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Schweden
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 Betreff des Beitrags: Deutschland ist anhänglich.
BeitragVerfasst: 31. August 2010 15:18 
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Der Tag meiner Freiheit (Diplomverteidigung) rückt immer näher.
Deshalb schreibe ich seit Ende Juli Bewerbung und würde mich so sehr über eine Stelle (von mir aus befristet, vorläufig oder in der Pampa) unheimlich freuen. Was ist bisher bekommen habe, sind die Aussagen "Oh, ich bin frisch aus dem Urlaub zurück" und "Die Sichtung der Bewerbungen kann noch ein paar Wochen dauern".

Stattdessen habe ich jetzt in Deutschland mein zweites Stellenangebot bekommen, obwohl ich KEINE Bewerbungen geschrieben habe. Die eine von der Firma, wo ich meine Diplomarbeit schreibe und die andere von einer wildfremden Ingenieurs-Firma, die mein Profil beim Arbeitsamt gefunden hat. Bei beiden Firmen würde ich mehr Geld verdienen als in Schweden und beide werde ich absagen.

Ein komisches Gefühl!

(Ja, ich weiß, wenn ich noch ne Weile warte und Erfahrung habe nimmt mich in Schweden lieber, aber wir werden trotzdem im Oktober, November auswandern).

Weiterhin: Wer jemanden kennt, der jemanden kennt, der einen Ingineur sucht, sagt bitte Bescheid :)

Danke fürs lesen.
Gruß Biber/Tobias


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 Betreff des Beitrags: Re: Deutschland ist anhänglich.
BeitragVerfasst: 31. August 2010 16:18 
Herzlichen Glueckwunsch zum baldigen Diplom und viel Erfolg und Durchhaltevermögen bei der Stellensuche in Schweden. Ich hoffe, Du findest eine Anstellung, die Deinem Profil entspricht und musst nicht gegen Deinen Willen fachfremd tätig sein. Persönlich wuerde ich den Schritt nach Schweden nicht mehr tun und hoffe in ein paar Jahren, wenn die Kinder aus dem schwedischen System raus sind, noch die Möglichkeit zu haben Schweden den Ruecken kehren zu können.


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 Betreff des Beitrags: Re: Deutschland ist anhänglich.
BeitragVerfasst: 31. August 2010 17:30 
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Vielen Dank.

Jetzt hast Du mich geködert! Warum willst Du zurück?
Gruß
Tobias


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 Betreff des Beitrags: Re: Deutschland ist anhänglich.
BeitragVerfasst: 31. August 2010 20:17 
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Wäre es nicht cleverer erstmal in Deutschland eine der Stellen zu nehmen und dann aus sicherer Position und in Ruhe in Schweden zu suchen?

_________________
LG Psychologiestudentin
Unter hundert Menschen liebe ich nur einen, unter hundert Hunden neunundneunzig!


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 Betreff des Beitrags: Re: Deutschland ist anhänglich.
BeitragVerfasst: 31. August 2010 22:05 
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Beiträge: 662
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Ich formuliere die Frage nochmal um: Erstmal 5 Jahre in Deutschland sitzen und vom Ausland träumen oder
das Risiko eingehen und direkt einen Job im Ausland suchen wenn man noch vollkommen ungebunden ist?
Wie auch immer die Antwort ausfällt, hoffe sie orientiert sich nicht am Gras, das erscheint immer grüner auf der anderen Seite.

:)


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 Betreff des Beitrags: Re: Deutschland ist anhänglich.
BeitragVerfasst: 31. August 2010 23:28 
Schwedenfreund
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Beiträge: 767
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Biber hat geschrieben:
Vielen Dank.

Jetzt hast Du mich geködert! Warum willst Du zurück?
Gruß
Tobias


Das ködert Dich???

Nun...ich hab es ja auch schon mal "angedeutet".
Wenn mein Mann nicht hier eine Position hätte, die es mir im Moment noch erlaubt zu Hause zu bleiben und nicht wie viele...auch gut ausgebildete Schweden...sich den A... aufzureissen, um ueber die Runden zu kommen und ihre Kinder dafuer bis zu 9-11 Stunden in fragwuerdige Horte zu schicken, wäre ich, wegen meinem Kind, schon längst wieder ausgewandert.

Ich meinte nicht, wie ich es schon in einem anderen Thread erwähnte, erstmal in D Deinen Marktwert zu erhöhen, um als "Neureicher" in S durchzustarten, sondern um ein Niveau zu erreichen, das ein Ingenieur und eine Ärztin in D im Durchschnitt haben!

Nutz Deine freie Zeit bis Deine Frau fertig ist, nicht um Dich kopflos ins schwedische Abenteur zu stuerzen, sondern infomier Dich mal ueber das Sozialsystem, Krankenversorgung, Schulausbildung.

Macht was aus Deiner / Eurer Ausbildung!!!!!!!!
Gerade in Deinem Fall finde ich es so tragisch.
Du sagst selbst...sie tragen Dir im Moment die Jobs hinterher. Nimm die Chance..und Dein dort gut verdientes Geld und gönnt Euch ein paar ausgedehnte Urlaube in Schweden.
Knuepft Kontakte und lernt das Land kennen.

Auswandern kann man auch noch mit kleinen Kindern.


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 Betreff des Beitrags: Re: Deutschland ist anhänglich.
BeitragVerfasst: 31. August 2010 23:48 
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Ja es ködert mich - es weckt meine Neugierde. Es ist interessant von anderer Leute Erfahrung zu hören.

Wie stürzen uns in das Abenteuer, weil wir nichts zu verlieren haben. Wir werden viele Erfahrungen sammeln, gute und schlechte und können dann jeder Zeit wieder entscheiden was wir tun - dableiben oder zurückgehen.

Einer unserer Grunde: Wir wollen etwas von einander haben. In Deutschland hätten wir mit unseren Jobs nicht viel Zeit zusammen.
Geld ist uns egal - ich denke nicht dass wir mit den Gehältern einer Ärztin und eines Ingenieurs am Hungertuch nagen werden.

Und in 5 Jahren, den Job hinschmeißen, die Kinder packen und nach Schweden zu ziehen, nur um die Kinder ein Jahr später wieder zu nehmen und nach Deutschland zu bringen fänd ich unfair.

Ich habe den Thread eröffnet, weil ich die Situation lustig fand.

Über das Schwedische System haben wir uns informiert - seit 2-3 Jahren. Mehrere Bücher uns zig Seiten im Internet
Tragisch ist mein Fall noch lange nicht, hätte ich den Job (von meiner Diplomarbeit) genommen wüßte ich 100% dass ich an vier Tagen der Woche nicht vor 19:00Uhr zu Hause wäre (8:00Uhr da sein). Das wird erwartet. Ich hätte eigene Projekte und Aufgaben und könnte nicht sagen "Schatz ich komme heute früh nach Hause, lass uns ins Kino gehen".

Oh, ich geh jetzt erstmal schlafen, morgen wird ein langer Tag.
Grüße
Tobias


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 Betreff des Beitrags: Re: Deutschland ist anhänglich.
BeitragVerfasst: 1. September 2010 08:54 
Erstmal stimme ich blue zu. Ich wollte niemanden ködern, aber das mit dem Kino könnt ihr auch streichen, sowohl Deine Frau als Ärztin, als auch Du. Als ausländischer Ingenieur wirst Du in Schweden genuegend arbeiten muessen, so dass ihr die Tage zählen könnt, an denen ihr nach Feierabend noch angeln oder Elche jagen gehen könnt, es sei denn ihr lasst Euch in der Pampa nieder, wo allerdings die Ingenieurstellen schwer zu finden sind und Deine Frau von ihrem Arztgehalt alleine Euch nicht wird ernähren können.
Natuerlich treibt einen die Neugier und ihr seid noch ungebunden etc, aber von Schweden aus betrachtet erscheint es mir subjektiv einfach als Verschwendung von Möglichkeiten mit diesen Berufen ausgerechnet nach Schweden zu gehen. Sei so nett und schildere Du mal die Motivation und Antriebskraft, mit der ihr euren Schritt nach Schweden plant. Wir waren damals auch so volller Elan und Neugier und konnten es kaum erwarten das Staatsexamen in der Hand zu halten und nach Schweden zu kommen....Vielleicht sehe ich das dann auch wieder ein bisschen mehr aus der anderen Sicht. Die Lebensqualität wuerde sich in D mit bedeutend geringerem Aufwand/Verzicht erreichen lassen, als das was ihr in Schweden werdet leisten muessen. Ist ja nett, dass ihr auf das Finanzielle keinen Wert legt, aber ist das auch noch so in ein paar Jahren, wenn ihr unter Umständen realisiert, dass ihr beide Vollzeit arbeiten muesst, die berufliche Weiterentwicklung stagniert (das Niveau ist hier anders), abgesehen von anderen Umständen, die dann vielleicht doch stören oder sich nicht so wirklich gut anfuehlen?
Eine befreundete Ärztin kam vor zwei Jahren nach Schweden, der Mann ist Wissenschaftler, beide träumten von mehr Zeit fuer die Familie .... es blieb ein Traum (sie hat weiterhin ihre 60-70 Stunden/Woche und Dienste satt), und jeder Umzug kostet wieder Kraft, Zeit, Freunde, Geld....
Solltest Du Dich wundern, warum wir dann noch in Schweden sind, so ist es die Tatsache, dass wir die Kinder inzwischen nicht mehr in´s deutsche Schulsystem eingliedern könnten.
Euren Plan in allen Ehren, ich wuensche Euch fuer das Vorhaben das Beste und dass ihr Euer Glueck findet


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 Betreff des Beitrags: Re: Deutschland ist anhänglich.
BeitragVerfasst: 1. September 2010 10:13 
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Unsere Motivation:
Als Arzt nach dem Staatsexamen hat man in Deutschland die Stellung des Assistenzarztes: Von mehreren befreundeten Mediziner wissen wir, dass man in D es nicht schafft Karriere und Familie unter einen Hut zu bringen. Man bekommt keine Anstellung wenn man sagt, dass man plant ein Kind zu kriegen, es wird erwartet dass man täglich 12 Stunden anwesend ist im Status "Bereitschaft", so dass man es nicht als Überstunde angerechnet bekommt. Eine Bekannt von uns hat direkt nach der Uni allein die Nachtschicht auf der Intensivstation übernehmen müssen. Inga hat in Schweden hat 3 Monate Praktikum in Schweden gemacht und da war das weg davon. Die Ärzte sind zwischen 7 und 8 gekommen und zwischen 16 und 17Uhr wurden sie abgelöst. Überstunden werden bezahl oder angerechnet.

Ingenieursstellen gibt es sowohl in Schweden und Deutschland genug. Aber es ist klar, dass es für mich in Deutschland, als Muttersprachler und mit Arbeitserfahrungen von Fraunhofer Institut leichter ist einen Job zu finden, als in Schweden wo man das Fraunhofer nicht mal kennt. Wenn ich dann erstmal einen Job in Schweden habe, werde ich mir das in Deutschland ziemlich gut als Auslandserfahrung anrechnen lassen können, ich kann also jeder Zeit zurück nach D. gehen -> kein Risiko. Inga kann sich die Zeit im Krankenhaus ebenfalls anrechnen lassen.

Aus unseren Erfahrung in Deutschland werden wir in Schweden definitiv mehr Zeit haben als in Deutschland.

Unsere Motivation ist es das zu machen, was wir seit 3 Jahren machen wollen. Wir wollen die Erfahrung sammeln, eine andere Kultur kennenlernen, vielleicht ein bisschen verrückt sein und nicht ein Leben lang sagen "Mensch hätten wir es früher gemacht".

Wo ist unser Risiko? Wir haben keine Kinder, keine Tiere, keine Immobilien, keine Verpflichtungen, keine sozialen Zwänge, Nichts!

Bis unsere Kinder (die wir noch nicht haben) in der Schule sind, werden 8 Jahre vergehen! Bis dahin sollten wir uns eine Meinung über Schweden gebildet haben.

Gehen wir später: Haben wir das Schulproblem unserer Kinder, haben wir uns in Deutschland verwurzelt, werden unsere Eltern eventuell krank und pflegebedürftig, haben wir zwei Jobs die wir kündigen müssen, haben wir mehr als einen 3,5t-Transporter mit Sachen, haben wir ins deutsche Sozialsystem eingezahlt -> haben wir ein Viel höheres Risiko.

Worst Case: Wir gehen jetzt nach Schweden, finden raus dass es doof ist und gehen in einem Jahr zurück. Ingenieure und Ärzte werden in D. immernoch gesucht und wir haben Erfahrungen, bessere Fremdsprachenkenntnisse und viel zu Erzählen.

Ich glaube es wäre nicht schlau zu warten!
Tobias


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 Betreff des Beitrags: Re: Deutschland ist anhänglich.
BeitragVerfasst: 1. September 2010 10:17 
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Hej,
ganz so schwarz malen wie mein Vorredner möchte ich es nicht. Aber es steckt, wie fast in allem, auf alle Fälle auch viel Wahres drin.
Ich kenne durchaus Ärzte, die hier in Schweden weniger arbeiten als in Deutschland. Keine 60-70 Stunden in der Woche. Die Bezahlung ist schlechter als in Deutschland, aber vergleichsweise in Schweden, nicht schlecht. Trotzdem: Viele arbeiten sehr lange oder nehmen Teilzeitjobs, damit aber auch weniger Gehalt. Mein Mann, auch INgenieur, ist auch oft länger unterwegs. Er hat eine 40 Stunden Woche und früher klappte das ganz gut. Aber mit mehr Verantwortung in der Firma, wächst natürlich auch die Arbeit. Und somit die Stunden... Gehalt ist übrigens deutlich unter dem Niveau in der gleichen Branche in Deutschland. Aber wir leben nicht schlecht, für Schweden verdient er als Ingenieur vermutlich nicht mal sooo schlecht. Lehrer stehen hier deutlich schlechter da. Ich arbeite allerdings berufsfremd, weil ich sonst nichts finde und werde entsprechend niedrig entlohnt. Und ich arbeite wegen der Kinder nur teilzeit. Das macht sich bemerkbar.

Mein Fazit: So lange ihr keine Kinder habt, kann es fast nicht schaden. Selbst wenn Du erst mal mit weniger Gehalt einsteigst, Du kannst nach Deutschland zurück und dort dann eine neue Stelle suchen, wenn es Euch nicht gefällt. Solange Ihr das erstmal als Projekt seht, dann kann das eine tolle Chance sein.
Macht Euch einfach drauf gefasst, dass es nicht unbedingt viel mehr Zeit bedeuten muss.
Es kann, muss aber nicht. Und da das Gehalt erst mal nicht so wichtig ist und keine Kinder da sind, Ihr also beide voll arbeiten könnt, dürfte das kein Problem sein.
Erst wenn man sich entscheiden muss ob man die Kinder den ganzen Tag im Hort lässt, damit man selber genug verdient oder ob man auf vieles verzichtet, obwohl man in Deutschland mehr hätte, da wirds dann spannend. Aber auch da entscheiden alle individuell. :)

Grüsse
WIebke


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 Betreff des Beitrags: Re: Deutschland ist anhänglich.
BeitragVerfasst: 1. September 2010 10:23 
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Biber hat geschrieben:
... haben wir mehr als einen 3,5t-Transporter mit Sachen, haben wir ins deutsche Sozialsystem eingezahlt -> haben wir ein Viel höheres Risiko.

Worst Case: Wir gehen jetzt nach Schweden, finden raus dass es doof ist und gehen in einem Jahr zurück. Ingenieure und Ärzte werden in D. immernoch gesucht und wir haben Erfahrungen, bessere Fremdsprachenkenntnisse und viel zu Erzählen.

Ich glaube es wäre nicht schlau zu warten!
Tobias



Zu Deinem Worst Case Szenario: Ich seh es genau so! Geht jetzt, so lange Ihr nicht blauäugig seid. Besser können Eure Chancen kaum sein.
Das mit dem Transporter ist absolut wahr. Je mehr Familienmitglieder, desto mehr Krams und desto teurer der Umzug. Und stressiger...
Was das Sozialsystem angeht, das geht Euch nicht verloren, das wird in beiden Ländern entsprechend angerechnet. Also Rente und sowas meine ich.
Da braucht Ihr keine Sorgen haben.
Und ja, wenn es Euch nicht gefällt, Ihr habt trotzdem eine tolle Erfahrung gemacht.
Man muss ja nicht gleich planen für immer ins Ausland zu wollen. Manche wollen von Anfang an nur für ein paar Jahre gehen. Und das ist völlig legitim und hat mit Scheitern oder was auch immer nichts zu tun! Lasst Euch nicht verrückt machen.
Passt es, bleibt IHr. Wenn nicht, geht Ihr wieder. Die Kinder sind meist der schwerere Teil des Ganzen da man da einfach mehr Verantwortung hat und länger und intensiver nachdenken muss als ungebunden.

Viel Erfolg
Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: Deutschland ist anhänglich.
BeitragVerfasst: 1. September 2010 10:33 
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Hallo Ihr,

naja - ich bin tatsächlich noch nie ausgewandert, aber: Gerade, wenn man ins Berufsleben einsteigt, vollkommen ungebunden ist (oder zumindest keine Verantwortung für Kinder hat) und sich einfach mal ausprobieren kann, ist es doch okay, aus Abenteuerlust mal das Land zu wechseln. Das muss doch keine Entscheidung für immer sein.

Ich kenne genügend Leute, die nach dem Studium unbedingt in eine bestimmte Region wollten (wegen des Freundes oder der Freundin, weil es dort so schön ist, weil sie einfach mal weg wollten uswusf.) und dafür auch gute (oder gar bessere) Jobangebote aus einer anderen Region verweigert haben. Ist doch legitim. Man sollte das nur nicht ewig machen - sich also irgendwann nach einer bestimmten Zeit der erfolglosen Jobsuche doch auch für andere Regionen öffnen.

Ich spiele sogar selbst damit, meine Stelle (am selben Institut, an dem ich auch jahrelang studiert habe, in der selben Stadt, in der ich schon jahrelang gewohnt habe) aufzugeben und mich nach etwas anderem umzusehen, nur, damit ich mal wieder ein wenig mehr Veränderung in meinem Leben habe...

Die Stellen in meinem Bereich sind sowieso alle befristet und/oder projektgebunden. Da macht es dann nichts aus, ob ich zwei Jahre in Zürich oder in Stockholm oder in Hamburg gearbeitet habe... Finde ich. Dass das meiner "Karriere" nachhaltig schaden könnte, kann ich mir nicht wirklich vorstellen. (Vielleicht ist es ja auch naiv von mir, das zu glauben. Keine Ahnung.)

Nun denn,
einen Gruß von:
Berta.


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 Betreff des Beitrags: Re: Deutschland ist anhänglich.
BeitragVerfasst: 1. September 2010 10:38 
Wollte auch nicht schwarzmalen, keines Falls, wir sind ja selber vor ein paar Jahren mit ähnlichen idealistischen Vorstellungen und einer ähnlichen Ausgangskonstellation nach Schweden gegangen. Sucht eine Ingenieurstelle fuer Dich und eine gute ST-Stelle fuer Deine Frau, dann könnt ihr das Leben in Schweden kennenlernen, sie in Schweden den Facharzt machen und ihr in Ruhe weitersehen, wo ihr euer persönliches Glueck findet.
Noch ein Tipp fuer Deine Frau. Schaut, dass sie eine ST Stelle bekommt, also die auf die Assistenzarztzeit angerechnet wird, mit Weiterbildung etc, sonst kämpft sie sich hier womöglich jahrelang als Vikarie/underläkare auf von Schweden unbeliebten Stellen durch und bekommt nie den Facharzt.
Und Uniklinik in D und S unterscheidet sich im Ellenbogendenken und Arbeitsvolumen nicht sonderlich....


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 Betreff des Beitrags: Re: Deutschland ist anhänglich.
BeitragVerfasst: 1. September 2010 10:38 
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Ne, ich sehe das genauso wie Du Berta!


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 Betreff des Beitrags: Re: Deutschland ist anhänglich.
BeitragVerfasst: 1. September 2010 11:04 
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ich sehe es wie Wiebke...keine Kinder, keine Verpflichtungen, aber man kann ne´Menge Erfahrungen sammeln. Wenn nicht jetzt, wann dann??
Schlimmer wäre es, wenn Kinder dabei wären ect...
Sollten die beiden Schweden wirklich richtig doof finden oder es nicht so entwickeln, wie sie es sich denken, können sie immer noch nach Deutschland zurueck kehren...allerdings dann mit Auslandserfahrungen, die ihnen niemand nehmen kann.

Freunde von uns haben es auch nicht anders gemacht, sie haben ueberall auf der Welt gearbeitet:Singapur, London ect..nachdem sie geheiratet hatten wurden sie in Köln sesshaft, haben Kinder bekommen und haben sich selbständig gemacht. Sie haben nicht zu verlieren gehabt, aber viel gewonnen.

Viel Glueck, Tobias, wird schon. Wenn ich heute abend oder in den nächsten Tagen was höre, melde ich mich...

Gruesse JANA

_________________
Man muss 1000 Dinge machen um zu beweisen wie toll man ist.. Aber nur einen Fehler begehen, um nichts mehr wert zu sein !


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 Betreff des Beitrags: Re: Deutschland ist anhänglich.
BeitragVerfasst: 1. September 2010 12:08 
also ich bin auch mit kindern ausgewandert...dazu kleinen....und würs immer wieder tun...und die jungs sagen ganz klar...wir sind hier zuhause.
Von daher kommts drauf an was man für erwartungen hat.Wir wollten einfach in frieden leben und vorallem von dem leben was wir erwirtschaften und auch noch zeit haben es zu geniessen.
Und das haben wir voll erreicht :D


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 Betreff des Beitrags: Re: Deutschland ist anhänglich.
BeitragVerfasst: 1. September 2010 20:27 
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Das freut mich sehr für Euch. Was stellt Ihr euch unter in Frieden leben vor uns wie viel Zeit habt ihr?
Ich frage so komisch, weil ich hoffe dass es auch bei uns funktioniert. Ich will Ruhe, Zeit und viel Natur - und alle drei Sachen mit meiner Familie erleben.
Klingt stark nach Bullerbü-Syndrom, aber ich will ein kleines Haus am See (Farbe egal, ich weiß wo es Farbe gibt), ein Kanu, ne Hängematte und am Wochenende Holz hacken, damit es im Winter warm ist. Dann mit unseren Kindern am Küchentisch abends Gesellschaftsspiele spielen!

*träum*

Gruß
Tobias


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 Betreff des Beitrags: Re: Deutschland ist anhänglich.
BeitragVerfasst: 1. September 2010 23:59 
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Beiträge: 146
Wohnort: Ransäter
ach ich find es gut
bin auch der meinung ihr habt nichts zu verliehren dabei
wenns nicht passt dann gehts eben wieder retur und so ein auslandsaufenthalt macht sich immer gut im deutschen lebenslauf
wir sind in schweden meine kinder zur zeit in schottland und meine eltern in d manchmal hat die globalisierung auch nette seiten kontakt halten ist auch viel einfacher geworden und dank unserer verkehrsmittel auch groessere entfernungen kein problem
hätte ich die moeglichkeit mit 20 gehabt wäre ich mit sicherheit auch erst mal die welt erobert bevor ich eine familie gruende
gruss birgit

_________________
http://www.vaermlandhof.com/


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 Betreff des Beitrags: Re: Deutschland ist anhänglich.
BeitragVerfasst: 3. September 2010 12:15 
Neuling
Neuling

Registriert: 3. September 2010 10:36
Beiträge: 5
Hallo,


ich habe durch Zufall Deinen Threat gelesen und konnte es nicht bleiben lassen ein paar Zeilen dazu zu schreiben. Hab mich extra angemeldet.

Nur ein paar Fakten damit Du Dir eine eigene Meinung bilden kannst.

Zitat:
Die Bezahlung ist schlechter als in Deutschland


Du verdienst weniger, das ist richtig. In Deutschland ist das Einstiegsgehalt etwa 1.000 € oder gute 10.000 Sek höher.
ABER: rechne Dir mal aus, was Du netto noch hast, wenn Du z.B. 3.500 € Gehalt hast, wenn ich richtig informiert bin, dann hast Du nach allen Abzügen ca. 50% netto. Ist das in etwa richtig? Wenn nicht, dann berichtigt mich bitte.

Beispiel hier, aus eigener Erfahrung:
Bei einem Einstiegsgehalt in Schweden von 26.000 Sek bleiben Dir nach Steuern z.Zt. etwas mehr als 19.000 Sek netto. (ich vergleiche das mit 3.500 € weil diese Summe das das Einstiegsgehalt bei vergleichbarer Position in der gleichen Branche in Dtl. gewesen wäre).

Da ist aber kein Zahnarzt mit versichert, den bezahlst Du privat. In unserem Beispiel hast Du 24 Tage Urlaub, ich hatte damals als einfacher Lehrling in D 24 Tage. Ein gleichalter Freund meinte zu mir, er hätte in Dtl. 28 Tage. Das ist effektiv fast eine Woche mehr! Dazu kommt, dass es in Dtl. weit mehr Feiertage gibt.

Es gibt kein 13. Jahresgehalt in Schweden. Aber abgesehen davon habe ich erlebt, dass ich unterm Stich mehr netto in der Tasche habe, laut obigen Bsp. etwa 200 € mehr, was aber eben durch das evtl. 13. jahresgehalt kompensiert werden könnte.

Überstunden: ich habe es bisher in Schweden NIE erlebt, dass Übersunden nicht abgerechnet wurden. In Dtl. war ich sehr oft bis zu 10 h im Büro und bin auch viel auf Kundendienst gewesen, das war normal und unbezahlt.

Es stimmt, die meisten schwedischen Kollegen lassen den Hammer oder den Stift fallen, wenn die Uhr Feierabend zeigt. Urlaub nehmen sie rücksichtslos. Kommt die Elchjagd, bleibt kein Schwede in der Firma. Für die Arbeitgeber scheint das auch ok zu sein, denn dieses Recht hat der Arbeitnehmer und da üben die Chefs auch keinen starken Druck aus, weil sie wohl wenig in der Hand haben, denn die Gewerkschaften sind vermutlich stark. (Ich habe aber nur negative Erfahrungen mit Gewerkschaften gemacht, aber das ist eher persönlich)

Es geht die Welt nicht unter, wenn ein Auftrag erst dann fertig wird, wenn er fertig ist, egal ob der Termin vielleicht 1 Tag vorher war. (wir reden jetzt von marginellen Verspätungen) Zumindest leben viele Angestellte mit dieser Philosophie. Sinngemäßes Zitat eines Kollegen: "Mehr als eine gute Arbeit in der Arbeitszeit abzuliefern kann und will ich nicht. Gibt es zu wenig Mannstunden in der Firma, dann müssen eben Leute angestellt werden und das ist nicht meine Aufgabe."

Ich habe eine Freundin, die ich noch aus Dtl. kenne, die völlig unabhängig von mir durch Zufall in Sthlm gelandet ist, die zerbricht gerade an ihren Kollegen genau deswegen. Denn sie will dann immer alles noch geradebiegen und alles schaffen. Und das beweist, dass diese stoische Weltsicht kann einen als Kollegen tierisch auf die Palme bringen, besonders wenn das eigene Projekt deswegen zu leiden hat.

Aber es ist eine realistische Einschätzung, die, wenn man sie sich zu eigen machen kann, das Leben durchaus entschleuningt und für mehr Lebensqualität sorgt. Denn ich bin mit meiner Frau, nicht mit meinem Arbeitgeber vereiratet. Wie das der schwedische Arbeitgeber sieht kann ich nicht beurteilen, ich weiß nur dass in den Firmen in Dtl. dann immer "auf Teufel komm raus" die Nächte durchgeklotzt wurden bis termingerecht abgeliefert werden konnte.

Derjenige, der sich mit der schwedischen Firma verbunden fühlt und einen guten Job machen will ist in den A gekniffen, denn der verschiebt seinen Feierabend/Urlaub. Ich wurde hier immer nett von Kollegen gefragt, ob ich mir denken könne dieses oder jenes noch fertig zu machen. Und ich konnte immer antworten, dass ich heute keine Zeit hab, es gibt nicht die gleiche Selbstverständlichkeit, dass Du dabeleiben musst. Ich habe es erlebt, es sind meistens Ausländer, die dann den stressigen Job machen. Aber abgesehen davon haben eben auch die Chefs dann gesehen, wer ab und an auch mal mehr zugepackt hat. Ich als Hilfsarbeiter habe es dann eben am Lohn gemerkt, meiner ist recht schnell gesiegen. Nehmen und geben. Und einige meiner Kollegen waren traurig, als ich den Job gekündigt habe, der mir das Studium finanziert hat.

Ein Details am Rande: Ich habe bisher "Friskvård" (lies Gesunderhaltungsprämie) bei meinen Arbeitgebern bekommen, monatlich stehen mir eintweder Geld oder Zeit zu. Ich weiß nicht wie viel Geld das ist, meine Frau bekam eine Sportcentermitgliedschaft bezahlt. Ich dagegen habe es erlebt, dass einmal in der Woche das Büro montags schon eine Stunde früher abschlossen wurde und die Belegschaft gemeinsam die Stunde gemeinsam Fußball/Innebandy spielen geht. Während der bezahlten Arbeitszeit.

Im Pausenraum stehet immer montags ein großer Korb mit Früchten zur Selbstbedienung. Kaffee natürlich auch. Zahlt der Arbeitgeber. Solche kleinen Dinge machen das Arbeiten manchmal sehr entspannend.

Der entscheidene Faktor ist (genauso wie in Deutschland), dass Du in einer Firma landest, die ein vernünftiges Betriebsklima hat. Und ich bin überzeugt davon, dass die Chance darauf in Schweden um einiges höher ist.

Nun ist es natürlich auch spannend zu sehen, wie das mit den Lebenshaltungskosten aussieht, in welchem Land bleibt mehr nach Einkauf des Essens und nach dem Bezahlen der Miete übrig. Ich habe das subjektive Gefühl, dass es in Dtl. mehr wäre.
Allerdings hängt das sicherlich auch mit dem Wohnort zusammen. Hier im Hälsingland, da bekommst Du ein Haus mit Land mit recht gutem Standard schon ab 600.000 Sek - die Lebensmittel- und Benzinpeise sind aber etwas höher als in der Nähe der Stadt. Willst Du in Stockholm oder Göteborg leben, dann vergiß es, das Du Dich für unter 1,5 Mio Sek in eine Hausgemeinschaft einkaufen kannst. Dann bezahlst Du aber noch immer monatliche Umlagen fast in Höher einer Miete für die 2-Raum Wohnung.

Steuererklärung: wenn Du nichts geltend machen kannst, weil Du nur unter 50 km pendelst oder keine Zweitwohnung hast, dann reicht eine sms für die Steuererklärung. Sehr genial. Ich habe keine Kapitaleinkünfte, Waldbesitz o.ä. mit denen das Ganze wohl weit komplizierter werden würde.


Abschließende Bewertung: Wo Du wohnst innerhalb des Landes und was Deine Lebensführung ausmacht entscheidet eben darüber wo du mehr Geld in der Tasche hättest, im Zweifelsfalle wohl in Dtl. falls Du nicht in der schwedischen Pampa landest.

Wenn mich jemand fragt, warum ich nach Schweden gegangen sei, dann antworte ich meistens mit der Wahrheit: Weil es sich so ergeben hat. Ich glaube heute nach Schweden zu gehen ist mit weniger Problemen behaftet als es war in den 50ern von Mecklenburg nach Bayern zu ziehen. Nein, ich bin nicht vor Dtl. geflüchtet, nein ich finde meine Heimat nicht schlimm und zu bürokratisch und mit zu vielen Problemen behaftet. Ja, in Schweden ist einiges einfach und entspannter. Anderes macht mich aber auch wahnsinnig, z.B. die Einstellung vieler schwedischer Schüler (bin Lehrer) und das Bildungssystem. Es gibt aber auch hier richtig gute und schlechte Schulen, hängt halt von den Lehrern und leider auch von der Kommune (Schulträger) ab. Als Lehrer hat man in Schweden einen niedrigen Status und ein richtig kleines Gehalt. Idiotisch in Schweden zu bleiben. Trotzdem macht mir der Job Spaß eben wegen des ausgewogenerem Arbeitsklimas. Aber ich pflege immer zu sagen:

Die Summe der Probleme ist gleich. Man kann sich aber aussuchen welche Probleme man haben will.

Ich könnte sicher noch eine Weile schreiben und einen Roman daraus machen. Eigentlich dachte ich nur was zu Gehalt zu schreiben, dann ist es etwas mehr geworden. Aber ich hoffe es waren einige brauchbare Gedanken dabei.

Liebe Grüße


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 Betreff des Beitrags: Re: Deutschland ist anhänglich.
BeitragVerfasst: 4. September 2010 09:40 
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Registriert: 6. Dezember 2006 10:31
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Tzwerg hat geschrieben:

Die Summe der Probleme ist gleich. Man kann sich aber aussuchen welche Probleme man haben will.


Besser könnte man es, meiner Meinung nach, nicht ausdrücken.
Das ist tatsächlich die Quintessenz der Erfahrungen.

Welche Probleme man nun selber haben will, na, das ist ja sehr subjektiv.
Und ja, Du hast Recht, viele Dinge sind hier sehr nett. Obstkorb und friskvård und so. Andererseits fand ich die gemeinsame Sporteinlage mit 120 anderen, aus 41 verschiedenen Nationen, bei der wir Frühgymnastik machen sollten um hinterher besser drauf zu sein, mehr als peinlich. Die Chefin wollte damit, vor allem den vielen armen Ausländern, zeigen wie gut sie als Arbeitgeberin ist, da sie sich ja um unsere Gesundheit kümmert. Mitgemacht haben auch nicht wirklich alle ernsthaft. Dabei war es unausgesprochen Pflichtprogramm... Zum Glück nur einmal...

Grüsse
Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: Deutschland ist anhänglich.
BeitragVerfasst: 5. September 2010 09:34 
Neuling
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Registriert: 3. September 2010 10:36
Beiträge: 5
Hej Wiebke,

Du schreibst:
[quote="Imrhien] Andererseits fand ich die gemeinsame Sporteinlage mit 120 anderen, aus 41 verschiedenen Nationen, bei der wir Frühgymnastik machen sollten um hinterher besser drauf zu sein, mehr als peinlich.[/quote]

Hahaha roftl! Ich stelle mir das gerade bildlich vor und kann mich kaum halten! Das klingt nach morgentlichem Wal-Mart-wir-sind toll Rumgehüpfe....

Nene, das ist mal wieder ein Beispiel für gut gezielt und voll daneben getroffen. Bei uns war es eine Hand voll Kollegen und wir hatten richtigen Spaß.

Häslningar


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 Betreff des Beitrags: Re: Deutschland ist anhänglich.
BeitragVerfasst: 5. September 2010 14:06 
Alter Schwede
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Registriert: 6. Dezember 2006 10:31
Beiträge: 3143
Wohnort: Västerås
hehe, genau so war das aber.
Echt lustig, für die, die nur aussen zuschauen mussten. Gerade für manche, aus verschiedenen Kulturen, war das mehr als perinlich. Und ich fand es so was von daneben und unsensibel. Gedacht war es ja positiv. Sie wollten darauf hinweisen, dass wir einen friskvård haben und dass sie nun 2 Frauen über die Kommune an der Hand haben, bei denen man einmal im halben Jahr einen Termin für Gesundheitsfragen machen könne. Das fand ich ja echt nett. Aber, dass diese beiden Frauen dann, um sich uns vorzustellen, eine Gymnastikeinlage machen, bei der alle in der Aula stehenden Angestellten mitmachen sollten, das war echt peinlich. Und einer lief schön rum und machte Fotos, die dann auf der Intranetseite ausgestellt wurden, damit alle anderen im Schulbereich der Kommune auch schön schauen konnten was wir so tolles machen.
Da haben sich viele echt gewunden. ich habe einfach nicht mitgemacht, und ein paar andere haben sich das auch getraut. Die Mehrzahl hat sich durchgequält. Dabei finde ich Gymnasitik gar nicht schlecht. Hätten die das in Kleingruppen, freiwillig angeboten, als workshop, da hätt ich gern mitgemacht. So in der Grossveranstaltung und noch dazu mit Winterklamotten, war das nur lächerlich.

Naja, Geschmachssache, wie fast alles :)

Grüße
Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: Deutschland ist anhänglich.
BeitragVerfasst: 6. September 2010 09:20 
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Registriert: 3. Januar 2010 21:47
Beiträge: 51
Wohnort: Magdeburg
Hi Tzwerg,

vielen Dank für den Roman - vielleicht solltest Du wirklich ein Buch draus machen. Ich fand es auf jeden Fall sehr hilf- und aufschlussreich. Vor allem das mit den Arbeitsbedingungen war mir nicht so bewusst wie Du es dargestellt hast. Ich danke Dir dafür.

Gruß
Tobias


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 Betreff des Beitrags: Re: Deutschland ist anhänglich.
BeitragVerfasst: 28. September 2010 11:17 
Neuling
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Registriert: 27. September 2010 16:39
Beiträge: 7
Hej Biber,

ich bin vor 18 Monaten mit meiner schwedischen Partnerin nach Södertälje (40km südlich von Stockholm) gezogen. Meine Freundin hat die Chance gehabt mit einem internen Transer bei Ihrer Firma Karriere zu machen, was auch hervorragend funktioniert hat.
Ich bin mitgegangen weil ich gedacht habe dass ich als Architekt überall arbeiten kann, muss halt nur die Sprache lernen. Naja, das ging total schief.
Ich hatte Arbeitgeber welche meinen Lohn nicht gezahlt haben (Musste den ausstehenden Lohn über die Gewerkschaft einfordern), andere welche mir 200SEK pro Tag geboten haben weil mein Schwedisch noch nicht perfekt war und einen der mich über Nacht entlassen hat (obwohl ich fest angestellt war) weil ein Projekt weggebrochen ist.
(Muss jetzt entscheiden ob ich die Gewerkschaft einschalte oder es einfach vergesse)
Zudem hatte ich eine 40 Stunden Woche plus Ueberstunden plus 2,5h An/Abreise nach Stockholm jeden Tag. Freizeit? You must be joking!
Auf mein Arbeitslosengeld warte ich jetzt seit dem 2. Juli. Sind Schweden lethargisch?
Ich bekomme jetzt auch erste Einladungen zu Vorstellungsgesprächen...4 Monate nachdem ich mich auf die ausgeschriebene Stelle beworben hatte.
Ich habe mich auf eine Stelle beworben wo Projekterfahrungen in England gewünscht wurden (habe 10 Jahre in England gearbeitet), die Stelle hat dann ein schwedischer Mitbewerber ohne Projekterfahrung bekommen weil er besser Schwedisch sprach. Und ich spreche Schwedisch fliessend.
Nächste Woche trete ich nun eine neue Stelle in Deutschland an und hoffe dass der Alptraum damit ein Ende hat.


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 Betreff des Beitrags: Re: Deutschland ist anhänglich.
BeitragVerfasst: 29. September 2010 02:48 
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Registriert: 1. September 2010 01:15
Beiträge: 227
Wohnort: Jämtland
konrad hat geschrieben:
Hej Biber,

ich bin vor 18 Monaten mit meiner schwedischen Partnerin nach Södertälje (40km südlich von Stockholm) gezogen. Meine Freundin hat die Chance gehabt mit einem internen Transer bei Ihrer Firma Karriere zu machen, was auch hervorragend funktioniert hat.
Ich bin mitgegangen weil ich gedacht habe dass ich als Architekt überall arbeiten kann, muss halt nur die Sprache lernen. Naja, das ging total schief.
Ich hatte Arbeitgeber welche meinen Lohn nicht gezahlt haben (Musste den ausstehenden Lohn über die Gewerkschaft einfordern), andere welche mir 200SEK pro Tag geboten haben weil mein Schwedisch noch nicht perfekt war und einen der mich über Nacht entlassen hat (obwohl ich fest angestellt war) weil ein Projekt weggebrochen ist.
(Muss jetzt entscheiden ob ich die Gewerkschaft einschalte oder es einfach vergesse)
Zudem hatte ich eine 40 Stunden Woche plus Ueberstunden plus 2,5h An/Abreise nach Stockholm jeden Tag. Freizeit? You must be joking!
Auf mein Arbeitslosengeld warte ich jetzt seit dem 2. Juli. Sind Schweden lethargisch?
Ich bekomme jetzt auch erste Einladungen zu Vorstellungsgesprächen...4 Monate nachdem ich mich auf die ausgeschriebene Stelle beworben hatte.
Ich habe mich auf eine Stelle beworben wo Projekterfahrungen in England gewünscht wurden (habe 10 Jahre in England gearbeitet), die Stelle hat dann ein schwedischer Mitbewerber ohne Projekterfahrung bekommen weil er besser Schwedisch sprach. Und ich spreche Schwedisch fliessend.
Nächste Woche trete ich nun eine neue Stelle in Deutschland an und hoffe dass der Alptraum damit ein Ende hat.


Dein Fehler ist, dass Du Deutscher bist. Du kannst etwas, Du willst etwas, und das macht Dich gefährlich .....
Nein, im Ernst - ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht. Man hat es wirklich nicht leicht als Deutscher. Ausser in Berufen wo wirklich Mangel an Fachkräften herrscht, wie z.B. als Arzt. Da können die Schweden sich das nicht leisten.

Grüße,

Paul


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 Betreff des Beitrags: Re: Deutschland ist anhänglich.
BeitragVerfasst: 29. September 2010 03:10 
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Registriert: 1. September 2010 01:15
Beiträge: 227
Wohnort: Jämtland
Tzwerg hat geschrieben:
Hallo,



Du verdienst weniger, das ist richtig. In Deutschland ist das Einstiegsgehalt etwa 1.000 € oder gute 10.000 Sek höher.
ABER: rechne Dir mal aus, was Du netto noch hast, wenn Du z.B. 3.500 € Gehalt hast, wenn ich richtig informiert bin, dann hast Du nach allen Abzügen ca. 50% netto. Ist das in etwa richtig? Wenn nicht, dann berichtigt mich bitte.

Beispiel hier, aus eigener Erfahrung:
Bei einem Einstiegsgehalt in Schweden von 26.000 Sek bleiben Dir nach Steuern z.Zt. etwas mehr als 19.000 Sek netto. (ich vergleiche das mit 3.500 € weil diese Summe das das Einstiegsgehalt bei vergleichbarer Position in der gleichen Branche in Dtl. gewesen wäre).


Liebe Grüße


26 000 SEK ist das was ich verdiene, mir bleiben etwa 20.000 SEK übrig nach Steuern, aber das nur, weil ich noch eine fette "Skattejämkning" habe, da ich zuvor täglich 140 km zur Arbeit gefahren bin. Wenn diese verschwindet dann werden mir nur noch max. 18.000 übrigbleiben.
Urlaubsgeld ist auch sehr, sehr mager hier in Schweden. Wieviele Karenztage gibt es denn in Deutschland? Hier in Schweden sind es auf jedenfall ein ganzer Haufen. Der erste Krankheitstag ist immer unbezahlt für mich, ich war nie so oft krank, dass ich nicht unter die Karenzregelung gefallen wäre. Mein Job ist die Hölle, Leistungsdruck pur. Aber alle sagen auch, dass es SEHR untypisch für schwedische Verhältnisse sei. Über die Lebenshaltungskosten wurden ja schon einige kontroverse Diskussionen geführt. Ich persönlich kann nicht verstehen, wie man sagen kann, Schweden sei nicht teurer als Deutschland, aber das ist ja natürlich alles subjektiv und auch noch regional verschieden.
Aber: Was kostet denn 1 kg Brot? Einfaches Mineralwasser? 100 Gramm Schokolade? Autoreifen? Flug- und Urlaubsreisen?

Aber wie Du schon sagtest: Entscheidend ist eigentlich, wie man leben möchte. Die Summe aller Probleme ist gleich. Gut gesagt!

Viele Grüße,

Paul


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