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Hallo Jana,
ja, peinlich ist es schon, dass einige Lehrkräfte es geschafft haben, den ganzen früher anerkannten Berufsstand ders Lehrers in den letzten Jahren ins Abseits zu stellen. Denn es liegt mit Sicherheit NICHT an den Eltern und schon gar nicht an den Schülern, die den Lehrkräften anvertraut werden. Aus einem angesehen Beruf ist mittlerweile der Eindruck entstanden, dass nur noch Personen diesen Beruf ergreifen, die an wenig Arbeitsanfall sowie an hohem Einkommen Interesse haben. Wenn jemand nicht weiß, was er studieren soll, dann studiert er auf Lehramt, das ist allgemein bekannt. Leider müssen die wirklich engagierten Lehrkräfte unter der Masse der wenig interessierten Personen leiden und dieses mit ausbaden. Sicherlich hat das verschiedene Hintergründe, die man hier in einem Forum für Schweden nicht alle behandeln kann. Aber trotzdem sollte man doch versuchen, hier Erfahrungsberichte ernst zu nehmen und nicht ins gleiche Horn der Lehrkräfte zu fallen, die behaupten, dass heutzutage alle Kinder nichts mehr taugen, dass sie nur noch am Computer sitzen oder interesselos in der Klasse sitzen. Denn genau wie es engagierte und beflissene Lehrkräfte gibt, so sind auch die meisten Kinder lernbegierung und gehen zunächst voller Freude zur Schule und wollen lernen. In Deinem posting kann man sich herauslesen, dass nur die Kinder Probleme haben, die gegen Leistungsdruck sind, die nicht lernen wollen. Ich weiß aber aus eigener Erfahrung, dass es bei uns gerade umgedreht der Fall war, deshalb glaube ich auch den Müttern, die hier gleiche Problemfälle ansprechen. Unsere Kinder wollten lernen, waren sogar begierig darauf, weil sie hoch motiviert waren. Das wurde ihnen aber vergellt durch Äußerungen seitens Lehrkräften, die würdelos waren. Du würdest anders über die Sache denken, wenn Du die Bücher lesen würdest, die ich in meinem Leben gelesen habe: Die Würde des Schülers ist antastbar von K. Singer oder auch andere Berichte von Eltern, die sehr engagiert sind, eine bessere und gute Bildung für alle Kinder zu erreichen, es ist schlicht unmöglich, da zuviele Interessen von Seiten der Kultusminister, der Schulleitungen und den Leuten, die mit Bildung zu tun haben, dagegen sprechen.
Es mag sein, dass in Schweden die Schulbildung auch nicht für alle Kinder optimal ist, aber dann müßte man sich erstmal darüber austauschen, was eine optimale Schulbildung generell ist. Die Ansprüche sind zu verschieden, es gibt Personen, die meinen nur mit Druck ausüben würde man etwas erreichen, andere haben die Einstellung, das Lob beflügelt. Da jedes Kind ein Individium ist, was anders erzogen wurde, was anders auf Schläge, Schimpf oder Lob reagiert, kann man gar nicht hier im Forum alles über einen Kamm scheren. Wenn aber die meisten Leute mit einer Sache zufrieden sind, wenn es 70 oder 75 % gut läuft, dann kann man davon ausgehen, dass das ein gutes Verhältnis ist und man mit dem zufrieden sein kann und muß. Ich schreibe hier nur von unseren Erfahrungen, weil jemand, der in Schweden mit der Schule zufrieden ist, weil es sehr gut für die Kinder läuft, sofort angegriffen wird und es als unglaubwürdig erachtet wird, was er von Deutschland Schulalltag berichtet. Wir haben die Schulzeit hinter uns gebracht, ich habe weiter kein Interesse daran, die Schule in Schweden zu loben, aber ich kann mich mit den Eltern identifizieren, die Probleme in Deutschland in den Schulen hatten und die jetzt froh sind, dass ihre Kinder wieder gerne zur Schule gehen und auch lernwillig sind.
Grüße Aelve
_________________ Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun. ( Goethe) http://www.traumhausschweden.de
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