Bester Stromanbieter in Schweden ohne Atomkraft?

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EuraGerhard
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Re: Bester Stromanbieter in Schweden ohne Atomkraft?

Beitragvon EuraGerhard » 5. März 2014 20:45

vinbergssnäcka hat geschrieben:Wassertemperatur ist 52 grad. Die Pumpe ist von 2007 von IVT svanemärkt. Sie hat einen eingebauten Brauchwasserkessel und ich keine andere Wärmequelle. Einmal die Woche heize ich auf 60 grad wg legionellen.

Gut, 52 °C schafft die Pumpe ohne Probleme. Wenn Du nur einmal pro Woche auf 60 °C hochheizt (bist Du sicher, dass die Elpatron dabei nicht anspringt?) und das nicht im Dauerbetrieb machst, dann sollte es auch keinen übermäßigen Verschleiß geben.

vinbergssnäcka hat geschrieben:Das mit dem Verschleiss verstehe ich nicht. Das was den Kompressor beansprucht ist das Anspringen des Kompressors.

Nicht ganz: Auch der laufende Betrieb des Kompressors führt zu Verschleiß, wenn auch in deutlich geringerem Maße als das Anspringen. Und um 60 °C im Dauerbetrieb ohne Elpatron-Unterstützung zu halten, müsste der Kompressor schon erheblich länger laufen als für 52 °C.

vinbergssnäcka hat geschrieben:Hatte das schon mal geschrieben: 1-2 Pers. 160 qm 11000 -12000 kWh Strom inkl aller Stromverbrauch. Mein Haus ist von 1908, nicht extra isoliert, alte 2 glas-Fenster.....und ich friere nicht ;-)

Das sind gute Werte für so ein altes Haus.

MfG
Gerhard

vibackup
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Re: Bester Stromanbieter in Schweden ohne Atomkraft?

Beitragvon vibackup » 5. März 2014 21:49

EuraGerhard hat geschrieben:Ich zweifle nicht daran, dass eine moderne Wärmepumpe es rein technisch schafft, das Wasser ohne Zusatzheizung auf 60 °C hochzuheizen. Es ist aber die Frage, ob es sinnvoll ist, das so zu machen. Oder ob der erhöhte Verschleiß des Kompressors nicht auf die Dauer teurer kommt als der Stromverbrauch der Elpatron.

MfG
Gerhard

Ich habe die Information bekommen, dass das einmal in der Woche geschehen muss, um die Legionellen und ähnliche Keime im Schach zu halten.
Stimmt das nicht?

//M

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Re: Bester Stromanbieter in Schweden ohne Atomkraft?

Beitragvon KalleW » 5. März 2014 22:49

...muss mir in Schweden nen Anbieter anmelden und wollte auf Atom verzichten. Hatte gedacht es gibt für Schweden Seiten wie diese für Deutschland.

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Re: Bester Stromanbieter in Schweden ohne Atomkraft?

Beitragvon vinbergssnäcka » 6. März 2014 07:11

Kalle, probiere es mal mit www.elskling.se

Allerdings, wie schon geschrieben ist das ein wenig Augenwischerei, Strom ohne Atomstrom zu wählen. Wir haben nun mal die KKW und kriegen auch dort unsern Strom her. Ehrlich gesagt, glaube ich auch nicht, das es zur Zeit eine Alternative gäbe. Was machst Du im Winter, wenn wenig Wasser da ist und kein Wind? Stromsperre und lässt die Leute im Norden erfrieren?
Aber man kann natürlich wählen, und das bei den meisten Anbietern.

vibackup, also die meisten erhöhen nicht mal auf 60 grad, sondern lassen das mit 52 grad so laufen. Die Gefahr von Legionellen ist meines Wissens bei den kleinen Behältern einer Wärmepumpe nicht so gross. Eher, wenn das Wasser lange steht. Ich habe das eigentlich nur so eingestellt, da ich über Sommer wenig zu Hause war, teilweise auch die Warmwasserproduktion gedrosselt hatte und weil ich Medikamente wie Methotrexat nehme und da ein wenig mehr Angst habe, das ich mir was holen könnte.

Gerhard, also 52 grad ist meiner Meinung nach Standard bei den Wärmepumpen und reicht auch völlig aus bei normalem Haushaltsverbrauch (ohne Whirlpool-Badewanne). Ich kenne keine Pumpe, die dauernd auf 60 grad heizt, ausser jemand würde das sich so einstellen. Steht aber in der Anleitung, das man das nicht machen sollte.
liebe Grüsse

Heike

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Re: Bester Stromanbieter in Schweden ohne Atomkraft?

Beitragvon Volker » 6. März 2014 08:24

Zu den Stromanbietern wollte ich noch was schreiben. Es gibt dubiose Stromanbieter, die mit Lockangeboten werben und dann ungefragt laut dem Kleingedruckten irgendwann auf einen höheren Stromtarif umschalten. In Schweden tummeln sich jede Menge schwarze Schafe ( http://www.aftonbladet.se/minekonomi/article18231434.ab ). Wir sind bei einem großen Stromanbieter und haben uns für den rörligt elpris (jeden Monat neuer Stromtarif entsprechend der Nachfrage und dem Angebot auf dem Strommarkt) entschieden, weil das in der Regel billiger ist. Die Mehrzahl der Kunden hat sich dafür auch entschieden. Die Preisunterschiede zu den anderen Anbietern sind relativ gering. Kein Stromanbieter kann zaubern.

Vor jedem Wintereinbruch kommen hier in den Nachrichten regelmäßig die Meldungen über den Wartungs- und Reparaturstand der Kernkraftwerke. Der Ärger ist in der Bevölkerung immer groß, wenn viele Kernkraftwerke gleichzeitig abgeschaltet sind, weil dies höhere Strompreise bedeutet. Meines Wissens gibt es keine Kohlekraftwerke in Schweden als Alternative. Stromspitzen können mit Gaskraftwerken abgefangen werden. Unter http://sv.wikipedia.org/wiki/Energi_i_Sverige steht mehr über die Energieversorgung. Wasserkraft und Kernkraft sind die Hauptenergieträger. Die Wasserkraft steht im Winter weniger zur Verfügung, also ausgerechnet dann, wenn viel Strom benötigt wird. Viele Häuser werden ja mit Strom beheizt. Einfach gesagt bedeutet der Verzicht auf Atomstrom hohe Stromkosten und damit Frieren.

In Schweden laufen Untersuchungen, wie auf alternative Weise Strom auf vielfältige Weise gewonnen werden könnte. Zum Beispiel dezentral durch kleine Biogas-Anlagen auf den Bauernhöfen. Das setzt dann wieder eine intelligente Steuerung voraus. Andererseits wurden die meisten schwedischen Kernkraftwerke zur Leistungsteigerung aufgerüstet. Sie haben neue Dampfturbinen mit einem besseren Wirkungsgrad erhalten. Die Reaktorleistung wurde auch um bis zu 30% gesteigert. Atomstrom werden wir noch lange in Schweden haben.

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Re: Bester Stromanbieter in Schweden ohne Atomkraft?

Beitragvon EuraGerhard » 6. März 2014 08:54

vinbergssnäcka hat geschrieben:Gerhard, also 52 grad ist meiner Meinung nach Standard bei den Wärmepumpen und reicht auch völlig aus bei normalem Haushaltsverbrauch (ohne Whirlpool-Badewanne). Ich kenne keine Pumpe, die dauernd auf 60 grad heizt, ausser jemand würde das sich so einstellen. Steht aber in der Anleitung, das man das nicht machen sollte.

Wenigstens das hat unser Installateur also richtig gemacht. :?

Bei uns ist die Sache etwas komplizierter, denn wir haben einen externen 300-Liter-Speichertank, der von der Wärmepumpe eben auf 52 °C hochgeheizt wird. Das obere Viertel des Tanks, welches durch eine Lochplatte vom Rest getrennt ist, wird dann bei Bedarf noch durch eine Elpatron auf 60 °C hochgeheizt. (Im ersten Halbjahr 2013 waren das eher über 70 °C, weil der Temperatursensor defekt war und zu niedrige Werte geliefert hat.) In diesen Tank speist auch unsere Solaranlage ihre Wärme ein: Dabei können im Tank durchaus Temperaturen um die 80 °C erreicht werden, im Sommer gibt es daher weder für die Elpatron noch für die Wärmepumpe irgendwas zu tun. Das Brauchwasser wird allerdings nicht direkt diesem Tank entnommen, sondern über Rohrschlangen im Inneren des Tanks erwärmt.

MfG
Gerhard

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Re: Bester Stromanbieter in Schweden ohne Atomkraft?

Beitragvon vinbergssnäcka » 6. März 2014 09:24

ah, ok dann verstehe ich, das ihr eine höhere Wassertemperatur braucht, wenn ihr das Brauchwasser durch eine Spirale erwärmt. Ich nehme mal an ihr habt den externen Tank wegen der Sonnenkollektoren.

Da ich ja gerade wieder eine Bergvärmepumpe installieren werde habe ich auch nach der Möglichkeit der zusätzlichen Sonnenkollektoren gefragt. Der "rörmakare meines Vertrauens". Der hat mir aber ganz schnell vorgerechnet, das die amortering -Zeiten (wie heisst das auf deutsch?)sich über mehrere Jahrzehnte erstrecken würden.

Wie habt ihr denn gerechnet? Lohnt sich das bei Euch mit den Sonnenkollektoren?
liebe Grüsse

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Re: Bester Stromanbieter in Schweden ohne Atomkraft?

Beitragvon Petergillarsverige » 6. März 2014 09:52

In Schweden ohne Atomstrom auszukommen dürfte nur möglich sein indem du das Stromkabel zum Haus kappst. Alles andere ist Unfug.
Du nimmst zunächst mal einen Holzherd, damit beheizt du die Küche und das Wohnzimmer. In Kombination zu einem Kachel- oder Specksteinofen (mit Wasserführung) geht das ganz gut. Das Haus top isolieren. Die Schlafzimmertüren offen lassen, dann wird es in dem Räumen kaum wirklich frieren (also unter Null Grad)
Du installierst 50 m² PV Solaranlage, mach so etwa 7 kWp - 7000 kWh Jahresertrag. (könnte etwas schlechter sein, je nach Lage in Schweden) Den Strom speicherst du in einer Batterie. Die 185 Ah Sonnenschein kostet ca. 600 Euro. Davon brauchst du ein paar. Das System wird auf 12 V ausgelegt und alle Lampen müssen LED sein auf 12 V Basis.
Über Wechselrichter versorgst du die restlichen 230 V Verbraucher wie Waschmaschine, diese bekommt direkt Warmwasser vom vorher angeheizten Ofen. Der Rest läuft auf 12 V. Fernseher z.B. kann man durch Laptop ersetzen.
Auf überflüssige Stromverbraucher wie Spülmaschine, Trockner etc. verzichten.
Damit geht das ohne weiteres. Kostet nur ein bischen mehr.
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Re: Bester Stromanbieter in Schweden ohne Atomkraft?

Beitragvon vinbergssnäcka » 6. März 2014 10:02

also, ich habe auch schon mal acht Tage garantiert ohne Atomstrom verbracht. Im Winter, bei Gudrun (Sturm). Zum Glück mit Holzöfen ausgestattet. Und mit einem Notaggregat, war aber auch nicht billig und auch nicht umweltfreundlich... :wink:
liebe Grüsse

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Re: Bester Stromanbieter in Schweden ohne Atomkraft?

Beitragvon EuraGerhard » 6. März 2014 10:35

vinbergssnäcka hat geschrieben:ah, ok dann verstehe ich, das ihr eine höhere Wassertemperatur braucht, wenn ihr das Brauchwasser durch eine Spirale erwärmt. Ich nehme mal an ihr habt den externen Tank wegen der Sonnenkollektoren.

Richtig. Ursprünglich sollte auch noch der wasserummantelte Kaminofen Wärme in den Tank einspeisen, aber den hat unser Architekt ja verhindert. (Allerdings haben wir inzwischen gemerkt, dass wir den Platz, an dem eigentlich der Ofen stehen sollte, auch gut anders nutzen können. Und bis sich die 70.000 kr für den Ofen mit Kamin und allem Drum und Dran amortisiert hätten, wären sicherlich etliche Jahrzehnte vergangen.)

vinbergssnäcka hat geschrieben:Da ich ja gerade wieder eine Bergvärmepumpe installieren werde habe ich auch nach der Möglichkeit der zusätzlichen Sonnenkollektoren gefragt. Der "rörmakare meines Vertrauens". Der hat mir aber ganz schnell vorgerechnet, das die amortering -Zeiten (wie heisst das auf deutsch?)sich über mehrere Jahrzehnte erstrecken würden.

Aus rein physikalischer Sicht müssten sich eigentlich Sonnenkollektoren viel schneller rentieren als Photovoltaikanlagen. Womit ich meine, dass sie so viel Energie geliefert haben, wie für Produktion und Installation aufgewendet werden musste. Denn Kollektoren sind vergleichsweise primitiv, bestehen aus wenig mehr als Glas, ein paar Rohren und etwas schwarzer Farbe. Photovoltaikzellen hingegen müssen ähnlich aufwändig wie Computerchips hergestellt werden, nur auf viel größeren Flächen. Das kostet Unmengen an Energie.

Aufgrund der komplizierten staatlichen Förderungssysteme kann das aber aus finanzieller Sicht durchaus genau umgekehrt sein. Ich weiß jetzt aber nicht, wie das in Schweden ist.

vinbergssnäcka hat geschrieben:Wie habt ihr denn gerechnet? Lohnt sich das bei Euch mit den Sonnenkollektoren?

Bei uns war das natürlich kostengünstiger als bei Dir, weil wir neu gebaut haben und die Kollektoren von Anfang an ins Konzept mit eingeplant waren. Der Aufpreis für die Solaranlage beschränkte sich somit auf ca. 20.000 kr. Bei einer erhofften Ausbeute von mindestens 1.000 kWh im Jahr sollte sich das also nach ca. 20 Jahren amortisiert haben. Und falls der Strompreis steigt, sogar noch schneller. (Bei einer durchschnittlichen Lebensdauer der Kollektoren von 40 Jahren also durchaus lohnenswert.)

Allerdings hatten wir letztes Jahr nur eine Ausbeute von rund 530 kWh, was allerdings wohl auf mehrere Defekte und Fehlinstallationen in der Anlage zurückzuführen ist. Inzwischen ist dies alles behoben, und so hoffen wir dieses Jahr auf eine deutlich größere Solarausbeute.

Bei Dir müsste halt auf jeden Fall noch ein externer Speichertank her, denn ohne ausreichendes Speichervolumen machen Solarkollektoren schlicht keinen Sinn. Das treibt natürlich den Preis in die Höhe, und Du brauchst Platz dafür.

MfG
Gerhard


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