Beschweren in Schweden

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Samweis
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Re: Beschweren in Schweden

Beitragvon Samweis » 19. Mai 2009 20:20

Hallo,

so, die ersten zwei Doppelreihen Holz stehen, da werde ich mir jetzt mal Mühe geben, meine "Beschwerde-Erfahrung" (das klingt als würde ich mich damit in meinem Leben hauptsächlich beschäftigen :wink: ) ordentlich zusammenzufassen.
Es gibt da ja mehrere Taktiken:

Bei großen Unternehmen, Organisationen, öffentlicher Verwaltung:
1. Die "Hilft-mir-denn-keiner"-Masche:
Ich habe ein Problem und nur Du kannst mir helfen. Das führt in D tatsächlich überraschend oft dazu, dass sich jemand aus seiner Arbeits-Lethargie reißt und den "Fall" zu seinem eigenen macht - sei es aus preussischem Pflichtgefühl oder weil er schon immer mal "Batman - der Rächer der Entrechteten" sein wollte. Dabei wird sogar mal außerhalb des eigenen Zuständigkeitsbereiches gearbeitet und das Ergebnis ist nicht immer im interesse des jeweiligen Arbeitgebers - aber im Interesse der "höheren Gerechtigkeit".
Verrückt diese Deutschen.
Leider bin ich damit in Schweden bisher nicht weitergekommen.

2. Die Variante "Logik und Vernunft"
Das Ergebnis ist absurd, also muss auf dem Weg ein Fehler unterlaufen sein. Finden, korrigieren, fertig.
Reaktion in S: Mag schon sein, dass das merkwürdig aussieht, aber ich habe ja nur unsere (internen) Regeln befolgt.
Die Regeln sind in diesem Falle unzutreffend oder verstoßen gar gegen geltendes Recht? Jo, das ist nicht meine Verantwortung. Ich mache ja nur meinen Job.

3. "Höflichkeit und freundliche Persistenz"
Ich habe mal im März in einem Segelbedarfs-Laden ein paar Sachen für unser Boot bestellt. Nichts besonderes, Standard-Massenware, aber eben wichtig für die Saison. Die Sachen sollten nächste Woche da sein. Nach zwei Wochen habe ich angerufen. Antwort: Ja, ist bestellt, kommt nächste Woche. Ganz sicher.
Danach habe ich im vierzehntägigen Rhythmus angerufen und höflich deutlich gemacht, dass ich die Dinge wirklich brauche. Dringend. Mai, Juni, Juli - ab August nur noch alle vier Wochen.
Ende September kam das Boot wieder aus dem Wasser. Mitte Oktober kam ein Anruf: Wann ich denn endlich meine Sachen abholen würde - die stünden schon seit zwei Wochen in der Butik rum und wären ständig im Weg.
Erst war ich etwas perplex, dann habe ich mir gedacht, dass ich vielleicht meinen "Stützt-die-heimische-Wirtschaft"-Trip etwas hinterfragen muss und statt dessen besser für weniger als die Hälfte des Preises bei einem großen deutschen Versender bestelle und sage also "Åh, så synt - da habe ich doch gerade woanders gekauft." Mannomann, wurde der Mann da..., also höflich war das nicht.
Woraus ich schließe, dass bei einer ernstzunehmenden Beschwerde der Schwede auch nicht höflich beibt und er eine höfliche Beschwerde nicht ernst nimmt.

4. Die Macho-Tour:
In USA führt bei Privatpersonen "I will sue you" oder bei Angestellten "Your name, please? And the name and phone number of your boss?" recht oft zum Erfolg.
Nach dem niederschmetternden Erfolg unter 2. habe ich das in Schweden noch nicht probiert - ich fürchte, der jeweilige Sachbearbeiter könnte mir vor Freude um den Hals fallen: "Klasse - dann bekommt's die Rechtsabteilung und ich hab's vom Tisch."

5. Das Imrhien-Patent (© Wiebke):
Imrhien hat geschrieben:Oder aber man sagt erst mal was richtig nettes und dann so im nebensatz kann man sagen, dass es da aber auch noch folgendes Problem gäbe....
Auf diese Weise wären die betreffenden Personen nicht gleich in Verteidigungshaltung und sehr hilfsbereit.

Also nun bei der Holzgeschichte habe ich den Lieferanten am selben Tag angerufen.
Oh oh - Kunde ruft direkt nach Lieferung an! Stahlhelm auf, Abwehrhaltung.
Ich mache ihm ein Kompliment zu seiner hervorragenden Kommunikation.
Er wird lockerer.
Das hätte ich ja schon ganz anders erlebt.
Ich "höre" ihn durch das Telefon strahlen.
Auch dass er die Verschiebung der Lieferung vorher angekündigt hat - so aufmerksam.
(Wenn ich jetzt nicht langsam die Luft herauslasse, platzt er am anderen Ende vor Selbstzufriedenheit.)
Aber da sind so viele Birken mit Nadeln dran?
"Birken mit Nadeln - Nähä - das müssen wohl Fichten sein."
Jaså - hast Du da Fichten mit reingetan?
"Jo, ja, öh..."
Oh, dann wird's ja sicher billiger?
"Ja, äh... för fan!"
Tack så mycket! Ich wusste ja, dass Du ein ehrlicher Kerl bist!

Von der Zusage ist er nicht mehr runtergekommen - auch wenn sich das Gespräch danach noch knapp 40 Minuten um die unterschiedlichen Heizwerte von Birkenholz und Fichtenholz und trockenem Fichtenholz und nassem Birkenholz... drehte.

Danke Wiebke!

Viele Grüße

Samweis

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Re: Beschweren in Schweden

Beitragvon Imrhien » 20. Mai 2009 17:18

Hej Samweis,
Das freut mich sehr, dass Du damit Erfolg hattest. :)
Dann hat es sich ja gelohnt den Ärger runterzuschlucken. Mir fällt das immer schwer. Soll aber eben gut wirken, wie man sieht...
Der ist beim nächsten Mal sicher vorsichtiger wenn Du anrufst :)

Liebe Grüße
Wiebke

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Re: Beschweren in Schweden

Beitragvon Haro » 20. Mai 2009 18:49

Hejsan,

das Posting ist ja gut, werde mir das mal gut merken wie das mit dem Beschweren so ist.
Wir hatten bis jetzt noch keinen Grund uns zu beschweren, alle, ob auf der Arbetsförmedling, Skatte, Vårdcentral oder sonst wo sind in Schweden so was von freundlich, nett und hilfsbereit (jedenfalls zu uns), wenn ich da an die Servicewüste Deutschland denke kann ich nur sagen: Oh Gott, Oh Graus. :? Auch die von uns bis jetzt bestellten Sachen (Pellets, Möbel, Werkzeug usw.) sind bis jetzt immer pünktlich und zu unserer vollsten Zufriedenheit geliefert worden. Ebenso die Reklamation einer beim Transport kaputt gegangenen Schranktür wurde umgehend bearbeitet und drei Tage später war sie ersetzt.
Ich denke aber das es wie mit allem ist, wie man in den Wald reinruft so kommt es auch zurück und ein Lächeln oder ein paar nette Worte zur rechten Zeit ersetzen manchmal viele Worte und Ärger. :D

Gruß aus Småland :flagge:
Harald
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Re: Beschweren in Schweden

Beitragvon Tulipa » 20. Mai 2009 19:42

S-nina hat geschrieben:
War das nicht mal sogar ein großes Thema bei Euch in der Ecke? Meinte in Erinnerung zu haben, dass es in der Gegend von Laholm mal einen Streit gab um einen "reinen Hundestrand" und einen "Menschenstrand" - oder so ähnlich ... gerade auch weil so viel Hundekacke am Strand zurückbleibt ...


Ja, da ging es hoch her mit Meinungen wie "mein Hund hat schließlich das selbe Recht, zu baden, wie jeder Mensch" und "Kleinkinder am Strand sind viel unhygienischer als Hunde". Ist aber ein Stück entfernt von uns. Ich habe eh noch nie gehört, daß jemand diesen Hundestrand wirklich in seiner/ihrer Nähe haben möchte. An "unserem" Strand ist seit Jahren vom 1.5.-15.9. totales Hunde- und Pferdeverbot.

Heute früh beim Joggen in einsamer Wildnis (wir strotzen gerade vor Fitness und trainieren schon vor der Schule für eine Kinder-Laufveranstaltung :) ) sahen wir mehrere HundehalterInnen, die fein säuberlich die Haufen in Plastiktüten sammelten. Hier also generell kein Grund zu Beschwerden :)

LG
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Re: Beschweren in Schweden

Beitragvon gundi » 11. Juli 2009 09:32

Wunderbar, das es noch Zeitgenossen gibt, die es genauso empfinden wie ich.
Es ist unmöglich irgenwelche Kritik auch nur im Geringsten anzubringen.
Danke, das du den Mut hattes es enmal auszuprechen, vielmehr aufzuschreiben.
Gundi

Alltärbarabra hat geschrieben:Hej,

Beschweren in Schweden geht ja gar nicht. Das ist nicht vorgesehen bzw. man muß dabei sehr komplizierten Ritualen folgen, damit sich bloß um Gotteswillen, nicht auszudenken, jemand auf den Schlips getreten oder gar kritisiert fühlt. Kritik ist ja ein Ding der Unmöglichkeit hierzulande. Alles ist immer bra (gut). Man muß einen zeitintensiven verlogenen Eiertanz aufführen, wenn man überhaupt mal was loswerden will (und damit will ich nun nicht der weltweit unbeliebten deutschen Direktheit das Wort reden).

Aber es ist so anstrengend und langweilig, auf die schwedische Weise Kritik zu üben, daß man es dann oft lieber einfach sein läßt. Und selbst wenn man es tut: Es führt ja in der Regel zu gar nichts. Außer zu tiefgekränkten Zeitgenossen, den zum ersten Mal im Leben jemand irgendwie vermittelt, daß sie etwas nicht gut gemacht haben. Und das in einem Land, wo doch alle, immerzu und Tag und Nacht, stets so "duktig" (tüchtig) sind. Egal, ob sie was tun, egal ob richtig oder falsch. Duktig! Alle!! Immer!!! - Das ist das vorgeschriebene schwedische Mantra.

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Re: Beschweren in Schweden

Beitragvon Hexenhäuschen » 11. Juli 2009 21:57

Meine (bisher einzige) Erfahrung:
Ich hatte 2007 Ärger mit Eon. Hatte den Anbieter gewechselt und mir (gott sei dank) die Zählerstände aufgeschrieben. Und was passiert? Eon tat so, als ob der Wechsel nicht stattgefunden hätte. Mich per email auf deutsch beschwert (und auch entschuldigt, daß mein schwedisch nicht gut). Antwort: " es wird sich ein deutschsprachiger Mitarbeiter mit Dir in Verbindung setzen" - darauf warte ich heute noch :pfeif: . Per Brief beschwert und eingefügt, daß ich die Angelegenheit auch persönlich klären würde, wenn ich die Besucheradresse wüßte (auf den Rechnungen steht nämlich nur ´ne Postfachadresse). Die kam prompt! Ich also nach Kalmar gedackelt. Nach 5 min. stand der einzige deutschsprechende Mitarbeiter vor mir. Am Anfang war ich höflich. Als er mir dann aber sagte, daß er eigentlich in einer anderen Abt. arbeitet ..., konnte ich meinen Ärger nicht zurückhalten. Der gute Mann kuckte sehr sparsam, aber nach 14 Tagen hatte ich eine korrigierte Rechnung auf´m Tisch und die Inkassogebühren waren auch zurückgepfiffen worden (ich hatte nur einen Teil der Rechnung bezahlt und eben auf die Korrektur gepocht).

Über Deutschland lasse ich mich mal lieber nicht aus (ist ja auch nicht das Thema). Aber: ich arbeite als Betreuerin (helfe Menschen, die mit sich und ihrem Leben nicht klarkommen) und kann nur feststellen, daß man in Schweden wirklich sehr wenig Grund hat, sich zu beschweren.

Hexenhäuschen
Wenn die Zeit kommt, in der man könnte,
ist die vorüber, in der man kann.
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Re: Beschweren in Schweden

Beitragvon irni » 12. Juli 2009 18:26

Tulipa hat geschrieben:Vorhin habe ich durchs Fenster beobachtet, wie eine Nachbarin samt ihrem Hund dessen dicken Haufen genau vor unsere Pforte setzten.

Bei so etwas habe ich normalerweise überhaupt keine Hemmungen, mich sofort oder später zu beschweren (bin auch nur mäßige Hundefreundin :) )

Nun zögere ich aber doch. Hingehen und direkt ansprechen?
Hier wurde ja empfohlen, erst zu loben (einen feinen lieben netten Hund hast du, aber...) ...ist mir einfach zu blöd.

Zähneknirschend den Haufen selbst entsorgen? :roll:

LG
Tulipa


Jetzt hast du aber das ganze doch etwas falsch verstanden. Es gibt auch Grenzen für dieses sogenannte Ritual und in deinem Fall ist man weit über diese Grenze gegangen. Konfrontiere die Nachbarin sofort und tu dir nichts an wenn sie dich beschimpft, das ist ja ohnehin nur das schlechte Gewissen eines prächtigen (duktig) Menschen.
Das mit Leuten kritisieren ist eben anders in Schweden als zu Hause. Das muss man sich lernen, genauso wie die Sprache, alle sozialen Kode. Nur auf die richtige Art zu danken hat mich ein ganzes Jahr gebraucht und ich mache immer noch ab und zu einen Schnitzer. Man kann nicht damit rechnen, dass alles genauso gehandhabt wird wie zu Hause und das mit Kritik ein ziemlich heikles Thema. Aber das heisst nicht, dass man alles stillschweigend hinnehmen muss.

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Re: Beschweren in Schweden

Beitragvon Samweis » 12. Juli 2009 20:39

Hallo,
gundi hat geschrieben:Es ist unmöglich irgenwelche Kritik auch nur im Geringsten anzubringen.
Alltärbarabra hat geschrieben:Und das in einem Land, wo doch alle, immerzu und Tag und Nacht, stets so "duktig" (tüchtig) sind. Egal, ob sie was tun, egal ob richtig oder falsch. Duktig! Alle!! Immer!!! - Das ist das vorgeschriebene schwedische Mantra.
Aber folgt das nicht automatisch mit sozialistischem Gedankengut?
In dem Moment, wo ich Arbeitsleistung nicht danach bewerte, was jemand tut oder kann (denn da könnte ja jemand sich elitär fühlen, wenn er etwas besonders gut kann, und Elite ist der Feind des sozialistischen Gedanken), sondern danach, ob er tut, was er kann (das wäre ja der zweite Feind des sozialistischen Gedanken: jemand, der seine Leistungsfähigkeit nicht uneigennützig voll einbringt), sind doch alle duktig, egal was sie gemacht haben, oder? Denn natürlich hat jeder sein Bestes gegeben.
Und auf den Einsatz kommt es an - nicht aufs Ergebnis.

Ich hatte mal einen Heizungsinstallateur bestellt, um eine Heizungspumpe zum Be- und Entladen der Akkumulatortanks einbauen zu lassen (Typ Laddomat).
Nach zwei Stunden gehe ich hinunter in den Heizungskeller, um dem Mann etwas Kaffee anzubieten, denn aus Erfahrung weiß man ja, dass spätestens dann Zeit zum ersten Fika ist.
Nein, nein, vielen Dank, aber er hatte keine Zeit. Er war nämlich bereits voll im Streß, saß mit Schweißperlen auf der Stirn auf der Kellertreppe und - las die Gebrauchsanleitung. (Hmmmm, vielleicht hätten Sie jemanden fragen sollen, der sich mit soetwas auskennt? Gelbe Seiten... :wink: )
Nach weiteren zwei Stunden schaue ich mal nach, ob er noch lebt. Ja, er ist guter Dinge - gleich fertig!
Das gibt mir Gelegenheit, auch mal einen Blick auf die Gebrauchsanleitung zu werfen. Schon beim Bild auf der Umschlagseite stutze ich und frage: "ist das nicht 180 Grad verdreht?"
"Nej, nej, omöjligt. Jag ska visa dig hur det funkar." Das tut's aber leider nicht. Ich vertiefe mich etwas in die Anleitung und sage ihm dann, wo welcher Anschluss hingehört. - Er hat Panik im Blick! "Skit! Ich muss doch gleich zu Hause sein - es ist schon nach Mittag, und ich habe meiner Frau gesagt, ich komme heute früh nach Hause!"
Der Gedanke an den Hausdrachen führt tatsächlich zu einer gewissen Beschleunigung. Innerhalb von nur einer Stunde hat er alles ab- und wieder drangebaut. Diesmal richtig.
Heizung wieder befüllen und Pumpe entlüften mache ich selbst, denn er ist schon aus dem Haus gestürmt.

Nun dürft Ihr alle raten: Was für eine Rechnung habe ich bekommen?
Arbeitszeit
A: 4h
B: 5h
C: 1h ?

Viele Grüße

Samweis

P.S.: Ich kann irgendwie nicht finden, dass es in Schweden weniger Grund zur Beschwerde gibt.

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Aelve
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Re: Beschweren in Schweden

Beitragvon Aelve » 13. Juli 2009 09:04

Hallo Samweis,

na, dann tippe ich mal auf B.

Mit dem sozialen Gedanken ist es wohl so, wie bei jeder Sache, wenn es übertrieben wird, dann kann das ganz schön ins Negative gehen.

Einerseits finde ich es sehr gut, wenn jeder Mensch sich voll einbringt, wenn jeder stets sein Bestes gibt, wenn er dafür auch Lob erhält, selbst wenn das Ergebnis nicht ganz so toll ist. Anders herum kann das natürlich auch dazu führen, dass wegen mangelndem Konkurrenzdenken sich dann nicht mehr groß angestrengt wird von dem Arbeiter, der stets nur gelobt wird. Es liegt eben in der Natur des Menschen, dass der Leistungswille auch abnimmt, wenn die Anstrengung nicht lohnenswert erscheint. Außerdem ist jeder Mensch zu unterschiedlich, den einen spornt es an, wenn er stets gelobt wird, den anderen wiederum macht es dann faul und träge. Wenn kein Wettbewerb stattfindet, dann kann das natürlich bei einigen Leuten zu der Einstellung führen, ich bin ja gut genug, ich brauche mich nicht fortzubilden und auch mich nicht mehr groß anzustrengen.

Das ist leider so, dass nicht jeder Mensch von Haus aus fleißig ist und bemüht ist, seine Leistungen noch weiter zu verbessern und zu optimieren.

Grüße Aelve
Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.
( Goethe)
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Re: Beschweren in Schweden

Beitragvon unbekannt » 15. Juli 2009 21:48

Hallo zusammen,

das permanente Knacken meines Kaminofens hatte mich gestört, bis ich zu der Überzeugung kam, dass mit ihm nicht etwas in Ordnung war. Ich rief den Ofenbauer an, lobte erst einmal den Ofen, der ja abgesehen vom Knacken wirklich wunderbar ist und fragte dann, was das mit dem permanenten Knacken denn sein könnte und ob das normal sei. Der Ofenbauer versprach mir beim Hersteller nachzufragen. Nach 14 Tagen rief er mich aus heiterem Himmel an ich würde einen neuen Ofen bekommen. Das sei ein Garantiefall und zahlen müsste ich nichts. Also mein Fazit lautet nicht rumstänkern sondern Fragen stellen und Vorschläge unterbreiten.

Bei einem schlechten Internet-Provider hatte allerdings jede Mühe vergebens und die Hotline hatte von Tuten und Blasen keine Ahnung. Ich werde kündigen und wechseln. In diesem Punkt gibt es wohl keinen Unterschied zu Deutschland.

In Schweden gibt es ja noch das Konsumentverket http://www.konsumentverket.se/ der weiterhelfen soll. Praktische Erfahrung habe ich damit noch nicht gemacht.


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