Hej,
nur mal so, was mir heute aufgefallen ist: das aktuelle Heft der Zeitschrift für Erziehungswissenschaft (12. Jg. (2009) H. 4) trägt den schönen Titel "Mythos nordische Bildungssysteme". Da konnte ich nicht umhin, mal ein wenig darin zu blättern... Richtig gelesen habe ich aber nichts, habe ja auch anderes zu tun.
Schon im ersten Artikel heißt es dann ganz nett:
Kobarg/Prenzel 2009, S. 599 hat geschrieben:
Die Darstellungen nordischer Bildungssysteme und ihrer Erfolge haben sich möglicherweise bereits zu einer Idealvorstellung einer optimalen Lehr-Lern-Landschaft verfestigt, die auf allen Ebenen des Bildungssystems vorbildlich ist und somit als realistischer Bezugspunkt für die Weiterentwicklung des Schulsystems in Deutschland dienen kann. Sicher kann eine Funktion von internationalen Vergleichen durchaus darin gesehen werden, konkrete Visionen oder Benchmarks für die Weiterentwicklung von Bildungssystemen anzubieten. Ist aber eine Idealisierung des nordischen Bildungssystems, das in Finnland und Skandinavien in den Grundzügen gleich angelegt ist, wirklich gerechtfertigt? Gelingt es diesen Staaten gleichermaßen, einer großen Zahl ihrer Schülerinnen und Schüler die Kompetenzen zu vermitteln, die sie für das Leben und Weiterlernen in einer Wissensgesellschaft benötigen? Garantiert die Anlage der Bildungssysteme in den nordischen Staaten stabile Lernerfolge über längere Zeiträume und mit Blick auf die Zukunft?
Und im Fazit
Kobarg/Prenzel 2009, S. 612 hat geschrieben:
Im Hinblick auf den Erfolg ihrer Bildungssysteme scheint eine idealisierende Betrachtung der nordischen Staaten somit kaum gerechtfertigt. Letztlich kann so eigentlich nur von einem „Mythos Finnland“ gesprochen werden, denn trotz der ähnlichen Bildungssysteme und -landschaften in den fünf Staaten erzielt Finnland deutlich bessere Bildungsergebnisse.
Naja,
ich habe den Artikel nicht wirklich gelesen, ist eben so PISA-Zeugs. Aber interessant fand ich doch, dass auch die Bildungsforscher mal langsam merken, dass sich die Länder im Norden unterscheiden - und dass Mythen auch mal hinterfragt gehören ...
Einen Gruß,
Berta.