Deutsch-Schwede?

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Deutsch-Schwede?

Beitragvon Sumac » 23. Oktober 2017 09:13

wer ist denn schwede von den hier lebenden deutschen?
ich habe die schwedische staatsbürgerschaft. wer noch?

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Re: Deutsch-Schwede?

Beitragvon Hanjo » 23. Oktober 2017 17:35

Wir haben auch beide :smt006
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Re: Deutsch-Schwede?

Beitragvon Sumac » 25. Oktober 2017 09:53

grattis
immerhin du, mal sehen ob noch mehr dazukommen.

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Re: Deutsch-Schwede?

Beitragvon vibackup » 25. Oktober 2017 18:50

Sorry, aber jetzt muss ich mal "krångla till det":
Ist man denn Schwede, nur weil man die schwedische Staatsbürgerschaft hat?
Ich sehe mich eigentlich nicht als Schwede, sondern als Deutscher mit einer zusätzlichen schwedischen Staatsbürgerschaft.
Schwede glaube ich wird man so nicht; unsere Kindeskinder, die werden vielleicht Schweden, so sie denn noch hier leben...

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Re: Deutsch-Schwede?

Beitragvon jörgT » 26. Oktober 2017 11:21

Ich sehe das so ähnlich wie Du, Michael!
Wir haben ebenfalls beide Staatsbürgerschaften, üben aber nur die schwedische aktiv aus (Wahl etc.).
Jörg

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Re: Deutsch-Schwede?

Beitragvon Hanjo » 27. Oktober 2017 09:55

jörgT hat geschrieben:Ich sehe das so ähnlich wie Du, Michael!
Wir haben ebenfalls beide Staatsbürgerschaften, üben aber nur die schwedische aktiv aus (Wahl etc.).
Jörg
Hejsan,
wir haben damals 2007/2008 - ich war bereits Pensionär und wir brauchten keine Arbeit mehr - viel darüber nachgedacht, ob wir die schwedische Staatsangehörigkeit neben der deutschen haben wollen oder nicht. Dazu war uns von Anfang an klar, dass wir ca. 50 Jahre Leben, Erziehung, Lernen usw. in Tschland nicht einfach so ausblenden können; wir werden immer deutsch bleiben, deutsch denken und deutsch handeln - weil wir dort so erzogen, ausgebildet und gesellschaftlich geprägt worden sind. Aber wir können das Bessere von den Schweden annehmen und dazulernen - und vllt. ja auch das eine oder andere "Deutsche" vergessen :? .

Wir haben die Überlegungen in drei Punkte unterteilt:
1. Motivationen, Gefühle und Emotionen
2. Formalitäten einschl. der Kosten
3. Praktische wirtschaftliche und/oder finanzielle Vor- oder Nachteile.

Zu 1. Ja, wir wollen zeigen, dass wir uns hier wohlfühlen und dazugehören wollen, weil wir hier ganz allgemein und insgesamt besser leben als wir in Tschland jemals gelebt haben - incl. aller Hoch und Tiefs, aller Kritikpunkte und all dem, was wir als verbesserungswürdig empfinden - also insgesamt nicht nur wirtschaftlich/finanziell etc. besser leben, sondern insbesondere vom Wohlgefühl her gesehen.

Zu 2. Die Formalitäten waren ähnlich wie bei dem Antrag auf Aufenthaltsgenehmigung 2002, also überschaubar, brauchten ja nur alles noch mal rauskramen. Die Kosten waren 2007/2008 mit ich glaube ca. 400:- SEK je Antrag plus nochmal ca. 400:- SEK pro Pass und ID-Card, für uns also ca. 1600:- SEK relativ tragbar, heute dürfte der Akt mehr kosten, vermute ich.

Zu 3. Es gibt für uns weder praktische, noch finanzielle noch wirtschaftliche Vorteile, aber auch keinerlei Nachteile. Einzig die Wahl zum Sveriges riksdag ist zusätzlich zu dem, was wir auch ohne schwedische Sta bereits hatten - die wir auch wahrnehmen - möglich. In Tschland wählen wir seit wir hier sind nicht mehr, das überlassen wir denen, die dort mit den/ihren Ergebnissen leben wollen und müssen :D .

Vllt. helfen diese Hinweise, wie wir gedacht und warum wir es getan haben, ja vielen ein wenig bei ihrer Entscheidungsfindung.
Heute nach ca. 15 Jahren sehen wir: Es war keine falsche Entscheidung, im Gegenteil.
Gruß
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Re: Deutsch-Schwede?

Beitragvon EuraGerhard » 27. Oktober 2017 11:30

Hallo,

ich betrachte mich selbst als Europäer und EU-Bürger. Die Staatsbürgerschaft (innerhalb der EU) ist für mich in erster Linie eine administrative Angelegenheit, ähnlich wie die Anmeldung des Wohnsitzes beim Umzug.

Als damals, nachdem wir 5 Jahre in den Niederlanden gewohnt hatten, die Frage nach der niederländischen Staatsbürgerschaft aktuell wurde, war meiner Frau und mir bereits klar geworden, dass wir nicht den Rest unseres Lebens in NL verbringen wollten. Insofern haben wir darauf verzichtet, die niederländische Staatsbürgerschaft anzunehmen.

Im Februar nächsten Jahres sind wir dann 5 Jahre in Schweden. Diesmal haben wir allerdings bis jetzt keinerlei Bedürfnis, hier wieder wegzuziehen. Insofern gilt immer noch das, was ich damals dem Bauinspektor unserer Gemeinde gesagt habe, als er die Möglichkeit ansprach, dass wir das zu bauende Haus vielleicht einmal verkaufen wollen: "Ich will aus diesem Haus nicht ausziehen. Ich will, wenn es einmal soweit ist, hinaus getragen werden. In einer Holzkiste!" Deshalb werden wir wohl ab Februar 2018 die Prozedur zum Erwerb der schwedischen Staatsbürgerschaft starten. Es ist uns wichtig, dass wir uns dort, wo wir den Rest unseres Lebens verbringen wollen, also in Schweden, vollständig am gesellschaftlichen und politischen Leben beteiligen können, und da gehört nun mal aufgrund des Wahlrechts die Staatsbürgerschaft dazu.

Bisher hatten wir auch geplant, nach dem Erwerb der schwedischen Staatsbürgerschaft die deutsche abzulegen. Angesichts mancher derzeitiger politischer Entwicklungen werden wir dies jetzt aber wohl doch nicht mehr tun.

MfG
Gerhard

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Re: Deutsch-Schwede?

Beitragvon vibackup » 27. Oktober 2017 16:35

EuraGerhard hat geschrieben:Bisher hatten wir auch geplant, nach dem Erwerb der schwedischen Staatsbürgerschaft die deutsche abzulegen. Angesichts mancher derzeitiger politischer Entwicklungen werden wir dies jetzt aber wohl doch nicht mehr tun.

Das is interessant: kannst du das mehr entwickeln, Gerhard?

//M

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Re: Deutsch-Schwede?

Beitragvon vinbergssnäcka » 28. Oktober 2017 12:49

Also, ich habe ja auch beide, die deutsche und die schwedische und merke mit jedem Jahr mehr, das ich mich von Deutschland wegentwickelt habe. Trotzdem wird da immer noch das fünkchen deutschsein irgendwo vorhanden sein.....vor allem auch, weil meine Freunde das durchaus mögen und auch nicht missen möchten ....


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Heike

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Re: Deutsch-Schwede?

Beitragvon EuraGerhard » 28. Oktober 2017 17:58

vibackup hat geschrieben:Das is interessant: kannst du das mehr entwickeln, Gerhard?

Klar kann ich das:

Erstens, der Brexit. So lange ich nicht sicher sein kann, dass auch die Schweden mal auf solch strunzdumme Gedanken kommen wie eine knappe Mehrheit der Briten, möchte ich auf jeden Fall noch eine, sagen wir mal: "Backup-EU-Staatsbürgerschaft" in der Tasche haben. Mein seit über 10 Jahren in Großbritannien lebender Bruder hat schnell noch die britische Staatsbürgerschaft erworben, und seine britische Lebensgefährtin hat unmittelbar nach dem Brexit-Votum von ihrem Recht Gebrauch gemacht (ihr Vater war Ire) und zusätzlich die irische Staatsbürgerschaft erworben.

Zweitens, die in immer mehr Ländern aufkommenden, explizit oder zumindest opportunistisch europafeindlichen Parteien. Ich hoffe es zwar wirklich nicht, vor allem nicht im Sinne meiner Kinder und Enkelkinder, aber sollte die EU wirklich einmal auseinanderbrechen, so möchte ich mir alle Möglichkeiten offenhalten.

MfG
Gerhard


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