Debatte um Schulen mit religiöser Ausrichtung

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Storstadstjej

Re: Debatte um Schulen mit religiöser Ausrichtung

Beitragvon Storstadstjej » 16. Oktober 2007 10:30

Ich bin für die Abschaffung der Möglichkeit, religiös ausgerichtete Schulen betreiben zu können. Ich bin allerdings defintiv dafür parallel dazu an Schule einen Religionsunterricht einzuführen, der ALLEN in der Umgebung stark vertreteten Religionen gerecht wird. Idealerweise sollte der Unterricht für jede Religion a) verpflichtet b) getrennt von anderen (separate Stunden) stattfinden.

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Re: Debatte um Schulen mit religiöser Ausrichtung

Beitragvon Laubfrosch/Lövgroda » 16. Oktober 2007 18:42

Storstadstjej hat geschrieben:Ich bin für die Abschaffung der Möglichkeit, religiös ausgerichtete Schulen betreiben zu können.


Mit welcher Berechtigung soll man etwas abschaffen, welches offenbar immer mehr Bürger (und gleichzeitig auch Wähler) bevorzugen. Unabhängig von dem demokratischen Grundgedanken, glaube ich nicht, dass so ein Verbot vor dem EuGH standhalten würde.

Storstadstjej hat geschrieben:Ich bin allerdings defintiv dafür parallel dazu an Schule einen Religionsunterricht einzuführen, der ALLEN in der Umgebung stark vertreteten Religionen gerecht wird. Idealerweise sollte der Unterricht für jede Religion a) verpflichtet b) getrennt von anderen (separate Stunden) stattfinden.


Das finde ich sollte selbstverständlich sein.
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Storstadstjej

Re: Debatte um Schulen mit religiöser Ausrichtung

Beitragvon Storstadstjej » 17. Oktober 2007 08:07

Berechtigung nicht, sondern Begründung. Ich selbst bin schon "vorsichtig", wenn es um Schulen mit privaten trägern geht - egal, ob der Träger nun religiös, eine andere "Organisation" oder ein Unternehmen ist. Ich sehe schlicht und ergreifend die Gefahr, dass die Kinder nicht mit dem gleichen Wissen bzw nicht mit den gleichen Chancen die Schule irgendwann einmal verlassen.
Nicht falsch verstehen, ich will Kinder nicht angleichen und mir ist voll und ganz bewusst, dass es so nicht beeinflussbare Faktoren (Lehrerkönnen, Klassenstärke) gibt. Ich sehe es aber als wirklich negativ, wenn Schüler verschiedener Schulen mit verschiedenen Vorrausetzungen hinausgehen - sonst würden ja nicht Privatschulen wie Pilze aus dem Boden schiessen. UND Schulbildung muss fern der Religion stattfinden - siehe Biologieunterricht. (Erinnert ihr Euch daran, dass irgendwelche christliche Organisationen gefordert haben, dass man die Theorie Darwins aus den Biologiebüchern streicht?) Natürlich kann man die Durchführung eines Lehrplans überprüfen, aber wie die Schweden im Überprüfen sind, wissen wir ja.

Was den Religionunterricht angeht, den ich mir da so "zusammenvorstelle" der ist heutzutage nicht gewehrleistet, wir sind eher fern davon. Wenn die verschiedenen religiösen Vereinigungen es gern so wünschen so kann ich mir allenfalls einen "freien" Religionsunterricht vorstellen.

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Re: Debatte um Schulen mit religiöser Ausrichtung

Beitragvon Laubfrosch/Lövgroda » 18. Oktober 2007 10:37

Hej Storstadstjej,

Ich kann Deine Gedankengänge durchaus nachvollziehen und sie zielen auch absolut in dir richtige Richtung, jedoch finde ich könnte man dieses auch durch zentralisierte Prüfungsnormen gewährleisten, und ich meine da nicht lediglich ein halbherziges Zentralabitur, dondern auch Zwischenprüfungen während eines Schülerlebens, mit zentralisierten und somit vergleichbaren Inhalten und Leistungsstufen.

Privatschulen zu verbeiten hätte für mich eher einen noch polarisierenderen Spaltungseffekt, in dem die jenigen die es sich leisten können, ihre Kinder dann gar nicht mehr zur Schule schicken würden, sodern in reinem Privatunterricht aufziehen (da wäre eine Kontrolle wie oben beschrieben noch schwerer) und die anderen die dann widerwillig auf "normale" Schulen gehen, dieses auch nicht wirklich mit Begeisterung und Motivation täten

Und die Tatsache dass Leute mit Geld in Verbindung mit Kindern mit Lernwillen, diese eben mit einem höheren Wissensstand durch die Schule bringen wird sich sowieso nicht vermeiden lassen. Wenn nicht in Form einer Privatschule, geschieht es dann eben in Form von zusätzlichen privaten Lerneinheiten. Da kann man nichts gegen machen, und sollte das meiner Meinung nach auch nicht, da ein jeder gut oder besser ausgebildeter Mensch eine Bereicherung für unsere Gesellschaft darstellt.
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Re: Debatte um Schulen mit religiöser Ausrichtung

Beitragvon Storstadstjej » 18. Oktober 2007 12:25

In Schweden gibt es ja imer noch eine Schulpflicht, ich glaube nicht, dass Privatlehrer bei den "besser betuchten" populär werden würden.

européen hat geschrieben:Und die Tatsache dass Leute mit Geld in Verbindung mit Kindern mit Lernwillen, diese eben mit einem höheren Wissensstand durch die Schule bringen wird sich sowieso nicht vermeiden lassen. Wenn nicht in Form einer Privatschule, geschieht es dann eben in Form von zusätzlichen privaten Lerneinheiten. Da kann man nichts gegen machen, und sollte das meiner Meinung nach auch nicht, da ein jeder gut oder besser ausgebildeter Mensch eine Bereicherung für unsere Gesellschaft darstellt.


Wenn sie das tun würden *schmunzel* Spass beiseite. Dagegen spreche ich auch nicht. Die Welt ist nun einmal "unfair" und Wissen (nicht das Können!) ist nun einmal teilweise käuflich. Es ist aber nicht zuletzt im Interesse des Landes die Kinder bis zu einem gewissen Niveau auf gleicher Kenntnissebene zu halten. Zudem sollte Schulbildung zo neutral wie möglich sein, wie ich finde. Was die Kinder zuhause lernen ist nicht beeinflussbar und vielleicht sitzt der eine oder andere Kranke Vater zuhause und verbreitet Nazi-Parolen, eine Schule sollte dagegen den möglichst neutralen Standpunkt vertreten - sowohl religiös als auch politisch gesehen. Alles andere führt nur zur Spaltung des Gesellschaft und zu wachsenden Vorurteilen.

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Re: Debatte um Schulen mit religiöser Ausrichtung

Beitragvon Laubfrosch/Lövgroda » 18. Oktober 2007 22:47

Storstadstjej hat geschrieben:In Schweden gibt es ja imer noch eine Schulpflicht, ich glaube nicht, dass Privatlehrer bei den "besser betuchten" populär werden würden.


Ich kenne die gesetzliche Lage in Schweden nicht, aber ein Privatunterricht erfüllt in vielen Ländern die Anforderungen der Schulpflicht. War ja aber auch nur ein Beispiel.

storstadstjej hat geschrieben:Es ist aber nicht zuletzt im Interesse des Landes die Kinder bis zu einem gewissen Niveau auf gleicher Kenntnissebene zu halten.


Das liesse sich auch durch ein zentralisiertes Prüfungssystem erreichen. Wobei Du in der Sache natürlich vollkommen Recht hast.

Storstadstjej hat geschrieben:Was die Kinder zuhause lernen ist nicht beeinflussbar und vielleicht sitzt der eine oder andere Kranke Vater zuhause und verbreitet Nazi-Parolen


Natürlich besteht diese Gefahr theoretisch, aber so ein Vater findet auch nach der Schule genügend Zeit und Gelegenheit, nur dass dann noch die Öffentlichkeit in Form der Mitschüler den Spross geniessen dürfen. :wink: (Ich weiss aber was Du meinst)

Storstadstjej hat geschrieben:, eine Schule sollte dagegen den möglichst neutralen Standpunkt vertreten - sowohl religiös als auch politisch gesehen. Alles andere führt nur zur Spaltung des Gesellschaft und zu wachsenden Vorurteilen.


Da gebe ich Dir vollkommen Recht, aber das ist für mich nicht unbedingt eine Frage der Trägerschaft. Da gibt es bei allen Formen gute und schlechte Beispiele.
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