Deutsche lieben das Leben auf dem Land in Schweden

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Hiltrud Baier
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Deutsche lieben das Leben auf dem Land in Schweden

Beitragvon Hiltrud Baier » 5. Dezember 2008 15:59

Viele Schweden, die auf dem Land leben, zieht es in die Stadt. Sie verlassen ihre Dörfer, um in größere Städte zu ziehen. Dies hat zur Folge, dass Schulen niedergelegt werden, Einkaufsmöglichkeiten werden weniger, Tankstellen schließen. Dagegen zieht es Europärer, die nach Schweden auswandern, oft aufs Land. In der neuesten Statistik des “glesbygdsverket” liest man, dass es vor allem Deutsche und Holländer sind, die sich in Schweden auf dem Land niederlassen. Insgesamt sind 500 Ausländer im letzten Jahr aufs Land gezogen. Immer wieder wird in den Zeitungen von deutschen Familien berichtet, die in Schweden ihr einsam gelegenes Traumhaus gefunden haben. Weitere Informationen gibt es auf der homepage des “glesbygsverket” http://www.glesbygdsverket.se (auf Schwedisch).

Liebe Grüße

Hiltrud aus Jokkmokk
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Gartenblumenmann
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Re: Deutsche lieben das Leben auf dem Land in Schweden

Beitragvon Gartenblumenmann » 5. Dezember 2008 22:32

Absolut nach zu vollziehen.

Krümel7
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Re: Deutsche lieben das Leben auf dem Land in Schweden

Beitragvon Krümel7 » 7. Dezember 2008 00:03

Hej,
bei der relativ hohen Bevölkerungsdichte in einigen Gegenden in D ist der Wunsch ja auch nur allzu verständlich. Ich selbst lebe in Berlin und bin jedes Jahr wieder froh, wenn ich in Schweden einen Urlaub abseits von Städten in der Natur verbringen kann und dabei nicht auf Horden von Menschen und zig Verbote treffe, wie es mir in den Sommermonaten in D passieren könnte. Darauf habe ich echt keine Lust mehr! Außerhalb der Saison gerne, aber im Sommer nicht auszuhalten!

Grüße Krümel

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Re: Deutsche lieben das Leben auf dem Land in Schweden

Beitragvon Die Vier » 7. Dezember 2008 23:13

Ich kriege schon leichte Panikattacken wenns in solche Grosstätte :D wie Falun geht,wie soll ich da jemals wieder in deutschen Grosstätten klarkommen-falls ich jemals daran denke hinzufahren :wink:

Gemuetliche Gruesse aus dem beschaulichen Orsa
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Sepp

Re: Deutsche lieben das Leben auf dem Land in Schweden

Beitragvon Sepp » 26. Dezember 2008 09:04

Also ich kann da nur meine Erfahrung schildern: Ich lebe (noch) auf einem Einödhof in den Bayer. Alpen, der nächste Nachbar ist ca. 600 m entfernt. Im Winter hast Du ohne Allrad nicht mal im Ansatz ne Chance aus dem Hof rauszu kommen. Die Wege sind weit: Post 26 km, Arzt 13 km, Aldi 15 km. Aber: Jedesmal wenn ich in Lappland auf Urlaub war, bekomme ich bei mir zu Hause Platzangst. Wie muss es da erst den deu8tschen Großstädtern ergehen? Fürs Land musst Du geschaffen sein - und ich glaube das eint die meisten Schwedenfans - ob Urlauber oder Auswanderer! Schweden sind Platz seit jeher gewohnt und lieben die Annehmlichkeiten der Städte. Und Deutsche wollen das , was Sie so sehr vermissen: Platz, Ruhe & Freiheit.

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Re: Deutsche lieben das Leben auf dem Land in Schweden

Beitragvon irni » 27. Dezember 2008 21:00

Ich mag auch Ruhe und Abgeschiedenheit, aber unser Alltag würde nicht funktionieren, wenn ich im schwedischen Glesbygd leben würde.
Es ist eine Sache auf dem Land zu leben, aber eine ganz andere wenn man mehr als 45 min bis zur nächsten Ortschaft mit mehr als 3000 Einwohnern hat. So wird nämlich Glesbygd laut Glesbygdsverket definiert. Da kann man ja leicht ausrechnen wie leicht es ist eine Arbeit in akzeptablem Pendelabstand zu finden, Schule, Kindergarten, Lebensmittelgeschäft, Krankenversorgung. Kein Wunder, dass die Leute von dort wegziehen, sie haben ja oft gar keine andere Wahl!

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Re: Deutsche lieben das Leben auf dem Land in Schweden

Beitragvon Fanny » 27. Dezember 2008 22:02

Es ist tatsächlich so, dass man als (schwedischer Ferien-)Hausbesitzter schon schauen sollte, wo man sein Domiziel wählt.
Wir wohnen auch in völliger Abgeschiedenheit (wenn wir denn mal da sind), das läd ein für Einbrüche.
Wenn wir irgendwann den Sommer dort verbringen können, haben wir 60 Km zum nächsten Krankenhaus und 30 Km um vernünftig einkaufen zu können.
Unsere schwedischen Nachbarn haben ihren Sommersitz am See verkauft und das Stadthaus ganzjährig vorgezogen. Geholfen hat es auch nicht, denn der Weg zum Krankenhaus war immer noch 30 Km, und den hat unsere Freundin nicht überlebt. (Anfahrt vom Ehemann - kein Notarzt zur Stelle)

Ich möchte trotzdem, wenn es irgendwie geht, so lange wie möglich meine Zeit in unserem Häuschen verbringen. Es gibt keinen Platz auf der Erde, an dem ich mich so "zuhause" fühle wie dort. Man muss wissen, was einen erwartet und welche Ansprüche man hat. Die sollten nicht so hoch sein. Dann geht's schon.
Das Glück ist das einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt. (Albert Schweizer)

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Re: Deutsche lieben das Leben auf dem Land in Schweden

Beitragvon irni » 28. Dezember 2008 11:20

Ja Fanny, ich habe leider viel zu viele Leute getroffen, die sich in ein rotes Häuschen im Wald oder am See verliebt haben dort hinzogen und nach einem halben Jahr draufkamen, dass jedes Familienmitglied ein eigenes Auto haben muss, dass die Benzinrechnung ein halbes Gehalt verschluckt, dass die Anreise zur Arbeit fast alle Freizeit auffrisst, die Kinder 10 Stunden im Kindergarten sein müssen, weil der 30km in die falsche Richtung liegt. Der Schulbus bleibt 5 km vom Haus stehen und die Kinder müssen bei jedem Wetter und das ganze Jahr über diese Strecke zweimal täglich durch den Wald laufen. Man muss selbst den Anfahrtsweg pflügen wenn Schnee kommt und hat man vergessen Milch zu kaufen so gibt es keine Milch zum Frühstück, das Geschäft liegt nämlich auch eine oder zwei Meilen weg. Dann kann es auch passieren, dass das Haus in einer Gemeinde liegt, aber der nächstgelegene Kindergarten in einer anderen, deine Kinder werden nur in der eigenen Gemeinde plaziert (wenn man nicht grosses Glück hat und die Gemeinden haben ein Abkommen) und vielleicht nicht einmal im selben Dagis. Also man muss sich wirklich gut überlegen ob man alle diese praktische Sachen unter einen Hut bringt. Wir haben dieses Puzzel mit der Hilfe von Nachbarn gelöst und da wohnen wir zwar auf dem Land aber noch lange nicht abgeschieden.
Jetzt wo die Kinder gross sind können wir die Idylle sogar geniessen!

Speedy

Re: Deutsche lieben das Leben auf dem Land in Schweden

Beitragvon Speedy » 28. Dezember 2008 17:41

Hallo,

wir wohnen bis jetzt auch im Wald und sind gerade dabei nach Suedschweden in die Gegend von Varberg zu ziehen. Das Leben hier draussen hat meine Wunschträume erfuellt, wie sie sich wohl jeder der aufs Land gezogen ist vorgestellt hat. Aber.................. Nachdem mein Mann eine Knieprotese hat, der Ruecken und die Hueften dadurch stark in Mitleidenschft gezogen sind und er nicht mehr als 5 kg heben darf, haben wir schweren Herzens den Beschluss gefasst das Haus vorerst zu vermieten. Ich schaffe alleine den Garten nicht, nicht das Holzhacken, nicht gewisse Reparaturen (Dachrinne) ,ich habe Höhenangst, usw. usw. Wir werden uns einen Reihenbungalow mieten der aber mitten in einem Dorf 10km ausserhalb von Vargerg liegt. Ich kann also nur sagen ist man jung und gesund ist ein Leben "im Wald" kein Problem.

Gruss

Speedy


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