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Hallo liebe Tulipa,
nein, unsere Kinder haben noch keine Kinder. Aber auch wenn sie welche hätten, würden wir unseren Kindern nicht vorschreiben oder vorschlagen, irgendwo hinzuziehen, wenn sie nicht selber dieses in Erwägung ziehen. Nur weil mein Mann und ich Schwedenliebhaber sind, müssen es unsere Kinder nicht sein und ich erwarte es nicht einmal. Übrigens hat die Freundin unseres Sohnes genauso schlechte Schulerfahrungen hinter sich bringen müssen wie wir. Sie ist legasthen genauso wie unser Sohn. Sie wurde gedrückt von den Lehrkräften und sie hat deshalb nur die Hauptschule besucht, da es seitens der Lehrkräfte stets hieß, dass Legastheniker keine höhere Schulbildung schaffen können. Sie hat dann ihren Realschulabschluß nachgemacht, dann eine Lehre absolviert und holt jetzt ihr Abitur nach, danach will sie studieren. Sie ist sehr ehrgeizig und mehr als fleißig, da ihre Mutter sie aber schulisch nicht unterstützt hat, mußte sie diesen schweren Weg über das Nachholen des Abiturs gehen, den sie jetzt geht. Und das finde ich so gemein, dass man Kindern, die an irgendeiner Sache leiden, den Lebensweg ungleich schwerer macht als Kindern, die von Natur aus diesen Nachteil nicht haben. Ein Kind mit einer Schwäche, sei es der Sprache, der Rechtschreibung oder Diskalkulie, sei es, dass das Kind nicht so gut hören kann oder hat andere Krankheiten, dann ist das Kind bei den meisten Lehrkräften abgeschrieben.
Ich kann im Leben nicht die Einstellung nachvollziehen, dass ein Kind mit irgendeiner Behinderung, sei es Sehschwäche, Hörschwäche oder Lähmung nicht die gleichen Chancen haben soll wie ein gesundes Kind. Eher das Gegenteil müßte der Fall sein, um dem Kind mit einer angeborenen oder ererbten Schwäche die Möglichkeit zu geben, diese Schwäche zu überwinden und dadurch später eine gleichwertige Person in dem System sein zu können, ist man doch geradezu dazu verpflichtet, dem Schwächeren zu helfen und zu versuchen, dass er es genauso schaffen kann wie alle anderen auch. Auch volkswirtschaftlich gesehen ist es ein Unding, einigen Leuten nicht zu einer guten und vollständigen Bildung zu verhelfen. Personen, die nicht gemäß ihrer Begabung beschult werden, stellen später oft für die Gesellschaft Problemfälle dar, entweder werden sie durch Herabsetzung zum Versager, zweifeln an ihren eigenen Fähigkeiten oder schlimmstenfalls werden sie kriminell, weil sie sich in der Gesellschaft nicht aufgehoben fühlen.
Genauso wenig kann ich nachvollziehen, warum das Kind von Krümel, nur weil es ein wenig wilder oder temeramentvoller ist als der Durchschnitt, evtl. sogar intelligenter als der normale Durchschnitt jetzt scheitern soll, nur weil eine Lehrkraft es nicht richtig einschätzen kann oder sogar davon geleitet wird, dass sie möglichst wenig Arbeit mit einer Schülerin hat.
In was für einer Gesellschaft leben wir denn in Deutschland, wenn nur noch aussortiert wird nach Laune und Einschätzung von Leuten, die es sich bequem machen wollen, aber für ihre eigenen Kinder natürlich nur das Beste wollen. Selbst wenn ihre eigenen Kinder vielleicht nur Pfeifen sind, aber als Lehrkraft hat man ja ganz andere Möglichkeiten, sein Kind dann durch das Abitur zu bringen.
Nein, da lobe ich mir eine Schule, die evtl. auch ihre Fehler hat, aber dafür human ist und jedem Kind -egal aus welcher Schicht - gleiche Chancen bietet.
Grüße Aelve
_________________ Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun. ( Goethe) http://www.traumhausschweden.de
Zuletzt geändert von Aelve am 13. Januar 2010 13:13, insgesamt 3-mal geändert.
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