Delikatessen aus der Natur

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Re: Delikatessen aus der Natur

Beitragvon Faxälva » 29. Mai 2009 12:53

...es ist ja hier gerade murklor-Zeit.... ich versteh den hype mit denen ja nicht so richtig, da sie ja so giftig sind, aber okay, probieren musste ich es auch.... also, nach dem Putzen mindestens 4x aufkochen, Wasser jedesmal wechseln, fuer gute Belueftung sorgen dabei... tja, und was macht man dann damit? .... meine Arbeitskollegen schwören auf murkelstuvning, ist nicht so richtig meins, aber murkelomlett ist recht lecker....
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Re: Delikatessen aus der Natur

Beitragvon HeikeBlekinge » 29. Mai 2009 13:02

Toppmurklar sind nicht giftig!
Aber die anderen Gesellen wie stenmurklar.
Alle anderen muessen gut gekocht oder getrocknet werden.
Dann verschwindet der giftige Inhaltsstoff (Gyromitrin).
Murklar werden mit echten Trueffeln verglichen!
Jaja - entweder man mag Pilze oder nicht ;-)
... wenn DU sie nicht haben möchtest :lol: ...
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Re: Delikatessen aus der Natur

Beitragvon Kräftor » 29. Mai 2009 13:10

HeikeBlekinge hat geschrieben:und frisch gefangene Kräftor aus unserem See hier.


Hallo Heike

Brauch man dazu nicht eine Lizenz?? Hab gehört das ist sonst Wilderei und wird hart bestraft!
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Re: Delikatessen aus der Natur

Beitragvon HeikeBlekinge » 29. Mai 2009 13:26

Nein. In unserem Fall nicht. Der See gehört einem Bauern und die hier im Dörfchen wohnenden Leutchen duerfen sie fangen.
Aber hast recht! Ansonsten ist es nicht erlaubt und darauf hätte ich wohl hinweisen sollen ;-)
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Re: Delikatessen aus der Natur

Beitragvon Samweis » 29. Mai 2009 14:12

Hallo,

@stavre : Raggmunkar sind mit Kartoffeln, kålbullar sind wohl eher etwas wie "Stockbrot", oder?

@ HeikeBlekinge :
Das ist ja Klasse, wenn man sein "Unkraut" auf die Weise bekämpfen kann, dass man es einfach "abweidet". :zwinker:
Leider trinke ich nicht so gerne Kaffee - und das ist das einzige, was mir zur leidigen Quecke einfällt.

Wenn Schweden hier oben von Murklor sprechen, sind immer stenmurklor gemeint. In D heißen sie Frühjahrslorcheln oder Giftlorcheln und haben mit den Speisemorcheln nichts zu tun. Früher wurden sie auch in D mal gegessen und auf dem Markt verkauft. Heute ist der Verkauf aber verboten.
Ich denke, die Schweden (und vor allem die Finnen) stehen darauf, weil es hier oben keine "echten" Morcheln gibt. Vor dem Verzehr muss man das Gyromitrin auskochen, am besten dabei mehrmals das Wasser wechseln. Allerdings ist es dabei schon in schlecht belüfteten Räumen durch Vergiftungen durch die Dämpfe gekommen....

Und so sehen stenmurklar aus:
2009-05-29-Lorchel.jpg
stenmurkla oder Giftlorchel
Es standen gerade welche hier hinterm Haus, da bin ich eben raus und habe den Paparazzo gemacht.
HeikeBlekinge hat geschrieben:Zählt ihr das erste Gemuese aus dem eigenen Köksgården auch zu den Delikatessen aus der Natur? Dann hätt ich noch mehr ...
Klar, aber ich dachte schon mehr an "wilde" Vertreter. Am besten so Sachen, bei denen der gebildete Mitteleuropäer sagen würde: "Watndat? Kammadat essen?" :zwinker:

Viel Grüße

Samweis

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Re: Delikatessen aus der Natur

Beitragvon HeikeBlekinge » 29. Mai 2009 14:44

Und hier der ungiftige Vertreter.
Mein Fund heisst auch genauer Rund Toppmurkla

http://www.svampguiden.com/art.asp?art= ... _esculenta

... ich muss auch mal mehr meinen Fotoapparat mit rumschleppen glaub ich.

Ach! Zu den Wildfunden rechnen wir dann auch die Weinbergschnecke.
Findet sich - zumindest hier bei uns im Sueden - auch in Sverige ;-)
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Re: Delikatessen aus der Natur

Beitragvon Samweis » 29. Mai 2009 15:04

Hallo Heike,
HeikeBlekinge hat geschrieben:Aktuell verarbeiten wir auch maskros, sommargyllen, ramslök
Löwenzahn, Barbarakraut und Bärlauch sind ja auch in D "Klassiker". Allerdings habe ich das Gefühl, dass sie in Schweden doch eher wenig verwendet werden. Im schwedischen Wikipedia steht zu Bärlauch z.B. ein Verweis auf Tyskland, wenn's um die Verwendung in der Küche geht.

Was machst Du denn mit den Trattkantarellen?
Ich trockne sie eigentlich meistens für die spätere Verwendung als Würzpilz. Das liegt aber mehr daran, dass ich bei der Suche nach Trattkantarellen immer noch soviele "übrig gebliebene" Pfifferlinge finde - und die müssen schließlich zuerst in die Pfanne :wink: (ich finde, dass man die wesentlich schlechter trocknen kann als Trompetenpfifferlinge).

Viele Grüße

Samweis

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Re: Delikatessen aus der Natur

Beitragvon Faxälva » 29. Mai 2009 15:58

...also ICH liebe Pilze, habe aber mit dem Verzehr der giftigen so meine Probleme... und was jetzt hier massenweise gesammelt wird, ist die giftige Variante .... man soll sie nicht einmal im geschlossenen Pkw transportieren... und wenn, nur mit offenem Fenster ....berichtete im letzten Jahr die örtliche Zeitung... tja, ich sammele sie ja nicht, aber was soll man machen, wenn Nachbars Kinder vor der Tuer stehen mit einer riesigen Tuete voll stenmurklor.... ich ziehe Steinpilze vor... im letzten Jahr wuchsen sie ja in riesigen Mengen ....
...aber eine andere Delikatesse aus der Natuer ist z.b. Birkensaft... im letzten Jahr habe ich davon Birkenwein gemacht, in diesem hab ich versucht, so was wie Birkensirup zu kochen.... es gehen ja Unmengen von Saft auf ein bischen Sirup...und der hat dann einen recht starken Eigengeschmack und ist nicht ganz so suess wie lönnsirap... aber auch eine Erfahrung wehrt...

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Re: Delikatessen aus der Natur

Beitragvon Faxälva » 29. Mai 2009 16:05

@stavre : Raggmunkar sind mit Kartoffeln, kålbullar sind wohl eher etwas wie "Stockbrot", oder?


..nein, ist ein Teig aus Wasser und Mehl, der in reichlich ausgebratenem amerikansk fläsk ausgebraten (ausgebacken) und dann mit Preiselbeermarmelade gegessen wird...ist besonders bei Volksfesten beliebt und wird da in Grilltonnen auf dem offenen Feuer gebacken...ist ein Geschmackserlebnis der besonderen Art, wenn stark salzige Fleischstuecke mit der suessen Marmelade zusammenkommen...

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Re: Delikatessen aus der Natur

Beitragvon HeikeBlekinge » 29. Mai 2009 16:37

Samweis: Ich trockne die Trattkantareller auch vorwiegend. Dann sind sie ja auch, wie bei so vielen Pilzen, noch wuerziger. Dann hängen sie immer an lustigen Schnueren rund um den Kachelofen und sind ganz fix trocken.
Ja klar, die Schweden selbst verwenden solche Wildkräuter eher selten. Ich weiss auch nur von Kivik oder Skåne wo Ramslök wächst (und der meinige, erfolgreich umquartierte ;-) ), wie das weiter oben aussieht und ob er in Schweden an und sich viel vorkommt weiss ich gar nicht.

Faxälva: Du hast erfolgreich Birken angezapft? Ich habe es dieses Jahr das erste Mal versucht und nicht so viel Saft herausbekommen wie beschrieben wird. Aber vielleicht habe ich mich auch nicht getraut so tief zu bohren.
Fuer das eine oder andere erfrischende Gläschen hats gereicht - ich fand es sehr lecker! Kann man denn wohl den "gemeinen lönn" anzapfen? Habe ich hier nämlich massig auf dem Grundstueck. Eigentlich ist da doch eher der Zuckerahorn gefragt!?

Hier mal ein leckeres Rezept fuer Löwenzahnsirup:
3 Hände voll Löwenzahnblueten ohne Gruen ueber Nacht in 1 Liter Wasser einweichen, dann aufkochen und abseihen. 1 kg Zucker und Saft einer halben Zitrone zugeben und bei mässiger Hitze zu Sirup kochen. Wird goldbraungelb und schmeckt total lecker!
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