Autobahnräuber im Polizeivisier

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vinbergssnäcka
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Re: Autobahnräuber im Polizeivisier

Beitragvon vinbergssnäcka » 4. Juli 2014 13:18

Peter, die Story merke ich mir fürs nächste mal, wobei ich da nicht so scharf drauf bin.

Also, das mit dem Gas habe ich damals mehrmals in den Zeitungen gelesen. Nicht nur um Göteborg waren damals solche Truppen, auch bei uns an der Ostseeküste. Stand also auch in unserer regionalen Zeitung.

Ich war damals übrigens in Boxholm als es passierte....nicht gerade Großstadtmiljö
liebe Grüsse

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Re: Autobahnräuber im Polizeivisier

Beitragvon EuraGerhard » 4. Juli 2014 13:38

vinbergssnäcka hat geschrieben:Also, das mit dem Gas habe ich damals mehrmals in den Zeitungen gelesen.

Ich auch. Immer wieder. Aber über Nessie habe ich auch schon öfters in der Zeitung gelesen. :wink: :D

Vielleicht kann unser "Forumsarzt" ja was dazu beitragen, das ist nicht ganz mein Fachgebiet. Ich habe aber vor Jahren schon, als die Diskussion über die "Gasüberfälle" in Wohnmobilforen immer wieder hochgekocht ist, eine Anästhesistin dazu befragt. Und die meinte, dass das so, wie darüber berichtet wird, völliger Schmarrn ist.

Und in einigen mir bekannten Fällen wurden Wohnmobilfahrern, die Opfer eines nächtlichen Überfalls geworden waren und Stein und Bein geschworen hatten, dass sie betäubt wurden, Blutproben entnommen und auf Betäubungsmittel analysiert. Aber außer vielleicht ein bisschen Restalkohol vom Abend vorher wurde niemals etwas gefunden. (Das steht dann allerdings üblicherweise nicht mehr in der Zeitung ...)

MfG
Gerhard

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Re: Autobahnräuber im Polizeivisier

Beitragvon vinbergssnäcka » 4. Juli 2014 15:56

hmm,klingt merkwürdig, was vermutest Du dahinter Gerhard....

1. Die haben so fest geschlafen
2. die sind garnicht ausgeraubt worden
3....??

Nach meiner eigenen Auffassung damals waren die Einbrecher

1. Vermutlich jung, sportlich, schlank und mind. zu zweit, da sie über das Wohnmobilfenster zur Seite eingestiegen sind. Nicht so einfach und ziemlich bescheuert, denn sie hätten durch das Fenster einfach die Fahrertür entriegeln können.

2. selber überhaupt keine Profis, hatten eventuell die Anweisung, alles technisch aussehende mitzunehmen. Ua. Lampen, ein Aussenthermometer von Clas Ohlson (ca 30 kr) mit abgeschnittenem Signalkabel. Ein Monitor der Rückfahrkamera, auch Kabel abgeschnitten. Meine Bankpinndose (wie heisst das Teil?). Natürlich waren auch so sachen wie Radio CD-Wechsler und GPS dabei. Auch das Ladegerät für die Bordbatterie...auch Kabel abgeschnitten.
Ach ja, eine komplette Packung Taschentücher! (???)

3. Es waren keine Schweden. Eine in einem Schrank gefundene Flasche Schnaps wurde verschlossen auf dem Tisch zurückgelassen.

Fazit, der Schaden war gross, weil alle Kabel abgeschnitten waren und alles im Womo neu verlegt werden musste.
Die Ausbeute war doch vermutlich gering oder wer weiss wo das Zeug gelandet ist. Direkt anwendbar waren vermutlich nur die Taschentücher...
liebe Grüsse

Heike

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Re: Autobahnräuber im Polizeivisier

Beitragvon EuraGerhard » 4. Juli 2014 23:24

vinbergssnäcka hat geschrieben:hmm,klingt merkwürdig, was vermutest Du dahinter Gerhard....

Ich vermute, dass viele Leute völlig unterschätzen, wie tief sie eigentlich schlafen. Insbesondere nach langer Fahrt und vielleicht noch einem "Schlummertrunk".

Hinzu kommt der ständige Verkehrslärm auf den Rastplätzen an den Fernstraßen, und das ständige Kommen und Gehen. Darin gehen die "Arbeitsgeräusche" der Einbrecher völlig unter. Wenn dann der Platz noch gut beleuchtet ist, so dass die Ganoven nicht auffällig mit Taschenlampen rumfuchteln müssen, und vielleicht noch viele Wohnmobile dicht an dicht stehen, so dass sie sich die leichteste Beute aussuchen können, dann sind das ideale Voraussetzungen. Schließlich erlaubt die nahe Fernstraße auch eine schnelle Flucht.

Ich zweifle ja auch keineswegs daran, dass solche Überfälle stattfinden. Wie gesagt, ich war ja selbst schon betroffen. Nur das mit dem Betäubungsgas, das ist Aberglaube.

Hinzu kommt, dass viele Menschen sich instinktiv dort am sichersten fühlen, wo es hell erleuchtet und ständig was los ist, und wo sich Gleichgesinnte - in diesem Fall Wohnmobilfahrer - aufhalten. Nur täuscht dieses Sicherheitsgefühl ganz gewaltig, gerade an solchen Plätzen passiert am meisten. Das besagen auch die Polizeistatistiken, rund 90% der angezeigten nächtlichen Überfälle auf (bewohnte) Wohnmobile finden auf Autobahnraststätten statt.

vinbergssnäcka hat geschrieben:Nach meiner eigenen Auffassung damals waren die Einbrecher ...

... vermutlich ziemlich bescheuert! :wink:

Aber das ist nicht ungewöhnlich. In der "Ganovenhierachie" dürften die Leute, die nachts in Autos und Wohnmobile einbrechen, ganz weit unten stehen. Es dürfte sich überwiegend um Junkies handeln, die sich womöglich schon einen erheblichen Teil ihrer grauen Zellen kaputtgedröhnt haben. Kann gut sein, dass die einem Boss zuarbeiten, der ihnen gesagt hat, sie sollen alles mitnehmen, was irgendwie technisch aussieht. Der Boss macht sich selbst die Finger natürlich nicht schmutzig, dafür hat er seine Handlanger, die er mit einem Taschengeld und dem nächsten "Schuss" bei Laune hält.

MfG
Gerhard

Eipoksolok

Re: Autobahnräuber im Polizeivisier

Beitragvon Eipoksolok » 5. Juli 2014 05:44

Gas und Wohnmobile ... in der Ferienzeit immer wieder beliebtes Thema in allen Provinzblättern. Einbrüche gibt es überall. Dass Autobahnraststätten beliebt bei Ganoven sind, liegt sicher an der Anonymität und der Menge an potentiellen Opfern. Das ist in Schweden nicht anders als in Spanien.

Petergillarsverige
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Re: Autobahnräuber im Polizeivisier

Beitragvon Petergillarsverige » 5. Juli 2014 11:35

Dass die Ganoven die Bewohner eines Wohnmobils mit Gas betäuben, hab ich schon oft gehört. Das gehört aber wahrscheinlich zu den Aprilscherzen der schlechteren Art.
Die müssten mit einer Gasflasche anrücken, dann das Wohnmobil anbohren und einen Schlauch einleiten. Dann die richtige Menge Gas verwenden. Der Narkosearzt führt das Gas über eine Maske mit einem "Bitte tief Luftholen" dem Patienten zu. Vorher fragt er nach Alter, Gewicht etc. Im praktischen Überfallfall :-) geht das nicht. Der Ganove muss derart viel Gas einleiten, dass der 2 Zentnervater betäubt ist. Dabei könnte das einjährige Kind bereits tot sein. Diese ganze Ausrüstung muss wieder abtransportiert werden, das fällt übrigens auf. Mit einer Propangasflasche zum Wohnmobil zu gehen, ist kein Thema. Aber immer wenn ich irgendwo mit meiner 10 Liter Wasserstoffflasche auftauche, kriegen ein paar Leute Panik.
Dann müssen die Ganoven mit Gasmasken in die Womos, denn die würden sich ansonsten direkt schlafen legen. Damit lässt sich nicht besonders gut arbeiten.
Neben den Geschichten zu Gasüberfällen müsste dann wenigstens gelegentlich mal die Ausrüstung präsentiert werden können, z.B. weil der 3 Zentner Womofahrer doch aufgewacht ist und den Ganoven eines über die Rübe gegeben hat. Oder es eben Todesfälle gab.
Cui bono, wem nützen diese Geschichten?
Sie nützen denen die Unterkünfte vermieten. Die nicht besonders glücklich über das Allgemeinrecht sind. Mit solchen Geschichten treibt man die Womobesitzer mindestens in die Campingplätze.
Die Häufung der Überfälle an den Bereichen wo bestimmte Personenkreise von außerhalb leicht nach Schweden kommen und wieder verschwinden können, unterstützt absolut die vorher geäußerte These von Junkies etc.
Was machen?
Wie wahrscheinlich ist ein Überfall auf einem Parkplatz der völlig abgelegen ist? Das würde mich mal interessieren.
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Re: Autobahnräuber im Polizeivisier

Beitragvon EuraGerhard » 5. Juli 2014 13:38

Petergillarsverige hat geschrieben:Die müssten mit einer Gasflasche anrücken, dann das Wohnmobil anbohren und einen Schlauch einleiten.

Es ist sogar noch komplizierter: Es gibt zwar heutzutage hochwirksame Betäubungsgase, aber die sind bei normalen Temperaturen flüssig und müssen erst in einem speziellen Verdampfer in Gas umgewandelt werden. Diese Mittel sind ebenso wie die benötigten Apparaturen sehr teuer. Und mit leicht erhältlichen "Billigmitteln" wie z.B. Diethylether braucht man erstens groteske Mengen. Zweitens besteht bei Ether schon lange vor Erreichen der zur Betäubung nötigen Konzentration akute Explosionsgefahr, und in nahezu jedem Wohnmobil, welches ohne Stromanschluss übernachtet, brennt hinten am Kühlschrank eine Flamme ...

Petergillarsverige hat geschrieben:Der Ganove muss derart viel Gas einleiten, dass der 2 Zentnervater betäubt ist. Dabei könnte das einjährige Kind bereits tot sein.

Könnte nicht nur, sondern ist. Denn erstens ist die sog. therapeutische Breite, also der Unterschied zwischen einer wirksamen und einer tödlichen Konzentration, bei praktisch allen gasförmigen Betäubungsmitteln sehr klein, und zweitens sind diese Mittel schwerer als Luft, so dass sich ein starkes Konzentrationsgefälle einstellen würde. Anders ausgedrückt: Wer z.B. oben im Alkoven schläft, merkt nicht viel, und wer unten schläft, ist tot.

Und wenn Ganoven wirklich Zugriff auf ein "Wundermittel" hätten, das alle diese Nachteile nicht hätte, dann müssten sie sich nicht mit solchen Kinkerlitzchen wie dem Ausrauben von Wohnmobilen begnügen. Dann könnten sie in der Medizin ein Vermögen scheffeln. (Und müssten vermutlich doch eine Reise nach Schweden einplanen, nach Stockholm, zur Verleihung des Medizin-Nobelpreises. :wink: )

Petergillarsverige hat geschrieben:Cui bono, wem nützen diese Geschichten?
Sie nützen denen die Unterkünfte vermieten. Die nicht besonders glücklich über das Allgemeinrecht sind. Mit solchen Geschichten treibt man die Womobesitzer mindestens in die Campingplätze.

Denjenigen, und auch wie schon genannt den Herstellern entsprechender Warngeräte.

Petergillarsverige hat geschrieben:Wie wahrscheinlich ist ein Überfall auf einem Parkplatz der völlig abgelegen ist? Das würde mich mal interessieren.

Meiner Erfahrung nach, und wir bevorzugen völlig abgelegene Plätze: Null!

Neben dem schon erwähnten Überfallversuch sind wir auch schon mehrfach nachts, sagen wir, belästigt worden. Dies aber bisher ausschließlich auf regulären Campingplätzen! Auf einem Campingplatz in Finnland sind mal Jugendliche mit aufgemotzten Autos mit hohem Tempo immer wieder zwischen den Wohnmobilen und Wohnwagen hindurchgedonnert. Auf einem Campingplatz in Schweden sind nachts Leute umhergezogen, die bei sämtlichen Fahrzeugen versucht haben, Außenstaufächer zu öffnen, vermutlich auf der Suche nach Alkohol. Und auf einem Campingplatz in Norwegen klopften besoffene Jugendliche morgens früh um Fünf an die Tür und bettelten um "Smoke". (Vielleicht hatten sie ja aufgrund unseres damals noch niederländischen(!) Kennzeichens gehofft, dass wir etwas Interessanteres als nur Tabak dabeihätten. :wink: )

MfG
Gerhard

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Re: Autobahnräuber im Polizeivisier

Beitragvon vinbergssnäcka » 5. Juli 2014 16:04

Danke für die Infos mit dem Gas!
liebe Grüsse

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Re: Autobahnräuber im Polizeivisier

Beitragvon trollmobil » 23. Juli 2014 17:29

Wir haben selbst einen nächtlichen Einbruchsversuch in unser Womo erlebt: Pfingstmontag 2008 in Wir kommen von Öland. Sind auf der Heimreise und wollen am Rastplatz Mölletofta an der E4 übernachten. Hier standen schon seit einigen Jahren Schilder, die vor einer Übernachtung warnen. Neu war jedoch ein abgetrennter Platz für Wohnwagen und Wohnmobile. Erschreckend der wohl 3 m hohe Zaun, den das Gelände umgibt. Es sah aus wie ein Gefangenhof in einem amerikanischen Film. Ein Schild wies daraufhin, dass der Schlüssel in der Tankstelle abgeholt werden kann. Es war Mitte Mai, kein Fahrzeug steht auf dem Stellplatz oder auf dem Parkplatz. So beschlossen wir, außerhalb des Käfigs zu übernachten. Gingen davon aus, dass es sich in dieser Jahreszeit nicht lohnt, nachts auf Diebestour zu gehen.
Am nächsten Morgen bemerke ich, dass die Verriegelungsknöpfe an den Fahrerhaustüren unseres Ducatos herausgezogen sind. Tatsächlich sind die Schlösser geöffnet worden. Die Türen konnten jedoch nicht aufgemacht werden, da sie mit dem Heosafe-System gesichert waren. Diese Sicherung haben wir eingebaut, nachdem zu Hause die Beifahrertür aufgebrochen und der Fahrerairbag gestohlen wurde. Diesmal hatten die Diebe keine Chance. Allerdings wurde das aufgebrochene Schloss so beschädigt, dass es mit dem Schlüssel nicht mehr verschlossen werden kann.
Der Übernachtungskäfig scheint auch bei anderen nicht so gut angekommen zu sein, denn inzwischen verfiel der Zaun und das Tor konnte nicht mehr geschlossen werden.

Gruß Karsten


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