Na,
da paßt ja auch folgende heutige (24.3.10) Meldung in Dagens Nyheter zu:
Laut Angaben der bedeutendsten schwedischen Krebsforschungsorganisation Cancerfonden werden in Schweden Ältere mit Leukämie weniger untersucht und behandelt als Jüngere, und Ältere mit Lungenkrebs bekommen in Schweden überhaupt gar keine medizinische Behandlung (das angeblich aufgrund nicht vorliegender Studien zu diesbezüglichen Behandlungseffekten bei Älteren)
http://www.dn.se/nyheter/vetenskap/fa-a ... -1.1066623Gute Aussichten! Werdet (in Schweden) bloß nicht älter....und schon gar nicht krank!
Einer der Vorschreiber stellte die Frage, warum denn das Gesundheitssystem in Schweden so schlecht sei. Meine eigene, auf langjährigen Beobachtungen und Erfahrungen basierende Annahme ist, das es dem schwedischen Gesundheitssystem ziemlich flächendeckend an Ethos fehlt, weil Menschen hier nur "Ressourcen" sind und beim medizinischen Handeln/Behandeln vor allem der gesundheitspolitischen Planwirtschaft Genüge getan werden soll - und nicht den Menschen. Es wird IMMER nur auf die Kosten geschaut, der Patient hat nichts zu melden/wünschen/sagen. Die Behandlungsroutinen sind den Zielvorgaben der planwirtschaftlichen Kalkulationen angepaßt, und nicht den Menschen. Und Ältere "kosten ja nur", daher ist die Nicht- oder Wenigerbehandlung von Älteren in Schweden nichts Ungewöhnliches. Da derlei ökonomiegesteuertes Denken den gesamten schwedischen Alltag durchzieht und in den meisten Köpfen fest verankert ist, finden viele gar nichts dabei, sondern halten das für natürlich: "wer nix mehr (an Steuern) bringt, kriegt auch nix mehr." Dass das ganze meist typisch schwedisch freundlich vermittelt wird, bessert die Sache nicht. Außerdem, muß man zu guter Letzt sagen, sind Pausen aller Art und bloß keine Überstunden dem medizinischen Personal in Schweden leider offenbar meist weitaus wichtiger als die Patienten. In Schweden geht es um das Einhalten der Routinen, nicht um den einzelnen Menschen.