Die supertolle schwedische Schule

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Tommy3

Re: Die supertolle schwedische Schule

Beitragvon Tommy3 » 21. Dezember 2009 14:24

Hej Skogstroll,

ich fürchte, du wirst hier auf taube Ohren stossen, weil deine Erfahrungen und Einsichten nicht so ins Bild passen. Ich unterstütze sie vollkommen. Sehe an meinen eigenen Söhnen, dass 12 Jahre schwedischer Schule zum grössten Teil verschenkte Zeit waren.
Manche schwedischen Lehrer können noch nichtmal korrekte schwedische Sätze formulieren, und das muss mir als Ausländer auffallen. Schon peinlich, oder?
Es gibt allerdings auch rühmliche Ausnahmen, sowohl auf Seiten der Lehrer als auch auf Seiten der Schüler. Darf man nicht vergessen.

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Aelve
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Re: Die supertolle schwedische Schule

Beitragvon Aelve » 21. Dezember 2009 15:02

Hallo Skogstroll,

ich persönlich bin für eine sehr gute Ausbildung der Schüler/innen. Egal in welchem Land der Erde. Ich selber bin in den 60er Jahren zur Schule gegangen und hatte eine gute Schulzeit. Da man damals als Kind armer Eltern in der Regel auf der Volksschule blieb, denn viele Eltern hatten kein Geld, um ihren Kindern Fahrgeld oder Schulbücher zur Verfügung zu stellen, war ich später oft frustriert, dass mir keine höhere Schullaufbahn vergönnt war. Deshalb absolvierte ich über den zweiten Bildungsweg meinen Betriebswirt, wobei ich damals aber noch mit Volksschulbildung eine Lehre als Steuerfachgehilfin abschließen konnte. Heute nimmt kein Steuerberaterbüro mehr eine Auszubildende in die Lehre, die kein Abitur hat.
Also hat sich alles sehr verändert, was früher Volksschule war, ist heute Realschule oder sogar Gymnasium. Das hat sich einfach so ergeben, vielleicht dadurch, dass die Firmen nur noch Auszubildende einstellen, die am besten Abitur haben, selbst Realschulbildung reicht oft nicht aus. Dieses mag dazu geführt haben, dass viele Eltern ihre Kinder auf den Gymnasien beschulen lassen wollen. Vielleicht hat die Überfüllung der Gymnasien dafür gesorgt, dass die Lehrkräfte aussieben müssen, auf jeden Fall ist es inzwischen so, dass hoch intelligente Kinder aussortiert werden, teilweise weil sie in der Entwicklung ein wenig langsamer sind - also eher Spätzünder oder auch weil sie bei der geforderten Geschwindigkeit nicht mehr mithalten können. Es wird sehr viel nur nach mündlicher Mitarbeit geschaut, ein Kind, welches eher gut schreiben kann, hat weniger Chancen als ein Kind, was sich durch Zwischenrufe und mündlichem Hervortun in den Vordergrund drängt.
Durch meine eigene gute Schulzeit war ich stets zum Lernen motiviert, auch konnte ich unsere Kinder prima motivieren.
Da sie aber eher ruhig und artig waren, gerieten sie bei den Lehrkräften schnell in die berühmte Schublade, dass sie nichts können und sich auch nicht durchzusetzen vermögen.
Wir haben in der Schulzeit unserer Kinder soviel Widerwärtigkeiten erlebt, soviele Gemeinheiten und Lügen der Lehrkräfte hinnehmen müssen, dass ich heute allen Eltern, die mit ihren Kindern in der Schule Schwierigkeiten habe, dieses voll abnehme. Wenn ich selber nicht soviel Wert auf gute Bildung legen würde, meine Kinder deshalb auf eine bezahlte Privatschule schickte, dann würden unsere Kinder heute ganz anders davorstehen. Und ich bedaure deshalb zutiefst, dass soviele Kinder aussortiert werden in Deutschland, das wird sich meiner Meinung nach noch sehr rächen. Und ich weiß auch von sehr vielen Kindern, die eine gute durchschnittliche Intelligenz besitzen und trotzdem auf Förderschulen landeten. Wer nicht sehr ehrgeizig ist, dem ist sein Lebensweg mit einfacher Bildung und darauf basierend eventuell fehlendem Ausbildungsplatz vorprogrammiert. Viele kluge Kinder scheitern aber auch dadurch, dass ihr Leistungsvermögen nicht erkannt wurde, weder seitens der Lehrkräfte noch seitens der Eltern. Viele Eltern scheuen sich, an sich und ihre Kinder zu glauben, nur weil die Lehrkräfte ihnen weisgemacht haben, dass ihre Kinder keine Leistung zeigen. So werden gute Potentiale verschenkt, in einem Land, welches auf ihr know how angewiesen ist, eine Katastrophe.

Umgedreht finde ich es auch nicht gut, den Kindern nur Kuschelecken und Spielkram anzubieten, denn Kinder wollen hohe Anforderungen haben, damit sie motiviert sind.
Aber es gibt zuviele verschiedene Ansichten, wie man Kinder motiviert. Meines Erachtens nur mit Lob, mit Anerkennung, mit genügend hohen Anforderungen, mit Wohlwollen von Lehrerseiten.
Von Wohnwollen von Lehrerseiten haben wir nach vielen bitteren Jahren auf öffentlichen Schulen erst auf dem Privatgymnasium etwas gespürt.
Dort auf der Privatschule waren nur angestellte Lehrkräfte, diese hatten noch Biß und ihr Bestreben galt der Vermittlung von Wissen für die anvertrauten Kinder. Dabei war es nicht so, wie aus vielen Vorurteilen zu hören, dass die Anforderungen geringer waren als auf den öffentlichen Schulen, denn die Prüfungen waren umfangreicher, da sie alle Lehrfächer umfaßten. Aber die Lehrkräfte akzeptierten, dass es ruhige und in sich gekehrte Schüler gibt, dass es auch Kinder gibt, die sich nicht durch Zwischenrufe hervortun sondern durch gute schriftliche Mitarbeit und gute Hausaufgabenerfüllung.

Grüße Aelve
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Re: Die supertolle schwedische Schule

Beitragvon Skoghult » 21. Dezember 2009 17:51

:D

Hej Aelve,

und nicht zu vergessen - die Amokläufe an deutschen Schulen.

Das sind heut meist unauffällige Schüler - lassen sie so ihren Frust ab ?

Hat sich das Blatt gewendet ?

Was Du selbst erlebt hast ist sicher nicht schön, aber wir leben heute in einer schnelllebigen Zeit, da hat sich schon wieder sehr viel geändert.

:smt006
Gruss Marie-Luise

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Re: Die supertolle schwedische Schule

Beitragvon allihop » 21. Dezember 2009 20:44


Schultüte

Re: Die supertolle schwedische Schule

Beitragvon Schultüte » 21. Dezember 2009 22:48

Hej,

wenn man findet bzw. darauf hinweist, daß die schwedische Schule zu wünschen übrig läßt (was sie tut), muß man deswegen nicht automatisch die deutsche Schule gut finden (was ich z.B. nicht tue.)

Wenn man in einem Schwedenforum den Link zu einem schwedischen Bericht in's Netz stellt und freundlicherweise auch für nicht schwedisch-kundige in Kurzform auf deutsch mitteilt, was drinsteht, ist man kein Unruhestifter, sondern man informiert.

Wie Skogstroll sagte: der gute Ruf der schwedischen Schule lebt praktisch nur noch vom Eingemachten der früheren Jahre. Aber nett, gemütlich und gar keine Angst/Streß/Druck erregend ist sie ganz sicher und lieb zu den Kindern. Das ist ja auch ein Wert an sich. Für Bildung sorgt man halt selbst, so gut es geht.

Was die verschenkten Jahre betrifft, muß ich Tommy3 beipflichten. Meine Kinder hätten im Prinzip genauso gut die ganzen Jahre zuhause bleiben können. Aber wie sagte es mir der Rektor einer schwedischen Schule einmal höchstpersönlich: In Schweden (jedenfalls auf dem Land) geht man nicht in die Schule, um was zu lernen. Man geht dorthin, um kompisar (Freunde/Kumpel) zu treffen. Das im Zusammenhang mit einem Gespräch über meinen gemobbten Sohn, der von seinen Mitschülern gemobbt wurde, weil er "tüchtig" war, also weil er überhaupt lernen wollte und irgendwie naiverweise annahm, dafür sei die Schule da. Wie man sich täuschen kann. Aber sehr schöne Schulräume, wirklich... :wink:

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Re: Die supertolle schwedische Schule

Beitragvon Aelve » 22. Dezember 2009 09:12

Hallo Schultüte,

wenn ich über die deutsche Schulbildung berichte, heißt das nicht, dass ich automatisch alles was schwedisch ist, gut oder besser finde. Ich finde es nur gut, dass die Chancengleichheit auf den schwedischen Schulen höher ist.

Wenn es auf schwedischen Schulen so abläuft, wie hier vielfach berichtet wird, dann ist mittlerweile auch in Schweden vieles im Argen. Ich gehe mit Dir konform, dass es sehr unschön ist, wenn der tüchtige Schüler untergebuttert wird, nur weil er lernbegierig ist und fleißig. Wie sollen denn die Schüler darauf vorbereitet werden, dass sie später im Berufsleben ihren Mann/Frau stehen müssen und dass sie sich anstrengen müssen. Ich finde das fatal, wenn es wie Du berichtest, in Eurer Schule und Klasse so abläuft. Übrigens hat auch unser Sohn, als er erwachsen war und die Berufsschule besuchte, mal berichtet, dass er nicht soviel lernt, weil er sowieso dort schon als Streber gilt, nur weil er in der Berufsschule dann einer der Besten war. Es ist leider oft so, dass sich tüchtige und strebsame Personen von den Leuten, die eher faul und bequem sind, sich des Strebertums bezichtigen lassen müssen. Das ist leider dann der Neidgedanke, der bei vielen durchkommt, weil jemand strebsamer und fleißiger ist als er selber.

Ich glaube da hilft nur ein Eltern/Lehrergespräch, in dem man als Eltern den Lehrer bittet, Hilfe zu leisten indem er die Klasse darüber aufklärt, dass Faulheit sich selten auszahlt, sondern dass in der heutigen Zeit fleißige Leute bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben und dass es auch viel mehr Spaß macht, wenn man viele Dinge gut beherrscht und wissensdurstig ist.
Auch der betroffene Schüler kann dem Neid etwas entgegen wirken, indem er stets seine Hilfe anbietet, falls jemand einige Dinge nicht so leicht kapiert. Ich dachte, dass gerade in Schweden, die Zusammenarbeit und der Teamgedanke im Vordergrund steht, danach müßte doch ein Schüler, der klug und tüchtig ist, eher angesehen sein, als jemand der eine Trantüte ist.

Grüße Aelve
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glada

Re: Die supertolle schwedische Schule

Beitragvon glada » 22. Dezember 2009 09:47

Bekannte von uns sind vor gut einem Jahr mit ihren drei Kindern wieder nach Deutschland zurückgezogen. Obwohl sie eine Klassenstufe zurück gesetzt wurden, hatten sie ihre liebe Not. Mittlerweile haben sie wohl das Klassenniveau erreicht.
Vor einigen Monaten sind sie mal wieder nach Schweden zu Besuch gekommen und haben auch bei ihrer alten Schule vorbei geschaut. Die Lehrerin dort, mit der wir befreundet sind, ist sehr der Unterschied aufgefallen. Einerseits, welche Dominanz Schule im Leben der beiden Deutschen hat, andererseits, wie gering die eigenen Ansprüche an die Schüler sind.

Der Vater hat die Angewohnheit, die Kinder abends zu fragen, was die Kinder denn so in der Schule am Tag gelernt hätten: In Schweden bekam er immer zur Antwort:"Nichts!"

Ansonsten kann ich auch eure Beobachtungen über schwedischen Schulen bestätigen. Die Erwartungen an die Schüler sind eher gering. Ich versuche mich immer selbst zu manipulieren und sage, dass eben andere Schwerpunkte gelegt werden, Gemeinschaft, musikalische Erziehung, Sport, usw. Wahrscheinlich ist da auch was dran. Aber wenn ich sehe, wie meine Kinder schreiben...
Was ich auf jeden Fall sagen kann ist, dass meine Kinder unbekümmert und gerne in die Schule gehen.

Was mich allerdings immer beschäftigt ist die Frage, inwieweit ich als Vater die "Mängel" der Schule auffangen kann. Ich versuche stets, spielerisch mit den Kindern Mathematik oder Schönschrift usw. zu üben. Wie macht ihr das?, ist es euch egal, oder lernt ihr Zuhause mit den Kindern? Wie reagieren die darauf?

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Re: Die supertolle schwedische Schule

Beitragvon sommarida » 22. Dezember 2009 10:36

Ich danke Skogstroll für seinen Beitrag auf Seite 2 :danke:
Det ä int så lätt å förklara för nån som int begrip... - Ingemar Stenmark

Fischkopf
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Re: Die supertolle schwedische Schule

Beitragvon Fischkopf » 22. Dezember 2009 11:10

Hej!

Wir sprechen mit unseren Kindern jede Tag über die Schule und fragen was so gemacht worden ist. Hier ist noch nicht einmal die Antwort "Nichts" gefallen.
Sie berichten darüber das Referate geschrieben worden sind und Volumberechnung gemacht worden sind, Naturwissenschaftlichen Ausflügen, Sportlichen Veranstaltungen usw.
Ich finde auch die Chancengleichheit an schwedischen Schulen besser. Mein großer Sohn hat eine Körperbehinderung, er wurde an deutschen Schulen nicht an einer "Regelschule" angenohmen. Er mußte sieben Jahre an einer Sonderschule für Behinderte unterrichtet werden. Hier in Schweden war das garkein Thema, er besucht das Brinellgymnasiet und hat am lernen sehr viel Spaß und wird gut gefördert. Komisch oder?
Meinem zweiten Sohn wurde in Deutschland eine Lese u. Rechtschreibschwäche unterstellt. Hier in Schweden war sie wie weg geblasen, er konnte rasch schwedisch Lesen und Schreiben. Komisch oder?

Warum will sich immer alles an die sogenannten "Schlauen" richten? Wer ist dazu berechtigt dieses zu unterscheiden? Ein Lehrer der den Schülern nichts mehr beibringt, nicht mal mehr ein einfaches "Guten Morgen"?
Ein Lehrer den man als halb Gott ansehen muß, nur weil er meint das sein Beruf der einzig richtige ist?

Schule sollte der Allgemeinheit müßen! Wenn wir nach den finanzen der Eltern richten, dürfte es in Deutschland ja bald keine höheren Schulen mehr geben. Da ein großteil der Bevölkerung ja schon Hartz IV bekommt oder dazu bekommt.

Grüsse
Fischkopf

Ichweißnicht(s)

Re: Die supertolle schwedische Schule

Beitragvon Ichweißnicht(s) » 3. Januar 2010 00:13

Wie immer bei solchen "Diskussionen", jeder pflegt seine Vorurteile, keiner geht auf die Argumente der Anderen ernsthaft ein, letztlich ist es nicht anders als bei jedem Stammtisch. Die Grundfrage wäre doch, was will ich, was erwarte ich von Schule und, wenn verglichen wird, welche der beiden Modelle erreicht dieses Ziel besser und warum.
Auch täte es gut hier zu unterscheiden zwischen Bildungsystem und Bildungsrealität und zu klären ob hier über die unterschiedlichen Systeme geredet wird oder über die unterschiedlichen Realitäten.

Bezüglich dessen was Schule vordringlich soll, so scheint es mir, gibt es hier wohl zwei gegensätzliche Richtungen, eine meint Schule sollte den Leistungswillen vorantreiben und die Schüler fit machen für den Auslesekampf in unserer Gesellschaft, obwoh einige Vertreter dieser Richtung sogar bekennen, dass sie diesen Auslesekampf nicht besonders toll finden. Vertreter dieser Richtung finden meist das deutsche Schulsystem besser. Die andere Ansicht meint Schule solle eher das soziale Verhalten, das Miteinander fördern, also nicht Auslese, Bestleistung um jeden Preis. Schule also als Ort an dem jeder jeden unterstützt, der Beste also auch jemand sein kann der andere fördert und genau aus diesem Grund der Beste ist, auch wenn er nach der fachbezogenen Leistung nicht die Spitze darstellt. Dies, so scheint mir, vertreten eher die Befürworter des schwedischen Schulsystems.
Nur, wenn zwei Parteien so gegensätzliches von Schule erwarten können sie nicht zusammen kommen, vor allem, wenn wie hier, die unterschiedlichen Ziele absolut gesetzt, aber nicht formuliert werden. Eigentlich müßte erst eine Diskussion über Schule und ihre Ziele an sich geführt werden, wenn auf dieser Ebene ein Konsens möglich wäre könnte darauf basierend eine Diskussion über den Unterschied zwischen deutschem und schwedischem Bildungssystem geführt werden.
Was mich andererseits sehr verwundert ist wie diese Diskussion so abseits der Realität geführt wird, mit so seltsamen Behauptungen wie Schweden würde demnächst wegen seines schlechten Bildungsystems den Bach runter gehen. Fakt scheint ja zu sein, so entnehme ich den Zeitungen und auch dem Internet, dass bei verschiedenen internationalen Vergleichsstudien zur Leistung der jeweiligen Bildungssysteme Schweden nie schlechter abschneidet als Deutschland. Daran kann doch nicht einfach vorbei argumentiert werden. Oder doch? Das würde aber sehr gegen das Bildungssystem des Landes sprechen aus dem der/die jeweilige Diskutant/in stammt.
Seltsam auch wenn jemand z.B. den Niedergang einiger schwedischer Firmen als Beweis für das miese Bildungssystem anführt. Als ob es nicht genügend deutsche Firmen mit dem gleichen Schicksal gäbe. Noch seltsamer wenn in diesem Zusammenhang behauptet wird die schwedische Firma Elektrolux sei auch aufgelöst oder irgendwas in dieser Richtung. Elektrolux ist Weltmarktführer in Haushaltsgeräten, ist immer noch schwedisch und hat in 1994 die DEUTSCHE Firma AEG in Teilen übernommen. Also genau umgekehrt wie behauptet.
Meine Forderung: Mehr Bildung auch in Diskussionen, mehr Kopf-, weniger Bauchdiskussion


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