur ob das dort klappt, kann ich nicht sagen. Aber zumindestens wäre das möglich, dass man einem Kind, welches auch evtl. aufgrund krankheitsbedingter Abwesenheit, mehr Unterricht zukommen läßt als den Kindern, die mit dem Stoff schon weiter sind.
Auf dem Privatgymnasium unserer Kinder beispielsweise war es möglich, denn da unser Sohn sehr gut in Mathe war, bekam er Zusatzaufgaben, die schwerer waren als die Aufgaben der Klasse.
Mit etwas Phantasie und etwas Engagement sollte es doch möglich sein, Rückstände einiger Schüler wieder aufzuholen, ohne die schnellen Schüler zu langweilen oder zu benachteiligen. Natürlich bedürfen solche individuellen Dinge etwas Organisationstalent und Absprachen. Hier wurde von einigen Eltern schon öfter erwähnt, dass es in der Schule in Schweden, in der ihre Kinder gehen, diese Möglichkeiten gibt. Also machbar ist es, ohne dass ein Kind wegen einer Schwäche, einem Rückstand aufgrund Krankheit oder weil eben einmal Lücken zu schließen sind gleich eine minderbemittelte Beschulung erhalten muss.
Ich bin nämlich genau wie alle anderen Mütter, die in diesem Threat schreiben dafür, dass Kinder viel lernen sollen und müssen, aber auf humane Art und Weise ohne Benachteiligung irgendwelcher Gruppen.

Grüße Aelve

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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 15. Januar 2010 14:30 
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Hallo "Sonderschule",

das hier:
Sonderschule hat geschrieben:
Schau, schau - das läuft aber auf Trennung hinaus. Denn man kann nicht mit einer einzigen Lehrkraft in einem einzigen Raum gleichzeitig höhere Anforderungen stellen und die Schwachen besonders fördern.
ist ein Trugschluss. Die deutschen Grundschulen sind im internationalen Vergleich verhältnismäßig erfolgreich und arbeiten zumindest teilintegrativ (dort lernen zukünftige Haupt- und Realschüler/innen, Gymnasiast/innen und zunehmend auch Förderschüler/innen zusammen). In allen Sonderschulen ist dieser Anspruch übrigens ganz normal: In einer Klasse mit 8 geistigbehinderten Schüler/innen können vielleicht vier lesen, schreiben und rechnen lernen, wenn sie dafür viel Zeit bekommen; zwei können zum Beispiel lernen, ihren Namen zu schreiben, einer lernt, sich mit Symbolen auszudrücken und das letzte Kind lernt meinetwegen das Schlucken in der Schule. Und diese verschiedenen Bedürfnisse zu berücksichtigen und trotzdem guten Unterricht zu machen, schaffen die Lehrer/innen (meistens).

Und: Warum soll man nicht zwei Lehrkräfte in einer Lerngruppe haben? Halbwegs gute Sonderschulsysteme (wie das - zumindest im Ansatz entsprechend aufgebaute System in SH!) setzen auf "Förderschulen ohne Schüler". Von diesen aus werden dann Schülerinnen und Schüler in anderen Schulen durch Sonderpädagogen erfolgreich begleitet und haben trotzdem die Möglichkeit, bei Bedarf zeitweilig oder komplett in eigenen Lerngruppen zu lernen. Und das gilt auch für die Hochleister in einer Klasse - die können genauso in einzelnen Fächern im selben Raum mal eine Extra-Aufgabe bekommen und extra gefördert werden.

Das geht. Und es geht (oft) gut.

Die häufigste deutsche Sonderschulform, nämlich die, die Schülerinnen und Schüler mit dem Förderbedarf Lernen besuchen, gibt es in den meisten anderen europäischen Ländern überhaupt nicht. Das heißt: Wir haben in unserem Sonderschulsystem eine eigene Gruppe erfunden, die wir sowohl von den Geistigbehinderten als auch von den Normalbegabten abgrenzen: die Lernbehinderten. Diese Gruppe geht in fast allen anderen Ländern in ganz normale Schulen und bekommt dort zusätzliche Förderung - mit guten/akzeptablen Ergebnissen.

Berta.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 15. Januar 2010 15:06 
Hej,

ich versteh immer noch nicht, warum nichtangemeldete User hier dauernd so runtergemacht werden, ist unsere Meinung vielleicht weniger wert als die der Platzhirsche?
Das nur mal am Rande.
Dasgleichzeitige Fördern von schnellen und langsamen Schülern ist in S nur sehr begrenzt möglich. Aus familieneigener Erfahrung kann ich sagen, dass etwa 5% der Schüler in einer Klasse mehr als dreiviertel der Aufmerksamkeit und Zeit der Lehrer beanspruchen. Diese Schüler sind meist in irgendeiner Form auffällig (in S sagt man "Buchstabenkinder"). Manche sind nach allen Masstäben unbeschulbar, und man freut sich, wenn sie nicht ausrasten. An Vermitteln von Lernerfolgen ist da nicht zu denken. Das ginge möglicherweise mit Spezialpädagogen für gerade diese Diagnos, aber auch der gut ausgebildete schwedische Lehrer ist kein Spezialpädagoge.
Die Folge dieses krassen Missverhältnisses ist, dass die anderen Kinder so gut wie garnicht individuell gefördert werden können. Ein Fachlehrer hat vielleicht 150 verschiedene Kinder zu betreuen (in verschieden Klassen), da ist jede individuelle Förderung blanke Utopie. Über das deutscche Schulsystem kann ich nicht viel sage, ich vermute, das ist da so ähnlich.
Wer also hier immernoch meint, in der S Schule würden alle individuell nach seinen Voraussetzungen gefördert und weitergebracht, sollte sich mal in der Wirklichkeit umsehen


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 15. Januar 2010 15:13 
Mich stört an dieser ganzen Schul-Diskussion (nicht nur hier im Forum), dass es heute fuer jede kleine menschliche Schwäche eine Diagnose gibt. :shock:


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 15. Januar 2010 15:16 
Hej Aelve,
Aelve hat geschrieben:
Deine Einstellung ist mir zu abstrus und egoistisch.
Dann ignorier sie doch einfach.
Oder unternimm wenigstens den Versuch Dich zu benehmen.
Dann kommen nämlich solche Dinge nicht vor:
Aelve hat geschrieben:
Oberlehrer
Und schon wird verhindert, dass aus diesem Thread ein
Aelve hat geschrieben:
Threat
wird.

Ende und tschüss.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 15. Januar 2010 15:24 
Schweden Guru
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Zitat:
ich versteh immer noch nicht, warum nichtangemeldete User hier dauernd so runtergemacht werden, ist unsere Meinung vielleicht weniger wert als die der Platzhirsche?


Warum hast du damit ein Problem dich anzumelden? Dich kennt doch eh schon jeder! Genau wegen solchen Äusserungen >Platzhirsche< plädiere ich dafuer! Und muss ich davon ausgehen, das du also oftmals beleidigende Beiträge von Gastschreibern oder Ausdruecke ähnlich wie den deinigen gutheisst?
Soetwas ist KEINE Meinungsäusserung sondern mit Absicht provozierend und gezielte Stimmungsmache! Ich verstehe nicht wie man so etwas tolerieren kann! Das dann noch Gastschreiber wie du dagegen sind, lässt bei mir gaaanz ueble Verdächtigungen aufkommen...
Das nur mal so am Rande!

Zitat:
Wer also hier immernoch meint, in der S Schule würden alle individuell nach seinen Voraussetzungen gefördert und weitergebracht, sollte sich mal in der Wirklichkeit umsehen


Dazu kann ich nur sagen:
Gut das die Wirklichkeit nicht subjektiv ist!


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 15. Januar 2010 16:33 
Alter Schwede
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Tommy3 hat geschrieben:
Manche sind nach allen Masstäben unbeschulbar, und man freut sich, wenn sie nicht ausrasten. An Vermitteln von Lernerfolgen ist da nicht zu denken. Das ginge möglicherweise mit Spezialpädagogen für gerade diese Diagnos, aber auch der gut ausgebildete schwedische Lehrer ist kein Spezialpädagoge.


Hej Tommy,
ich verstehe nicht ganz, obwohl selber Mutter eines unbeschulbaren Kindes, warum solche Kinder in einer "normalen" Klasse sitzen, da ich es unsere 1. schwedischen Schule so kenne, dass die Schüler zwar unter einander Kontakt hatten, vielleicht auch Theater oder Malen zusammen, aber die grundlegend wichtigen Fächer wurden niemals zusammen unterrichtet. Selbst in der Klasse meines Sohnes wurde nochmal eine solche Unterteilung vorgenommen, einfach um den Kinder, die auch nur die geringste Chance für Beschulung hatten, diese Möglichkeit zu geben. Auch wenn sie nur bis 10 zählen konnten oder ihren Namen schreiben konnten. (Wovon ich träumen würde, aber dies nur am Rande).
Ich finde die Särskolan extrem wichtig, für die Kinder die sie brauchen und für die Kinder, welche dorthin gehören, weil sie unter "normalen" Schülern untergehen würden und sie einfach ein komplett anderes Handling benötigen, was beim normalen Anziehen anfingt, beim Essen oder was auch immer. Ich würde meinen Sohn nie im Leben auf eine normale schwedische Grundschule schicken, er würde es nicht verkraften und für andere Schüler wäre es eine extreme Belastung.
Eine gemeinsame Schule ja, gemeinsame Klassen...niemals.

@Sonderschule: Natürlich sind Sonderschulen wichtig, sehr wichtig sogar, aber ein Kind welches,z.B. nur ADHS hat gehört nicht gleich in eine Sonderschule. Die Frage ist eher, warum sind die Pädagogen bis heute nicht auf solche Kinder geschult, ich verlange es ja nicht von der gesamten Lehrerschaft einer Schule, aber ein gewisser Teil sollte sich mit solchen Kindern auskennen. Oder gibt es solche speziellen Schulungen bereits? Ich weiss es nicht, daher meine Frage. Ich habe nur in einem schwedischen Kindergarten für meine Tochter erkannt, dass auch die dortigen Fröken mit einer nur angenommen Diagnose meiner Tochter hoffnungslos überfordert waren und sie gänzlich von den anderen Kindern getrennt hatten. Im neuen Kindergarten keine Spur von ADHS, sondern ein ausgeglichenes Kind welches Freunde hat und fleissig Schwedisch lernt.
Ich habe so ein wenig das Gefühl, dass ADHS ein Angstfaktor ist und die Menschen nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen/können
.
Tommy3 hat geschrieben:
Wer also hier immernoch meint, in der S Schule würden alle individuell nach seinen Voraussetzungen gefördert und weitergebracht, sollte sich mal in der Wirklichkeit umsehen


Diese Förderung gibt es durchaus, an der Schule meines Sohnes Alltag, aber es ist eine Privatschule und noch dazu eine Private Sonderschule. Liegt vielleicht da der Hund begraben? Können es sich wirklich, auch in Schweden, nur die Privatschulen leisten, so zu unterrichten oder ist auch diese Schule ein sehr gutes Beispiel für ein funktionierendes System?

Fragende Grüsse
JANA

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Man muss 1000 Dinge machen um zu beweisen wie toll man ist.. Aber nur einen Fehler begehen, um nichts mehr wert zu sein !


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 15. Januar 2010 21:20 
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Beiträge: 26
Hallo,

nach so viele Pro und Contra bin ich neugierig wie es Euren
Kindern so in der schwedischen Schule geht. Gehen die Kinder
gern in die Schule und haben sie schnell Freunde gefunden?
Vor allem wie kommen die Kinder mit der neuen Sprache zurecht?
Wie gut oder schlecht das jeweilige Schulsystem ist, wird ja sicher
von jedem eher subjektiv gesehen. Ist ja normal, jeder hat eben
seine ganz persönlichen Erfahrungen gemacht. Ich würd eben
nur mal wissen wollen wie das die Kinder gemeistert haben.

Krümel


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 15. Januar 2010 21:42 
Hej,.

ADHD ist ein bekannter Faktor an den meisten schwedischen Schulen, aber nicht alle Lehrer wissen damit umzugehen. Und längst nicth alle Schulen können adequaten Unterricht anbieten. Toll, wenn alle mit dabei sein dürfen, aber wenn keiner richtig betreut wird, ist es sinnlos.
An den normalen Schulen (und dazu rechne ich auch die Freischulen) werden die Buchstabenkinder mitgezogen, so gut es geht. Alle in eine Klasse, oder möglicherweise in separate Klassen. Das letztere ist in S nicht gesetzlich, sondern wird von den Pädagogen aus praktischen Erwägungen gemacht, und das ist auch gut so.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 16. Januar 2010 08:53 
Schwedenfreund
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Tommy3 hat geschrieben:
Hej,.

ADHD ist ein bekannter Faktor an den meisten schwedischen Schulen, aber nicht alle Lehrer wissen damit umzugehen. Und längst nicth alle Schulen können adequaten Unterricht anbieten. Toll, wenn alle mit dabei sein dürfen, aber wenn keiner richtig betreut wird, ist es sinnlos.
An den normalen Schulen (und dazu rechne ich auch die Freischulen) werden die Buchstabenkinder mitgezogen, so gut es geht. Alle in eine Klasse, oder möglicherweise in separate Klassen. Das letztere ist in S nicht gesetzlich, sondern wird von den Pädagogen aus praktischen Erwägungen gemacht, und das ist auch gut so.


Nur ein Frage:
Hast du ein Kind mit ADHD?


Gruß Haui

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BildMan muss nicht jeden Berg selber besteigen,
aber man muss Wissen wer einen die Aussicht beschreibt


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 16. Januar 2010 10:27 
Schweden Guru
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Wohnort: Ronneby
Wir haben ein Kind mit ADHD in der Klasse meines Juengsten!
Als das letztes Jahr fest stand (es waren viele Voruntersuchungen nötig osv) gab es einen Info-Elternabend in der Schule, es wurde mit Briefen darauf hingewiesen was Sache ist, und das so oder so damit umgegangen werden sollte. Der Junge bekommt in der Klasse "Extra-Unterricht" und Betreuung, es wird alles in allem sehr gut damit - und offen! - umgegangen und es hat sich auch schon vieles gebessert (er war vorher wirklich fuerchterlich auffällig!)
Ich KANN Tommy da ABSOLUT NICHT zustimmen! Es wird betreut!
Buchstabenkinder... tsss - mein Ältester hat Dyslexie, uebrigens in D nie festgestellt weil nur vertröstet worden - das gäbe sich schon (er schrieb in der vierten mit so vielen Fehlern wie ein Anfänger!) - seine Lehrerin war schlichtweg zu alt und bequem das händeln zu können! In Schweden wurde es akzeptiert, beachtet und darauf eingegangen! Zu unserem grossen Erstauenen hat er heute gross keine Schreibprobleme mehr, und ja, sagen wir er fuelt sich deswegen nicht mehr minderwertig!
Tommy, ich weiß wirklich nicht was das soll!
Hör bitte auf endlich alles zu verallgemeinern! Wahrscheinlich habt ihr eines Mist-Schule erwischt!? Projezier das nicht auf Gesamt-Schweden! Was Extra-Betreuung und Integration angeht kann sich Deutschland da eine ganz, ganz dicke Scheibe abschneiden! Auch wenn du nichts von Vergleichen hören willst! Vergleich mal! Vielleicht geht es einem ja viel zu gut!?

Heike

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"Wer seine Meinung nie zurückzieht, liebt sich selbst mehr als die Wahrheit."
Joseph Joubert


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 16. Januar 2010 16:14 
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Registriert: 15. Januar 2010 02:11
Beiträge: 26
Hallo,

Liebe Heike, Danke Danke Danke.
du kannst dir gar nicht vorstellen wie erfreut ich deinen letzten Beitrag
gelesen habe. ( über den Jungen mit ADHS)
Das läst mich Mut schöpfen das es für unsern Sohn doch
irgendwann besser wird. ( wenn wir in Schweden sind)
Wir haben gerade jetzt ganz viel Ärger in der Schule. Bin eigentlich Fix und Fertig
Ich weiß das gehört nicht so zum Thema aber ich habe mich grad so gefreut.

Krümel :danke:


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 17. Januar 2010 09:39 
God morgon,

hier aus gegebenem Anlaß die heutige (17.1.2010) söndags krönika aus Svenska Dagbladet, worin ganz gut zusammengefaßt ist, was im Laufe der Jahre aus der schwedischen Schule geworden ist - bzw. was vielleicht mal wieder aus ihr werden könnte:

http://www.svd.se/opinion/ledarsidan/ku ... 103321.svd


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 17. Januar 2010 10:33 
Der Artikel klingt sehr tendentiös.
(Oj, tendenziös meinte ich.)


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 18. Januar 2010 16:35 
Ja, o.g. Artikel in Svenska Dagbladet spricht sich ganz klar gegen die sozialistische, gleichmacherische schwedische Flum-Schule aus (wie auch übrigens der amtierende Schulminister Jan Björklund). Und ich. Kinder sind Individualisten und keine vorgestanzten Objekte sozialistischer Vereinheitlichungs-Begierde, wie sie es mindestens in den letzten 15 Jahren in Schweden zu sein hatten (alle sind gleich, alle kriegen die gleichen Noten, bloß keine Anforderungen und schon gar keine Struktur). Ich hab das hier mit mehreren Kindern durch, und zwar an verschiedenen schwedischen Schulen - nein danke! Im übrigen werden Kinder nicht nur gern gefördert, sondern auch gern gefordert, damit sie ihre Kräfte, Begabungen und erreichten Ziele auch empfinden und darauf stolz sein können. Daran wachsen sie und werden stark. Meine Kinder hingegen schämen sich für ihre schwedische "Schulbildung" und vermeiden das Thema nach Möglichkeit. Ganz sicher jedenfalls im Gespräch mit ihren deutschen Freunden, damit die nicht merken, wie wenig sie hier in Schweden gelernt haben.

Wo hätte es schon mal jemals eine Gesellschaft gegeben


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 18. Januar 2010 16:40 
Hej,

hatte zu schnell auf "enter" gedrückt.

Also noch mal:

Wo hätte es schon mal jemals eine Gesellschaft gegeben....

... wo an Kinder gar keine Anforderungen gestellt werden, so, als gehörten sie nicht dazu, als gäbe es keine Zukunft - bzw. als sei, was und ob sie was tun, für sie und die Gesellschaft nicht wichtig?


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 18. Januar 2010 17:28 
Hej
Schultüte,
die Meinung, die du hier vertritts, ist hier nicht so angesagt, schon garnicht, wenn du nicht angemeldet bist, was von einigen hier als feige Anonymität gewertet wird.
Ich kann mich deiner Meinung aber nur anschliessen (Ausnahmen gibt es immer).
Nun sind meine Kinder fast durch, d.h. mir kann es weiterhin ziemlich egal sein, was aus der Schule wird. Wir haben es zu spät gemerkt,und da war es eben zu spät, was zu ändern.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 18. Januar 2010 18:45 
Schweden Guru
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Wie arm wenn man denkt es ist zu spät etwas zu ändern.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 18. Januar 2010 18:51 
Hej!
Ich habe immer schon geschrieben, dass für mich der Inhalt der Beiträge wichtig ist und nicht die Person hinter den Beiträgen. Von mir aus muss sich niemand anmelden. Außerdem hatte ich auch schonmal geschrieben, dass meine Schulerfahrungen in Schweden sich auf komvux beschränken und ich hatte dort genügend Druck und Motivation. Ich will auch niemandem die negativen Erfahrungen mit der schwedischen Schule absprechen, sondern nur daraufhinweisen, dass der Artikel sehr einseitig ist. Ich frage mich zum Beispiel, warum das schwedische Schulsystem vor 1994 so gut war, obwohl wohl auch da eine sozialdemokratische Regierung an der Macht war. Aber ich habe keine Ahnung von der Geschichte des schwedischen Bildungssystems und halte mich hier lieber zurück. Im alltäglichen Umgang sind mir jedenfalls keine besonders großen Unterschiede zwischen den SchwedInnen und mir aufgefallen.
Tilmann


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 18. Januar 2010 18:51 
Hej
Was soll/will/kann man noch ändern, wenn man die Schulzeit hinter sich hat, nochmal ein schwedisches Gymnasium besuchen????Was ist daran arm? :roll:


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 18. Januar 2010 18:59 
Schwedenfreund
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Registriert: 19. November 2008 21:51
Beiträge: 665
Wohnort: Westküste
Hej,
habe gerade unten auf der Trollwiese einen Beitrag entdeckt, der vom Ausdruck natürlich ziemlich daneben ist, mir aber schon einen Denkanstoss gab.

Mit fiel spontan eine Freundin ein, die in einem (deutschen) Montessori-Kindergarten arbeitet. Dort haben sich in letzter Zeit vermehrt "Problemkinder" angemeldet. Einzelheiten weiss ich nicht, kann man vielleicht pauschal "verhaltensauffällig" nennen. Mit denen wurde wohl woanders niemand fertig, so dass die Eltern hofften, in dem alternativen Milieu würden sich die Kinder positiv entwickeln.
Bei den Kindern herrscht nun dort nur noch Unruhe, bei den Eltern Streit. Die ersten Eltern, die die gewohnte ruhige und friedliche Stimmung verloren sehen, meldeten bereits ihre Kinder ab.

Es hat eben immer alles zwei Seiten. Oder wäre eine solche Entwicklung in der gelassenen und toleranten schwedischen Gesellschaft zu unwahrscheinlich?

LG
Tulipa

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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 18. Januar 2010 19:02 
Schwedenfreund
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Registriert: 19. November 2008 21:51
Beiträge: 665
Wohnort: Westküste
und noch etwas:

bei den nicht angemeldeten Gästen scheint tatsächlich die Hemmschwelle zur Unhöflichkeit geringer zu sein. Dennoch empfinde ich sie als wertvolle Bereicherung dieses Forums. Inhaltlich treffen sie oft den Nagel auf den Kopf. Und insgesamt wirken sie auf mich meist erfrischend.

LG
Tulipa

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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 18. Januar 2010 21:32 
Hej,
Tulipa hat geschrieben:
bei den nicht angemeldeten Gästen scheint tatsächlich die Hemmschwelle zur Unhöflichkeit geringer zu sein.
Ja? ist das so?
Ich habe mir gerade den ganzen Thread noch einmal durchgelesen, und dabei fällt mir auf, dass er von einem nicht-angemeldeten Nutzer ins Leben gerufen wurde, der einen schwedischen Artikel eingebracht hat, in dem sich Schweden zum schwedischen Schulsystem äußern.
Sofort ab der ersten Seite prügeln angemeldete Nutzer aggressiv darauf ein, ohne etwas zur schwedischen Sache beizutragen. Einige haben offenbar weder eigene Erfahrung mit dem schwedischen Schulsystem noch eine pädagogische Ausbildung einzubringen und ersetzt dies durch polemische Aussagen zum deutschen Schulsystem, Beleidigungen (arm, Oberlehrer, wie Du tickst, dumme Sprüche klopfen usw.) und Angriffe auf die 'doofen Anonymen'.
Und dann kommen noch so Knaller wie: "Alle anderen Erfahrungen als meine sind Einzelfälle, nur meine Erfahrung ist der Regelfall."

Da melde ich mich doch lieber nicht an, wenn man sich dadurch am Ende so verändert....


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 18. Januar 2010 21:43 
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Registriert: 4. Januar 2008 20:20
Beiträge: 1106
Wohnort: Ronneby
Zitat:
Da melde ich mich doch lieber nicht an, wenn man sich dadurch am Ende so verändert....


Gute Idee!

Mir ist da aber auch so eine Idee gekommen...
Was wäre, wenn man auf solche Äusserungen nur noch mit:
"Neeeehh, watt schäbbig!" reagieren wuerde?
(... kommt halt mal mein alter Dialekt durch ;-) )

Froh, sich ständig verändern zu können
Heike

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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 18. Januar 2010 22:02 
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Beiträge: 665
Wohnort: Westküste
Tulipa hat geschrieben:
bei den nicht angemeldeten Gästen scheint tatsächlich die Hemmschwelle zur Unhöflichkeit geringer zu sein.


"niedrige Hemmschwelle" heisst selbstverständlich nicht, dass man etwas IMMER tut.

Ich habe den thread auch noch mal überflogen. Schultüte, Sonderschule, Ichweissnicht osv., ich habe in euren Beiträgen nichts in meinen Ohren auffallend unhöfliches gefunden, sondern vieles sehr informatives und konstruktives.

Vielleicht haben die angemeldeten Benutzer (die ja meist auch nicht die Personen sind, die man sich beim Lesen ihres Nicks vorstellt) ganz einfach Angst vor dem Anonymen, nicht Greifbaren, dass in der virtuellen Welt in jeder Ecke sitzen kann.

LG
Tulipa

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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 18. Januar 2010 22:10 
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Hallo Tommy 3

Hier nochmal meine Frage:

Hast du ein Kind mit ADHD?
Gruß Haui

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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 18. Januar 2010 22:31 
Hej,

haui, ich stelle mich hier nicht hin und erzähle der ganzen Welt, ob und welche Buchstaben meine Kinder oder ich selber habe. Wir habe auch eine persönliche Integrität.

Ich versteh auch nicht, was das mit dem Thema zu tun hat. Vielleicht willst du mir vorwerfen, dass ich nicht alles über ADHD-Kinder weiss. Das kann sein, zugegeben.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 18. Januar 2010 22:57 
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Beiträge: 1930
Wohnort: Koblenz am Rhein
Tulipa hat geschrieben:
Vielleicht haben die angemeldeten Benutzer (die ja meist auch nicht die Personen sind, die man sich beim Lesen ihres Nicks vorstellt) ganz einfach Angst vor dem Anonymen

Hallo Tulipa,
ich denke das genügt jetzt.
Der fragliche Beitrag ist zu Recht auf der Trollwiese gelandet, und es gibt keinen Grund ihn von dort wieder hervorzukramen.

Die von dir gelobten anonymen Beiträge sind zum Teil auch von Mitgliedern geschrieben worden (und ich weiß sogar von welchen...), die damit als zwei vorgeblich verschiedene Personen im Thread mitmischen :roll: . Solche Spiegelgefechte brauchen wir nicht wirklich, oder?

Die ganze Diskussion über "Anmeldung oder nicht" ist hier sowieso völlig offtopic. Bitte beim Thema bleiben!

Gruß,
Dietmar


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 18. Januar 2010 23:24 
Teilnehmer
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Registriert: 15. Januar 2010 02:11
Beiträge: 26
Hallo,

ja ich vermisse auch das eigentlich Thema. Eigentlich hatte ich mir hier
einige Infos über die Schule in Schweden erhofft. Damit meinte ich nicht
wie gut oder schlecht der Untericht ist und ob dies für die Kinder unter
ihrem Niveau ist. Auch die Frage nach dem sozialen Miteinander der Kinder
hätte mich interesiert. Aber das scheint ja schon bei manchen Erwachsenen nicht
so gut entwickelt zu sein. Als Mutter eines sog. " Problemkindes" haben mich
hier einige Beiträge echt getroffen. Sind denn eure Kinder unglücklich und leiden
am schwedischen Schulsystem?

Krümel


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 19. Januar 2010 05:51 
Schwedenfreund
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Registriert: 27. November 2006 19:51
Beiträge: 861
Wohnort: Snogeröd
Tommy3 hat geschrieben:
Hej,

haui, ich stelle mich hier nicht hin und erzähle der ganzen Welt, ob und welche Buchstaben meine Kinder oder ich selber habe. Wir habe auch eine persönliche Integrität.

Ich versteh auch nicht, was das mit dem Thema zu tun hat. Vielleicht willst du mir vorwerfen, dass ich nicht alles über ADHD-Kinder weiss. Das kann sein, zugegeben.


Danke,
Das reicht mir schon.
Gruß Haui

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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 19. Januar 2010 05:54 
Schwedenfreund
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Registriert: 27. November 2006 19:51
Beiträge: 861
Wohnort: Snogeröd
Herman Gmeiner (Gründer der SOS Kinderdörfer) sagte mal.

An dem Tag an dem alle Kinder dieser Erde unsere Kinder sind
wird Frieden sein auf Erden.

Er hat recht aber leider sind wir davon noch weit entfernt.

Gruß Haui

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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 19. Januar 2010 06:14 
Wie wäre es, wenn alle mal tief durchatmen und nicht mehr aufeinander einprügeln? In diesem Thread dreht man sich ohnehin im Kreis und schaukelt sich unnötig wieder hoch.

Es wird hier keine Einigung geben.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 19. Januar 2010 06:29 
Schwedenfreund
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wo zwei zusammen kommen, wird es nie eine einigung in allem geben... das einzige was passieren könnte, das schuldzuweisungen, bevormundungen und was weiß ich noch, einfach endlich nicht mehr den haupttenor des beitrages einnehmen.
in diesem sinne bsinnt euch auf das thema.. Schule in Schweden, ich habe extra nicht das wort supertolle genommen, weil es ein indikator zum negativen darstellt.

das ist wie bei arbeitszeugnissen... er war ein gerngesehener mitarbeiter, im klartext... der redet viel und vergißt dabei die arbeit.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 8. März 2010 20:07 
Die schwedische Schule ist ja oft und ausgiebig hier diskutiert worden - von der pro-Seite wird dann oft sog. Chancengleichheit der schwedischen Schule gelobt.

Wir haben gerade die Wahl des Gymnasiums hinter uns. Meine persönlichen Erfahrungen damit waren die, dass die guten Gymnasien in Göteborg eine ziemlich harte Auswahl treffen - nur die besten Schüler mit den höchsten Punkten können sich wirklich aussuchen, welche weiterführende Schule sie besuchen möchten.

Heute bekamen wir einen Brief, der mich ziemlich nachdenklich stimmte:

Es wird ein Nachhilfeunterricht für 9. Klässler speziell für Mathe angeboten. Kostenpunkt 1.500 SEK für zwei Wochenenden in einem der besten Hotels in Göteborg. Unterricht in kleinen Gruppen als Vorbereitung für die nationellen Prüfungen in Mathe, die in den Wochen nach Ostern anstehen.

Warum dieses Angebot, wenn doch in Schweden alle gleich sein sollen und jeder die gleiche Chance auf Bildung haben soll?

Auf der Website steht dann noch:
Zitat:
Anmälan inför intensivkursen inför de nationella proven har öppnat! Det är först till kvarn som gäller och kurserna blir snabbt fullbokade. Varmt välkommen!


S-nina

Hier der Link - diese Nachhilfekurse werden auch in anderen Städten angeboten - z. B. Lund, Malmö, Hälsingborg

http://www.matte-intensiven.se


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 8. März 2010 22:58 
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Wohnort: Westküste
Wir hatten vor einigen Tagen das jährliche Gespräch mit der Schul-Krankenschwester, die ja auch so eine Art Vertrauensperson sein soll.

Gefragt, wie es ihr in der Schule gefiele, antwortete unsere Tochter strahlend glücklich "mycket bra!" (sehr gut). Und wie sie sich von der Leistung her einstufe ebenso nachdrücklich "mycket bra!" (was nicht stimmt :) )

Kaum zu glauben, dass noch vor wenigen Jahren mein damals kleines Liebes mit Fremden oder in neuen Situationen immer nur geweint hat. Diese erfreuliche Entwicklung ist doch sicher auch ein Verdienst der schwedischen Schule, oder?

LG
Tulipa

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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 8. März 2010 23:25 
Zitat:
Kaum zu glauben, dass noch vor wenigen Jahren mein damals kleines Liebes mit Fremden oder in neuen Situationen immer nur geweint hat. Diese erfreuliche Entwicklung ist doch sicher auch ein Verdienst der schwedischen Schule, oder?

Natürlich - mein Sohn ging auch immer gerne hier in die Schule. Er hatte zuvor nie irgendwelchen Schulstress. Das fing erst mit der 8. Klasse an, als es Noten gab. Das letzte Halbjahr in der 9. Klasse fand er ziemlich anstrengend, denn er wollte unbedingt max. Punktezahlen erreichen (d. h. in fast allen Fächern braucht er MVG), um sich für seine Wunschgymnasien in Göteborg anmelden zu können. Jetzt sitzt er ziemlich auf Nadeln, ob er mit in die Auswahl kommt. Anmelden tut man sich Ende Januar, Bescheid bekommt man erst im Mai/Juni. Dazwischen sind jetzt diese nationellen Tests, wofür wir heute diesen Nachhilfe-Brief bekommen haben.

Keine Ahnung, ob tatsächlich so viele dieses Nachhilfe-Angebot wahrnehmen werden und ich bin mir auch nicht schlüssig, ob er womöglich auch mitmachen sollte, um seine Noten halten zu können.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 9. März 2010 03:12 
Hej
Na klar ist es en "Verdienst" der schwedischen Schule, alle werden immer, und auch ohne Anlass, gelobt, konstruktive Kritik zu vermitteln und anzunehmen wird nicht gelehrt und ist verpönnt. Was im Kleinkindalter noch als positiv erscheint, rächt sich irgendwann, wenn man mit der Realität konfrontiert wird.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 9. März 2010 10:25 
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Ja, da hast du sicher Recht.
Trotzdem freue ich mich jeden Tag über mein fröhliches, aktives, einfallsreiches und beliebtes Kind. Ich bin nicht sicher, ob das in einer dt. Schule ähnlich gelaufen wäre.

LG
Tulipa

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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 17. März 2010 21:39 
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Hallo zusammen.
Also das mit der Schule ist hier in D wirklich ein Problem. Mein kleiner geht jetzt seit August 2009 in die
Grundschule, erst ohne Probleme. Nun letzten Freitag hatten wir Elternsprechtag, da wurde uns gesagt, das unser Sohn recht unruhig ist, sich nicht richtig konzentrieren kann und die Klasse stört, aber die Leistung stimmt.
Die Lehrerin sagte wir sollten ihn mal auf AHDS testen lassen. Das stößt uns sauer auf.
Ein AHDS Kind kann sich nicht länger mit einem Spiel z.B Lego beschäftigen oder ausgiebig malen.
Wenn man berücksichtigt das er sich teilweise in der Schule langweilt, tippe ich eher auf was anderes.
Naja das ist eben die Deutsche Schule, Schublade auf, Kind rein, Fertig.

Gruß Ralf :D


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 18. März 2010 12:14 
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hallo,
laßt euch nicht bange machen, adhs ist gerade schwer in mode. habe heute in der zeitung gelesen, dass die zahl der kinder, die an adhs "erkrankt" sind und medikamente bekommen sprunghaft gestiegen ist. so einen hype gab es auch mal mit neurodermitis. da war jeder hautausschlag und jedes ekzem gleich neurodermitis.
wenn ihr denkt, dass euer sohn sich langweilt, besteht ja die möglichkeit ihn testen zu lassen, ob er rein von seiner geistigen entwicklung nicht schon in die zweite klasse gehört. allerdings finde ich, dass das in vielen fällen zu neuer problematik führt, da die kinder sozial einfach nicht so weit, sind und der altersunterschied zu den neuen klassenkameraden auch schon mal fast zwei jahre betragen kann. mit zunehmendem alter wird das dann noch schwieriger (pubertät).
deshalb sollte man versuchen, kinder die sich in der schule langweilen daheim einen ausgleich zu schaffen. ihr wollt doch nach schweden, da wäre es doch eine gute übung schon mal mit dem schwedisch-lernen anzufangen.
wichtig ist es auch, mit den lehrern im gespräch bleiben, vielleicht ist es ja auch nur eine entwicklungsphase, wenn kinder in die schule kommen, ist das ja schon ein gewaltiger schritt. bei vielen ist in der ersten zeit auch alles gut und schön, weil alles neu ist und sie damit beschäftigt sind, die eindrücke zu verarbeiten. erst wenn sich der alltag eingestellt hat, wird sichtbar, dass es irgendwo klemmt.
um wieder zum thema zu kommen, habe ich allerdings in einen anderen thread gelesen, dass es in schweden so gut wie keine föderung für begabtere kinder gibt. aber das habe ich nur gelesen und da ich nicht in schweden lebe, kann ich dazu nichts sagen.
lg
emily


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 18. März 2010 13:00 
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Wenn sich ein Kind in der deutschen Schule schon langweilt, dann wird es in der schwedischen wirklich schlimm! Das Tempo an der deutschen Schule ist erheblich höher. Bessere Schüler werden ausgebremst, die - ich sags mal ganz böse - dummen und faulen werden gefördert ohne Ende. Für die, die das ganze Jahr keinen Finger gerührt haben und gegen Mitte Juni die Zeugnispanik kriegen, wird sogar eine Sommerschule organisiert.
Meine Tochter hat inzwischen völlig die Lust an der Schule verloren, weil alle Förderung auf ein paar Blindnieten konzentriert wird, die einfach keinen Bock auf Schule und ausser Skoterfahren und Counterstrike nix in der Birne haben. Im besten Falle ist sie sich selbst überlassen, im schlimmeren Fall muss sie mit denen zusammenarbeiten, um sie mitzuziehen.

Für Schüler mit echten Leistungsproblemen ist das sicher gut und völlig in Ordnung. Die, die nur keinen Bock haben, sich auch nur minimal anzustrengen, werden in ihrer Haltung aber noch bestärkt. Die Schule wird das schon für sie lösen, irgendwie. Und die, die wirklich was lernen wollen, haben das Nachsehen.

Skogstroll


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 21. März 2010 02:24 
Schwedenfreund
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Hej,

nur mal so, was mir heute aufgefallen ist: das aktuelle Heft der Zeitschrift für Erziehungswissenschaft (12. Jg. (2009) H. 4) trägt den schönen Titel "Mythos nordische Bildungssysteme". Da konnte ich nicht umhin, mal ein wenig darin zu blättern... Richtig gelesen habe ich aber nichts, habe ja auch anderes zu tun.

Schon im ersten Artikel heißt es dann ganz nett:
Kobarg/Prenzel 2009, S. 599 hat geschrieben:
Die Darstellungen nordischer Bildungssysteme und ihrer Erfolge haben sich möglicherweise bereits zu einer Idealvorstellung einer optimalen Lehr-Lern-Landschaft verfestigt, die auf allen Ebenen des Bildungssystems vorbildlich ist und somit als realistischer Bezugspunkt für die Weiterentwicklung des Schulsystems in Deutschland dienen kann. Sicher kann eine Funktion von internationalen Vergleichen durchaus darin gesehen werden, konkrete Visionen oder Benchmarks für die Weiterentwicklung von Bildungssystemen anzubieten. Ist aber eine Idealisierung des nordischen Bildungssystems, das in Finnland und Skandinavien in den Grundzügen gleich angelegt ist, wirklich gerechtfertigt? Gelingt es diesen Staaten gleichermaßen, einer großen Zahl ihrer Schülerinnen und Schüler die Kompetenzen zu vermitteln, die sie für das Leben und Weiterlernen in einer Wissensgesellschaft benötigen? Garantiert die Anlage der Bildungssysteme in den nordischen Staaten stabile Lernerfolge über längere Zeiträume und mit Blick auf die Zukunft?
Und im Fazit
Kobarg/Prenzel 2009, S. 612 hat geschrieben:
Im Hinblick auf den Erfolg ihrer Bildungssysteme scheint eine idealisierende Betrachtung der nordischen Staaten somit kaum gerechtfertigt. Letztlich kann so eigentlich nur von einem „Mythos Finnland“ gesprochen werden, denn trotz der ähnlichen Bildungssysteme und -landschaften in den fünf Staaten erzielt Finnland deutlich bessere Bildungsergebnisse.

Naja,
ich habe den Artikel nicht wirklich gelesen, ist eben so PISA-Zeugs. Aber interessant fand ich doch, dass auch die Bildungsforscher mal langsam merken, dass sich die Länder im Norden unterscheiden - und dass Mythen auch mal hinterfragt gehören ...

Einen Gruß,
Berta.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 22. März 2010 11:22 
Hej,
Danke fuer den Artikeltipp, wie lange wird es dann noch dauern, bis zukuenftige Auswanderer die schwedische Schule nicht mehr idealisieren, ohne sie ueberhaupt zu kennen.....


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 22. März 2010 22:52 
Schweden Guru
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Heute ist mir dieser Artikel aufgefallen:
http://www.dn.se/nyheter/valet2010/brett-stod-for-nya-skollagen-1.1064992

Im neuen Schulgesetz sollen also höhere Anforderungen an die Qualifikation der Lehrer gestellt werden.

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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 23. März 2010 07:02 
Hej,
bin gerade in der Diskussion mit Skolverket, Kommune und Schule. Ein einziger Sumpf..Bis das neue Skollag in Kraft tritt, und sich die Schule verändert, das dauert wieder eine Generation, zu spät fuer die heutigen Kinder.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 23. März 2010 20:32 
Schwedenfreund
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Registriert: 19. November 2008 21:51
Beiträge: 665
Wohnort: Westküste
Schulkind hat geschrieben:
Hej,
bin gerade in der Diskussion mit Skolverket, Kommune und Schule. Ein einziger Sumpf..


Kannst du das bitte näher erläutern? Würde mich interessieren!

LG
Tulipa

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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 24. März 2010 17:20 
Na ja,
Habe jedenfalls noch nicht viele Stimmen gehöt, die auch noch vom schwedischen Schulsystem begeistert sind, wenn die Kinder/Jugendlichen das System durchlaufen haben oder zumindestens in einem fortgeschrittenem Stadium sind. Keinen Schulranzen schleppen zu muessen, kostenloses Mittagessen, ein Stueck Obst und ein Astrid Lindgren Musical in der Aula lösen bei mir nämlich keine Begeisterungsstuerme mehr hervor.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 25. März 2010 10:51 
Schulkind hat geschrieben:
Na ja,
Habe jedenfalls noch nicht viele Stimmen gehöt, die auch noch vom schwedischen Schulsystem begeistert sind, wenn die Kinder/Jugendlichen das System durchlaufen haben oder zumindestens in einem fortgeschrittenem Stadium sind. Keinen Schulranzen schleppen zu muessen, kostenloses Mittagessen, ein Stueck Obst und ein Astrid Lindgren Musical in der Aula lösen bei mir nämlich keine Begeisterungsstuerme mehr hervor.

Redest du von deutschen bzw. allgemein von Immigranten? Oder von Einheimischen?

Die überwiegende Mehrheit der Einheimischen hier die ich kenne, reden meist gut von ihrer Schule. Und die sind nicht ungebildet, sind diverse promovierte dabei. Die "Features" die du oben erwähnst halte ich durchaus für Errungenschaften, auch wenn du es anders siehst. Meine Frau, Lehrerin hier, ist immer wieder entsetzt, wenn sie Einblicke in das deutsche Schulsystem und die Ansätze und Bedingungen dort erlangt (also first hand, nicht Hörensagen).

Ich will hier jetzt nichts verteidigen, aber wenn sich Einwanderer beklagen "bäh das ist ja anders als da wo ich herkomme", ist das ihr Problem und nicht das des Landes in das sie eingewandert sind. Wenn die Einheimischen zufrieden sind, ist das ja das was zählt. (In Deutschland sind übrigens viel mehr Leute unzufrieden mit dem Schulsystem.)


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 25. März 2010 11:43 
Nico hat geschrieben:
Ich will hier jetzt nichts verteidigen, aber wenn sich Einwanderer beklagen "bäh das ist ja anders als da wo ich herkomme", ist das ihr Problem und nicht das des Landes in das sie eingewandert sind. Wenn die Einheimischen zufrieden sind, ist das ja das was zählt. (In Deutschland sind übrigens viel mehr Leute unzufrieden mit dem Schulsystem.)


Lieber Nico, also dass die Einheimischen zufrieden sind, würde ich doch mal ernsthaft bezweifeln! Die weit verbreitete Unzufriedenheit mit der Schule in Schweden und die geplante neue Schulpolitik der Bürgerlichen war 2006 laut Wählerumfragen ein ganz wichtiger Grund dafür, dass die Koalition damals die Wahl gewonnen hat.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 25. März 2010 11:46 
Noch ein Zusatz. Wer es wagt, die schwedische Schule zu kritisieren, der muss noch lange nicht das deutsche System in den Himmel heben! Das ist so, als würde mir jemand sagen: Was, du magst Pest nicht? Bist wohl stattdessen für Cholera? Solche Anschuldigen bringen überhaupt nichts und niemanden weiter.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 25. März 2010 12:06 
zweifel hat geschrieben:
Lieber Nico, also dass die Einheimischen zufrieden sind, würde ich doch mal ernsthaft bezweifeln! Die weit verbreitete Unzufriedenheit mit der Schule in Schweden und die geplante neue Schulpolitik der Bürgerlichen war 2006 laut Wählerumfragen ein ganz wichtiger Grund dafür, dass die Koalition damals die Wahl gewonnen hat.

Das ist ja kein Widerspruch. Natürlich kann man dafür sein, dass sich Dinge ändern und verbessern müssen. Das heißt nicht, dass vorher alles schlecht ist. Die Veränderungen in der Schulpolitik sind ja auch nicht das, was hier von Deutschen als so vermeintlich schlecht angeprangert wird.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 25. März 2010 12:15 
Hej,

@zweifel:

Es ist schon seit Jahren in den Schwedenforen so: wenn Leute, die in S wohnen und Erfahrungen gemacht haben, erlebte Mängel an Schule oder Gesundheitssystem beschreiben, heisst es immer: ja, aber in D ist es soo schlecht!! Das ist dabei doch garnicht die Frage, wie du auch erkannt hast.
Vielmehr geht es darum, eigenen Erfahrungen in S zu schildern, danach kann jeder Leser für sich selber einen Vergleich anstellen, wenn man will.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 28. März 2010 22:10 
Schwedenfreund
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Hej,
mal wieder eine meiner Beobachtungen aus der schwedischen Schulpraxis:

ja, hier wird individuell auf die Wünsche der SchülerInnen eingegangen. So auch in Mjukslöjd (Handarbeit). Da darf jeder der 8jährigen selbst bestimmen, was er/sie machen möchte. Mit der Folge, daß nix fertig wird und mehrere angefangene Teile monatelang herumliegen oder sogar mittlerweile verloren gegangen sind.

Da mich das ärgert, sprach ich nun mit der Handarbeitslehrerin darüber. Sie findet es ganz normal, sie käme eben einfach nicht herum und müsse jedem einzeln bei seinen/ihren Wünschen helfen.

Sicher, wir konnten früher nicht selbst bestimmen. Da häkelte erst die ganze Klasse Topflappen, strickte dann Strümpfe und stickte danach ein Kissen. So haben wir die verschiedenen Techniken gelernt, etwas geschafft und trotzdem Spaß gehabt. Und ich kann mich nicht erinnern, daß wir die Selbstbestimmung vermißt haben.

LG
Tulipa

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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 29. März 2010 09:12 
Alter Schwede
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Beiträge: 3143
Wohnort: Västerås
Hej,
ohne die schwedische Schule verda... zu wollen oder die Deutsche zu verteidigen...
Einfach ein Bericht aus einer Schule hier:

Ein Lehrer hat (weil das hier mit den Kündigungsfristen so einfach ist) in der Woche vor dem Sportlov gekündigt. Nach den Ferien kam er nicht wieder. Die Schule informierte die Eltern und Schüler quasi am letzten Schultag und dann sind alle in die Ferien. Da die Schule schon davon ausging, dass sie (trotz vieler arbeitsloser Lehrer in der Stadt) keinen Ersatz finden würden, haben sie einfach die beiden Klassen der Altersstufe zusammen gelegt. Angbelich fanden sie tatsächlich keinen Lehrer. Ich weiss von Leuten die genau dafür eine Stelle suchen. Aber da ja bald Sommer ist und sich personell in der Schule was ändern wird über den Sommer, vermuten alle, dass die Schule die Stelle einfach einspart. Schon jetzt. Nun sitzen 31 Schüler zusammen. Ich weiss, das kennt man aus Deutschland zur Genüge. Ihr braucht es mir nicht erzählen. Ich war selbst in so einer Klasse. Aber: In Deutschland kennt man das und hat, wenn es nicht gerade doof läuft eine gewisse Disziplin in der Klasse und kommt trotzdem zum Arbeiten. Wir kamen es.
Hier ist es so, dass die Hälfte des Lehrers der gegangen ist, null Arbeitsdisziplin hat. Die sind während der Stunde einfach mal raus und haben entspannt. Der Lehrer der sie jetzt hat, ist für Schweden ungewöhnlich strukturiert und achtet auf Arbeitsruhe und Disziplin. Ein toller Lehrer, der jetzt echt ins Schwitzen kommt und kaum noch was arbeiten kann mit so vielen. Die Eltern haben schon rebelliert, die Schule steckt den Kopf in den Sand und wartet. Bis zum Sommer sitzen wir das aus...
Die Schüler sind gefrustet und nichts geht mehr.
In Slöjd machen sie gar nichts mehr, denn die Lehrerin da bekommt einfach keine Ruhe mehr rein. Die die was machen wollen, haben leider Pech, es ist zu unruhig und laut.
Und der Lehrer hat im Grunde keine Handhabe gegen die Schüler, die nichts machen wollen. Strafarbeiten gibt es nicht. Schlechte Noten... auch nicht. Was soll er machen, ausser sie nett bitten? Die Eltern, die betroffen sind, glauben, dass ihre Kinder Engel sind und kamen schon mal vorsorglich gar nicht zum Elternabend. Dem Lehrer sind die Hände gebunden und die anderen Schüler leiden. Schade eigentlich. In so einem Fall finde ich, dass das deutsche System nicht nur Nachteile hat. Ein wenig Strenge kann auch mal hilfreich sein.

Grüsse
Wiebke (die jetzt nicht mehr gern in dieser Klasse arbeitet)


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 7. April 2010 22:54 
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Registriert: 27. Januar 2010 21:38
Beiträge: 11
Wohnort: Nähe Hannover
Du scheinst die Situation auf deutschen Haupt- und Berufsschulen nicht zu kennen. Disziplinlosigkeit, schlechtes Benehmen (bis Mobbing) ist hier genau so Tagesordnung. Bei >25 Schülern kommt man als Lehrer auch nicht weiter. Strafarbeiten, Nachsitzen, in Härtefällen Verweise - das alles schockt die "No-Future-Generation" nicht mehr. An die Eltern kann man sich in den seltensten Fällen wenden, da diese Bildung entweder keinen hohen Stellenwert beimessen, sich mit ihren Kindern gegen den Lehrer solidarisieren oder schlicht desinteressiert sind. In vielen deutschen Hauptschulen findet so etwas wie Unterricht faktisch nicht statt.
Ähnliches greift auch auf immer mehr Realschulen zu.

Und sogar von meiner Berufsschulklasse, in der dann Leute sitzen, die tatsächlich eine Ausbildung gefunden haben und dies zu schätzen wissen müssten, welche genau wissen nach Ablauf der drei Jahre steht eine Abschlussprüfung von der IHK an, und das Übernahme, oder zukünftige Bewerbungen vor allem von diesen Wisch abhängig ist, haben den Unterricht so dermaßen blockiert das Teile des Prüfungsstoffes nicht mehr aufgearbeitet werden konnten und man sich diese in Eigenregie beibringen musste (wenn man rechtzeitig Einsicht erlangte).

Inwieweit also Autorität in deutschen Schulen noch akzeptiert und durchsetzbar ist ließe sich auch mal zur Diskussion stellen.

Ich persönlich sehe hier ein strukturelles Problem, das bereits in den Elternhäusern anfängt. Da es hier jedoch nicht von der Gesellschaft therapierter ist, müssen andere Unterrichtsformen erarbeitet werden, in welcher diese fehlenden Kompetenzen ebenfalls erworben werden. Z.B. Ganztagsschulen, welche in Deutschland aber aufgrund von Finanzierung und Lehrermangel nicht in absehbarer Zeit durchführbar ist (siehe den häufigen Unterrichtsausfall bei normalen Halbtagsschulen)

Derzeit frage ich mich nach dem Unterschied zwischen dem schwedischen und finnischem System, da letzteres - soweit ich weiß - noch nicht in Verruf geraten ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 8. April 2010 13:18 
Khaine hat geschrieben:
Derzeit frage ich mich nach dem Unterschied zwischen dem schwedischen und finnischem System, da letzteres - soweit ich weiß - noch nicht in Verruf geraten ist.


Soweit ich das verstanden habe, sind die äußeren Organisationsformen sehr änlich, die Unterschiede aber recht simpel und gleichzeitig sehr wirksam:

In Finnland gilt das "lebenslange Lernen" echt als Tugend, und was speziell die Schule betrifft: Dort wird tatsächlich auf LEISTUNG gesetzt und auf GEGENSEITIGEN Respekt. Also: nicht nur dem Schüler wird vom Lehrer Respekt entgegengebracht, sondern - im Gegensatz zu Schweden - auch der Lehrer genießt Respekt. Ein Maßstab dafür ist die Beleibtheit des Berufs und die Tatsache, dass sich alljährlich weit mehr für ein Lehrerstudium bewerben als zugelassen werden. Während in Schweden Lehrer ja ein echter Loser-Beruf ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 21. April 2010 10:23 
Lussebulle hat geschrieben:
[ Es ist auch nicht gut, sie auf unterstem Niveau zu unterrichten, der Unterricht sollte sich schon abgestuft nach der persönlichen Intelligenz richten.

Aber ich finde, wenn man intelligente Kinder herabstuft, ihnen nicht die bestmögliche Förderung gibt, dann versündigt man sich an dem Potential von gut ausgebildeten Leuten, was jede Volkswirtschaft dringend benötigt.



und genau da hat die schwedische Schule ihre Schwächen[/quote]

Und genau das ist das Problem in Schweden! Wir hatten 6 (!) Kinder in schwedischen Schulen (alle Kinder in Schweden geboren, also keine Sprachschwierigkeiten o. ä.) und ich kann das Statement von Lussebulle vorbehaltlos unterschreiben!
Schweden ist das "Landet lagom" - Durchschnittlich ist gut. Noten gibt es erst sehr spät, man meint dass falls es Mängel gibt, so wird das den Pädagogen auffallen und diese werden dann entsprechende Massnahmen ergreifen, damit das Kind das Klassenziel dennoch erreicht. Soweit die Theorie....... In der Praxis - falls überhaupt das Problem erkannt wird - müssen die Lehrer dann viel Zeit mit hängengebliebenen Kindern verbringen und haben keine Zeit übrig für die etwas Begabteren (die brauchen es ja auch nicht). Das Nivau in schwedischen Schulen ist unter aller Kritik! Über Schweden liegt immer noch ein guter Hauch Sozialismus - alle sind gleich, nur einige sind GLEICHER (die gehen dann auf Privatschulen). Und - wie bei allen guten Sozialisten - wird der schwedische Propagandaapparat nicht müde, seinen Bürgern einzutrichtern, dass das schwedisch System allen anderen Systemen weit überlegen ist....:-)
Wenn man mal eine Weile in Schweden war, dann fängt die Fassade an zu bröckeln .....

Viele Grüsse,

Paul


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 28. Januar 2011 13:46 
Neuling
Neuling

Registriert: 26. Januar 2011 12:00
Beiträge: 6
Toll jetzt bin ich ja wieder mal schlauer, viele Meinungen !!
Also gerade wegen unserer Kinder wollen wir nach Schweden,viele schimpfen hier in Deutschland über das Schulsystem und wünschen sich Veränderungen.

ich nenne ein Beispiel: mein Sohn ist in der ersten Klasse ,im ersten halben Jahr wurde der Unterrichtsplan schon 3xgeändert ( keine Lehrer,krankheit usw.)
Stunden fallen aus ,pensonierte Lehrer werden aktiviert (Wo sind unsere Neulehrer ??)
Hausaufgaben müssen aber gemacht werden,Unterricht muß nachgeholt werden ,der Druck auf so kleine Kinder ist enorm ( trotz Hilfe jeden Tag 2h Aufgaben )

Jetzt kann man sagen Wissen muß vermittelt werden ( ist in Ordnung) aber es muß auch Spaß machen sonst verweigert man sich ,liege ich da falsch ??

Wir kommen aus einen Schulsystem ( vor langer,langer Zeit -DDR) was nach meiner Meinung( nicht politisch) so schlecht nicht war: Kindergarten, Schule mit Hort ( Lehrer half bei Hausaufgaben die im Unterricht nicht verstanden wurden) ,Abitur(13.Klasse),Studium
Aber es wurde jeder gefördert und nicht wie es oft ist ausgegrenzt wenn er es nicht gleich verstanden hatte !!

Leistungswille muß sanft gefördert werden ,Druck schafft Wiederstand !!!

also bleibt sachlich den aus Schweden kommen auch Nobelpreisträger :smt006


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 28. Januar 2011 14:04 
Schwedenfreund
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Beiträge: 888
Wohnort: früher Schweden, jetzt Mittelfranken
uwe61 hat geschrieben:
....also bleibt sachlich den aus Scheden kommen auch Nobelpreisträger :smt006


:danke: Der letzte war Arvid Carlsson im Jahr 2000 erhielt er den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin. Allerdings
promovierte er bereits im Jahr 1951! :wink: :wink: :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 28. Januar 2011 17:06 
Schwedenfreund
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Registriert: 4. Mai 2008 21:43
Beiträge: 767
Wohnort: Insel Orust
uwe61 hat geschrieben:
Also gerade wegen unserer Kinder wollen wir nach Schweden,viele schimpfen hier in Deutschland über das Schulsystem und wünschen sich Veränderungen.



Deine Aussagen decken sich weiss Gott mit den Erfahrungen die ich von anderen Eltern in Deutschland höre.

Aber warum will man der Kinder wegen auswandern????
Schweden ist nicht viel kinderfreundlicher als andere Länder und die durch Niedriglöhne erzwungene Vollzeitbeschäftigung der Eltern bringt eine lange Tabesbetreuung der Kinder mit sich...ist es das was sich eure Kinder wuenschen??
Nicht mehr nachmittags mit den Kumpels auf der Strasse spielen und sich in der Woche untereinander Besuchen. Sport und andere Freizeitaktivitäten nur noch abends in den Spätstunden zwischen 17-20 Uhr oder am WE.

Wenn es so fuer Dich an den deutschen Schulen hapert, warum sucht ihr Euch nicht eine alternative Schulform aus, die zu Euch und Euren Kinder besser passt.

Ich denke ihr könnt mehr fuer Eure Kinder tun in EUREM Land, dessen Sprache und Gepflogenheiten man kennt, als in einem Fremden....


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 28. Januar 2011 18:32 
@blueII

Hast du selbst Kinder?
Wir sind vor ca. 2 Jahren mit unseren Kindern ausgewandert (wohlgemerkt: nicht wegen der Kinder) und kennen somit das deutsche sowie das schwedische Schulsystem. Auch meiner Meinung nach wird die deutsche Schule immer unmenschlicher und chaotischer, d.h. der Leistungsdruck steigt permanent, aber die Rahmenbedingungen werden immer schlimmer. Hier in der schwedischen Schule zählen die einzelnen Schüler und die menschlichen Gesichtspunkte sind sehr wichtig. Zweifellos hat aber auch das hiesige System seine Schwächen. Das Beste wäre wahrscheinlich, das deutsche und das schwedische zu mischen. Müsste ich mich aber nochmals entscheiden, würde ich wieder das schwedische wählen.

Alles in allem fühlen sich unsere Kinder hier sehr wohl und würden nicht mehr nach Deutschland in die Schule wollen. Sie sind von ihren Mitschülern hier von Anfang an sehr freundlich aufgenommen worden und haben Freunde gefunden, mit denen sie auch nachmittags spielen.
Wir empfinden Schweden insgesamt als kinderfreundlicher.

Abgesehen davon ist bei uns ein Gehalt völlig ausreichend, so dass wir nicht gezwungen sind beide zu arbeiten und einer sich weiterhin um die Kinder kümmern kann.

Wir würden jederzeit wieder mit Kindern hierher ziehen, denn auch die Kinder profitieren von vielseitigen Erfahrungen. Ich finde zu denken, dass man für Kinder im eigenen Land das meiste tun kann, ist sehr engstirnig.
Man darf nur nicht erwarten, dass hier alles besser ist.

Liebe Grüsse
pepparkaka


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 28. Januar 2011 22:55 
Aktives Mitglied
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Registriert: 20. Februar 2010 18:37
Beiträge: 86
Wohnort: Dresden
uwe61 hat geschrieben:

ich nenne ein Beispiel: mein Sohn ist in der ersten Klasse ,im ersten halben Jahr wurde der Unterrichtsplan schon 3xgeändert ( keine Lehrer,krankheit usw.)
Stunden fallen aus ,pensonierte Lehrer werden aktiviert (Wo sind unsere Neulehrer ??)
Hausaufgaben müssen aber gemacht werden,Unterricht muß nachgeholt werden ,der Druck auf so kleine Kinder ist enorm ( trotz Hilfe jeden Tag 2h Aufgaben )



Wir kommen aus einen Schulsystem ( vor langer,langer Zeit -DDR) was nach meiner Meinung( nicht politisch) so schlecht nicht war: Kindergarten, Schule mit Hort ( Lehrer half bei Hausaufgaben die im Unterricht nicht verstanden wurden) ,Abitur(13.Klasse),Studium
Aber es wurde jeder gefördert und nicht wie es oft ist ausgegrenzt wenn er es nicht gleich verstanden hatte !!


Naja der Großteil der Lehrer steht noch im Studium bzw. bleibt dort hängen..Wozu brauch ein Grundschulpädagoge hohe Mathematik? (Lehrerausbildung TU Dresden)

Viele Lehrerausbildungen in Deutschland sind momentan völlig desolat und fernab jeglicher Pädagogik..
Gerade Grundschullehrer erhalten an meiner Uni eine absolut schlechte Ausbildung...Sie haben kaum eben erwähnte Pädagogik und müssen sich stattdessen durch(für diese Ausbildung) völlig überflüssige Fächer hangeln..
Aber sie sind jetzt zu dem Schluss gekommen, dass das Staatsexamen für Lehrer ja doch nicht all zu schlecht war und Bachelor / Master einfach mal überhaupt nichts taugen..
(Was sich zum Glück auch in anderen Studiengängen langsam durchsetzt.)

Das Schulsystem der DDR hatte sicherlich Vorteile, aber die Nachteile sind doch auch nicht zu vergessen...
Komplett politisch geprägt. Wer sich den FDJ Aktivitäten verwehrte, war auch gleich unten durch..

Die heutigen Lehrer haben einen recht schweren Stand. Der antiautoritären Erziehung sei dank..
Während meiner Schulzeit hatte ich das Glück beim Direktor zu unterrichtet werden.. Was er in Elterngesprächen erlebte, ist nicht mehr feierlich.

Naja abschließend lässt sich sagen, dass Lehrern heutzutage keinerlei Respekt mehr entgegen gebracht wird und sie wesentlich größeren psychischen Belastungen ausgesetzt sind. Viele können damit nicht umgehen und verlieren auch jeglichen Spaß an ihrer Arbeit.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 29. Januar 2011 17:37 
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Wundwasser hat geschrieben:
Naja abschließend lässt sich sagen, dass Lehrern heutzutage keinerlei Respekt mehr entgegen gebracht wird und sie wesentlich größeren psychischen Belastungen ausgesetzt sind. Viele können damit nicht umgehen und verlieren auch jeglichen Spaß an ihrer Arbeit.


Da kenne ich leider in Schweden auch Lehrer, denen es nicht anders ergeht und die ihren Job nicht mehr mögen, aus genau den Gründen. Dann haben sie hier noch das Problem, dass es Noten erst ab der 8. Klasse gibt und sie die Kinder möglichst nicht bewerten sollen vorher. Das könnte ja negativ ausfallen und ein Kind könnte das persönlich nehmen. Wie soll man da aber an Schwächen arbeiten? Ich kenne hier einige Lehrer die Angst davor ahben die Bewertungsschreiben aufzusetzen. Das soll neutral und nicht persönlich sein. Doch soll drin stehen was der Schüler verbessern muss. Das sind so Umschreibungen, dass die Lehrer oft stundenlang überlegenn wie sie was schreiben und keiner mehr was versteht. Jedenfalls ist es das was ich von einigen Lehrern hier höre.
Selbst hatte ich nach ein paar Monaten an einer schwedischen Schule (ich sollte deutsch als Fremdsprache unterrichten, so 6-9 Klasse) oft Bauchschmerzen wenn ich morgens hin musste. Warum? Wegen Mobbing in der 6. Klasse. Die haben mit Freunden den Depp aus mir gemacht. Da macht Arbeiten keinen Spass mehr, auch nicht in Schweden.
Was man aber sagen muss ist, dass die Kinder hier tatsächlich weniger Druck haben. Ob das gut ist oder nicht, das muss jeder für sich entscheiden.

Grüsse
Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 29. Januar 2011 18:19 
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das erlebe ich auch grade wiebke.....mal sehen ,wie s weitergeht

gruß elke


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 29. Januar 2011 19:55 
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Hej Elke,
Du unterrichtest? Deutsch? Und welche Klasse?
Wie in Deutschland, kann das auch in Schweden sehr unterschiedlich aussehen. Abhängig vom ALter der Kinder und auch vom Gebiet. Ich jedenfalls hatte Glück und Unglück an der gleichen Schule. Aber das Unglück war um so viel schlimmer, dass ich ehrlich nur noch mit Bauchschmerzen zur Arbeit bin. Jedenfalls immer wenn ich die 6er hatte. Die 7er waren hingegen suuuper süss. Aber das waren auch nur 4 :)

Ich drück Dir die Daumen, dass es nicht so schlimm wird oder, dass Du bald den Absprung findest. Man kann aber ja auch Glück haben. Mit Erwachsenen macht es mir jedenfalls echt Spass. Die sind ganz anders, die wollen ja freiwillig lernen.

Grüsse
Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: Die supertolle schwedische Schule
BeitragVerfasst: 31. Januar 2011 15:14 
Hej,

man liest ja viel über die verschiedenen Schulsysteme. Mein Sohn ist 9 Jahre alt und geht in eine sehr gute Grundschule, nichts desto trotz wird er nicht gefördert sondern unter Druck gesetzt. Dann heißt es hier Du musst aufmerksamer werden, Du musst dich nicht so leicht ablenken lassen usw. und meiner Meinung nach sollen Kinder, Kinder sein und wenn wir ihn dann vom Hort gegen 17 Uhr abholen (weil es nicht möglich ist nur mit einem Gehalt auszukommen und wenn einer von uns zu Hause bleiben würde, würden Freizeitbeschäftigung aufgrund der finaziellen Lage nicht möglich sein) also schick ich mein Kind mit dem guten Gefühl meinem Kind seine Kindheit frühzeitig geraubt zu haben jeden Tag zur Schule. So setzte ich ihn immer den gleichen Druck aus, weil mir ja jeder erzählt wie gut es ist einem Kind alles Mögliche beizubringen (Was er aller wahrscheinlichkeit niemals benutzen wird). Nein Leute dann schicke ich meinen Sohn auf eine Kuschelschule so kann ich ihn wenigstens nch ein kleines bisschen vor dem unnötigen Leistungsdruck dieser Gesellschaft bewahren.

Ich schaue lieber in sein Gesicht wenn er glücklich als das ich mir ansehen muss wie er jeden Tag weniger motiviert zur Schule geht und er viel zu schnell lernt das, dass Lebern Sch**** ist.

Liebe Grüße


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