Delikatessen aus der Natur

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Samweis
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Re: Delikatessen aus der Natur

Beitragvon Samweis » 29. Mai 2009 17:18

Hallo Faxälva,
Faxälva hat geschrieben:..nein, ist ein Teig aus Wasser und Mehl,
OK, gegenüber einer bloßen Mischung aus Wasser und Mehl ist Stockbrot dann ja geradezu "raffiniert". Aber welche Kochkünste will man von einer Bande Holzfäller auch erwarten... :wink: .
http://www.marions-kochbuch.de/rezept/0452.htm
http://www.stockbrotfabrik.de/index.php ... &Itemid=60
Aber auch da gibt es Varianten mit Speck.

Jedenfalls sind wir uns einig, dass weder Kålbullar noch Stockbrot etwas mit Raggmunkar zu tun haben. :wink:

Viele Grüße

Samweis

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Faxälva
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Re: Delikatessen aus der Natur

Beitragvon Faxälva » 29. Mai 2009 18:21

...ne, der "Zuckerahorn" wächst hier nicht.... da hab ich mich schon erkundigt.... bei den Birken hab ich immer mal ein wenig nachgebohrt..und dann lief der Saft wieder ...aber allzulange soll man nicht zapfen, wenn man den Baum behalten möchte...

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Re: Delikatessen aus der Natur

Beitragvon Ronja_Rövardotter » 29. Mai 2009 18:51

Samweis, welch ein schönes Thema!
:danke:

Besonders lecker sind natürlich erst einmal die Beeren, die Schweden zu bieten hat. Neben dern bekannteren Sorten wie Him-, Blau- und Preisselbeeren sammeln wir auch gerne Smultron, Hjortron, Tranbär und Rönnbär. Am allerbesten sind - wie ich finde - die Åkerbeeren, von denen man jedoch leider nie eine wirklich grosse Menge findet.
Aus allem, was nicht schnell genug weglaufen kann, mache ich dann vorzugsweise Marmelade/Gelee oder Wein.

Aktuell: Hier für Fleissige noch mein Löwenzahnweinrezept
Für 10 L Wein benötigt man
800-1000g Blütenblätter (dies entspricht etwa 10 l Löwenzahnblütenköpfen)
10 l Wasser
3 kg Zucker
50 g Milchsäure (ersatzweise geht auch Citronensäure)
Weinhefe/ Hefenährsalz
Die Blütenblätter werden zunächst von den Kelchen gezupft und mit dem (kochendem) Wasser überbrüht. In diese Mischung rührt man den Zucker ein. Nach Abkühlen (unter 30 Grad) werden Säure, Hefenährsalz und Weinhefe zugegeben. Das Ganze lässt man ein bis zwei Woche als Maische im Gärgefäss gären, dann werden die Blätter abgeseiht. Die Flüssigkeit wird in einem Ballon weitervergoren und nach Beendigung ganz normal abgezogen, geschwefelt und in Flaschen gefüllt.

Skål!
LG
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Re: Delikatessen aus der Natur

Beitragvon Tulipa » 29. Mai 2009 22:39

Prima Thema :)

Wir essen im Frühjahr oft Brennesseln oder auch Giersch, zubereitet wie Spinat in (Vollkorn-)Mehlschwitze. Haben wir uns erst neulich amüsiert: den gibt es bei uns schon traditionell am Sonntag nach dem Melodiefestivalen. Da hockt mein Mann den ganzen Abend vor der Glotze und ist nicht ansprechbar, so dass ich dann immer bis zum Dunkelwerden Brennesselspitzen pflücke.

Die Löwenzahnblüten haben wir leider versäumt, so wurde nichts aus den Plänen mit -sirup oder -saft. Aber ich habe den Holunder im Auge, es soll endlich mal Hollerküchle geben. Mehr so schwäbisch/bayerisch, da taucht man die Blütendolden in Pfannkuchenteig und backt sie kopfüber in der Pfanne.

Letzten Herbst haben wir aus den hier massenhaft wuchernden Vresrosor = Hundsrosen (?) mehrfach Hagebuttenmus gekocht. Ist zwar mühsam, aber schmeckt gut zu Pfannkuchen, Quark oder auf Brot und ist angeblich supergesund.

Wildkräutersalate sind mir oft zu "grasig". Aber ich plane, die mal mit Zucker-Zitronensosse zu probieren. Seit wir grünen Salat damit anmachen, essen die Kinder erstaunliche Mengen und ich denke, der Gesundheitseffekt überwiegt.

A propos Zucker: da ich wohl zu viel Zeit hier und nicht beim Unkrautjäten verbracht habe, musste ich dann einen ganzen Eimer Vogelmiere aus den Erdbeeren rupfen. Die gabs dann kleingehackt im Kuchen. Schwedischer Sockerkaka, aber es tut wohl jedes Rührkuchenrezept, solange der Zucker den Mierengeschmack übertönt :)

LG
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Re: Delikatessen aus der Natur

Beitragvon irni » 30. Mai 2009 17:09

Das sind eigentlich keine "wilden" Delikatessen, aber ich mache "Saft" aus/mit Hollunderblüten, Rhabarber oder Blättern von schwarzen Ribiseln.

4 l Wasser
4kg Zucker
100 g Zitronensäure (nehme ich nicht bei Rhabarber)
30 Hollunderblütenstrauben

Wasser mit Zucker aufkochen, nach dem Erkalten mit Zitronensäure versetzen. 2-3 Tage mit den den Blütenstrauben stehen lassen (Rhabarber, Ribiselblätter in Scheiben geschnittene Zitronen statt Zitronensäure). Danach abseihen, eventuell aufkochen um den Saft haltbarer zu machen und dann in Flaschen füllen.

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Re: Delikatessen aus der Natur

Beitragvon Tommy3 » 30. Mai 2009 20:04

Hej,

Ronjas Löwenzahnweinrezept funktioniert auch genausogut ohne Löwenzahn. Das Löwenzahnaroma kann auch durch andere einfachere Sachen ersetzt werden. Gekaufte Erdbeeren können allerdings Probleme ergeben, weil die manchmal so gespritzt sind, dass da keine Hefe mehr gärt.

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Re: Delikatessen aus der Natur

Beitragvon Ronja_Rövardotter » 2. Juni 2009 14:21

Faxälva hat geschrieben:...also ICH liebe Pilze, habe aber mit dem Verzehr der giftigen so meine Probleme... und was jetzt hier massenweise gesammelt wird, ist die giftige Variante .... man soll sie nicht einmal im geschlossenen Pkw transportieren... und wenn, nur mit offenem Fenster ....berichtete im letzten Jahr die örtliche Zeitung... tja, ich sammele sie ja nicht, aber was soll man machen, wenn Nachbars Kinder vor der Tuer stehen mit einer riesigen Tuete voll stenmurklor.... ich ziehe Steinpilze vor... im letzten Jahr wuchsen sie ja in riesigen Mengen ....
:smt006

Wenn Du Pilze liebst, kann ich Dir auch Blek Taggsvamp und Fårticka empfehlen. Beide erhalten beim Braten einen leicht nussigen Geschmack, sind superleicht zu erkennen und haben glücklicherweise keine giftigen Doppelgänger!!!
Faxälva hat geschrieben:.
...aber eine andere Delikatesse aus der Natuer ist z.b. Birkensaft... im letzten Jahr habe ich davon Birkenwein gemacht, in diesem hab ich versucht, so was wie Birkensirup zu kochen.... es gehen ja Unmengen von Saft auf ein bischen Sirup...und der hat dann einen recht starken Eigengeschmack und ist nicht ganz so suess wie lönnsirap... aber auch eine Erfahrung wehrt...
:smt006

Gibt es beim Zapfen noch irgendetwas zu beachten? Ich habe bereits mehrmals bei meiner Nachbarin Björksav probiert und ehrlich gesagt, schmeckte der nach gar nichts! Oder kommt der Eigengeschmack erst nach dem Eindicken?
LG
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Re: Delikatessen aus der Natur

Beitragvon Faxälva » 2. Juni 2009 14:29

..japp, der Geschmack kommt wohl erst nach dem Eindicken.... ich find auch, dass der Saft an sich so gut wie keinen Geschmack hat, war daher recht ueberrascht ueber das Endresultat...

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Re: Delikatessen aus der Natur

Beitragvon amarok » 2. Juni 2009 14:37

Tulipa hat geschrieben: Vresros = Hundsrosen (?)

Das ist die Kartoffelrose, Rosa rugosa.

Ansonsten ist das "Delikatessen aus der Natur" ein interessantes Thema. Wir selbst sind da nicht so experimentierfreudig. Das allgemein übliche eben wenn wir in Schweden sind: das "Beerenprogramm", Pilze, Fisch. Selber räuchere ich Fisch (Forelle) und da ich zur Jagd gehe, haben wir gelegentlich auch Wildschweinbraten auf dem Tisch.
Der Wald lebt, er kann atmen und sprechen und erzählt die Sage von der Urmutter allen Lebens. (jakutisch)

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Re: Delikatessen aus der Natur

Beitragvon Samweis » 2. Juni 2009 15:05

Tulipa hat geschrieben:Aber ich habe den Holunder im Auge, es soll endlich mal Hollerküchle geben. Mehr so schwäbisch/bayerisch, da taucht man die Blütendolden in Pfannkuchenteig und backt sie kopfüber in der Pfanne.
Hollerstrauben!! Mensch, die habe ich ja schon eine Ewigkeit nicht mehr gegessen!

Holunder passt gut ins Thema Wildpflanzen - mir ist es nämlich bisher nicht gelungen, ihn hier oben halbwegs erfolgreich zu kultivieren, sondern ich müsste auf "den Kontinent" und mich an wilden Sträuchern vergreifen.
Von 5 Versuchen sind 2 tot, 2 etwa 20cm hoch und einer fängt dies Jahr wieder bei 80 cm an, nachdem er letztes Jahr schon einmal bei 1,6m war... :(
Und ich habe die Büsche nicht erst letztes Jahr gepflanzt...

Holundergelee wäre mal wieder fein. *seufz*

Viele Grüße

Samweis


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