bürgerliche Regierung

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bürgerliche Regierung

Beitragvon Auswanderer » 7. Januar 2010 20:45

Dieses Jahr ist wieder Wahl in Schweden. Wer wird gewinnen? Wenn nicht die bürgerliche Regierung,
warum nicht? Warum wurde sie gewählt: "Ausrutscher" wie 1976--82 und 1991--4, weil man Persson
weghaben wollte oder weil es wirklich eine Wende gibt?

Was hat sie verändert? Was davon wurde vor der letzten Wahl angekündigt? Was hat sie angekündigt
aber nicht geschafft?
Alla dessa dagar som kom och gick, inte visste jag att det var livet.

---Stig Johansson

Tipp

Re: bürgerliche Regierung

Beitragvon Tipp » 7. Januar 2010 21:21

Hej,
Mein Tipp: Es wird wieder eine Sosse-Regierung geben. Grund: in Krisenzeiten wählen die Schweden immer links, so auch 91-94. Dann geht es wieder ein paar Jahre schlecht - die diversen bidrag werden erhöht, die Krankgeschriebenen nehmen zu, die Steuern steigen an. Schweden wird es nie schaffen, aus diesem Sosse-Sumpf herauszukommen - die Sozialdemokraten haben schliesslich dafuer gesorgt, dass Schweden seit Mitte der 70er-Jahre ständig in der Wohlstands-Liga der OECD nach hinten gefallen ist.

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Re: bürgerliche Regierung

Beitragvon Auswanderer » 7. Januar 2010 21:42

Tipp hat geschrieben:Hej,
Mein Tipp: Es wird wieder eine Sosse-Regierung geben. Grund: in Krisenzeiten wählen die Schweden immer links, so auch 91-94. Dann geht es wieder ein paar Jahre schlecht - die diversen bidrag werden erhöht, die Krankgeschriebenen nehmen zu, die Steuern steigen an. Schweden wird es nie schaffen, aus diesem Sosse-Sumpf herauszukommen - die Sozialdemokraten haben schliesslich dafuer gesorgt, dass Schweden seit Mitte der 70er-Jahre ständig in der Wohlstands-Liga der OECD nach hinten gefallen ist.


Wer hat dafür gesorgt, dass Schweden in den 30er bis 60er Jahren von einem armen Agrarland zu
einem Land mit einem sehr hohen Lebensstandard wurde?

Zum Vergleich: Jetzt führt Norwegen die meisten Listen an. Seit Jahren regieren dort, in Koalition,
die Sozialdemokraten.

Dänemark hat die höchsten Steuern der Welt---und seit Jahren eine "bürgerliche" Regierung.
Alla dessa dagar som kom och gick, inte visste jag att det var livet.



---Stig Johansson

hansbaer

Re: bürgerliche Regierung

Beitragvon hansbaer » 7. Januar 2010 22:33

Ich denke, es wird eine Fortsetzung der bürgerlichen Regierung geben. Die Umfragen haben in den letzten Jahren so geschwankt, dass die aktuellen Werte kaum eine brauchbare Prognose abgeben.

Die Schweden haben ziemlich genau das bekommen, was sie gewählt haben - die Regierung hat ihr Programm abgearbeitet, wobei natürlich nach Machiavelli erst die Zumutungen und Klientelpolitik (A-Kassa-Erhöhung, steuerliche Begünstigung für Besitzer von großen Häusern) kamen, um dann am Schluss die Leckereien (Lohnsteuersenkung) auszupacken.
Das muss man nicht alles gut finden, aber konsequent ist es schon. Die Erfahrung der letzten vier Jahre ist, dass eine bürgerliche Regierung auch in Schweden funktionieren kann - und das könnte durchaus für eine zweite Amtszeit reichen.

Links und rechts sind in Schweden aus deutscher Sicht sowieso zwei sehr relative Begriffe. Was hier als konservativ oder bürgerlich deklariert wird, wäre in Deutschland oft fast schon linksparteitauglich. Die Schweden denken in vielen Dingen links und dementsprechend ist ihr Parteienspektrum. Die Sozis haben dieses Land zu dem gemacht, was es ist (oder umgekehrt, je nachdem).

Tipp

Re: bürgerliche Regierung

Beitragvon Tipp » 8. Januar 2010 14:30

Links und rechts sind in Schweden aus deutscher Sicht sowieso zwei sehr relative Begriffe. Was hier als konservativ oder bürgerlich deklariert wird, wäre in Deutschland oft fast schon linksparteitauglich. Die Schweden denken in vielen Dingen links und dementsprechend ist ihr Parteienspektrum. Die Sozis haben dieses Land zu dem gemacht, was es ist (oder umgekehrt, je nachdem).

Ich denke, dass dies immer noch in gewisser Weise Gültigkeit hat:
Sweden was a nation controlled by the Social Democratic Party of Sweden, which had ruled the country's government for over 40 years. Huntford argues that this had led to the complete dominance of socialist thought at all levels of the government, including the bureaucracy and the judiciary, which were all controlled by a powerful interconnecting network of Social Democratic labour unions, lobby groups, and partisan organizations. He also points to the fact that these networks made it very difficult for non-socialists to achieve any position of real power in Sweden, but noted that few Swedes seemed to view this massive politicization of their state with any concern.

... the country bypassed the feudal system and has always been a very centralized state, Sweden never really developed a civic culture that champions individualism like other countries of Western Europe.


Zitiert von: http://en.wikipedia.org/wiki/The_New_Totalitarians

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Re: bürgerliche Regierung

Beitragvon Auswanderer » 8. Januar 2010 17:41

hansbaer hat geschrieben:Die Schweden haben ziemlich genau das bekommen, was sie gewählt haben - die Regierung hat ihr Programm abgearbeitet

[...]

Das muss man nicht alles gut finden, aber konsequent ist es schon.


Immerhin.

hansbaer hat geschrieben:Links und rechts sind in Schweden aus deutscher Sicht sowieso zwei sehr relative Begriffe. Was hier als konservativ oder bürgerlich deklariert wird, wäre in Deutschland oft fast schon linksparteitauglich. Die Schweden denken in vielen Dingen links und dementsprechend ist ihr Parteienspektrum.


Ja, das ist sicher der Fall. (Vielleicht auch in Dänemark, wo eine bürgerliche Regierung die höchsten
Steuern der Welt verantwortet.)

Ich war 'mal bei einer Führung im Rathaus in Stockholm. Die Führerin erklärte die Sitzordnung, Linke links und Rechte rechts. Dies kam aber bei den Zuhörern (Teilnehmer einer internationalen Tagung; die meisten wußten wenig über Schweden) komisch an: in der Mitte die Sozialdemokraten, ganz rechts die Moderaten. :-)

Was mir an Dänemark gefällt ist eine Sozialpolitik, die durchaus links ist (Steuern, Bildung, Umwelt usw.)
ohne dass die Regierung eine falsche Toleranz gegenüber Einwanderern propagiert---Stichwort:
Rasmussens Verteidigung der Meinungsfreiheit (nicht der Karikaturen selber) bei den
Mohammed-Karikaturen. Hätte ein schwedischer Politiker---auch von der Allianz---so deutlich
gesprochen?

Der ganze Protest war natürlich von in Dänemark lebenden Einwanderern aus den entsprechenden
Ländern organisiert. Wie Hendryk M. Broder zu Recht sagt, so viele Flaggen, die verbrannt wurden,
gab es vorher in den entsprechenden Ländern nicht einmal.
Alla dessa dagar som kom och gick, inte visste jag att det var livet.



---Stig Johansson

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Re: bürgerliche Regierung

Beitragvon Auswanderer » 8. Januar 2010 17:47

Sweden was a nation controlled by the Social Democratic Party of Sweden, which had ruled the country's government for over 40 years. Huntford argues that this had led to the complete dominance of socialist thought at all levels of the government, including the bureaucracy and the judiciary, which were all controlled by a powerful interconnecting network of Social Democratic labour unions, lobby groups, and partisan organizations. He also points to the fact that these networks made it difficult for non-socialists to achieve any position of real power in Sweden, but noted that few Swedes seemed to view this massive politicization of their state with any concern.


Sounds good to me! Warum sollten sie besorgt sein, wenn es ihnen gut ging? Die Wahlen waren ja
demokratisch, sehr sogar: niedrige Prozenthürde, Wahlen alle 3 Jahre.


... the country bypassed the feudal system and has always been a . centralized state,


Eine der Sachen, die ich an Schweden gut finde.

Sweden never really developed a civic culture that champions individualism like other countries of Western Europe.



Auch gut.
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Re: bürgerliche Regierung

Beitragvon Khaine » 31. Januar 2010 23:33

Auch wenn ich das jetzt nicht objektiv beurteilen kann, aber der englische Text klingt auch in meinen Ohren positiv.

Würde ich mir auch für Tyskland wünschen :roll:


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