Brennende Autos in Norrköping

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Volker
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Brennende Autos in Norrköping

Beitragvon Volker » 16. Mai 2016 08:53

In Norrköping wurden diese Nacht gleich 7 Autos abgefackelt.

http://www.svt.se/nyheter/lokalt/ost/fl ... norrkoping

Wie man dort in den Links weiter unten nachlesen kann, kam es die Tage vorher schon in verschiedenen Vierteln Norrköpings zu Brandattentaten auf Fahrzeugen. Da die Rettungskräfte mit Steinen angegriffen wurden, gibt es nun eine neue Vorschrift, dass die Polizei erst den Einsatzort sichern muss, bevor die Einsatzkräfte anwesend sein dürfen. In einem Fall hat das 45 Minuten gedauert, weil die Polizei überlastet war. Damit ist die staatliche Ordnung und die Hoheitsgewalt schon teilweise beeinträchtigt. Übrigens wurden auch schon Krankenwagen angegriffen. Wo soll das noch enden?

Wenn ich daran denke, wie harmlos vor 30 Jahren das Schweden noch war. Die Leute haben mitten in der Stadt die Autos vor den Geschäften geparkt und dabei noch nicht einmal den Zündschlüssel abgezogen, wie ich es selbst einmal in Eskilstuna erlebt hatte.

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Re: Brennende Autos in Norrköping

Beitragvon vinbergssnäcka » 17. Mai 2016 07:15

Leider kein Einzelfall Volker, dass was jetzt in Norrköping läuft war kurz zuvor in Växjö ähnlich. Dort hat man nun eine Kampagne mit verstärkter Polizeipräsenz und ich frage mich, ob sich das Klientel nicht einfach in eine andere Stadt verzogen hat?
liebe Grüsse

Heike

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Volker
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Re: Brennende Autos in Norrköping

Beitragvon Volker » 17. Mai 2016 09:37

Hinter den Brandanschlägen und Steinewerfern vermutet die Polizei mit Drogenhandel beschäftigte Banden, die die Polizei vertreiben möchten. Heute Nacht brannten wieder vier Autos in Norrköping. Die Strategie der Polizei ist es mehr Präsenz zu zeigen und auf der Straße Kaffee den Passanten anzubieten, um mit den Bewohnern eines Viertels Kontakt aufnehmen zu können. Die Steinewerfer, die meist unerkannt bleiben und somit nicht verurteilt werden können, nehmen die Polizei sicherlich nicht mehr für voll und fühlen sich in ihren Taten bestätigt.

Dieser Tage wurde in der Nähe von Borås ein 300 Meter hoher Funkmast durch Sabotage zum Einsturz gebracht. Der Fall wird von der Polizei inzwischen als sehr ernst eingestuft, da über solch hohe Funkmasten in einem weien Einzugsbereich Mobilfunk (mit drahtlosem Internetzugang), Fernsehen, Radio und Polizeifunk läuft. Viele Schweden haben keinen Festnetzanschluss mehr und ihre gesamte Kommunikation läuft drahtlos über solche Funkmasten. Manche Geschäfte auf dem Land wickeln ihren Zahlungsverkehr ebenfalls drahtlos ab. Die Zerstörung von Funkmasten kann ganze Regionen zum Erliegen bringen.

http://www.svt.se/nyheter/lokalt/vast/s ... rasad-mast

Offenbar ist vielen Menschen überhaupt nicht klar, wie abhängig sie von diesen Funkmasten sind.

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Re: Brennende Autos in Norrköping

Beitragvon Auswanderer » 17. Mai 2016 09:53

Volker hat geschrieben:
Offenbar ist vielen Menschen überhaupt nicht klar, wie abhängig sie von diesen Funkmasten sind.


Warum ist dies wem unklar?
Alla dessa dagar som kom och gick, inte visste jag att det var livet.

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Re: Brennende Autos in Norrköping

Beitragvon Volker » 17. Mai 2016 10:18

Das ist die Mehrzahl der Nutzer, die einfach mit der größten Selbstverständlichkeit davon ausgeht, das alles funktioniert, ohne sich darüber Gedanken zu machen, wie es funktioniert. Wenn ihr Handy dann mal tot ist, fallen sie in ein Loch, fühlen sich einsam und hilflos, wenn der Zugang zu den "Facebook-Freunden" weg ist. Ohne Festnetzanschluss, auf den ja viele verzichten, können sie noch nicht einmal ihre Rechnungen bezahlen. Und dann empfängt der Fernseher auch nichts mehr. Auch das UKW-Radio läuft über so einen Funkmast von 300 Meter Höhe. Der AM-Rundfunk als Alternative wurde in Schweden längst abgeschafft. Die Saboteure wussten genau, was sie taten.

Ein EDV-Experte in leitender Funktion hatte mir vor Jahren erklärt, dass die Zukunft im drahtlosen Internetzugang liegt. Inzwischen hat er sich für viel Geld einen Glasfaseranschluss legen lassen.

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Re: Brennende Autos in Norrköping

Beitragvon Krümel7 » 18. Mai 2016 07:47

Hej Volker,

das ganze ist wirklich sehr bedauerlich. Diese Entwicklung gibt es in Berlin und im Ruhrgebiet ja bereits länger. Ich habe gerade letzte Woche einen Artikel zu dem Thema gelesen, von wegen rechtsfreier Raum. Politiker behaupten ja immer gerne, dass es den nicht gäbe. Das ist sehr geschickt formuliert. Denn natürlich gilt das Recht in allen Gebieten eines Landes, es fehlt jedoch an der Durchsetzung des Rechts, da ganze Gebiete förmlich von kriminellen Banden, hier in Berlin meistens arabischer Abstammung-von familiäre Großclans-besetzt sind. In diese Gebiete traut sich die Polizeioft nicht mehr. Die Menschen die dort leben, sind der Willkür ausgesetzt. Letzten Monat hat sich die Berlin Polizei mal wieder einmal hineingetraut und eine Razzia durchgeführt. Müsste lt. Meinung des Journalisten monatlich erfolgen, um sich wieder Respekt zu verschaffen. Im Ruhrgebiet soll die Lage wohl noch schlimmer sein.
Präsenz alleine genügt nicht, es muss von Anfang an hart durchgegriffen werden. Sofern man natürlich überhaupt einen Verdächtigen bzw. Täter fest ausmachen kann.
Übrigens hatten wir während unseres Schwedenurlaubs vor einigen Jahren unser Auto auf einem Parkplatz bei Stenungssund stehen lassen und haben eine mehrtägige Radtour auf den Inseln unternommen. Dabei hatten wir vergessen, unsere Scheibe wieder zu schließen, sie war vollkommen geöffnet! Unser Auto stand noch so da, wie wir es verlassen hatten, ist allerdings ca. 9 Jahre her.
Und zum Thema Funk und Störung sehe ich es so wie du. Die Menschen sind so daran gewöhnt, dass alles funktioniert, dass sie gar nicht fassen können, wenn die Technik ausfällt. Und jetzt mag es vl. "nur" ums Telefonieren und soziale Medien gehen. Wenn man jedoch an die kommende technische Entwicklung und Vernetzung denkt, Haussteuerungen etc., dann lassen sich ganze Landstriche schnell sabotieren. Wir haben noch Festnetz und wollen wieder einen Festnetzanschluss haben sowie Internet via Glasfaser, wenn wir umgezogen sind. Kostet leider bei einem Neuanschluss viel Geld. Die Telekom lässt es sich gut bezahlen.
Grüße Klaudia

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Re: Brennende Autos in Norrköping

Beitragvon Volker » 18. Mai 2016 09:04

Der Stadtteil Malmö Rosengård ist ein Beispiel für eine misslungene Integration. Warum diese Integration gescheitert ist, versucht eine israelische TV-Serie ( https://youtu.be/GayNmzSHDvw?t=2m20s ) aus israelischer Sicht zu beleuchten. Der Autor der Sendung ist Israeli und spricht akzentfrei und perfekt Arabisch, weshalb ihm eine einmalige Dokumentation in diesem Stadtteil gelungen ist, wie es das deutsche oder schwedische Fernsehen nie produzieren könnte. Die ersten 10 bis 15 Minuten handeln um das Leben in Malmö Rosengård. Der Film ist mit deutschem Untertitel versehen und etwa 3 Jahre alt.

Vor ein paar Jahren bin ich übrigens in ein interkulturelles Fettnäpfchen getreten, als ich mich mit Einwanderern aus Syrien unterhielt, die eine Pizzabäckerei betreiben. Ich bezeichnete sie arglos als "syrier" ( https://sv.wikipedia.org/wiki/Syrier ). Darauf betonten sie nachdrücklich, dass sie "syrianer" ( https://sv.wikipedia.org/wiki/Assyrier/syrianer ) seien. Das ist für sie ein großer Unterschied. Einige syrianer tragen übrigens ein kleines Kreuz um den Hals, um falschen Vorurteilen vorzubeugen.

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Re: Brennende Autos in Norrköping

Beitragvon meckpommbi » 18. Mai 2016 18:46

ich hatte von dem film gehoert aber bisher nicht gesucht jetzt habe ich den ersten teil gesehen auch wenn jeder in schweden schon von Rosengård gehoert hat ist die direkte sicht dieses filmes schon sehr erschreckend besonders da ja inzwischen Rosengård nur ein ort von vielen dieser art ist
ich werde mir auch die anderen teile anschauen aber fuer heute grusel ich mich schon genug
gruss Birgit

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Re: Brennende Autos in Norrköping

Beitragvon Volker » 26. Mai 2016 14:06

Nach dem Anschauen aller vier Folgen bin ich etwas erschüttert. In der letzten Folge kommt heraus, dass das junge Mädchen aus Malmö mit den roten Haaren aus dem Anfang der ersten Folge eine Jüdin ist, die von ihren moslemischen Klassenkameraden geschlagen worden ist, wie sie selbst aussagte.

Unter https://youtu.be/uG0MA0Dnkho?t=8m31s gibt ein Imam vor der größten schwedischen Moschee zu, dass das Selbstmordattentat am 11. Dezember 2010 nach seiner Meinung schariakonform war. Dies kann man auch unter https://de.wikipedia.org/wiki/Bombenans ... Reaktionen nachlesen: "Der Imam der Stockholmer Zayed-bin-Sultan-Al-Nahyans-Moschee, der größten Moschee in Schweden, machte indes „demokratischen Terror“ für das Attentat verantwortlich: „Sie beschuldigen immer die Muslime in jeder politischen oder finanziellen Krise. Er hat niemanden umgebracht. Er tötete nur sich selbst. Meiner Meinung nach ist er das Opfer der falschen Demokratie. Der demokratische Terror veranlasste diese Tat.“"


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