Behindertenhilfe in Schweden?!

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Janina
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Behindertenhilfe in Schweden?!

Beitragvon Janina » 8. Juni 2010 13:54

Hallo liebe Fories,
Ich habe zunächst erstmal die Suchfunktion genutzt und versucht selber herraus zu finden, ob es meinen Beruf in Schweden gibt, bin aber leider auf nichts brauchbares gestoßen, da der Beruf nicht wirklich korrekt dargestellt wurde.
Ich hoffe ein paar Informationen von euch bekommen zu können und versuche deshalb im Vorfeld schon genau zu erklären worum es mir geht.

Meine Berufsbezeichnung ist in Deutschland: Heilerziehungspfleger (in einigen Bundesländer auch nur Heilerzieher).
Oder einfacher: Fachkraft in der Behindertenhilfe.

Auch wenn der Name es aussagt, sind Heilerziehungspfleger KEINE Pflegefachkräfte auch nicht hier in Deutschland. Es gibt wohl Heilerziehungspfleger (ich kürze das im weiteren Text mal mit HEP ab), die in der Pflege tätig sind, dies ist aber NICHT unser eigentlicher Einsatzbereich.

Heilerziehungspfleger arbeiten bei uns z.B. in Schulen für Menschen mit geistiger oder körperlicher Behinderung sowie Sinnesbehinderungen, Tagesförderstätten (im Prinzip Schulen für Kinder mit Schwerstmehrfachbehinderung, Wohnheimen, Wohngruppen, Tagesförderstätten (Arbeitsmaßnahme für Menschen mit Schwerstmehrfachbehinderung, die nicht in einer Werkstatt arbeiten können), vereinzelt auch in Werkstätten, Heilpädagogische Kindergärten (auch für Kinder mit Behinderung), integrativen Einrichtungen und auch psychiatrischen Einrichtungen.

Unsere Aufgabe gilt vorallem darin, den Menschen ein möglichst selbsttätiges, selbstbestimmtes und angenehmes Leben zu ermöglichen. Wir begleiten sie in allen Bereichen und arbeiten nicht Defizitorientiert sondern nutzen ihre Ressourcen um möglichst viel Lebensqualität zu ermöglichen. Wir sind keine Pfleger (leichte Pflegearbeiten fallen natürlich auch bei uns an), aber auch keine Pädagogen in dem Sinne.

Meine Fragen nun:
Gibt es einen solchen Beruf in Schweden? Gibt es Einrichtungen wie oben von mir benannt? Wie ist das System?

Ich habe bei meiner Suche hier im Forum immer nur den "persönlichen Assistenten" gefunden, der wohl nichtmal ne Ausbildung braucht und total unterbezahlt ist.
Ich habe 4 Jahre eine Ausbildung gemacht und bin im Behindertenbereich Hochqualifiziert und möchte natürlich nicht am Ende als Hilfskraft, mit kaum Lohn da stehen.

Bevor das alles nicht geklärt ist, liegen die Auswanderungspläne bzw. die Vorbereitungen (Sprache, Jobsuche usw.) natürlich noch auf Eis.

Ich habe in meinem Beruf auch noch die Chance nach meiner Ausbildung zum Heilpädagogen aufzurüsten, vielleicht gibt es das bei euch?

Tut mir leid sooo viele Fragen, aber ich wollte möglichst konkret sein, damit ihr etwas mit meiner Frage anfangen könnt.

Ich würde mich viele Antworten sehr freuen

Liebe Grüße
Janina

Sumac
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Re: Behindertenhilfe in Schweden?!

Beitragvon Sumac » 9. Juni 2010 04:40

du kannst dich ja mal etwas ausführlicher mit dem gesundheitswesen in SE auseinander setzen, dann wirst du sehen, das es deinen beruf so nicht gibt, wie in DE.
was mir einfällt, wäre als Bistandshandläggare zu arbeiten.
hier mal ein link zu einer pdf-datei, damit du einen einblick bekommst:
http://g-plus.dmz.uni-wh.de/downloads// ... stract.pdf

jörgT
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Re: Behindertenhilfe in Schweden?!

Beitragvon jörgT » 13. Juni 2010 12:36

Der biståndshandläggare ist allerdings eher eine Art Sozialarbeiter und muss außerdem über sehr gute Sprachkenntnisse verfügen - nicht unbedingt der Beruf für einen Neuankömmling in Schweden ...
Viele Berufe im Gesundheitswesen, die in D. stark beworben werden, gibt es in S. in der Form nicht. Leider gehört Dein Beruf zu dieser Kategorie ...
Jörg

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Berta
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Re: Behindertenhilfe in Schweden?!

Beitragvon Berta » 13. Juni 2010 13:12

Hallo Ihr,

ich habe mal so eine Frage, ganz prinzipiell. Es heißt hier im Forum immer wieder, dass es zum Beispiel ein Äquivalent zum HEP in Schweden nicht gibt. Jetzt meine Frage: Wer arbeitet denn in Schweden eigentlich, neben Assistenten und zum Beispiel Lehrern oder Therapeuten, mit Menschen mit Behinderungen?

Ich habe beispielsweise in Schweden im selben Haus gewohnt, in dem auch eine Einrichtung untergebracht war (erstaunlicherweise waren vier der fünf Wohnungen, in denen ich zuletzt, egal in welcher Stadt, gewohnt habe, unmittelbar innerhalb oder neben Einrichtungen der Behindertenhilfe; ich glaube, ich habe inzwischen einen ganz guten Einblick in das Gewerbe), die ich mit den Begrifflichkeiten aus Deutschland als Tagesförderstätte für Erwachsene bezeichnen würde. Also: Dort verbrachten erwachsene Menschen mit geistiger und Mehrfachbehinderung ihre Arbeitstage. So weit ich das von außen gesehen habe, wurde dort ja professionell gearbeitet. Also muss es dort doch auch irgendwie Professionelle gegeben haben. Was sind diese Leute von Beruf? Sind das alles Therapeuten - also etwa Ergotherapeuten, Sprachtherapeuten, Leute für UK, usw.? Oder Lehrer? Oder (Sozial-)Pädagogen?

Es gibt ja auch zum Beispiel Einrichtungen zur Entlastung der Eltern/Angehörigen - Kurzzeitpflegeeinrichtungen für das Wochenende etwa. Wer arbeitet da - oder läuft das ausschließlich über die Assistenz?

Das fragt, ausschließlich aus Neugierde:
Berta.

Eva03

Re: Behindertenhilfe in Schweden?!

Beitragvon Eva03 » 15. Juni 2010 20:17

Hej,

also ich bin Sozialpädagogin und arbeite hier in Schweden als persönlicher Assistent - und das deshalb, weil mein Beruf erstmal sehr differenzierte Sprachkenntnisse vorraussetzt die meiner Meinung nach an muttersprachliche Qualitäten heranreichen sollte. Ich habe kein Problem damit, hier einer Arbeit nachzugehen, fuer die ich schlicht ueberqualifiziert bin.

Hier gibt es neben den Assistenten auch noch die sogenannten "omsorgspedagoger" die eher pädagogisch arbeiten und nicht nur fuer das konkrete funktionieren des Alltags zuständig sind. Und natuerlich socialpedagoger, arbetstherapeuter, sjukgymnaster. Vieleicht ist das Berufsbild des HEP eher mit dem des omsorgspedagog vergleichbar - ich weiss es aber nicht so genau.

:smt006


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