Deutschland ist anhänglich.

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Tzwerg
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Re: Deutschland ist anhänglich.

Beitragvon Tzwerg » 5. September 2010 09:34

Hej Wiebke,

Du schreibst:
[quote="Imrhien] Andererseits fand ich die gemeinsame Sporteinlage mit 120 anderen, aus 41 verschiedenen Nationen, bei der wir Frühgymnastik machen sollten um hinterher besser drauf zu sein, mehr als peinlich.[/quote]

Hahaha roftl! Ich stelle mir das gerade bildlich vor und kann mich kaum halten! Das klingt nach morgentlichem Wal-Mart-wir-sind toll Rumgehüpfe....

Nene, das ist mal wieder ein Beispiel für gut gezielt und voll daneben getroffen. Bei uns war es eine Hand voll Kollegen und wir hatten richtigen Spaß.

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Re: Deutschland ist anhänglich.

Beitragvon Imrhien » 5. September 2010 14:06

hehe, genau so war das aber.
Echt lustig, für die, die nur aussen zuschauen mussten. Gerade für manche, aus verschiedenen Kulturen, war das mehr als perinlich. Und ich fand es so was von daneben und unsensibel. Gedacht war es ja positiv. Sie wollten darauf hinweisen, dass wir einen friskvård haben und dass sie nun 2 Frauen über die Kommune an der Hand haben, bei denen man einmal im halben Jahr einen Termin für Gesundheitsfragen machen könne. Das fand ich ja echt nett. Aber, dass diese beiden Frauen dann, um sich uns vorzustellen, eine Gymnastikeinlage machen, bei der alle in der Aula stehenden Angestellten mitmachen sollten, das war echt peinlich. Und einer lief schön rum und machte Fotos, die dann auf der Intranetseite ausgestellt wurden, damit alle anderen im Schulbereich der Kommune auch schön schauen konnten was wir so tolles machen.
Da haben sich viele echt gewunden. ich habe einfach nicht mitgemacht, und ein paar andere haben sich das auch getraut. Die Mehrzahl hat sich durchgequält. Dabei finde ich Gymnasitik gar nicht schlecht. Hätten die das in Kleingruppen, freiwillig angeboten, als workshop, da hätt ich gern mitgemacht. So in der Grossveranstaltung und noch dazu mit Winterklamotten, war das nur lächerlich.

Naja, Geschmachssache, wie fast alles :)

Grüße
Wiebke

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Re: Deutschland ist anhänglich.

Beitragvon Biber » 6. September 2010 09:20

Hi Tzwerg,

vielen Dank für den Roman - vielleicht solltest Du wirklich ein Buch draus machen. Ich fand es auf jeden Fall sehr hilf- und aufschlussreich. Vor allem das mit den Arbeitsbedingungen war mir nicht so bewusst wie Du es dargestellt hast. Ich danke Dir dafür.

Gruß
Tobias

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Re: Deutschland ist anhänglich.

Beitragvon konrad » 28. September 2010 11:17

Hej Biber,

ich bin vor 18 Monaten mit meiner schwedischen Partnerin nach Södertälje (40km südlich von Stockholm) gezogen. Meine Freundin hat die Chance gehabt mit einem internen Transer bei Ihrer Firma Karriere zu machen, was auch hervorragend funktioniert hat.
Ich bin mitgegangen weil ich gedacht habe dass ich als Architekt überall arbeiten kann, muss halt nur die Sprache lernen. Naja, das ging total schief.
Ich hatte Arbeitgeber welche meinen Lohn nicht gezahlt haben (Musste den ausstehenden Lohn über die Gewerkschaft einfordern), andere welche mir 200SEK pro Tag geboten haben weil mein Schwedisch noch nicht perfekt war und einen der mich über Nacht entlassen hat (obwohl ich fest angestellt war) weil ein Projekt weggebrochen ist.
(Muss jetzt entscheiden ob ich die Gewerkschaft einschalte oder es einfach vergesse)
Zudem hatte ich eine 40 Stunden Woche plus Ueberstunden plus 2,5h An/Abreise nach Stockholm jeden Tag. Freizeit? You must be joking!
Auf mein Arbeitslosengeld warte ich jetzt seit dem 2. Juli. Sind Schweden lethargisch?
Ich bekomme jetzt auch erste Einladungen zu Vorstellungsgesprächen...4 Monate nachdem ich mich auf die ausgeschriebene Stelle beworben hatte.
Ich habe mich auf eine Stelle beworben wo Projekterfahrungen in England gewünscht wurden (habe 10 Jahre in England gearbeitet), die Stelle hat dann ein schwedischer Mitbewerber ohne Projekterfahrung bekommen weil er besser Schwedisch sprach. Und ich spreche Schwedisch fliessend.
Nächste Woche trete ich nun eine neue Stelle in Deutschland an und hoffe dass der Alptraum damit ein Ende hat.

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Re: Deutschland ist anhänglich.

Beitragvon Pink_Panther » 29. September 2010 02:48

konrad hat geschrieben:Hej Biber,

ich bin vor 18 Monaten mit meiner schwedischen Partnerin nach Södertälje (40km südlich von Stockholm) gezogen. Meine Freundin hat die Chance gehabt mit einem internen Transer bei Ihrer Firma Karriere zu machen, was auch hervorragend funktioniert hat.
Ich bin mitgegangen weil ich gedacht habe dass ich als Architekt überall arbeiten kann, muss halt nur die Sprache lernen. Naja, das ging total schief.
Ich hatte Arbeitgeber welche meinen Lohn nicht gezahlt haben (Musste den ausstehenden Lohn über die Gewerkschaft einfordern), andere welche mir 200SEK pro Tag geboten haben weil mein Schwedisch noch nicht perfekt war und einen der mich über Nacht entlassen hat (obwohl ich fest angestellt war) weil ein Projekt weggebrochen ist.
(Muss jetzt entscheiden ob ich die Gewerkschaft einschalte oder es einfach vergesse)
Zudem hatte ich eine 40 Stunden Woche plus Ueberstunden plus 2,5h An/Abreise nach Stockholm jeden Tag. Freizeit? You must be joking!
Auf mein Arbeitslosengeld warte ich jetzt seit dem 2. Juli. Sind Schweden lethargisch?
Ich bekomme jetzt auch erste Einladungen zu Vorstellungsgesprächen...4 Monate nachdem ich mich auf die ausgeschriebene Stelle beworben hatte.
Ich habe mich auf eine Stelle beworben wo Projekterfahrungen in England gewünscht wurden (habe 10 Jahre in England gearbeitet), die Stelle hat dann ein schwedischer Mitbewerber ohne Projekterfahrung bekommen weil er besser Schwedisch sprach. Und ich spreche Schwedisch fliessend.
Nächste Woche trete ich nun eine neue Stelle in Deutschland an und hoffe dass der Alptraum damit ein Ende hat.


Dein Fehler ist, dass Du Deutscher bist. Du kannst etwas, Du willst etwas, und das macht Dich gefährlich .....
Nein, im Ernst - ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht. Man hat es wirklich nicht leicht als Deutscher. Ausser in Berufen wo wirklich Mangel an Fachkräften herrscht, wie z.B. als Arzt. Da können die Schweden sich das nicht leisten.

Grüße,

Paul

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Re: Deutschland ist anhänglich.

Beitragvon Pink_Panther » 29. September 2010 03:10

Tzwerg hat geschrieben:Hallo,



Du verdienst weniger, das ist richtig. In Deutschland ist das Einstiegsgehalt etwa 1.000 € oder gute 10.000 Sek höher.
ABER: rechne Dir mal aus, was Du netto noch hast, wenn Du z.B. 3.500 € Gehalt hast, wenn ich richtig informiert bin, dann hast Du nach allen Abzügen ca. 50% netto. Ist das in etwa richtig? Wenn nicht, dann berichtigt mich bitte.

Beispiel hier, aus eigener Erfahrung:
Bei einem Einstiegsgehalt in Schweden von 26.000 Sek bleiben Dir nach Steuern z.Zt. etwas mehr als 19.000 Sek netto. (ich vergleiche das mit 3.500 € weil diese Summe das das Einstiegsgehalt bei vergleichbarer Position in der gleichen Branche in Dtl. gewesen wäre).


Liebe Grüße


26 000 SEK ist das was ich verdiene, mir bleiben etwa 20.000 SEK übrig nach Steuern, aber das nur, weil ich noch eine fette "Skattejämkning" habe, da ich zuvor täglich 140 km zur Arbeit gefahren bin. Wenn diese verschwindet dann werden mir nur noch max. 18.000 übrigbleiben.
Urlaubsgeld ist auch sehr, sehr mager hier in Schweden. Wieviele Karenztage gibt es denn in Deutschland? Hier in Schweden sind es auf jedenfall ein ganzer Haufen. Der erste Krankheitstag ist immer unbezahlt für mich, ich war nie so oft krank, dass ich nicht unter die Karenzregelung gefallen wäre. Mein Job ist die Hölle, Leistungsdruck pur. Aber alle sagen auch, dass es SEHR untypisch für schwedische Verhältnisse sei. Über die Lebenshaltungskosten wurden ja schon einige kontroverse Diskussionen geführt. Ich persönlich kann nicht verstehen, wie man sagen kann, Schweden sei nicht teurer als Deutschland, aber das ist ja natürlich alles subjektiv und auch noch regional verschieden.
Aber: Was kostet denn 1 kg Brot? Einfaches Mineralwasser? 100 Gramm Schokolade? Autoreifen? Flug- und Urlaubsreisen?

Aber wie Du schon sagtest: Entscheidend ist eigentlich, wie man leben möchte. Die Summe aller Probleme ist gleich. Gut gesagt!

Viele Grüße,

Paul


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