Deutschland ist anhänglich.

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Biber
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Deutschland ist anhänglich.

Beitragvon Biber » 31. August 2010 15:18

Der Tag meiner Freiheit (Diplomverteidigung) rückt immer näher.
Deshalb schreibe ich seit Ende Juli Bewerbung und würde mich so sehr über eine Stelle (von mir aus befristet, vorläufig oder in der Pampa) unheimlich freuen. Was ist bisher bekommen habe, sind die Aussagen "Oh, ich bin frisch aus dem Urlaub zurück" und "Die Sichtung der Bewerbungen kann noch ein paar Wochen dauern".

Stattdessen habe ich jetzt in Deutschland mein zweites Stellenangebot bekommen, obwohl ich KEINE Bewerbungen geschrieben habe. Die eine von der Firma, wo ich meine Diplomarbeit schreibe und die andere von einer wildfremden Ingenieurs-Firma, die mein Profil beim Arbeitsamt gefunden hat. Bei beiden Firmen würde ich mehr Geld verdienen als in Schweden und beide werde ich absagen.

Ein komisches Gefühl!

(Ja, ich weiß, wenn ich noch ne Weile warte und Erfahrung habe nimmt mich in Schweden lieber, aber wir werden trotzdem im Oktober, November auswandern).

Weiterhin: Wer jemanden kennt, der jemanden kennt, der einen Ingineur sucht, sagt bitte Bescheid :)

Danke fürs lesen.
Gruß Biber/Tobias

Schulkind

Re: Deutschland ist anhänglich.

Beitragvon Schulkind » 31. August 2010 16:18

Herzlichen Glueckwunsch zum baldigen Diplom und viel Erfolg und Durchhaltevermögen bei der Stellensuche in Schweden. Ich hoffe, Du findest eine Anstellung, die Deinem Profil entspricht und musst nicht gegen Deinen Willen fachfremd tätig sein. Persönlich wuerde ich den Schritt nach Schweden nicht mehr tun und hoffe in ein paar Jahren, wenn die Kinder aus dem schwedischen System raus sind, noch die Möglichkeit zu haben Schweden den Ruecken kehren zu können.

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Re: Deutschland ist anhänglich.

Beitragvon Biber » 31. August 2010 17:30

Vielen Dank.

Jetzt hast Du mich geködert! Warum willst Du zurück?
Gruß
Tobias

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Re: Deutschland ist anhänglich.

Beitragvon Psychologiestudentin » 31. August 2010 20:17

Wäre es nicht cleverer erstmal in Deutschland eine der Stellen zu nehmen und dann aus sicherer Position und in Ruhe in Schweden zu suchen?
LG Psychologiestudentin
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Re: Deutschland ist anhänglich.

Beitragvon Mark » 31. August 2010 22:05

Ich formuliere die Frage nochmal um: Erstmal 5 Jahre in Deutschland sitzen und vom Ausland träumen oder
das Risiko eingehen und direkt einen Job im Ausland suchen wenn man noch vollkommen ungebunden ist?
Wie auch immer die Antwort ausfällt, hoffe sie orientiert sich nicht am Gras, das erscheint immer grüner auf der anderen Seite.

:)

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Re: Deutschland ist anhänglich.

Beitragvon blueII » 31. August 2010 23:28

Biber hat geschrieben:Vielen Dank.

Jetzt hast Du mich geködert! Warum willst Du zurück?
Gruß
Tobias


Das ködert Dich???

Nun...ich hab es ja auch schon mal "angedeutet".
Wenn mein Mann nicht hier eine Position hätte, die es mir im Moment noch erlaubt zu Hause zu bleiben und nicht wie viele...auch gut ausgebildete Schweden...sich den A... aufzureissen, um ueber die Runden zu kommen und ihre Kinder dafuer bis zu 9-11 Stunden in fragwuerdige Horte zu schicken, wäre ich, wegen meinem Kind, schon längst wieder ausgewandert.

Ich meinte nicht, wie ich es schon in einem anderen Thread erwähnte, erstmal in D Deinen Marktwert zu erhöhen, um als "Neureicher" in S durchzustarten, sondern um ein Niveau zu erreichen, das ein Ingenieur und eine Ärztin in D im Durchschnitt haben!

Nutz Deine freie Zeit bis Deine Frau fertig ist, nicht um Dich kopflos ins schwedische Abenteur zu stuerzen, sondern infomier Dich mal ueber das Sozialsystem, Krankenversorgung, Schulausbildung.

Macht was aus Deiner / Eurer Ausbildung!!!!!!!!
Gerade in Deinem Fall finde ich es so tragisch.
Du sagst selbst...sie tragen Dir im Moment die Jobs hinterher. Nimm die Chance..und Dein dort gut verdientes Geld und gönnt Euch ein paar ausgedehnte Urlaube in Schweden.
Knuepft Kontakte und lernt das Land kennen.

Auswandern kann man auch noch mit kleinen Kindern.

Biber
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Re: Deutschland ist anhänglich.

Beitragvon Biber » 31. August 2010 23:48

Ja es ködert mich - es weckt meine Neugierde. Es ist interessant von anderer Leute Erfahrung zu hören.

Wie stürzen uns in das Abenteuer, weil wir nichts zu verlieren haben. Wir werden viele Erfahrungen sammeln, gute und schlechte und können dann jeder Zeit wieder entscheiden was wir tun - dableiben oder zurückgehen.

Einer unserer Grunde: Wir wollen etwas von einander haben. In Deutschland hätten wir mit unseren Jobs nicht viel Zeit zusammen.
Geld ist uns egal - ich denke nicht dass wir mit den Gehältern einer Ärztin und eines Ingenieurs am Hungertuch nagen werden.

Und in 5 Jahren, den Job hinschmeißen, die Kinder packen und nach Schweden zu ziehen, nur um die Kinder ein Jahr später wieder zu nehmen und nach Deutschland zu bringen fänd ich unfair.

Ich habe den Thread eröffnet, weil ich die Situation lustig fand.

Über das Schwedische System haben wir uns informiert - seit 2-3 Jahren. Mehrere Bücher uns zig Seiten im Internet
Tragisch ist mein Fall noch lange nicht, hätte ich den Job (von meiner Diplomarbeit) genommen wüßte ich 100% dass ich an vier Tagen der Woche nicht vor 19:00Uhr zu Hause wäre (8:00Uhr da sein). Das wird erwartet. Ich hätte eigene Projekte und Aufgaben und könnte nicht sagen "Schatz ich komme heute früh nach Hause, lass uns ins Kino gehen".

Oh, ich geh jetzt erstmal schlafen, morgen wird ein langer Tag.
Grüße
Tobias

Schulkind

Re: Deutschland ist anhänglich.

Beitragvon Schulkind » 1. September 2010 08:54

Erstmal stimme ich blue zu. Ich wollte niemanden ködern, aber das mit dem Kino könnt ihr auch streichen, sowohl Deine Frau als Ärztin, als auch Du. Als ausländischer Ingenieur wirst Du in Schweden genuegend arbeiten muessen, so dass ihr die Tage zählen könnt, an denen ihr nach Feierabend noch angeln oder Elche jagen gehen könnt, es sei denn ihr lasst Euch in der Pampa nieder, wo allerdings die Ingenieurstellen schwer zu finden sind und Deine Frau von ihrem Arztgehalt alleine Euch nicht wird ernähren können.
Natuerlich treibt einen die Neugier und ihr seid noch ungebunden etc, aber von Schweden aus betrachtet erscheint es mir subjektiv einfach als Verschwendung von Möglichkeiten mit diesen Berufen ausgerechnet nach Schweden zu gehen. Sei so nett und schildere Du mal die Motivation und Antriebskraft, mit der ihr euren Schritt nach Schweden plant. Wir waren damals auch so volller Elan und Neugier und konnten es kaum erwarten das Staatsexamen in der Hand zu halten und nach Schweden zu kommen....Vielleicht sehe ich das dann auch wieder ein bisschen mehr aus der anderen Sicht. Die Lebensqualität wuerde sich in D mit bedeutend geringerem Aufwand/Verzicht erreichen lassen, als das was ihr in Schweden werdet leisten muessen. Ist ja nett, dass ihr auf das Finanzielle keinen Wert legt, aber ist das auch noch so in ein paar Jahren, wenn ihr unter Umständen realisiert, dass ihr beide Vollzeit arbeiten muesst, die berufliche Weiterentwicklung stagniert (das Niveau ist hier anders), abgesehen von anderen Umständen, die dann vielleicht doch stören oder sich nicht so wirklich gut anfuehlen?
Eine befreundete Ärztin kam vor zwei Jahren nach Schweden, der Mann ist Wissenschaftler, beide träumten von mehr Zeit fuer die Familie .... es blieb ein Traum (sie hat weiterhin ihre 60-70 Stunden/Woche und Dienste satt), und jeder Umzug kostet wieder Kraft, Zeit, Freunde, Geld....
Solltest Du Dich wundern, warum wir dann noch in Schweden sind, so ist es die Tatsache, dass wir die Kinder inzwischen nicht mehr in´s deutsche Schulsystem eingliedern könnten.
Euren Plan in allen Ehren, ich wuensche Euch fuer das Vorhaben das Beste und dass ihr Euer Glueck findet

Biber
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Re: Deutschland ist anhänglich.

Beitragvon Biber » 1. September 2010 10:13

Unsere Motivation:
Als Arzt nach dem Staatsexamen hat man in Deutschland die Stellung des Assistenzarztes: Von mehreren befreundeten Mediziner wissen wir, dass man in D es nicht schafft Karriere und Familie unter einen Hut zu bringen. Man bekommt keine Anstellung wenn man sagt, dass man plant ein Kind zu kriegen, es wird erwartet dass man täglich 12 Stunden anwesend ist im Status "Bereitschaft", so dass man es nicht als Überstunde angerechnet bekommt. Eine Bekannt von uns hat direkt nach der Uni allein die Nachtschicht auf der Intensivstation übernehmen müssen. Inga hat in Schweden hat 3 Monate Praktikum in Schweden gemacht und da war das weg davon. Die Ärzte sind zwischen 7 und 8 gekommen und zwischen 16 und 17Uhr wurden sie abgelöst. Überstunden werden bezahl oder angerechnet.

Ingenieursstellen gibt es sowohl in Schweden und Deutschland genug. Aber es ist klar, dass es für mich in Deutschland, als Muttersprachler und mit Arbeitserfahrungen von Fraunhofer Institut leichter ist einen Job zu finden, als in Schweden wo man das Fraunhofer nicht mal kennt. Wenn ich dann erstmal einen Job in Schweden habe, werde ich mir das in Deutschland ziemlich gut als Auslandserfahrung anrechnen lassen können, ich kann also jeder Zeit zurück nach D. gehen -> kein Risiko. Inga kann sich die Zeit im Krankenhaus ebenfalls anrechnen lassen.

Aus unseren Erfahrung in Deutschland werden wir in Schweden definitiv mehr Zeit haben als in Deutschland.

Unsere Motivation ist es das zu machen, was wir seit 3 Jahren machen wollen. Wir wollen die Erfahrung sammeln, eine andere Kultur kennenlernen, vielleicht ein bisschen verrückt sein und nicht ein Leben lang sagen "Mensch hätten wir es früher gemacht".

Wo ist unser Risiko? Wir haben keine Kinder, keine Tiere, keine Immobilien, keine Verpflichtungen, keine sozialen Zwänge, Nichts!

Bis unsere Kinder (die wir noch nicht haben) in der Schule sind, werden 8 Jahre vergehen! Bis dahin sollten wir uns eine Meinung über Schweden gebildet haben.

Gehen wir später: Haben wir das Schulproblem unserer Kinder, haben wir uns in Deutschland verwurzelt, werden unsere Eltern eventuell krank und pflegebedürftig, haben wir zwei Jobs die wir kündigen müssen, haben wir mehr als einen 3,5t-Transporter mit Sachen, haben wir ins deutsche Sozialsystem eingezahlt -> haben wir ein Viel höheres Risiko.

Worst Case: Wir gehen jetzt nach Schweden, finden raus dass es doof ist und gehen in einem Jahr zurück. Ingenieure und Ärzte werden in D. immernoch gesucht und wir haben Erfahrungen, bessere Fremdsprachenkenntnisse und viel zu Erzählen.

Ich glaube es wäre nicht schlau zu warten!
Tobias

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Re: Deutschland ist anhänglich.

Beitragvon Imrhien » 1. September 2010 10:17

Hej,
ganz so schwarz malen wie mein Vorredner möchte ich es nicht. Aber es steckt, wie fast in allem, auf alle Fälle auch viel Wahres drin.
Ich kenne durchaus Ärzte, die hier in Schweden weniger arbeiten als in Deutschland. Keine 60-70 Stunden in der Woche. Die Bezahlung ist schlechter als in Deutschland, aber vergleichsweise in Schweden, nicht schlecht. Trotzdem: Viele arbeiten sehr lange oder nehmen Teilzeitjobs, damit aber auch weniger Gehalt. Mein Mann, auch INgenieur, ist auch oft länger unterwegs. Er hat eine 40 Stunden Woche und früher klappte das ganz gut. Aber mit mehr Verantwortung in der Firma, wächst natürlich auch die Arbeit. Und somit die Stunden... Gehalt ist übrigens deutlich unter dem Niveau in der gleichen Branche in Deutschland. Aber wir leben nicht schlecht, für Schweden verdient er als Ingenieur vermutlich nicht mal sooo schlecht. Lehrer stehen hier deutlich schlechter da. Ich arbeite allerdings berufsfremd, weil ich sonst nichts finde und werde entsprechend niedrig entlohnt. Und ich arbeite wegen der Kinder nur teilzeit. Das macht sich bemerkbar.

Mein Fazit: So lange ihr keine Kinder habt, kann es fast nicht schaden. Selbst wenn Du erst mal mit weniger Gehalt einsteigst, Du kannst nach Deutschland zurück und dort dann eine neue Stelle suchen, wenn es Euch nicht gefällt. Solange Ihr das erstmal als Projekt seht, dann kann das eine tolle Chance sein.
Macht Euch einfach drauf gefasst, dass es nicht unbedingt viel mehr Zeit bedeuten muss.
Es kann, muss aber nicht. Und da das Gehalt erst mal nicht so wichtig ist und keine Kinder da sind, Ihr also beide voll arbeiten könnt, dürfte das kein Problem sein.
Erst wenn man sich entscheiden muss ob man die Kinder den ganzen Tag im Hort lässt, damit man selber genug verdient oder ob man auf vieles verzichtet, obwohl man in Deutschland mehr hätte, da wirds dann spannend. Aber auch da entscheiden alle individuell. :)

Grüsse
WIebke


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