Deutsche/Sprachkuddelmuddel

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Imrhien
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Deutsche/Sprachkuddelmuddel

Beitragvon Imrhien » 9. Mai 2008 09:41

Hej Ihr Lieben,
ich wollte einfach mal hören wie das bei Euch eigentlich so ist. Aber vielleicht erzähle ich erst mal was ich meine :)
Nach fast 8 Monaten stellen wir nun erstaunt fest wieviele Deutsche hier in der Gegend leben. Es ist jetzt noch nicht gerade so, dass man sich einfach in der Stadt über den Weg läuft und im Geschäft ständig deutsch hört. Aber es ist halt schon auffällig, dass man immer wieder über welche stolpert oder davon hört. Alleine bei uns im Ort, der ja nicht sooo groß ist, leben mindestens vier Familien die irgendwie deutsch reden. Einer ist vor 40 Jahren mit seinen Eltern eingewandert, der fühlt sich nicht mehr deutsch (er ist 42). Aber er spricht es halt noch; mit Akzent :)
Dann gibts eine Deutsche die vor ein paar Jahren schon herkam, mit ihrem schwedischen Sambo und ein Schweizer der mit einer Schwedin verheiratet ist. Sie sind noch neuer im Ort als wir. Und dann natürlich wir, wir sind "voll" deutsch. Am Anfang dachte ich, wir wären die Einzigen im Ort. Es ist schon ein merkwürdiges Gefühl nun auf die anderen zu treffen. Einerseits ist es schön, man hört und spricht die eigene Muttersprache. Andererseits will man ja nicht nur mit deutschen rumhängen, da lernt man schlechter schwedisch. Die Mischung ist ganz nett, finde ich. Wir kennen genug Schweden um nicht in der Gefahr zu sein ein deutsches Viertel zu eröffnen. Aber ist schon schräg. Vor allem das Sprachkuddelmuddel das dabei raus kommt. Wenn wir gemischt sind, also meistens, reden wir eben viel schwedisch. Doch hin und wieder kommt auch deutsch oder englisch bei raus. So ist eine Japanerin mit in der Gruppe. Sie kann kein deutsch, gut schwedisch, redet aber lieber englisch. Die Schwedin, die mit dem Schweizer verheiratet ist, redet sehr gerne deutsch, weil sie es nicht verlernen will. Ich will viel schwedisch reden... Und mit den Leute vom SFI ist es ja noch irrer. Die kommen ja von überall her. Mit einer Familie aus Bosnien treffen wir uns hin und wieder. Da versuchen wir schwedisch zu reden, bis es nicht geht und man dann das ein oder andere auf englisch sagen muss.
Ein Mischmasch ist das :roll:
Wie geht es Euch? Habt Ihr viele Deutsche in der Nähe oder andere Ausländer? Habt Ihr auch so einen Mischmasch?
Vielleicht liegt es daran, dass wir nahe an einer großen Stadt wohnen? Auch noch relativ gesehen im Einflussbereich Stockholms? Es leben hier viele Mischfamilien und viele haben irgendwo einen im Bekanntenkreis der nicht Schwede ist oder zumindest ursprünglich keiner war.
Erzählt mal wie Ihr so lebt. Nur Schweden? Ausländer? Gemischt?

Neugierige Grüße
Wiebke

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Re: Deutsche/Sprachkuddelmuddel

Beitragvon stavre » 9. Mai 2008 10:05

moin wiebke

hier siehts etwas anders aus.wir sind die einzigen deutschen.leben 4 jahre jetzt hier.es gibt seit einem jahr auch eine holländische familie,die sich wohl integriert hat,aber keinen großen kontakt zu schweden haben will odernicht kriegt.nur die kinder eben...
dann lebt eine norwegerin hier,die jetzt einen schwed. sambo hat.ihr schwedisch ist mehr norwegisch mit schwed. worten dazwischen.mit den finnen,2 im dorf,kriegt man keinen kontakt.die schweden fragen uns schon ,ob wir kontakt zu denen haben.
mit den holländern rede ich meistens holländisch.gute übung für mich.ansonsten reden wir schwedisch.die nächsten deutschen wohnen in sörbygden ,sind die auswanderer,die die schule gekauft haben.man sieht sich wohl mal beim einkaufen,trinkt n kaffe oder zwei und ratscht dann.aber daß wir uns irgendwie treffen ,sitzt nicht drin.unsere kontakte gehen ausschließlich zur schwed. seite.

gruß elke

nysn

Re: Deutsche/Sprachkuddelmuddel

Beitragvon nysn » 9. Mai 2008 10:50

Wie geht es Euch? Habt Ihr viele Deutsche in der Nähe oder andere Ausländer? Habt Ihr auch so einen Mischmasch? Vielleicht liegt es daran, dass wir nahe an einer großen Stadt wohnen? Auch noch relativ gesehen im Einflussbereich Stockholms? Es leben hier viele Mischfamilien und viele haben irgendwo einen im Bekanntenkreis der nicht Schwede ist oder zumindest ursprünglich keiner war.
Erzählt mal wie Ihr so lebt. Nur Schweden? Ausländer? Gemischt?


Hej Wiebke,
wohne in einer nicht besonders großen Gemeinde, Kungsbacka - ca. 25 km südlich von Göteborg. Hier scheint es viele Deutsche zu geben - manche sind vor/während des Krieges hierhergekommen und viele auch erst in den letzten Jahren. Man hört also relativ häufig Deutsch und die Lehrerin für "hemspråk" hat auch entsprechend viele und gut besuchte Gruppen.

Persönlich finde ich das schön, wenn man sich mischt - ich kenne das eigentlich gar nicht anders, da ich aus einer Familie stamme, in der man sich seit Jahunderten kreuz und quer in Europa verheiratet hat. Das kann auch sehr lustig sein, wenn dann bei einem Familienfest z.B. Deutsch/Italienisch/Französisch/Spanisch und neuerdings auch Schwedisch gesprochen wird :D

Mein Sohn hat auch keine Probleme damit - er versteht so das Meiste in allen Sprachen - spricht aber nur Deutsch und Schwedisch akzentfrei, da wir diese Sprachen zu Hause verwenden. Den Rest lernt er in der Schule oder aber in den Urlauben bei seinen Verwandten.

Unser Bekanntenkreis in Schweden ist auch ähnlich gemischt. Denke, dass sich das auch irgendwie so ergibt, da man dann gleich eine Gemeinsamkeit hat und es ist nicht irgendwie komisch. Außer der Familie meines Mannes und unseren Nachbarn haben wir auch nicht so viele "nur" schwedische Bekannte - und ich habe das auch nie vermisst oder als Nachteil empfunden. Im Gegenteil - ich finde die gemischten Familien, besonders hier in Schweden, meistens interessanter, offener und aufgeschlossener als die "ein-sprachigen".

Wenn ich so überlege, sprechen die Mitglieder unserer Familie in der Regel die Sprache des Landes am besten, wo sie jeweils aufgewachsen/zur Schule gegangen sind und am zweitstärksten ist/sind dann die Sprache(n) der Elternteile. Wichtig ist nur, glaube ich, dass man als Mutter/Vater nie "mischen sollte" - also immer konsequent bei einer Sprache bleibt, zumindest dann, wenn die Kinder noch klein sind.

In Västerås habe ich übrigens eine Freundin, die ich während meiner Studienzeit in Italien kennen gelernt hatte - ihre Eltern stammen aus Finnland und ihr Mann ist waschechter Sizilianer!

Willkommen in EUROPA Wiebke!

Herzlichst
S-nina

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Re: Deutsche/Sprachkuddelmuddel

Beitragvon Imrhien » 9. Mai 2008 11:54

S-nina hat geschrieben:Willkommen in EUROPA Wiebke!

Herzlichst
S-nina


Hej, danke :)
Ja, das finde ich persönlich ja auch so schön daran. Es ist spannend und interessant. Vielleicht brauche ich dadurch ein paar Monate länger bis mein schwedisch richtig gut ist. Schliesslich rede ich ja nicht ausschliesslich diese Sprache. Aber das macht mir nichts. Die Schweden bemerken sehrwohl den Fortschritt und freuen sich darüber (den meisten glaube ich es). Und solange ich mich nicht nur Deutschen treffe... das wäre mir aber auch zu langweilig. Wir kennen in Deutschland ein paar Multi-Kulti-Familien und das klappt sehr gut. Auch mit der deutschen Sprache. Warum sollte es also nicht in Schweden klappen?
Ich war halt mal neugierig wie Eure Erfahungen so sind. Ich meine, in Städten oder nahe davon, wird es sicherlich anders sein als auf dem Land. Und vielleicht gibt es wieder Unterschiede von Nord nach Süd? Das wollte ich einfach mal wissen.

Liebe Grüße
Wiebke

glada

Re: Deutsche/Sprachkuddelmuddel

Beitragvon glada » 9. Mai 2008 13:26

Diesen Austausch in Europa gibt es seit langem und er wurde eigentlich nur durch die Ereignisse Anfang bis Mitte des letzten Jahrhunderts unterbrochen.
Deshalb ist diese Entwicklung nicht neu, es ist im Augenblick durch die neuen Wohnort- und Arbeitsbestimmungen für EU Bürger nur ausgesprochen populär, ins Ausland zu ziehen.

Ich gehe davon aus, dass dieser Entwicklung sich auch wieder auf ein normales Niveau einpendeln wird.

Oliver

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Re: Deutsche/Sprachkuddelmuddel

Beitragvon jörgT » 11. Mai 2008 15:57

Wir haben zwar eine ganze Menge deutscher Bekannter, aber mindestens ebenso viele Schweden, mit denen wir uns mehr oder weniger regelmässig treffen. Umgangssprache ist dann meist Schwedisch, auf Englisch weichen wir so gut wie nicht (mehr) aus.
In der Klinik, in der ich arbeite, herrscht ein buntes Nationalitätengemisch - Schweden, Deutsche, Griechen, Syrier, Iraner, Holländer, Finnen, Norweger ... Das ist interessant und für die Arbeit ausserordentlich gut, bringt doch jeder eigene Traditionen mit und es ist möglich, die besten Erfahrungen aufzunehmen ...
Gemeinsamer Nenner ist die schwedische Sprache, das ist Voraussetzung für alles andere ...
Jörg :)


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