Betriebskündigung -wie geht das?

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Manty

Re: Betriebskündigung -wie geht das?

Beitragvon Manty » 22. Januar 2008 11:33

Hi Kerstin, so einfach ist das nicht mit einem Kurs vom Arbeitsamt. Es läuft nicht so, daß du heute arbeitslos wirst und morgen so einen Kurs bezahlt bekommst. Es gibt da bestimmte Fristen, wie lange man arbeitslos gewesen sein muß, um so einen Kurs zu bekommen, mir schwirrt da was von mindestens 6 Monaten im Kopf rum, kann aber auch ein Jahr sein oder du bist in deinem Beruf absolut nicht vermittelbar in D.
Ich würde mich erstmal von dem Gedanken verabschieden, daß ihre beide zusammen einen Kurs machen könnt und dann zusammen nach Schweden. Freunde dich mit dem Gedanken an, daß dein Mann erstmal allein los zieht.

Manty

Re: Betriebskündigung -wie geht das?

Beitragvon Manty » 22. Januar 2008 11:34

Wenn deine Firma dich nicht kündigt, hast du durchaus das Recht selbst zu kündigen ohne eine Sperre vom Arbeitsamt zu bekommen, wenn ihr beabsichtigt ins Ausland zu gehen. Du mußt nur plausibel begründen können, warum du gekündigt hast. Man muß einen wichtigen Grund angeben. Der könnte in deinem Fall sein, daß du zu deinem Mann nach Schweden ziehen willst. Dazu müßte er natürlich erst einmal Arbeit dort bekommen und dort bereits Wohnung etc. haben, damit ihr deine Eigenkündigung nebst beabsichtigtem Umzug auch gut belegen könnt.
Deine Eigenkündigung kannst du langfristig vorbereiten. Such das Gespräch mit dem Arbeitsamt, sobald dein Mann in Schweden arbeitet. Man kann sich in der Leistungsabteilung einen Termin geben lassen, auch wenn man nicht arbeitslos ist und sich bezüglich solcher Sachen beraten lassen. Darüber wird auch ein Vermerk in deiner Akte gemacht. Das ist dann schonmal gut, wenn du deine Eigenkündigung begründest.

Manty

Re: Betriebskündigung -wie geht das?

Beitragvon Manty » 22. Januar 2008 11:35

Wenn du dann endlich den Bescheid in Händen hälst, daß du zwar selbst gekündigt hast, aber trotzdem Arbeitslosengeld bekommst, kannst du die 3 Monate Arbeitslosengeld mit nach Schweden nehmen, du mußt aber mindestens 4 Wochen in D arbeitslos gewesen sein.
Also diese ganze Arbeitsamt-Geschichte kann man natürlich noch mehr ausführen und noch mehr ins Detail gehen, aber das würde jetzt hier den Rahmen sprengen. Meld dich einfach, wenn du noch Fragen hast.
Wegen der Sprache. Warum fixierst du dich so auf einen Kurs vom Arbeitsamt? Man kann Sprache mit ein bißchen Fleiß auch allein zu Hause erlernen. Und wie schon erwähnt, solltest du das dann bis nach Schweden geschafft haben, kannst du dich schnellstmöglich bei Komvux anmelden. Da lernst du auf jeden Fall besser schwedisch. Die schwedischen Arbeitsämter sehen das sowieso sehr gern, daß man erstmal bei Komvux einen Kurs belegt.

Storstadstjej

Re: Betriebskündigung -wie geht das?

Beitragvon Storstadstjej » 22. Januar 2008 12:56

Je weniger Deutsche Einwanderer hier auftauchen, die kein Schwedisch können, umso glücklicher ist der Medelsvensson, vergesset es nicht liebe Leute.
Kerstin - wenn Du arbeitest, kannst Du einen Sprachkurs an einer Sprachschule machen, der qualitativ dem Kurs des Arbeitsamtes mit Sicherheit in nichts nachsteht.

Zum Thema "die Kosten der Allgemeinheit aufhalsen" - offenbar wird und wurde in das Gemeinschaftstöpfchen schon eingezahlt, also besteht theoretischerweise das Recht da auch ein wenig herauszuholen. Um einiges schlimmer sind doch diejenigen, deren Beitrag zur Finanzierung des Sozialsystems bisher ausgeblieben ist.

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Re: Betriebskündigung -wie geht das?

Beitragvon Imrhien » 22. Januar 2008 13:34

Schon richtig, dass man wenn man arbeitet auch was in den Toof einbezahlt hat. Trotzdem habe ich da auch ein komisches Gefühl bei. Die Programme vom Arbeitsamt sind für Menschen die schon lange arbeitslos sind und deren letzte Chance auf Arbeit eben im Ausland liegt. Sie sind nicht für Menschen die gerade mal Lust haben das zu tun. Es gibt auch Leute die eigentlich nicht unbedingt weg wollen, es aber müssen um Arbeit zu finden. Und wenn jemand der eigentlich welche hätte, versucht so einen Platz in dem Programm zu bekommen, dann wäre das denen gegenüber nicht fair, die keine andere Chance haben. Zumal in dem besagten Fall ja der Partner den Kurs macht. Das heisst, die Familie hat die Chance und Unterstützung. Aber mal ehrlich, wie viele von Euch sind nach Schweden und beide Partner wussten, dass sie gleich eine Stelle bekommen? Sehr oft ist es doch so, dass einer anfängt und der andere dann im Land schaut und eben über Sprachkurse sein Wissen vertieft. Arbeit zu finden kann unter Umständen auch mal ein paar Wochen dauern, da kann man auch einen Sprachkurs machen, zumal er ja kostenlos ist. Uns wurden sogar sämtliche Arbeitsmaterialien gestellt, also auch Buch und CD.

Zumal mir wiegesagt auch zu unsicher wäre, dass es klappt. Am Ende steht man ganz ohne da und liegt somit dem Steuerzahler auch wieder auf der Tasche und das obwohl man ja einen Job gehabt hätte. Ich habe aus diesem Grunde auch noch meine Stelle. Obwohl wir in Schweden sind und obwohl wir vermutlich hier bleiben. Aber sicher ist sicher. Wenn wir innerhalb des nächsten Jahres gingen, hätte ich immerhin einen Job und wir müssten nicht bei Null anfangen.

Grüße
Wiebke

bjoerkebo

Re: Betriebskündigung -wie geht das?

Beitragvon bjoerkebo » 22. Januar 2008 14:35

....auch wird kein Arbeitsamt einen Kursus bezahlen,wenn du dir was zu Schulden kommen läßt und eine Kündigung provozierst.
Denke es gibt doch eine Menge Möglichkeiten schwedisch zu lernen.
Und nicht nur in einem Kursus vom Arbeitsamt.
Auch stimme ich frasimi zu,man kann doch dann abends zusammen lernen.

Mein Mann hat im Gegensatz zu mir wesendlich weniger Kenntnisse gehabt,als ich.Mittlerweile ist er auf dem gleichen Stand wie ich.
Also,die Nummer wäre mir zu heiß.Das schreit für mich nach einer guten und richtigen Planung.........

Gast

Re: Betriebskündigung -wie geht das?

Beitragvon Gast » 22. Januar 2008 17:01

Hej! Eine vernünftige Planung wäre natürlich super, aber wann funktioniert ein Plan schon mal.Vielleicht muss ich wirklich für mich eine andere Lösung finden.Es wäre nur schön gewesen den Kurs gemeinsam zu belegen. Ich habe noch eine Frage- Was ist Komvux und Medelsvensson? Habe leider noch nie etwas davon gehört! Kerstin+Bernd

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Re: Betriebskündigung -wie geht das?

Beitragvon KIss » 22. Januar 2008 17:10

hallo,

nur mal so eine idee. kennt ihr skype? telefon mit bild via internet? wenn einmal eingestellt, tut es recht gut. ,man könnte sich ja zusammen schließen. zb sich buch (plus cd) kaufen, dass geeignet ist.. dann kann übers netz üben. zb aussprache, fragen stellen usw. am besten wärs , man hätte eine person, die es schon gut kann. dann kann man zb einen tag aussuchen in der woche und eine uhrzeit und so zusammen üben.. so hätte man den druck den hintern hochzukriegen und was zu tun-man will ja nicht als faul vor dem anderen dastehen und man wäre einfach nicht alleine.

lg kiss

glada

Re: Betriebskündigung -wie geht das?

Beitragvon glada » 22. Januar 2008 21:07

storstadtjej hat geschrieben:Zum Thema "die Kosten der Allgemeinheit aufhalsen" - offenbar wird und wurde in das Gemeinschaftstöpfchen schon eingezahlt, also besteht theoretischerweise das Recht da auch ein wenig herauszuholen. Um einiges schlimmer sind doch diejenigen, deren Beitrag zur Finanzierung des Sozialsystems bisher ausgeblieben ist.


Leider denken nur allzu viele so. Ein Sozialstaat ist keine Lebensversicherung, in die man einzahlt um es später wieder zurück zu bekommen. Denken alle so, dann funktioniert ein solches System nicht.

Ein Recht im Sinne von "ich habe eingezahlt, dann darf ich es auch wieder zurück haben" besteht schon gar nicht.

Oliver

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Betriebskündigung -wie geht das?

Beitragvon Aelve » 22. Januar 2008 21:31

Hallo,

wir kennen zwei deutsche Paare, bei denen ein Partner ziemlich schnell eine Arbeit in Schweden gefunden hat und der andere erst einen SFI-Kurs absolviert hat. Im ersten Fall hat der Mann eine Abfindung seiner alten Arbeitsstelle bekommen, so dass eine Übersiedlung davon finanziert werden konnte. Er hat sofort eine Anstellung als Elektriker gefunden und die Frau hat nach einem Jahr Sprachkurs auch eine gute Stellung gefunden, in der jedoch sehr gute Schwedischkenntnisse erforderlich sind. Bei dem anderen Pärchen hat die Frau als Krankenschwester sehr schnell eine Anstellung gefunden und der Mann machte erst den SFI-Kurs und hat jetzt eine Praktikumsstelle.
Meine Meinung ist auch, dass ich von alleine so schnell keine Arbeitsstelle kündigen würde, ehe eine Auswanderung nicht ganz akut ist oder wenn ich nach Rücksprache mit dem Arbeitsamt wüßte, dass ich zunächst keine Sperre bekomme, falls ich kündige.
Bei uns hier in Deutschland hat auch nur mein Mann 2 Sprachkurse belegt, da wir beide zusammen es zeitlich nicht hinbekamen. Man kann auch alleine etwas versuchen schwedisch zu lernen oder in Abendkursen, so dass man das Risiko nicht eingehen muss.
Grüße Aelve :smt039


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