Deutsche Krankenversicherung weigert sich uns zu entlassen

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Carrla
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Deutsche Krankenversicherung weigert sich uns zu entlassen

Beitragvon Carrla » 29. September 2016 10:26

Hej!
Meine Kinder und ich sind im Sommer 2015 nach Schweden gezogen, mein Mann pendelte noch ein halbes Jahr und zog dann Anfang 2016 offiziell hinterher. Wir waren bis dahin bei der TK familienkrankenversichert und als mein Mann dann endlich hierher zog, kündigten wir die deutsche Krankenversicherung. Seitdem kämpfen wir mit der KV, da sie uns nicht aus der Versicherung lassen wollen. Wir brauchen angeblich einen Nachweis der schwedischen Versicherung, dass wir dort versichert sind und seit wann. Die försäkringskassan hat auf unsere Anfragen nach einem Nachweis nie reagiert, also bestellten wir eine EU-KV-Karte, die wir als Nachweis in Kopie bei der deutschen KV einreichten. Die wurde von der deutschen KV nach als Nachweis akzeptiert. Seitdem haben sowohl wir als auch die deutsche KV noch mehrmals bei der försäkringskassan einen Beleg angefordert, aber bisher nichts bekommen.
Wir zahlen seit über einem halben Jahr jeden Monat viel Geld, das wir eigentlich anders besser anwenden könnten und möchten endlich einen Schlussstrich unter die Sache ziehen!
Hat hier noch jemand solche Probleme mit der deutschen KV bei der Auswanderung gehabt? Wie habt ihr es gelöst? Kennt ihr noch einen Trick?
Verzweifelte Grüße!
Carrla

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Re: Deutsche Krankenversicherung weigert sich uns zu entlassen

Beitragvon Auswanderer » 29. September 2016 15:34

Wenn ihr sicher seid, dass ihr alle in Schweden versichert seid, und dass in Deutschland keine Versicherungspflicht besteht, dann einfach nicht zahlen. Wird das Geld abgebucht? Lastschrift stornieren.
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Re: Deutsche Krankenversicherung weigert sich uns zu entlassen

Beitragvon Gottfried » 29. September 2016 15:37

Wenn Dein Mann keine Bezüge eines deutschen Arbeitgebers hat, hat er ein Sonderkündigungsrecht gegenüber der GKV. Es verstößt gegen Recht und Glauben, wenn die deutsche GKV ihn nicht aus dem Vertrag entlässt, weil er keinen Anspruch an die TK hat. Die genauen Einzelheiten hast Du nicht gepostet, ist auch ok, im Zweifelsfall sollte Euch ein deutscher Anwalt mit einem Schreiben schnell aus der Klemme helfen. .... die Kosten kann man der GKV zuordnen.
Wenn Ihr formal richtig gekündigt habt, könnt ihr natürlich die Beiträge zurückfordern......
Viele Grüsse

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Re: Deutsche Krankenversicherung weigert sich uns zu entlassen

Beitragvon Lukä » 29. September 2016 21:27

Ihr habt euch doch sicher euren Wohnsitz in Deutschland abgemeldet? Dann habt ihr doch sicher eine Abmeldebestätigung. §5 SGB V sagt "...Versicherungspflichtig sind demnach alle im Inland gemeldeten Personen..."

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Re: Deutsche Krankenversicherung weigert sich uns zu entlassen

Beitragvon jörgT » 4. Oktober 2016 08:12

Ich würde dem Vorschlag von Gottfried folgen - der Anwalt kostet sicher weniger, als eine teure Familienversicherung in Deutschland und er kann gleich noch die zu viel gezahlten Beiträge einfordern!
Als ich 2003 nach Schweden auswanderte, machte meine private KV auch erst Schwierigkeiten, aber ein Anruf beim Regionalchef löste das Problem.
Viel Erfolg!
Jörg :goodman:

uuxxi

Re: Deutsche Krankenversicherung weigert sich uns zu entlassen

Beitragvon uuxxi » 16. Oktober 2016 16:58

Hallo,

ich hatte das gleiche Problem in beide Richtungen.

Beim Umzug aus Schweden nach Deutschland benötigt man unbedingt einen E104 um in die deutsche gesetzliche Krankenkasse zu kommen. Die Försäkringskassan stellt diesen Beleg an dem Tag aus, an dem man nicht mehr versichert ist. Den Beleg haben sie mir dann auch nach Deutschland geschickt. Bis man dann den Bescheid von der deutschen Krankenkasse bekommt dauert es 3 Wochen. Ich habe in der Zwischenzeit bei Hanse Merkur (ich glaube das ist ziemlich der einzige Anbieter) eine Übergangsversicherung abgeschlossen.

Beim Umzug wieder zurück hatte ich meine Abmeldung, die Wohnunsitzbestätigung vom Skatteverket und meinen Arbeitsvertrag geschickt. Ich habe immer wieder die Antwort bekommen, dass ich einen E104 schicken müsse, den die Försäkringskassan ja nur bei der Abmeldung ausstellt. Ich habe dann (auch mit der Technikerkrankenkasse), dass ich eine andere Bescheinigung schicken könne. Dann habe ich bei Försäkringskassan angerufen und ihnen erklärt, dass sie mir eine Bescheinigung über meine Versicherungszeiten schicken sollen. Diese habe ich dann als Mail an die deutsche Krankenkasse gesendet und mein zu viel bezahltes Geld zurück bekommen.

Laut Gesetz müssen sie Euch entlassen, weil ihr in Schweden pflichtversichert seid. Beim Suchen im Internet findet man die Paragraphen, auf die ich in meinen Schreiben natürlich immer verwiesen habe.


Viel Erfolg

uuxxi


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