Hallo!
tjejen hat geschrieben:
Heutzutage muss man auch nicht mehr "auswandern", innerhalb Europas zieht man um, vielleicht einmal, vielleicht aber auch viele male.
Auch wenn das verwaltungsmäßig - dank der EU - völlig richtig ist, so ist ein Umzug in ein fremdes Land doch immer etwas Anderes als ein Umzug im eigenen Land. Als jemand, der mit beiden Arten von Umzügen reichlich Erfahrung hat, außer seinem Geburtsland Deutschland bereits in drei anderen europäischen Ländern für längere Zeit gelebt hat, und überdies derzeit den Umzug nach Land Nummer Vier (Schweden) vorbereitet, kenne ich mich ein bisschen damit aus.
Bei mir liegt das auch etwas in der Familie, die über die halbe Welt verstreut lebt.
VrethLillmans hat geschrieben:
@Rüdiger, das ist schnell beantwortet:der Flair, die Lebensart (das Feeling) ist auf jeden Fall besser als hier in D, wie ich es erlebt habe.
Ich will es Dir keinesfalls ausreden. Im Gegenteil, ich halte Auslandserfahrung für sehr wertvoll und möchte meine keineswegs missen. (Auch meine Tochter möchte nach dem Abi nächstes Jahr im Ausland studieren, und ich unterstütze sie sehr dabei.)
Aber sei Dir auch dessen bewusst, dass Du während eines
dreiwöchigen Aufenthaltes in einem beliebigen Ausland hauptsächlich nur die guten Seiten kennenlernen wirst. Die dunklen Seiten - und jedes Land hat seine dunklen Seiten! - lernst Du erst bei einem längeren Aufenthalt, sagen wir mal: mindestens ein Jahr, wirklich kennen. So wirst Du wahrscheinlich, egal wo Du hingehst, ziemlich bald und sehr verwundert feststellen, wie effizient, bürgernah und
unbürokratisch (sic!) doch die Verwaltung, das Bankwesen etc. in Deutschland funktionieren.
Auch das Gesundheitswesen, mit dem Du bei kurzzeitigem Aufenthalt wohl kaum in Kontakt kommen wirst, ist keineswegs immer das Gelbe vom Ei.
Speziell in England macht sich auch die Klassengesellschaft immer noch recht deutlich bemerkbar. Einer meiner Brüder ist nach England ausgewandert, er kann ein Lied davon singen. Und die langen dunklen Winter in Schweden oder Kanada sind auch nicht jedermanns Sache.
Die Sprache ist immer ein vergleichsweise kleines Problem, die lernt man, wenn man sich Mühe gibt, recht schnell. (Wenn es nicht gerade japanisch ist ...

)
Aber noch einmal: Wenn Du die Gelegenheit hast, Auslandserfahrung zu sammeln, dann nutze sie! Nur brich nicht gleich alle Brücken ab. Es ist wahrscheinlich gar nicht so schlecht, dass Du in der Regel erst mindestens fünf Jahre in einem EU-Land leben musst, bevor Du dort die Staatsbürgerschaft annehmen kannst.
MfG
Gerhard