Blutspenden

Tipps und Infos, Fragen und Antworten, Kultur - Menschen - Studium - Leben: Alles über Schweden!
Link zum Portal: http://www.schwedentor.de/land-leute
Fhre Schweden: Mit Stena Line nach Skandinavien: Sassnitz-Trelleborg

Tulipa
Schwedenfreund
Schwedenfreund
Beiträge: 949
Registriert: 19. November 2008 21:51
Schwedisch-Kenntnisse: gut
Lebensmittelpunkt: Schweden

Blutspenden

Beitragvon Tulipa » 27. Januar 2009 12:30

Mal was anderes:

weiss jemand, wie in Schweden das Blutspenden funktioniert ? In D war ich jahrzehntelang regelmässig und könnte das hier auch mal wieder anfangen. Habe schon beim Roten Kreuz nachgefragt - die machen das gar nicht - und im lokalen Krankenhaus, die mich auf eine Internetseite verwiesen, deren Name ich gleich wieder vergessen habe und etwas persönlicher hätte ich es dann schon ganz gern.

Bekommt man etwas dafür ? Zumindest die Fahrtkosten sollten ja ersetzt werden.

LG
Tulipa
man vet aldrig, vem som finns där ute

vinbär
Schwedenfreund
Schwedenfreund
Beiträge: 304
Registriert: 14. Juli 2007 07:39
Schwedisch-Kenntnisse: fließend
Lebensmittelpunkt: Schweden

Re: Blutspenden

Beitragvon vinbär » 27. Januar 2009 13:31


hansbaer

Re: Blutspenden

Beitragvon hansbaer » 27. Januar 2009 14:13

Man bekommt auf alle Fälle ein kleines Geschenk. Hier in Stockholm fährt immer so ein Bus herum, der dann an unterschiedlichen Standorten Blutspenden entgegennimmt.

Ich selbst spende in Schweden nicht, weil einem dabei Fragen gestellt werden, die zu weit in die Privatsphäre eindringen.

Benutzeravatar
Imrhien
Alter Schwede
Alter Schwede
Beiträge: 3310
Registriert: 6. Dezember 2006 10:31
Schwedisch-Kenntnisse: fließend
Lebensmittelpunkt: Schweden

Re: Blutspenden

Beitragvon Imrhien » 27. Januar 2009 17:04

hansbaer hat geschrieben:Ich selbst spende in Schweden nicht, weil einem dabei Fragen gestellt werden, die zu weit in die Privatsphäre eindringen.


Zum Beispiel? Fänd ich schon spannend was die so wissen wollen. Wird auch begründet wofür sie das wissen wollen?
`
Grüße
WIebke

hansbaer

Re: Blutspenden

Beitragvon hansbaer » 27. Januar 2009 17:12

Die wollen nicht nur wissen, ob man homosexuell ist.
Sondern auch, ob man schonmal homosexuelle Sexualkontakte hatte und ob man schonmal mit jemanden Sexualkontakte hatte, der homosexuelle Sexualkontakte gehabt hat. Da muss ich sagen, dass mir das echt ne Nummer zu weit geht. Dass die fragen, ob man in letzter Zeit einen neuen Sexualpartner hatte, ist aus medizinischer Sicht ja noch ok, aber das ist dann doch schon sehr weitreichend - und für mich nicht nachvollziehbar.

nysn

Re: Blutspenden

Beitragvon nysn » 27. Januar 2009 18:16

Hier in Stockholm fährt immer so ein Bus herum, der dann an unterschiedlichen Standorten Blutspenden entgegennimmt.


In Göteborg gibt es auch diese Busse - ich meine es steht immer einer bei Brunnsparken rum.

Würde wahrscheinlich auch nicht auf die Idee kommen, in S Blut spenden zu wollen. Hatte auch mal gelesen, dass nicht jeder Blutspender auch erwünscht ist - Menschen aus bestimmten Ländern kommen wohl überhaupt nicht erst in Frage (z. B. afrikanische Länder und gewisse Länder in Südeuropa). Außer diesen sehr nahegehenden Fragen wie Homosexualität usw. wird wohl auch gefragt, ob und wie häufig man ins Ausland fährt, wohin, wie lange und weshalb. All das ist dann entscheidend dafür, ob man als Spender in Frage kommt oder nicht.

Mir wären diese Fragen auch zu "peinlich" und am Ende würden die mich dann evtl. nicht nehmen, ohne mir zu sagen, weshalb und warum.

Ich bin ja damals schwanger mit einem deutschen Mutterpass nach Schweden gekommen - obwohl dort vermerkt war, dass ich einen HIV-Test in Deutschland gemacht hatte und dass dieser negativ war, musste ich in Schweden den Test dann nochmals machen lassen - sonst hätten die mich hier gar nicht erst im Krankenhaus aufgenommen. :roll:

S-nina

hansbaer

Re: Blutspenden

Beitragvon hansbaer » 27. Januar 2009 20:29

S-nina hat geschrieben:Würde wahrscheinlich auch nicht auf die Idee kommen, in S Blut spenden zu wollen. Hatte auch mal gelesen, dass nicht jeder Blutspender auch erwünscht ist - Menschen aus bestimmten Ländern kommen wohl überhaupt nicht erst in Frage (z. B. afrikanische Länder und gewisse Länder in Südeuropa). Außer diesen sehr nahegehenden Fragen wie Homosexualität usw. wird wohl auch gefragt, ob und wie häufig man ins Ausland fährt, wohin, wie lange und weshalb. All das ist dann entscheidend dafür, ob man als Spender in Frage kommt oder nicht.


Ich finde es fast erstaunlich, dass das in Schweden kaum für Aufregung sorgt. Gerade die Beschränkung auf Heterosexuelle ist heutzutage höchst fragwürdig, möchte ich doch annehmen. Natürlich hat HIV seinen Weg durch den ungeschützten Verkehr im Homosexuellenmilieu genommen, aber das ist zwanzig Jahre her. Im Übrigen geht es im Zweifelsfall ja nur um die Kontakte in den letzten 6 Wochen, denn alles andere wird ein Bluttest ohnehin zeigen.

Tulipa
Schwedenfreund
Schwedenfreund
Beiträge: 949
Registriert: 19. November 2008 21:51
Schwedisch-Kenntnisse: gut
Lebensmittelpunkt: Schweden

Re: Blutspenden

Beitragvon Tulipa » 27. Januar 2009 20:44

Danke für eure Beiträge, solche Schwierigkeiten hätte ich nun nicht erwartet. Also werde ich das Spenden wohl weiterhin sein lassen bzw. versuchen, dies in unsere Heimaturlaube einzubauen.

Mit dem schwedischen Gesundheitswesen habe ich selbst bisher zum Glück kaum Erfahrungen. Aber auch bei meinem ersten Hebammenbesuch fand ich diese Fragerei merkwürdig, so wollte die für ihre Kartei ganz genau wissen, wann, wie und wo ich meinen Mann kennen gelernt hatte.

LG
Tulipa
man vet aldrig, vem som finns där ute

hansbaer

Re: Blutspenden

Beitragvon hansbaer » 27. Januar 2009 20:56

Tulipa hat geschrieben:Danke für eure Beiträge, solche Schwierigkeiten hätte ich nun nicht erwartet. Also werde ich das Spenden wohl weiterhin sein lassen bzw. versuchen, dies in unsere Heimaturlaube einzubauen.


Ich wollte dir das jetzt nicht ausreden, sondern nur meine persönlichen Bedenken gegen diesen übertriebenen Fragen äußern.
Ich würde das auch nicht als symptomatisch für das schwedische Gesundheitssystems sehen. Mir wurden bislang nie indiskrete Fragen gestellt.

Benutzeravatar
floweh
Aktives Mitglied
Aktives Mitglied
Beiträge: 155
Registriert: 21. Februar 2008 17:54
Schwedisch-Kenntnisse: fließend
Lebensmittelpunkt: Schweden

Re: Blutspenden

Beitragvon floweh » 27. Januar 2009 21:01

so hierzu muss ich jetzt mal ganz kurz einhaken als selbst schwuler mann.

zum einen finde ich das bestürzend, dass solche fragen gestellt werden, das ist doch entwürdigend, dass hiv wieder zur schwulenseuche gemacht wird. da teile ich absolut hansbaers einstellung, sowas ist unverschämt!

allerdings muss ich dir widersprechen lieber hansbaer, ja hiv hat vor 20 jahren seine runde in der szene gemacht, aber nicht nur da! ich musste mich schon in der schule ein halbes jahr mit dem thema hiv und aids ausseinandersetzen und recherchieren, weil wir in der abitursklasse projektgruppen hatten zu verschiedenen medizinischen themen. warum und wieso is auch wurst, aber zu sagen dass hiv seine runde nur in der szene gemacht hat ist absurd. es gibt prozentual wesentlich mehr hiv positive heterosexuelle menschen als homosexuelle. sicher hat die ganze sache als schwulenseuche grosse presse gemacht, weil damals homosexuelle sich eher im untergrund verstecken mussten und ihre sexuellen kontakte eher in zwielichtigen clubs hatten und daher zu dem zeitpunkt die verbreitung in der szene recht häufig war, sie hat sich aber in der heterosexuellen gesellschaft zur selben zeit gleichermassen ausgebreitet, nur redet da keiner drüber weil das ja peinlich ist.

aber wie hansbaer das schon ganz richtig sagte, das ist alles sehr sehr lange her, hiv ist natürlich immernoch eine bedrohung, aber das einseitig auf homosexuelle zu schieben ist eine frechheit und ich finde es unglaublich, dass man das hier (also in schweden) heutzutage noch zulässt, da könnte ich an die decke gehen...

unter solchen umständen würde ich auch nicht zur blutspende gehen, denn mein risiko als schwuler mann der in einer festen monogamen partnerschaft lebt und jede vorsorge trifft, die man treffen kann, ist genauso hoch oder niedrig wie das eines heterosexuellen. da muss man doch fast nach der doppelmoral fragen, denn was ist mit homosexuellen krankenpflegern und ärzten zu denen mein freund auch bald gehört? die müssten ja dann theoretisch gleich jeden patienten anstecken... da kann ich nur den kopf schütteln.

gruss, flo


  • Vergleichbare Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag

Zurück zu „Schweden“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste