hej heike

ich kann mir vorstellen wie es dir geht. als ich hergezogen bin konnte ich nur 3 sätze die ich mehr auswendig gelernt hab als dass ich sie verstanden hätte. mich vorstellen, sagen woher ich komme und dass ich noch kein schwedisch kann. achja, und fragen ob mein gegenüber englisch spricht...aber damit fühlt man sich tierisch unwohl und als vollversager und mir war das furchtbar peinlich, wenn ich irgendwo was fragen musste. wenn ich irgendwo hinging wo ich vorher wusste dass ich mit jemandem reden muss, zum beispiel etwas bestellen, hab ich immer meinen freund mitgenommen damit der das für mich macht. - mitlerweile ist es umgekehrt, er schickt mich bestellen, damit ich in übung bleibe.
allerdings hatte ich in der schule keine probleme mit sprachen, ausser latein. so ging auch das schwedisch lernen recht fix, erstmal 2 monate mit lern-cd, dann aufnahmetest beim svensk för invandrare gemacht und den kurs innerhalb von 12 wochen abgeschlossen, wobei ich sagen muss ich konnte leider nur 1 mal die woche zum kurs gehen und den rest hab ich zuhause gemacht.
was jetzt irrsinnig blöd klingt, aber da das meiste schwedische fernsehen auf engl mit untertiteln ist, hab ich wann immer ich konnte den barnkanal geguckt, denn für die kleinen synchronisieren sie ja alles. und vor büchern hatte ich auch angst, also hab ich erstmal eins in der bücherei geholt, dass ich gleichzeitig grad auf deutsch gelesen hab, nur für den fall dass ich im schwedischen hängen bleibe. zu meiner überraschung ging das aber irre gut. und das hat mir dann so ein gutes gefühl gegeben dass ich mich neben radio hören auch an schwedische hörbücher getraut hab, beim autofahren zur arbeit und so und an bücher die ich noch nicht gelesen hatte. und siehe da es klappt.
dann kam wie gesagt schon die nationellt prov vom sfi und auch die ganz fix geschafft und riesig gefreut.
seitdem nutze ich jede gelegenheit die ich bekomme bei der arbeit und sonstwo mit möglichst vielen leuten zu reden um die ganzen dialekte noch einigermassen zu erkennen. denn auch wenn ich jetzt ein jahr hier bin und mich inzwischen ganz normal unterhalten kann - solang es nicht grossartig fachbegriffe benötigt - so hab ich doch ganz oft das problem dass ich die leute nicht ganz verstehe, weil sie schnell reden, oder nuscheln, oder von ganz woanders herkommen und ich den dortigen dialekt nicht verarbeiten kann.
das einzige was ich dir raten kann in solchen fällen ist, nicht den faden zu verlieren, sondern sobald du merkst du kommst nicht mehr mit, ganz schnell einwerfen, dass dein schwedisch noch nicht so super ist und fragen ob der andre langsamer sprechen kann - mach ich auch so - und dann besonders konzentrieren den dialekt langsam zu verstehen. nur übung macht den meister wie man so schön sagt. aber es ist auch noch keiner vom himmel gefallen.
und so schlimm ist die sprache nicht, lass dich nur nicht abschrecken wenn du mal was nicht verstehst. frag höflich nach einer wiederholung und obs vielleicht langsamer geht und versuch es immer wieder...
nur nicht aufgeben dann schaffst du das schon.
vielleicht hast du auch jemanden in der familie oder gute freunde die die sprache schon fliessend können? dann üb zuhause wo dich sonst keiner hört. mir selber wars am anfang zu peinlich mit meinem freund schwedisch zu reden weil er es kann und ich mich geschämt hab wenn ich was falsch gesagt hab. als ich mich weigern wollte hat er angefangen mich vorm schlafengehen zu zwingen die letzte halbe stunde nur noch schwedisch zu reden jeden tag und wenn ich nicht wollte wurde ich gekitzelt bis ichs gemacht hab. das hat wirklich geholfen.
am anfang nur ganz wenige sachen, kleine sätze oder er hat auf dinge gedeutet und gefragt wie sie heissen, beispielsweise der pc oder ein blatt pappier oder sein arm, etc. aber nicht nur das hilft sondern auch zu hören wenn er spricht und fragt. natürlich lernt man immer besser und sauberer mit einem muttersprachler, aber für den anfang ist glaub ich jede hilfe gut.
aber lass den kopf nich hängen und belohn dich auch mal wenn du dir was gemerkt hast und etwas kannst. erwarte nicht dass du ein ganzes buch in 2 tagen schaffst, versuchs mit einer seite und wenn die klappt und du lust hast mach weiter. wenn dir da schon die konzentration flöten geht, nimm dir ein eis und freu dich über die eine seite und nimm dir für später noch eine vor. wen interessiert wie schnell du liest? wichtig ist dass man irgendwas tut was einen weiter bringt.
aber jetz hör ich mal auf mit meinem gequassel und lass die andren ihre meinung kund tun. aber ich bin sicher du schaffst das, ich drück die daumen!!!
liebe grüsse, flo~