die Dunkelheit im Winter

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unbekannt

Re: die Dunkelheit im Winter

Beitragvon unbekannt » 7. März 2007 22:10

Wenn hier bei Neumond und Bewölkung totaler Stromausfall im ganzen Dorf ist, dann ist es im Winter wirklich zappenduster. Die nächste Stadt ist 10 km entfernt und ihr Widerschein reicht nicht für eine Orientierung. Ein Gefühl der Hilflosigkeit breitet sich aus.

Fährt man in einer sternklaren Nacht ein paar km in den Wald, offenbart sich ein faszinierender Anblick am Firnament. So deutlich habe ich die Sterne selten gesehen. Die Lichtverschmutzung fehlt weitgehend.

Übrigens bringt so ein Stromausfall in vielerlei Hinsicht eine willkommene Abwechslung in die langen Winterabende.

Das Leben spielt sich im Winter weitgehend drinnen ab. Das entsprechende Wohnambiente ist deshalb im Winter überlebenswichtig, um mit dem aufgezwungenen introvertierten Lebenstil zurechtzukommen. Langweilig wird es dennoch nicht. Meist muss das Haus von innen renoviert werden. Das Telefonieren von Deutschland nach Schweden ist mit entsprechenden Vorwahlnummern manchmal billiger als der Ortstarif. Viele sind neugierig und rufen an. Wem dann wirklich die Decke auf den Kopf fällt, kann man ja noch bis 22:00 einkaufen gehen. Gesetzlich geregelte Landenschlusszeiten gibt es nicht. Die Stadtbüchereien bieten eine Riesenauswahl an Literatur. Das Fernsehen zähle ich mehr zu den erschwerenden Faktoren. Internet mit DSL-Anschluss empfehle ich dringend. Haustiere bringen zusätzliche Abwechslung. Man gewöhnt sich schnell an diese Lebensart und alles andere wäre auch mit zu viel Stress verbunden. Obwohl wir wirkllch sehr ruhig in einem freistehenden Einfamilienhaus wohnen, träumen wir merkwürdigerweise davon eine sommarstuga zu kaufen, damit wir einen Ort haben, wo wir wirklich abschalten können. Die Schweden machen es ja auch so.

nobse

Re: die Dunkelheit im Winter

Beitragvon nobse » 7. März 2007 22:41

Es wird sehr oft von Stromausfall gesprochen und ich selbst habe es im Sommer bei Gewitter mitbekommen.Irgendwie scheinen die Netze nicht den Anforderungen zu entsprechen. Klar es ist fast 100 % ig alles Freileitung. doch bis auf Schneebruch an den Leiterseilen dürfte es keine Probleme geben. Oder hat Vattenfall einen Vertrag mit dem Innenministerium , die Bevölkerungzahl zu heben?

unbekannt

Re: die Dunkelheit im Winter

Beitragvon unbekannt » 7. März 2007 23:15

Wir hatten in 5 Monaten (3600 Stunden) etwa 5 Stunden Stromausfall. Das entspricht einer Netzverfügbarkeit von 99,86%. Ich denke nicht, dass dies einen demographisch messbaren Einfluss auf die Vertilitätsrate haben kann.

nobse

Re: die Dunkelheit im Winter

Beitragvon nobse » 7. März 2007 23:29

Ist aber eine ganze Menge. Ich meine an Ausfällen.

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Re: die Dunkelheit im Winter

Beitragvon Skogstroll » 8. März 2007 08:48

Hej,

tja, vielleicht sollte ich als meines Wissens nördlichster Schreiber was dazu sagen.
Am unangenehmsten sind eigentlich so die ersten Oktoberwochen, wenn es schon recht zeitig dunkel wird, aber noch kein Schnee liegt. Mit geschlossener Schneedecke ist die Dunkelheit viel besser zu ertragen, und eine klare Vollmondnacht mit Schnee ist richtig schön und verblüffend hell. Tja, und dann gibt es noch das Polarlicht. Das ist zwar nicht sonderlich hell, aber schön. Persönlich finde ich es in den Städten mit all dem Kunstlicht am unangenehmsten. Bei mir zu Hause gibt es keine Strassenbeleuchtung, was oft mit einem phantastischen Sternenhimmel belohnt wird.
Die Wochen um Weihnachten herum wird es vormittags gegen 10 dämmrig, bei klarem Wetter sogar ziemlich hell, aber 14:00 Uhr ist es schon wieder stockdunkel. Erst Mitte Januar kommt die Sonne wieder über den Horizont.
Man fährt in dieser Zeit meist in der Dunkelheit Auto, weshalb die meisten Zusatzscheinwerfer am Auto haben. Das persönliche Zeitgefühl kommt auf jeden Fall durcheinander.
Nicht alle kommen mit der Dunkelheit klar, nicht mal alle, die hier geboren sind, und nicht wenige ziehen deshalb in den Süden.

Das mit dem Zeitgefühl ist fast noch schlimmer im Sommer, wenn es gar nicht mehr dunkel wird. Ich habe mich daran gewöhnt, aber zum Schlafen sind dunkle Vorhänge schon angenehm.

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Re: die Dunkelheit im Winter

Beitragvon GECO » 8. März 2007 12:15

@Skogstroll
DAS wäre mir dann in jedem Fall ZU dunkel.
Ich denke, damit würd ich nicht klarkommen.....den Versuch würd ich nicht wagen. (wenn ich unzufrieden bin, werde ich unaustehlich...frag meinen Mann! :wink: )

also Nordschweden nur für den Urlaub, nicht zum dauerhaften Wohnen.
Das grenzt die Suche dann doch schonmal ein.

Conny

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Re: die Dunkelheit im Winter

Beitragvon Martin » 8. März 2007 12:31

Hej zusammen,

sorry, dass ich länger nichts hören ließ, aber unser DSL-Router hatte sich verabschiedet und es dauerte Wochen, bis dies mit Freenet endlich geklärt war. :evil:

Zu diesem Thread habe ich eine Frage, weil wir im Sommer den ersten Vorstoß nach Schweden machen.

Da wir bereits hier in Deutschland ein wenig Probleme mit dem winterlichen Lichtmangel haben, was sich Ende Januar als Depression zeigt, hätte ich gerne gewußt, in welcher Ecke Schwedens die Tage im Winter am längsten sind und der Winter im allgemeinen am kürzesten, da dies für unsere zukünftige Standortwahl schon von entscheidender Bedeutung ist.

Ich habe im Internet recherchiert, aber keine aufschlussreichen Antworten gefunden. Nicht mal bei Wikipedia, wo ein ausführlicher Beitrag zu Schweden, in allen Kriterien zu finden ist. Für diejenigen, die dort noch nicht gelandet sind, stelle ich den entsprechenden Link mal ein. Ich hoffe es ist erlaubt und ich mache Dietmar nicht unnötig Arbeit mit dem Entfernen. :oops: Falls doch, entschuldige im Voraus :roll:

http://de.wikipedia.org/wiki/Schweden

Vielen Dank im Voraus für Eure Antwort.

LG

Martin
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nobse

Re: die Dunkelheit im Winter

Beitragvon nobse » 8. März 2007 12:34

Skostroll:
Ich dachte die Zusatzscheinwerfer wären dafür gedacht ,das Wild ,sprich Ren und Konsorten früher auszumachen. Lieg ich da falsch,oder kommt es bei dir nicht so richtig rüber ? Bin mir jetzt unsicher.

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Re: die Dunkelheit im Winter

Beitragvon Skogstroll » 8. März 2007 13:21

Martin hat geschrieben:Hej zusammen,

Da wir bereits hier in Deutschland ein wenig Probleme mit dem winterlichen Lichtmangel haben, was sich Ende Januar als Depression zeigt, hätte ich gerne gewußt, in welcher Ecke Schwedens die Tage im Winter am längsten sind und der Winter im allgemeinen am kürzesten, da dies für unsere zukünftige Standortwahl schon von entscheidender Bedeutung ist.


Hej Martin,
die Länge des Tages bzw. auch die jahreszeitliche Schwankung der Tageslänge hängt nur vom Breitengrad ab, das kommt einfach durch die Neigung der Erdachse zur Ekliptik. Extremfall sind die Pole, wo es rein mathematisch 6 Monate Tag und dann 6 Monate Nacht gibt. Die Polarkreise sind definiert als die geographische Breite, an der zu Mittsommer die Sonne um Mitternacht gerade den (mathematischen) Horizont berührt bzw. zu Mittwinter gerade unterhalb des Horizontes bleibt. Spitzfindigkeiten, welcher Punkt der Sonne (Mittelpunkt, Oberkante, Unterkante) gemeint ist, lassen wir mal beiseite.
Am "mitteleuropäischsten" ist somit die Südspitze, also Trelleborg. Ob man dort wohnen möchste, ist eine andere Sache.
Etwas austricksen kann man die Sache durch geeignete Wohnortwahl. Auf einem Berg bzw. am Südhang hat man ein paar Minuten Sonne mehr.

@nobse: Die Zusatzlaternen hat man einfach, um mehr und weiter zu sehen. Dabei spielt es kaum eine Rolle, ob ein Ren oder ein Skiläufer auf der Piste ist. Bei Rentieren hat man sowieso kaum Chancen. Die stehen hinter dem Schneewall neben der Strasse, klettern hoch und rutschen 10m vor dir auf die Fahrbahn. Da ist es ziemlich egal, ob man 5x100W oder eine Kerze vorn am Auto hat.
Trotzdem ist es mit einem ordentlichen Fernlicht einfach angenehmer zu fahren.

Skogstroll

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Re: die Dunkelheit im Winter

Beitragvon Martin » 8. März 2007 14:06

Hej Skogstroll,

vielen Dank, für die Blitzreaktion. :)

Nun, ich hab's mir fast gedacht, dass je südlicher um so heller die Geschichte.

Kenne jedoch bislang Schweden nur von der Landkarte her und bin noch nicht über die allgemein bevorzugten Wohnlagen informiert. Habe auch gelesen, dass der Westen wärmer sein soll als der Osten aufgrund des Golfstromes.

Dann werden wir zunächst mal den Südwesten bereisen und uns dort umsehen. Die zweite Anreise ist dann für den Winter geplant, um Schweden auch in dieser Jahreszeit erst mal zu "spüren". Wir haben vor, jeweils ca. 2 Monate zu bleiben und uns ausgiebig umzusehen (Immobilienmarkt, Geldanlagemöglichkeiten, Mentalität der Menschen usw.).

Sind schon gespannt und hoffen, bis dahin die Sprache wenigstens für's Nötigste zu beherrschen.

Vielen Dank nochmal und

LG

Martin
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