Beschweren in Schweden

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Tulipa
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Re: Beschweren in Schweden

Beitragvon Tulipa » 19. Mai 2009 09:07

Vorhin habe ich durchs Fenster beobachtet, wie eine Nachbarin samt ihrem Hund dessen dicken Haufen genau vor unsere Pforte setzten.

Bei so etwas habe ich normalerweise überhaupt keine Hemmungen, mich sofort oder später zu beschweren (bin auch nur mäßige Hundefreundin :) )

Nun zögere ich aber doch. Hingehen und direkt ansprechen?
Hier wurde ja empfohlen, erst zu loben (einen feinen lieben netten Hund hast du, aber...) ...ist mir einfach zu blöd.

Zähneknirschend den Haufen selbst entsorgen? :roll:

LG
Tulipa
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Re: Beschweren in Schweden

Beitragvon Samweis » 19. Mai 2009 09:31

Hallo Tulipa,

Tulipa hat geschrieben:Hier wurde ja empfohlen, erst zu loben (einen feinen lieben netten Hund hast du, aber...) ...ist mir einfach zu blöd.

hm, vielleicht lobst Du "falsch" und es müsste besser heißen:
"Welch feines schönes Häufchen Ihr hier gemacht habt - möchtet Ihr das nicht lieber mit nach Hause nehmen?"

Viele Grüße

Samweis

nysn

Re: Beschweren in Schweden

Beitragvon nysn » 19. Mai 2009 09:31

Vorhin habe ich durchs Fenster beobachtet, wie eine Nachbarin samt ihrem Hund dessen dicken Haufen genau vor unsere Pforte setzten.

Im Februar habe ich mal so einen schönen, frisch gelegten Haufen, fotografisch dokumentiert und auf der Trollwiese "publiziert". :lol:

D. h. die Dame, die gerade ihren sehr großen schwarzen Rottweiler im Grünstreifen neben unserer Schule Gassi führte, stand direkt daneben, als ich meine Kamera auf das "corpus delicti" richtete. Sie fragte ganz neugierig "Blir det något projekt?" - worauf ich ihr mitteilte, dass ich beabsichtigte diese Bilder ins Internet zu stellen und ich es ganz und gar nicht ok fände, dass solche Haufen zu Dutzenden der Reihe nach auf dem Grünstreifen direkt neben den Schulgebäuden der Kinder, die dort auch in den Pausen spielen, abgelegt würden.

Sie zuckte kurz mit den Schultern und ging ihres Wegs - als ob sie mit der ganzen Angelegenheit schon nicht das Geringste zu tun hätte.

Da die Dame mit Hund wohl auch irgendwo in unserer Nähe wohnt, läuft sie mir recht häufig über den Weg. Wir nicken uns auch kurz zu und sagen manchmal "Hej" - aber ihre Hundehaufen hat sie bisher noch nie eingetütelt.

Es ist jetzt nur etwas Gras darüber gewachsen - sprich diese "Tretminen" sind zurzeit weniger sichtbar ...

Sie betrachtet den Grünstreifen vor der Schule wohl als öffentliche Hundetoilette ... ganz COOL 8)

S-nina

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Re: Beschweren in Schweden

Beitragvon Aelve » 19. Mai 2009 09:45

Liebe S-Nina und Tulipa,

es gibt überall solche Hundebesitzer und solche Hundebesitzer. Für den einen ist es eine Selbstverständlichkeit, den Kot des Hundes einzutüten und zu entsorgen. Der andere ist anders gepolt und meint, dass ihn das Geschäft seines Hundes nichts angeht. Die ordentlichen Leute müssen darunter leiden, dass es Personen gibt, die nicht in der Lage sind, zu erkennen, dass man das was der Hund fabriziert hat, auch entsorgen muß.

Wenn ich diese Situation in Schweden hätte, dann würde ich diese Dinge sofort reklamieren, mir wäre es in dem Moment auch egal, ob ich selber dabei ins Fettnäpfchen treten würde. Wahrscheinlich würde ich, liebe Tulipa, wenn ich wüßte, dass diese feine Dame öfter ihren Hund vor meiner Pforte hinmachen läßt, diese Einmal-Handschuhe und eine Tüte bereit halten und der Dame geben mit dem Hinweis, dass es ja so einfach wäre, den Schmutz sofort zu entsorgen, so dass nicht der Nächste dort in den Haufen reintritt. Manche Leute brauchen diese Hinweise, weil sie von alleine nicht darauf kommen oder meinen, dass sie es nicht nötig haben.

Grüße Aelve
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Re: Beschweren in Schweden

Beitragvon Klockestrand » 19. Mai 2009 10:50

Also bei so hartnäckigen Fällen von uneinsichtigen Hundebesitzern würde ich mich sehr direkt beschweren, da hilft auch das best verpackte Lob nichts mehr, nein für so ein Verhalten habe ich überhaupt kein Verständnis.

Conny

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Re: Beschweren in Schweden

Beitragvon Tulipa » 19. Mai 2009 11:09

Nun muß ich doch mal etwas Gutes über Schweden sagen: Im Gegensatz zu D scheint es mir hier "politisch korrekt" zu sein, die eigenen Hundehaufen zu beseitigen und das auch von anderen einzufordern. Trotz der vielen Hunde sieht man nur vereinzelte Tretminen. In D kann man ja oft keinen cm einer Grünfläche mehr betreten, ohne stinkende Schuhe zu bekommen.

Besagte Nachbarin finde ich zwar nur mittelnett, aber sonst i.O. und sie ist immer sehr auf gutes Benehmen bedacht. Vor einiger Zeit z.B. holte sie ihren Enkel aus dem Kiga ab. Sie hielt ihn fest und sagte zu ihm "wie gehen hier nicht weg, ehe du dich bei den Fröken für den Tag bedankt hast!"- fand ich beeindruckend, zumal wir uns zwar immer mal, aber sporadisch dort bedanken.

Es war der erste Vorfall dieser Art mit ihrem Hund. So werde ich das im Auge behalten, aber gleich selbst mit der Schaufel ans Werk gehen und es als heutige gute Tat verbuchen :)

LG
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Re: Beschweren in Schweden

Beitragvon Aelve » 19. Mai 2009 19:16

Hallo Tulipa,

ich finde es toll von Dir, wie Du mit der ärgerlichen Sache umgehst und dass Du auch mal schreibst, dass diese Hundehaufen keine typische Schwedeneigenschaften sind, sondern dass das ansonsten das eher korrekt gehandhabt wird in Schweden. Es ist erfrischend zu lesen, dass sich schlechte Dinge und gute Dinge doch die Waage halten.

LG Christa :smt006
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Re: Beschweren in Schweden

Beitragvon Tulipa » 19. Mai 2009 19:47

... und noch etwas fiel mir zum Thema "Hunde und Beschweren" ein:

Im vergangenen Sommer badete eine ältere Dame im Meer, als eine andere ältere Dame kam und ihren Hund dort ins Wasser ließ (ist ausdrücklich verboten).

Erstere ältere Dame schwamm herbei und aus dem Wortwechsel hörte ich "det är höjden!" = das ist die Höhe! Und etwas später die andere "skötar du ditt, så skötar jag mitt!" = kümmere dich um deine eigenen Angelegenheiten!

Bei dem ausdrücklichen Verbot finde ich Hunde am Strand auch dreist und ärgerlich, zumal die FAST IMMER angelaufen kommen und meine Kinder anspringen. In dem Fall wars aber fast amüsant, und so habe ich doch mal ein paar schwedische Beschwerdephrasen aufgeschnappt :)

LG
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Re: Beschweren in Schweden

Beitragvon Tulipa » 19. Mai 2009 19:53

...ach ja, und über ständig kläffende Hunde in der Nachbarschaft "beschweren" wir uns nicht direkt, sondern "hintenherum" (=schwedisch konform?):

Immer wenn wir vorbeikommen und sie hinter ihrem Zaun zu toben beginnen, bellen wir zurück. Da werden sie richtig rasend. Und wir hoffen, daß das irgendwann ihrem Eigentümer selbst auf den Geist geht.

Nein, große Hundefreunde sind wir wohl nicht :)

LG
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nysn

Re: Beschweren in Schweden

Beitragvon nysn » 19. Mai 2009 20:11

Bei dem ausdrücklichen Verbot finde ich Hunde am Strand auch dreist ...


War das nicht mal sogar ein großes Thema bei Euch in der Ecke? Meinte in Erinnerung zu haben, dass es in der Gegend von Laholm mal einen Streit gab um einen "reinen Hundestrand" und einen "Menschenstrand" - oder so ähnlich ... gerade auch weil so viel Hundekacke am Strand zurückbleibt ...

gerade lese ich: Es wurde der "goldene Mittelweg" gefunden - zwei eigen Strände nur für Hunde:

http://hallandsposten.se/nyheter/laholm/1.152050


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