Hej,
ganz so schwarz malen wie mein Vorredner möchte ich es nicht. Aber es steckt, wie fast in allem, auf alle Fälle auch viel Wahres drin.
Ich kenne durchaus Ärzte, die hier in Schweden weniger arbeiten als in Deutschland. Keine 60-70 Stunden in der Woche. Die Bezahlung ist schlechter als in Deutschland, aber vergleichsweise in Schweden, nicht schlecht. Trotzdem: Viele arbeiten sehr lange oder nehmen Teilzeitjobs, damit aber auch weniger Gehalt. Mein Mann, auch INgenieur, ist auch oft länger unterwegs. Er hat eine 40 Stunden Woche und früher klappte das ganz gut. Aber mit mehr Verantwortung in der Firma, wächst natürlich auch die Arbeit. Und somit die Stunden... Gehalt ist übrigens deutlich unter dem Niveau in der gleichen Branche in Deutschland. Aber wir leben nicht schlecht, für Schweden verdient er als Ingenieur vermutlich nicht mal sooo schlecht. Lehrer stehen hier deutlich schlechter da. Ich arbeite allerdings berufsfremd, weil ich sonst nichts finde und werde entsprechend niedrig entlohnt. Und ich arbeite wegen der Kinder nur teilzeit. Das macht sich bemerkbar.
Mein Fazit: So lange ihr keine Kinder habt, kann es fast nicht schaden. Selbst wenn Du erst mal mit weniger Gehalt einsteigst, Du kannst nach Deutschland zurück und dort dann eine neue Stelle suchen, wenn es Euch nicht gefällt. Solange Ihr das erstmal als Projekt seht, dann kann das eine tolle Chance sein.
Macht Euch einfach drauf gefasst, dass es nicht unbedingt viel mehr Zeit bedeuten muss.
Es kann, muss aber nicht. Und da das Gehalt erst mal nicht so wichtig ist und keine Kinder da sind, Ihr also beide voll arbeiten könnt, dürfte das kein Problem sein.
Erst wenn man sich entscheiden muss ob man die Kinder den ganzen Tag im Hort lässt, damit man selber genug verdient oder ob man auf vieles verzichtet, obwohl man in Deutschland mehr hätte, da wirds dann spannend. Aber auch da entscheiden alle individuell.
Grüsse
WIebke