"Die Schweiz nimmt die Demokratie ernst"

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svenska-nyheter
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"Die Schweiz nimmt die Demokratie ernst"

Beitragvon svenska-nyheter » 10. Februar 2014 16:23

Die Schwedendemokraten (SD) begrüßen den Ausgang des von der Schweizer SVP initiierten Referendums, wonach der Zuzug von EU-Bürgern in die Schweiz begrenzt werden soll.

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(Diese Schweden-Nachricht stammt von SR International. Nachdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Radio Schweden.)

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Beitragvon meckpommbi » 10. Februar 2014 17:38

eine wirklich gelungene ueberschrift !!!!!

leider ist mir kein weiteres land bekannt das so demokratisch mit seinen buergern umgeht

ob es nun gut ist oder nicht fuer die schweiz ist ein anderes blatt und gegebenenfalls muessen sie dann auch mit den folgen leben
aber die art direkte demokratieausuebung ist wirklich ein traum
gruss meck

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Beitragvon HeikeBlekinge » 10. Februar 2014 19:01

Naja, die Ueberschrift zeugt in meinen Augen mal wieder von der Unfähigkeit der Verfasser beim deutschen Radio Schweden.

Und allzu laut Hurra! zu schreien bezgl. "Schweiz=Volksentscheid=Demokratie" ist in dem konkreten Fall sehr fraglich.

Ein gutes Essay dazu gab es schon vor einiger Zeit:
http://www.zeit.de/2012/24/CH-Buergerwahl

(es ist mir EGAL ob du Die Zeit noch liest oder nicht @meck!)

Zitat:
Das unterscheidet die Demokratie vom Populismus. Demokratie zählt Stimmen. Populismus braucht nur eine Stimme.


Ob die Schweizer, die fuer die Einschränkung wählten wirklich demokratisch dachten oder nur einer gewissen Stimmung folgten? Ich denke sie taten letzteres.

lg
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Re:

Beitragvon meckpommbi » 10. Februar 2014 19:22

heike ich hatte mich doch eigentlich unmissverständlich ausgedrueckt

ich stimme dir zu diese ueberschrift ist bestimmt so nicht wirklich gewollt :)

habe uebriges das Essay gelesen kann ich mit leben (schreien unnöltig)

was den konkreten anlass des gestrigen entscheides angeht bin ich warscheinlich auch näher bei dir als du denkst

und trotz allem ist dieses system fuer mich schon sehr weit am ideal, jedenfalls weit dichter als in tyskland eller sverige

gruss Birgit

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Re: Re:

Beitragvon EuraGerhard » 11. Februar 2014 12:11

Hallo Birgit!

meckpommbi hat geschrieben:und trotz allem ist dieses system fuer mich schon sehr weit am ideal, jedenfalls weit dichter als in tyskland eller sverige

Ist es für Dich denn auch näher am Ideal, dass aufgrund dieses Systems in der Schweiz das Frauenwahlrecht auf Landesebene erst 1971 eingeführt wurde? Mehrere frühere Initiativen, das Frauenwahlrecht einzuführen, wurden durch Volksabstimmungen (bei denen natürlich nur Männer abstimmen durften, Frauenwahlrecht gab es ja noch nicht) niedergeschmettert.

Und in einigen Kantonen hat es - ebenfalls aufgrund dieses Systems - sogar noch länger gedauert: Z.B. im Kanton Appenzell Innerrhoden wurde das Frauenwahlrecht erst 1990(!!!) eingeführt. Und das gelang nur, weil das höchste Gericht, das Bundesgericht, eine Volksabstimmung, die gegen das Frauenwahlrecht ausgegangen war, für verfassungswidrig erklärt hatte. Wäre es hier nach dem "Willen des Volkes" gegangen, die Frauen in Appenzell Innerrhoden hätten wohl bis heute kein Wahlrecht.

Noch ein Detail ist bemerkenswert, nur mal so zum Nachdenken: Die Einwanderer, gegen die sich die jetzige Volksabstimmung gerichtet hat, sind zum größten Teil Deutsche.

MfG
Gerhard

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Re:

Beitragvon meckpommbi » 11. Februar 2014 12:51

tja gerhard dem kan ich kaum wiedersprechen will ich auch nicht
näher am ideal heisst ja nicht perfekt !
nobady is perfekt ich mit meinen meinungen sicher erst recht nicht trotzdem habe ich sie :D

in unseren hochgelobten gesellschaften giebt es meiner meinung nach grosse demokratiedefizite und das schweizer modell beinhaltet eben doch einen kick mehr demokratie jetzt gott sei dank auch mit frauen :)
gruss Birgit

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Re:

Beitragvon HeikeBlekinge » 11. Februar 2014 13:56

Es schlichtweg falsch zu sagen, das die Schweiz demokratischer ist als andere Länder!
Es gibt verschiedene Formen der Demokratie.
Die Schweizer Form (direkte Demokratie) als demokratischer als alle andere zu sehen - naaaja...

http://de.wikipedia.org/wiki/Demokratie-Index
Laut dem Index ist die Schweiz auf Platz 7.
Angefuehrt wird er von Norwegen und Schweden!

Dein Ideal ist widerlegt, Birgit:
trotz allem ist dieses system fuer mich schon sehr weit am ideal, jedenfalls weit dichter als in tyskland eller sverige

Ein Ideal mag unterschiedlich definierbar sein. Aber die tatsächliche Definition in diesem Fall ueberlasse ich persönlich dann doch lieber den Fachleuten.
Klar, Deutschland ist auf Platz 14. Bloss sollte man vielleicht auch einmal daran denken,
das man froh sein kann nicht in einem der gelblich-roten dargestellten Ländern
des Index zu leben, und das sich unsere hochgelobten Gesellschaften im Gegensatz zu anderen Regionen der Erde tatsächlich als demokratisch betrachten duerfen!

Mein Eindruck: Am meisten Jammern tun immer diejenigen denen es gut geht.
Und: Wer meint, sich beschweren zu muessen, sollte selbst in Politik tätig werden.

Nenn doch einmal ein paar der hochgelobten Gesellschaften mit Demokratiedefiziten (gerne auch mit genauer Definiton der Defizite) welche deiner Ansicht nach tatsächlicher Demokratie wiedersprechen @Birgit.
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Re:

Beitragvon meckpommbi » 11. Februar 2014 15:52

keine ahnung ob falsch oder nicht mit sicherheit ein sehr subjektives bild meinerseits
Ich finde direkte demokratie eben wirklich gut - mal davon abgesehen das ich bei statistiken sofort an die zitronenfalter denken muss :D und das ich sie nicht selbst gefäscht habe - nett dabei auch der platz der usa nur so am rande
das die ku wenns ihr gut geht gern aufs glatteis geht auch war mein jammern ueber demokratiedefizite ist ein jammern auf hoechsten nivoue klar
das mit dem in die politik gehen hatten wir schon geklärt in einer anderen diskussion ich kann einfach nicht so gut luegen :oops:

was die beispiele angeht nun ganz besonders die presse meiner meinung nach sind wir von wirklich freier presse meilen entfernt und vieleicht koennte man auch den begriff finanzdiktatur mit in diesen kontest bringen
gruss Birgit

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Re:

Beitragvon HeikeBlekinge » 11. Februar 2014 16:18

Nun, die Medien sind fuer eine Demokratie lebenswichtig.
Solange sie unabhängig und objektiv sind.
Dazu gehören in erster Linie unabhängige Journalisten die ihr Handwerk
verstehen und dieses nicht populistisch ausfuehren.
Sei es wissentlich oder unwissentlich!

Gerade letzteres trifft leider viel zu oft heutzutage zu.
Vom Berufsethos ist nicht mehr viel zu sehen, äh lesen.
Ueber die Ausnutzung des Machtfaktors Medien
braucht man an sich erst gar nicht zu diskutieren ;-)

Ich denke uebigens, dass die Menschen erst ihre Bestimmung
finden werden, wenn die ganze Menschheit demokratisiert ist.
Wer weiss, vielleicht ist sie erst dann in der Lage nahtlos
in die Anarchie ueberzugehen :lol: :lol: :lol:
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Re:

Beitragvon knut245 » 11. Februar 2014 18:44

Natürlich wäre direkte Demokratie das Ideal, aber direkte Demokratie bedarf einer aufgeklärten Bevölkerung. Die Schweizer Abstimmung ist dagegen ein gutes Beispiel dafür, dass mit entsprechender Desinformation durch interessierte Kreise ein Abstimmungsergebnis herbeimanipuliert werden kann (wenn auch knapp). Denn hier wurde nicht über Fakten abgestimmt, sondern über Stimmungsmache durch Populisten in Politik und Medien. Und so ist das Ergebnis leider eher eine Antiwerbung für die direkte Demokratie. Schade.
Hier könnte auch etwas sinnvolles stehen, zum Beispiel ein Bier.


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