"Bullerbü-Syndrom" der Deutschen

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William
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Re: "Bullerbü-Syndrom" der Deutschen

Beitragvon William » 20. September 2009 17:34

Für uns bedeutet Schweden Ruhe, Natur, Weite und viel Abstand zum Stress und Alltag in Deutschland.

Trifft für Norwegen und Finnland ebenso zu.

Den Süden Schwedens oder Norwegens finde ich persönlich schlimm, das sind die Ballungsgebiete, Industriegebiete, langweilige Ackerflächen, kaum noch Wald und Natur und dreckig wie in Deutschland ... und vorallem ebenfalls voll mit Menschenmassen.

Wenn wir sowas wollten könnten wir auch in Deutschland bleiben ...

Deshalb gehts in den Norden, unverdorbene und gesunde Natur, kein Lärm, kaum Menschen, keine Abgase oder Müll in allen Ecken.

All das was Deutschland nicht mehr bieten kann ... total verbaut, zu stark bevölkert, langweilige Monokulturen was sich Wälder schimpft usw.

Vorallem ist in Schweden noch nicht jeder Meter Erde abgesteckt und eingezäunt, auch kann man dort als Pilzliebhaber auch noch Pilze sammeln und über die Artenvielfalt staunen während in Deutschland kaum noch Pilze in den Wäldern zu finden sind.

In Schweden kann man auch noch Gebiete, Wälder und Co bewandern/befahren wo noch nicht 100.000 Pauschaltouristen drübergelatscht sind.

Abenteuer und Entdeckerlust sprechen auch für Schweden.

Leider verkommen Schweden und Norwegen auch immer mehr, dem Kommerz wird soviel Natur geopfert das einem schlecht wird.

Irgendwie wissen zb. die Schweden auch nicht mehr richtig zu schätzen welchen Schatz sie haben an ihrer Landschaft und Natur.

Mit einem "Bullerbü-Syndrom" kann ich garnichts anfangen, wir fahren nicht wegen irgendwelcher TV-Sendungen in dieses Land.

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HeikeBlekinge
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Re: "Bullerbü-Syndrom" der Deutschen

Beitragvon HeikeBlekinge » 21. September 2009 12:22

Mit einem "Bullerbü-Syndrom" kann ich garnichts anfangen, wir fahren nicht wegen irgendwelcher TV-Sendungen in dieses Land.


Dann bist du aber einem anderen Syndrom aufgesessen nehme
ich an, denn wenn ich soetwas lese ...

Den Süden Schwedens oder Norwegens finde ich persönlich schlimm, das sind die Ballungsgebiete, Industriegebiete, langweilige Ackerflächen, kaum noch Wald und Natur und dreckig wie in Deutschland ... und vorallem ebenfalls voll mit Menschenmassen.


... zeugt das von sehr viel Vorurteil oder sonst was!

Herzlichen Gruss aus der dreckigen Ecke
Heike
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>Wer wenig weiß redet viel, wer Wissen hat wird neugierig, wer viel Wissen hat schweigt<

Tommy3

Re: "Bullerbü-Syndrom" der Deutschen

Beitragvon Tommy3 » 21. September 2009 14:05

Hej,

hier ist noch einer aus der Schmuddelecke Schwedens.
Wenn wir Bäume sehen wollen, fahren wir in den zoologischen Garten in Kopenhagen. Oder 1000 km weiter nach Norden, wo die meilenweiten angebauten Fichtenwälder von einer ungeheueren Artenvielfalt zeugen.
Die schöne Stille rund um die Schneeskooter Lapplands können wir hier leider auch nicht geniessen.
Ja, und so richtig Alltag haben wir hier nie, auch wenn wir jeden Tag arbeiten und selten Urlaub haben.

Samweis
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Re: "Bullerbü-Syndrom" der Deutschen

Beitragvon Samweis » 21. September 2009 14:25

Hallo William,
William hat geschrieben: Mit einem "Bullerbü-Syndrom" kann ich garnichts anfangen, wir fahren nicht wegen irgendwelcher TV-Sendungen in dieses Land.
Das Bullerbü-Syndorm hat auch (ausnahmsweise) nichts mit dem Fernsehen zu tun sondern mehr mit der (schwedischen) Literatur.
Es bezeichnet den vor allem bei Schweden-Urlaubern zu findenden Irrglauben, dass S eine heile Welt und Insel der Glückseligkeit sei voll netter Menschen und völlig unberührter Natur. (Bei Urlaubern kann diese "Krankheit" ja durchaus zu einer Steigerung des Urlaubsgenusses führen. :zwinker: )

Das hört sich dann in etwa so an:
William hat geschrieben:Deshalb gehts in den Norden, unverdorbene und gesunde Natur, kein Lärm, kaum Menschen, keine Abgase oder Müll in allen Ecken. [...] auch kann man dort als Pilzliebhaber auch noch Pilze sammeln und über die Artenvielfalt staunen
[...]
All das was Deutschland nicht mehr bieten kann ... total verbaut, zu stark bevölkert, langweilige Monokulturen was sich Wälder schimpft usw. [...] das sind die Ballungsgebiete, Industriegebiete, langweilige Ackerflächen, kaum noch Wald und Natur und dreckig wie in Deutschland ...
Dabei ist in S genauso wie in D der Wald nahezu vollständig forstwirtschaftlicch genutzt. Im Wald in S findet man neben Pilzen vor allem Plastiktüten, Bierdosen, und PE-Kanister vom Sägeketten-Öl und (umweltfreundlichen) Motorsägen-Sprit. Pilze gibt's dagegen in D auch (man muss vielleicht etwas früher aufstehen, sonst sind sie schon weggelaufen :wink: ), und in bezug auf Artenvielfalt braucht sich ein deutscher Mischwald vor einem skandinavischen Fichtenforst wohl kaum zu verstecken.
Auch in D gibt es viele schöne Ecken - allerdings kann man sich da nicht mit seinem (völlig abgasfreien) Wohmobil einfach in die Pampa stellen.

Was ist eigentlich "unverdorbene" Natur?
Für den einen sind es eben genau die "langweiligen Ackerflächen" (das nennt er dann "schöne Felder und Wiesen"). Für den nächsten ist es ein Kiefernwald (dabei vernachlässigend, dass der nur existiert, weil er angelegt ist.)
Der nächste findet einen Buchenwald schön (der von diesen Beispielen am ehesten noch dauerhaft überlebensfähig ist.)
Und alle würden sie schreiend weglaufen, wenn es in D noch "richtige Natur" gäbe, mit malariaverseuchten Wäldern, tiefen Morästen und Mooren, völlig weglos aber voll faulender Baumleichen und tiefer Löcher voller Mückenlarven.

Viele Grüße

Samweis


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