Die supertolle schwedische Schule

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HeikeBlekinge
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Re: Die supertolle schwedische Schule

Beitragvon HeikeBlekinge » 15. Januar 2010 15:24

ich versteh immer noch nicht, warum nichtangemeldete User hier dauernd so runtergemacht werden, ist unsere Meinung vielleicht weniger wert als die der Platzhirsche?


Warum hast du damit ein Problem dich anzumelden? Dich kennt doch eh schon jeder! Genau wegen solchen Äusserungen >Platzhirsche< plädiere ich dafuer! Und muss ich davon ausgehen, das du also oftmals beleidigende Beiträge von Gastschreibern oder Ausdruecke ähnlich wie den deinigen gutheisst?
Soetwas ist KEINE Meinungsäusserung sondern mit Absicht provozierend und gezielte Stimmungsmache! Ich verstehe nicht wie man so etwas tolerieren kann! Das dann noch Gastschreiber wie du dagegen sind, lässt bei mir gaaanz ueble Verdächtigungen aufkommen...
Das nur mal so am Rande!

Wer also hier immernoch meint, in der S Schule würden alle individuell nach seinen Voraussetzungen gefördert und weitergebracht, sollte sich mal in der Wirklichkeit umsehen


Dazu kann ich nur sagen:
Gut das die Wirklichkeit nicht subjektiv ist!

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janaquinn
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Re: Die supertolle schwedische Schule

Beitragvon janaquinn » 15. Januar 2010 16:33

Tommy3 hat geschrieben:Manche sind nach allen Masstäben unbeschulbar, und man freut sich, wenn sie nicht ausrasten. An Vermitteln von Lernerfolgen ist da nicht zu denken. Das ginge möglicherweise mit Spezialpädagogen für gerade diese Diagnos, aber auch der gut ausgebildete schwedische Lehrer ist kein Spezialpädagoge.


Hej Tommy,
ich verstehe nicht ganz, obwohl selber Mutter eines unbeschulbaren Kindes, warum solche Kinder in einer "normalen" Klasse sitzen, da ich es unsere 1. schwedischen Schule so kenne, dass die Schüler zwar unter einander Kontakt hatten, vielleicht auch Theater oder Malen zusammen, aber die grundlegend wichtigen Fächer wurden niemals zusammen unterrichtet. Selbst in der Klasse meines Sohnes wurde nochmal eine solche Unterteilung vorgenommen, einfach um den Kinder, die auch nur die geringste Chance für Beschulung hatten, diese Möglichkeit zu geben. Auch wenn sie nur bis 10 zählen konnten oder ihren Namen schreiben konnten. (Wovon ich träumen würde, aber dies nur am Rande).
Ich finde die Särskolan extrem wichtig, für die Kinder die sie brauchen und für die Kinder, welche dorthin gehören, weil sie unter "normalen" Schülern untergehen würden und sie einfach ein komplett anderes Handling benötigen, was beim normalen Anziehen anfingt, beim Essen oder was auch immer. Ich würde meinen Sohn nie im Leben auf eine normale schwedische Grundschule schicken, er würde es nicht verkraften und für andere Schüler wäre es eine extreme Belastung.
Eine gemeinsame Schule ja, gemeinsame Klassen...niemals.

@Sonderschule: Natürlich sind Sonderschulen wichtig, sehr wichtig sogar, aber ein Kind welches,z.B. nur ADHS hat gehört nicht gleich in eine Sonderschule. Die Frage ist eher, warum sind die Pädagogen bis heute nicht auf solche Kinder geschult, ich verlange es ja nicht von der gesamten Lehrerschaft einer Schule, aber ein gewisser Teil sollte sich mit solchen Kindern auskennen. Oder gibt es solche speziellen Schulungen bereits? Ich weiss es nicht, daher meine Frage. Ich habe nur in einem schwedischen Kindergarten für meine Tochter erkannt, dass auch die dortigen Fröken mit einer nur angenommen Diagnose meiner Tochter hoffnungslos überfordert waren und sie gänzlich von den anderen Kindern getrennt hatten. Im neuen Kindergarten keine Spur von ADHS, sondern ein ausgeglichenes Kind welches Freunde hat und fleissig Schwedisch lernt.
Ich habe so ein wenig das Gefühl, dass ADHS ein Angstfaktor ist und die Menschen nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen/können
.
Tommy3 hat geschrieben:Wer also hier immernoch meint, in der S Schule würden alle individuell nach seinen Voraussetzungen gefördert und weitergebracht, sollte sich mal in der Wirklichkeit umsehen


Diese Förderung gibt es durchaus, an der Schule meines Sohnes Alltag, aber es ist eine Privatschule und noch dazu eine Private Sonderschule. Liegt vielleicht da der Hund begraben? Können es sich wirklich, auch in Schweden, nur die Privatschulen leisten, so zu unterrichten oder ist auch diese Schule ein sehr gutes Beispiel für ein funktionierendes System?

Fragende Grüsse
JANA
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Re: Die supertolle schwedische Schule

Beitragvon Krümel97 » 15. Januar 2010 21:20

Hallo,

nach so viele Pro und Contra bin ich neugierig wie es Euren
Kindern so in der schwedischen Schule geht. Gehen die Kinder
gern in die Schule und haben sie schnell Freunde gefunden?
Vor allem wie kommen die Kinder mit der neuen Sprache zurecht?
Wie gut oder schlecht das jeweilige Schulsystem ist, wird ja sicher
von jedem eher subjektiv gesehen. Ist ja normal, jeder hat eben
seine ganz persönlichen Erfahrungen gemacht. Ich würd eben
nur mal wissen wollen wie das die Kinder gemeistert haben.

Krümel

Tommy3

Re: Die supertolle schwedische Schule

Beitragvon Tommy3 » 15. Januar 2010 21:42

Hej,.

ADHD ist ein bekannter Faktor an den meisten schwedischen Schulen, aber nicht alle Lehrer wissen damit umzugehen. Und längst nicth alle Schulen können adequaten Unterricht anbieten. Toll, wenn alle mit dabei sein dürfen, aber wenn keiner richtig betreut wird, ist es sinnlos.
An den normalen Schulen (und dazu rechne ich auch die Freischulen) werden die Buchstabenkinder mitgezogen, so gut es geht. Alle in eine Klasse, oder möglicherweise in separate Klassen. Das letztere ist in S nicht gesetzlich, sondern wird von den Pädagogen aus praktischen Erwägungen gemacht, und das ist auch gut so.

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Re: Die supertolle schwedische Schule

Beitragvon Haui » 16. Januar 2010 08:53

Tommy3 hat geschrieben:Hej,.

ADHD ist ein bekannter Faktor an den meisten schwedischen Schulen, aber nicht alle Lehrer wissen damit umzugehen. Und längst nicth alle Schulen können adequaten Unterricht anbieten. Toll, wenn alle mit dabei sein dürfen, aber wenn keiner richtig betreut wird, ist es sinnlos.
An den normalen Schulen (und dazu rechne ich auch die Freischulen) werden die Buchstabenkinder mitgezogen, so gut es geht. Alle in eine Klasse, oder möglicherweise in separate Klassen. Das letztere ist in S nicht gesetzlich, sondern wird von den Pädagogen aus praktischen Erwägungen gemacht, und das ist auch gut so.


Nur ein Frage:
Hast du ein Kind mit ADHD?


Gruß Haui
Man muss nicht jeden Berg selber besteigen,
aber man muss Wissen wer einen die Aussicht beschreibt

http://soedrasverige.blogspot.de/

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Re: Die supertolle schwedische Schule

Beitragvon HeikeBlekinge » 16. Januar 2010 10:27

Wir haben ein Kind mit ADHD in der Klasse meines Juengsten!
Als das letztes Jahr fest stand (es waren viele Voruntersuchungen nötig osv) gab es einen Info-Elternabend in der Schule, es wurde mit Briefen darauf hingewiesen was Sache ist, und das so oder so damit umgegangen werden sollte. Der Junge bekommt in der Klasse "Extra-Unterricht" und Betreuung, es wird alles in allem sehr gut damit - und offen! - umgegangen und es hat sich auch schon vieles gebessert (er war vorher wirklich fuerchterlich auffällig!)
Ich KANN Tommy da ABSOLUT NICHT zustimmen! Es wird betreut!
Buchstabenkinder... tsss - mein Ältester hat Dyslexie, uebrigens in D nie festgestellt weil nur vertröstet worden - das gäbe sich schon (er schrieb in der vierten mit so vielen Fehlern wie ein Anfänger!) - seine Lehrerin war schlichtweg zu alt und bequem das händeln zu können! In Schweden wurde es akzeptiert, beachtet und darauf eingegangen! Zu unserem grossen Erstauenen hat er heute gross keine Schreibprobleme mehr, und ja, sagen wir er fuelt sich deswegen nicht mehr minderwertig!
Tommy, ich weiß wirklich nicht was das soll!
Hör bitte auf endlich alles zu verallgemeinern! Wahrscheinlich habt ihr eines Mist-Schule erwischt!? Projezier das nicht auf Gesamt-Schweden! Was Extra-Betreuung und Integration angeht kann sich Deutschland da eine ganz, ganz dicke Scheibe abschneiden! Auch wenn du nichts von Vergleichen hören willst! Vergleich mal! Vielleicht geht es einem ja viel zu gut!?

Heike
www.lilla-koksgarden.se


>Wer wenig weiß redet viel, wer Wissen hat wird neugierig, wer viel Wissen hat schweigt<

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Re: Die supertolle schwedische Schule

Beitragvon Krümel97 » 16. Januar 2010 16:14

Hallo,

Liebe Heike, Danke Danke Danke.
du kannst dir gar nicht vorstellen wie erfreut ich deinen letzten Beitrag
gelesen habe. ( über den Jungen mit ADHS)
Das läst mich Mut schöpfen das es für unsern Sohn doch
irgendwann besser wird. ( wenn wir in Schweden sind)
Wir haben gerade jetzt ganz viel Ärger in der Schule. Bin eigentlich Fix und Fertig
Ich weiß das gehört nicht so zum Thema aber ich habe mich grad so gefreut.

Krümel :danke:

Schultüte

Re: Die supertolle schwedische Schule

Beitragvon Schultüte » 17. Januar 2010 09:39

God morgon,

hier aus gegebenem Anlaß die heutige (17.1.2010) söndags krönika aus Svenska Dagbladet, worin ganz gut zusammengefaßt ist, was im Laufe der Jahre aus der schwedischen Schule geworden ist - bzw. was vielleicht mal wieder aus ihr werden könnte:

http://www.svd.se/opinion/ledarsidan/ku ... 103321.svd

tilmann

Re: Die supertolle schwedische Schule

Beitragvon tilmann » 17. Januar 2010 10:33

Der Artikel klingt sehr tendentiös.
(Oj, tendenziös meinte ich.)

Schultüte

Re: Die supertolle schwedische Schule

Beitragvon Schultüte » 18. Januar 2010 16:35

Ja, o.g. Artikel in Svenska Dagbladet spricht sich ganz klar gegen die sozialistische, gleichmacherische schwedische Flum-Schule aus (wie auch übrigens der amtierende Schulminister Jan Björklund). Und ich. Kinder sind Individualisten und keine vorgestanzten Objekte sozialistischer Vereinheitlichungs-Begierde, wie sie es mindestens in den letzten 15 Jahren in Schweden zu sein hatten (alle sind gleich, alle kriegen die gleichen Noten, bloß keine Anforderungen und schon gar keine Struktur). Ich hab das hier mit mehreren Kindern durch, und zwar an verschiedenen schwedischen Schulen - nein danke! Im übrigen werden Kinder nicht nur gern gefördert, sondern auch gern gefordert, damit sie ihre Kräfte, Begabungen und erreichten Ziele auch empfinden und darauf stolz sein können. Daran wachsen sie und werden stark. Meine Kinder hingegen schämen sich für ihre schwedische "Schulbildung" und vermeiden das Thema nach Möglichkeit. Ganz sicher jedenfalls im Gespräch mit ihren deutschen Freunden, damit die nicht merken, wie wenig sie hier in Schweden gelernt haben.

Wo hätte es schon mal jemals eine Gesellschaft gegeben


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