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Hallo Skogstroll,
ich persönlich bin für eine sehr gute Ausbildung der Schüler/innen. Egal in welchem Land der Erde. Ich selber bin in den 60er Jahren zur Schule gegangen und hatte eine gute Schulzeit. Da man damals als Kind armer Eltern in der Regel auf der Volksschule blieb, denn viele Eltern hatten kein Geld, um ihren Kindern Fahrgeld oder Schulbücher zur Verfügung zu stellen, war ich später oft frustriert, dass mir keine höhere Schullaufbahn vergönnt war. Deshalb absolvierte ich über den zweiten Bildungsweg meinen Betriebswirt, wobei ich damals aber noch mit Volksschulbildung eine Lehre als Steuerfachgehilfin abschließen konnte. Heute nimmt kein Steuerberaterbüro mehr eine Auszubildende in die Lehre, die kein Abitur hat. Also hat sich alles sehr verändert, was früher Volksschule war, ist heute Realschule oder sogar Gymnasium. Das hat sich einfach so ergeben, vielleicht dadurch, dass die Firmen nur noch Auszubildende einstellen, die am besten Abitur haben, selbst Realschulbildung reicht oft nicht aus. Dieses mag dazu geführt haben, dass viele Eltern ihre Kinder auf den Gymnasien beschulen lassen wollen. Vielleicht hat die Überfüllung der Gymnasien dafür gesorgt, dass die Lehrkräfte aussieben müssen, auf jeden Fall ist es inzwischen so, dass hoch intelligente Kinder aussortiert werden, teilweise weil sie in der Entwicklung ein wenig langsamer sind - also eher Spätzünder oder auch weil sie bei der geforderten Geschwindigkeit nicht mehr mithalten können. Es wird sehr viel nur nach mündlicher Mitarbeit geschaut, ein Kind, welches eher gut schreiben kann, hat weniger Chancen als ein Kind, was sich durch Zwischenrufe und mündlichem Hervortun in den Vordergrund drängt. Durch meine eigene gute Schulzeit war ich stets zum Lernen motiviert, auch konnte ich unsere Kinder prima motivieren. Da sie aber eher ruhig und artig waren, gerieten sie bei den Lehrkräften schnell in die berühmte Schublade, dass sie nichts können und sich auch nicht durchzusetzen vermögen. Wir haben in der Schulzeit unserer Kinder soviel Widerwärtigkeiten erlebt, soviele Gemeinheiten und Lügen der Lehrkräfte hinnehmen müssen, dass ich heute allen Eltern, die mit ihren Kindern in der Schule Schwierigkeiten habe, dieses voll abnehme. Wenn ich selber nicht soviel Wert auf gute Bildung legen würde, meine Kinder deshalb auf eine bezahlte Privatschule schickte, dann würden unsere Kinder heute ganz anders davorstehen. Und ich bedaure deshalb zutiefst, dass soviele Kinder aussortiert werden in Deutschland, das wird sich meiner Meinung nach noch sehr rächen. Und ich weiß auch von sehr vielen Kindern, die eine gute durchschnittliche Intelligenz besitzen und trotzdem auf Förderschulen landeten. Wer nicht sehr ehrgeizig ist, dem ist sein Lebensweg mit einfacher Bildung und darauf basierend eventuell fehlendem Ausbildungsplatz vorprogrammiert. Viele kluge Kinder scheitern aber auch dadurch, dass ihr Leistungsvermögen nicht erkannt wurde, weder seitens der Lehrkräfte noch seitens der Eltern. Viele Eltern scheuen sich, an sich und ihre Kinder zu glauben, nur weil die Lehrkräfte ihnen weisgemacht haben, dass ihre Kinder keine Leistung zeigen. So werden gute Potentiale verschenkt, in einem Land, welches auf ihr know how angewiesen ist, eine Katastrophe.
Umgedreht finde ich es auch nicht gut, den Kindern nur Kuschelecken und Spielkram anzubieten, denn Kinder wollen hohe Anforderungen haben, damit sie motiviert sind. Aber es gibt zuviele verschiedene Ansichten, wie man Kinder motiviert. Meines Erachtens nur mit Lob, mit Anerkennung, mit genügend hohen Anforderungen, mit Wohlwollen von Lehrerseiten. Von Wohnwollen von Lehrerseiten haben wir nach vielen bitteren Jahren auf öffentlichen Schulen erst auf dem Privatgymnasium etwas gespürt. Dort auf der Privatschule waren nur angestellte Lehrkräfte, diese hatten noch Biß und ihr Bestreben galt der Vermittlung von Wissen für die anvertrauten Kinder. Dabei war es nicht so, wie aus vielen Vorurteilen zu hören, dass die Anforderungen geringer waren als auf den öffentlichen Schulen, denn die Prüfungen waren umfangreicher, da sie alle Lehrfächer umfaßten. Aber die Lehrkräfte akzeptierten, dass es ruhige und in sich gekehrte Schüler gibt, dass es auch Kinder gibt, die sich nicht durch Zwischenrufe hervortun sondern durch gute schriftliche Mitarbeit und gute Hausaufgabenerfüllung.
Grüße Aelve
_________________ Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun. ( Goethe) http://www.traumhausschweden.de
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