"Bullerbü-Syndrom" der Deutschen

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Bienenbär

Re: "Bullerbü-Syndrom" der Deutschen

Beitragvon Bienenbär » 25. Juni 2008 09:37

Hallo! :D

Jetzt will ich auch mal zu dem Thema meinen Senf dazugeben.
Ich muß ehrlich sagen,das ich auch ein bißchen diesem Bullerbü-Syndrom verfallen bin.Gerne gucke ich mir schwedische Filme an und hauptsächlich nur um in Sehnsüchten zu schwelgen,wenn ich die Landschaft sehe.
Ich bedauere sehr das man bei Wallander-Krimis(die ich sehr spannend finde,genauso wie die von H.Nesser),nicht soviel von der Gegend sieht.
Schweden verbinde ich gedanklich immer mit einer wunderschönen Landschaft,roten Holzhäuschen und freundlichen Menschen.Natürlich auch mit Elchen.
Seitdem ich aber angefangen habe mich gründlich zum Thema Auswandern zu informieren,muß ich mein Schwedenbild etwas überdenken.Auch dort gibt es Probleme,Kriminalität und Parteien ,von denen ich lieber nichts hören möchte!Diese Informationen helfen einen aber,nicht blauäugig auszuwandern .
Im Urlaub finde ich das Bullerbü-Syndrom aber schön,und ich freue mich jetzt schon wieder darauf und kann es bis zum 2.August kaum aushalten.
Denn trotz der Probleme die Schweden wie jedes andere Land auch hat,ist die Landschaft wie aus einem Bilderbuch entsprungen.
Und in dieses Bilderbuch möchte ich immer wieder sehen!

:smt006 Tanja

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Re: "Bullerbü-Syndrom" der Deutschen

Beitragvon janaquinn » 25. Juni 2008 09:40

Hej,
ich denke, dass Bullerbü-Syndrom haben die Schweden teilweise selbst verschuldet. Wird doch Schweden durch die Medien, die Tourismus-Branche nach Aussen so propagiert. Eine heile Welt mit lauter blonden und blauäugigen Menschen, welche in Trachten um den Maibaum tanzen und in Roten Holzhäusern leben. In den Wäldern springt Ronja mit ihren Räubern umher und Emil zieht seine kleine Schwester an der Fahnenstange hoch.
Als wir nach Mölnbo zogen, sagte Yannic´s Therapeutin zu uns: "Das ist Schweden, wie die Deutschen sich es vorstellen!" :lol: !!

Und die Schweden leben doch auch sehr gut damit, die Tourismusbranche boomt, alle grossen Hotelkonzerne bauen in und um Stockholm neue Hotels, auch im Rest des Landes boomt der Hotelbau.
Wir haben ein Königshaus, welches frei von Skandalen ist und eine Deutsche als Königin hat. Wenn im nächsten Jahr wirklich die erste königliche Hochzeit ist, denn danach sieht es doch sehr stark ist, werden wir in den folgenden Jahren noch 2 weitere Hochzeiten haben. Dazu kommt das ABBA-Museum und so weiter....
Die Einnahmen aus der Tourismusbranche werden weiterhin steigen, damit die Kaufkraft der Schweden. WARUM sollte man also das Schwedenbild ändern wollen.
Ich kann es gut verstehen, dass sich Schweden dieses Bullerbü-Bild aufgebaut hat. Das realistische Schweden lernt man kennen, wenn man täglich hier lebt und damit konfrontiert ist.
Für den Urlaub braucht man dieses realistische Schweden defintiv nicht.

Meine Meinung dazu...

LG JANA

P.s. Elche sind eine Erfindung der Tourismusbranche...in wirklichkeit sind es Schweden im Elchkostüm, die an den Touristenstrecke aufgestellt werden :lol: :lol: :lol:
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Re: "Bullerbü-Syndrom" der Deutschen

Beitragvon amarok » 25. Juni 2008 09:57

Sápmi hat geschrieben:
Stimmt schon, aber genau genommen kann man dieses Fallenlassen natürlich nicht nur in Schweden.


Sapmi,
es ist immer gut wenn man weiß "nach welchem Stern sein Schiff segelt". Mein Stern ist der Polarstern, darum fällt mir die "Navigation" auch so leicht. :camping:
Der Wald lebt, er kann atmen und sprechen und erzählt die Sage von der Urmutter allen Lebens. (jakutisch)

Hans

Re: "Bullerbü-Syndrom" der Deutschen

Beitragvon Hans » 25. Juni 2008 10:27

Bullerby auf Deutsch

Es gibt ja auch das umgedrehte Bullerbysyndrom.
Bullerby (nicht ü) als schwedische Turistenversion.
Oktoberfest als deutsche.
Biergartensyndrom.

Schon deshalb kann ich nach Deutschland fahren.

Diese Turistenversionen sind wie der Frosch es im Brunnen sieht.
Von unten nur ein Teil des Himmels.
Auf der Brunnenkante:
Mensch- war das soviel mehr.
Jedes Land hat schon sein Bullerbysyndrom, angepasst für die Turisten.
Als Einheimischer weiss man ja besser.
Östereich-Schweiz-Frankreich-England-Thailand.
Die Liste ist lang.

Grüsst
H :smt006 ans

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Re: "Bullerbü-Syndrom" der Deutschen

Beitragvon amarok » 25. Juni 2008 16:31

Hej Hans,

sicher gibt hat jedes Land sein "Bullerby", aber hier handelt es sich ja um ein Treffpunkt von Schwedenfans, daher der Thread. Die Schreibweise "Bullerbü" ist übrigens aus besagtem Artikel übernommen und wohl vom Autor eingedeutscht, denn der ist selbst Schwede.
Der Wald lebt, er kann atmen und sprechen und erzählt die Sage von der Urmutter allen Lebens. (jakutisch)

Hans

Re: "Bullerbü-Syndrom" der Deutschen

Beitragvon Hans » 25. Juni 2008 19:50

Schwedenfan bin ich seit einem halben Jahrhundert.

Deshalb meine Gedanken über das sg. Bullerbysyndrom.
Alle meine Kinder und ich haben ja die Filme gesehen
und die Bücher gelesen.

Wir sind ja mit Bullerby aufgewachsen aber ohne Syndrom.

Eine spätere Media Erfindung.

Astrids Bullerby muss mehr als eine
Traumgestaltung gesehen werden.
Ein sociales Märchen.

Bullerbys Wirklichkeit war ganz anders und stellte
ein hartes Leben im Dorf dar.

Schweden ist ja ein schönes Land auch wenn man kritisch ist.

Es wäre ja schade wenn das Bullerbysyndrom einige enttäuscht.

Grüsst
H :smt006 ans

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Re: "Bullerbü-Syndrom" der Deutschen

Beitragvon amarok » 25. Juni 2008 20:06

Hej Hans,

ich habe Dich schon verstanden und stimme Dir auch zu. Ich denke, der benannte Artikel stellt eine gewisse Überspitzung des Sachverhaltes dar. Aber wie heißt es so schön "In der Übertreibung liegt die Anschauung." Fakt ist aber, dass nicht wenige Deutsche sehr gerne nach Schweden reisen und das hat bestimmt auch so ein klein wenig mit den "Bullerby-Geschichten" zu tun. Und die Mehrheit der Schwedenfans sind sicher nicht so naiv zu glauben, dass "Bullerby" die schwedische Realität ist.
Ich komme aus dem Osten Deutschlands und da haben in meiner Kindheit die Geschichten von Astrid Lindgren eher eine nicht so große Rolle gespielt. Da gab es "Alfons Zitterbacke", "Die Reise nach Sundevitt" und andere schöne Kindergeschichten.
Meine Schweden-Begeisterung entsprang von Anfang an aus meiner engen Beziehung zur Natur und dem Draußensein. Und das kann ich in Schweden eben besonders intensiv erleben.
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Re: "Bullerbü-Syndrom" der Deutschen

Beitragvon Fanny » 25. Juni 2008 20:26

Wie ich schon schrieb liebe ich in schlechten Zeiten die "Lotta"-Filme ganz besonders. Sie ziehen mich aus dem tiefsten Loch. (Das ist ja auch wie Bullerby)
Die Bullerby-Romantik der Schwedenurlauber hört bei vielen (aus meinem Bekanntenkreis) allerdings beim Wetter auf. Man fährt mal hin, hat schlechtes Wetter, und nächstes Jahr gehts mit Sicherheit wieder nach Frankreich, Italien oder Spanien.
Wir Schwedenfans haben mit dem Wetter nicht so ein Problem, wir haben andere Prioritäten.
Inga Sonstwie Fans suchen wohl etwas, was sie nicht finden werden. Sie kommen mal für eine Saison und die nächste gehört wieder dem Süden. Bis auf eine Minderheit, die dem Land denn doch etwas abgewinnen konnte und die erholsame Ruhe schätzen gelernt hat. Die werden dann wahrscheinlich auch süchtig, aber ich glaube nicht, dass das die Masse ist.
Das Glück ist das einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt. (Albert Schweizer)

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Re: "Bullerbü-Syndrom" der Deutschen

Beitragvon Imrhien » 25. Juni 2008 20:38

Gottfried hat geschrieben:Wer glaubt, Schweden sei Bullerbü...... :wink:
der glaubt auch:

das Hausmeister das Haus meistern und
Zitronenfalter Zitronen falten...... :wink: :lol:

:smt006


gottfried


Tun sie nicht??? Oh Gott meine Welt stürzt ein :shock:

Nein im Ernst, natürlich ist Schweden nicht so wie man es aus dem Film kennt. Und doch ist doch irgendwas dran...
Aber ein guter Vergleich Gottfried, den muss ich mir merken :)
Aber wie Hans auch bemerkte, jedes Land hat sein Bullerby, jedes Volk hat seine Klischees zu anderen Ländern. Und eigentlich ist das ja nicht unbedingt von vornherein was schlechtes. Nur wenn man mit diesem Glauben in dem entsprechenden Land leben will... oder ausgewanderten sagen will wie sie da leben sollen :roll:
Und mal ehrlich, die Schweden leben in roten Holzhäusern. Ihr etwa nicht???? Wir leben in einem schwedendurchschnittsfalurödhaus. Hier stehen lauter Häuser, die vermutlich alle gleichzeitig vor 20 Jahren gebaut wurden, die alle so aussehen. Der ein oder andere Spalter hats dann doch gelb oder gar blau gemalert. Tstststs.
Früher habe ich mir weniger Gedanken um so was gemacht. Seit ich hier lebe und die Unterschiede zwischen Idylle, Klischee und Realität kenne (jeden Tag erlebe und nicht nur theoretisch kenne), finde ich solche Filme irgendwie lächerlich. Oder eigentlich muss ich sagen, ich weiss nicht genau was ich denken soll. Einerseits finde ich sie nicht schlimm, ich lache drüber. Jedem das Seine..
Aber andererseits ist es halt ein Bild mit dem ich nun leben muss, alle denken, dass mein Alltag nun auch so aussieht und das nervt schon ein klein wenig. Zum Glück stimmts nicht wirklich für alle. Viele unserer Freunde sind differenziert genug und können hinter die Bullerbyfassade schauen. Zum Teil aber auch deshalb weil sie selber mit dem gleichen Schicksal in anderen Ländern kämpfen/leben mussten.

Liebe Grüße
Wiebke

nobse

Re: "Bullerbü-Syndrom" der Deutschen

Beitragvon nobse » 25. Juni 2008 21:50

...und Volksvertreter das Volk vertreten....


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