Auswanderung nach Stockholm - brauche Hilfe, bitte.

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poslovodza
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Auswanderung nach Stockholm - brauche Hilfe, bitte.

Beitragvon poslovodza » 20. Februar 2011 21:51

Hallo zusammen,

wir sind eine Familie mit drei Kindern und planen seit einiger Zeit nach Stockholm auszuwandern.
Dies hat sich bis jetzt etwas schwieriger ergeben als wir dachten weil anscheinend die Jobsuche von Deutschland aus nicht ganz einfach ist.

Und ich bin wirklich nicht wählerisch d.h. ich wäre bereit irgendeinen Job zu machen damit wir nur nach Stockholm können. Und natürlich dort auch wenigstens einigermaßen vernünftig leben können. Schliesslich haben wir Kinder und denen soll es nicht schlecht gehen.

Nun sind folgende zwei Dinge passiert und das ist der Grund warum ich hier schreibe.

1. Ich habe eine Cousine die in Malmö lebt. Sie sagte mir heute am Telefon ich soll bloß nicht nach Stockholm gehen. Angeblich ist ein Bekannter von Ihr Radiologe in Stockholm (gewesen) und dieser wäre mit den Kosten in der Stadt nicht zurechtgekommen. Aus diesem Grund sei er aus Stockholm weggezogen und das obwohl er einen Lohn von knapp 5.000 Euro hatte!!!

Ich weiß nicht was ich von dieser Information halten soll.
Ist das Leben wirklich sooo teuer in Stockholm das man mit so einem hohen Lohn dort nicht leben kann?
Oder kam mir als Tourist die Stadt nur nicht so teuer vor?

Bitte helft mir mit einer Antwort.
Was würde eine 5-köpfige Familie in Stockholm brauchen um zu leben?

2. Vor einigen Tagen habe ich mit meinem Bekannten telefoniert und dieser hat mich mit seiner Aussage ziemlich durcheinander gebracht.
Er sagte zu mir wir sollen einfach unsere Sachen packen und nach Stockholm ziehen.
Uns dort für 2 Monate eine Wohnung mieten und in dieser Zeit würde sich schon ein Job finden lassen.

Nun ich habe wirklich nichts gegen so ein Abenteuer, auch mit den Kindern, aber seine Aussage ist genau das Gegenteil von dem was ich bis jetzt von den Leuten gehört habe.

Was haltet Ihr von solchen Aktionen?
Geld hätten wir genug um 3 gute Monate in Schweden zu leben aber ich frage mich was dann, wenn es doch nicht so einfach ist auch vor Ort einen Job zu finden.

Bitte gibt mir eine ehrliche Antwort denn ich bin langsam am verzweifeln.

Und wie ich schon geschrieben hatte, wir wären bereit irgendwelche Jobs zu machen weil wir unbedingt endlich nach Schweden möchten.

Für jede Antwort und Hilfe wäre ich euch sehr dankbar.

Gruß

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Freddy
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Re: Auswanderung nach Stockholm - brauche Hilfe, bitte.

Beitragvon Freddy » 20. Februar 2011 22:24

Sicherlich wirst Du in Stockholm recht schnell arbeit finden. Aber eine Wohnung/Haus für eine 5-köpfige Familie zu finden die auch noch bezahlbar ist, wird schwer.
Und warum gerade Stockholm, nur wegen der "Schönheit" ?
3 Monate könnte knapp werden mit der Jobsuche, hängt aber auch von Eurer Qualifikation ab.
Wie alt sind die Kinder und wie sieht es mit Euren Schwedischkenntnissen aus?
Schon angefangen zu lernen ??? :smt064

:smt006 Freddy

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Re: Auswanderung nach Stockholm - brauche Hilfe, bitte.

Beitragvon Sams83 » 20. Februar 2011 22:52

Hej,

1) Stockholm ist wohnungstechnisch gesehen sehr teuer. 2009/2010 habe ich für eine 30qm-Wohnung 5500 SEK bezahlt, zwar recht günstig gelegen (Stora Essingen), und inklusive Nebenkosten, aber trotzdem teuer genug, finde ich. Da sind andere Orte sicherlich günstiger.

2) Vielleicht könnt Ihr es so machen, dass zunächst mal nur ein Elternteil vorgeht und vor Ort Arbeit sucht. Sobald dann etwas gefunden wurde, kann die Familie ja dann nachziehen.
Ich persönlich fände es aufgrund der Kinder zu riskant und unverantwortlich, einfach auf gut Glück die Auswanderung zu versuchen. Bedenkt auch, dass sie aus ihrem gewohnten Umfeld (Schule/Kindergarten/Freunde) gerissen werden. 'Einfach so' es mal zu probieren kann gutgehen (und ich würde es Euch wünschen), muss aber nicht.

Hoffe ein wenig weitergeholfen zu haben...

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Re: Auswanderung nach Stockholm - brauche Hilfe, bitte.

Beitragvon poslovodza » 21. Februar 2011 00:00

Dankeschön für euere schnellen Antworten.

Freddy, Stockholm haben wir nicht nur wegen der "Schönheit" ausgewählt.
Es ist so das unsere beiden älteren Kinder sich in diese Stadt verliebt haben und wir denen einfach diesen Wunsch gerne erfüllen würden.
Und um ehrlich zu sein hat Stockholm auch meiner Frau und mir sehr zugesagt. Aber es müsste nicht unbedingt Stockholm sein.

Mit der Sprache ist es so das ich mich schon verständigen kann aber trotzdem Anfänger bin.
Und die Schweden machen es mir auch nicht leicht :) weil die ja wirklich bei der kleinsten sprachlichen Schwierigkeit mit mir in englisch weiterreden.
Was mir etwas Kopfzerbrechen bereitet ist das Schwedisch in Stockholm. Ich weiß nicht ob es nur eine Einbildung von mir ist, aber ich habe das Gefühl das nirgendwo in Schweden so schnell gesprochen wird wie in Stockholm. Diese Geschwindigkeit bereitet mir immer wieder große Schwierigkeiten.

Sams83 deine Idee das ein Elternteil alleine geht ist gut. Ursprünglich hatte ich das auch so geplant. Aber bei uns ist es so das die Kinder fast mehr nach Schweden wollen als wir :) Von daher würden wir die Kinder nicht aus der Umgebung rausreissen weil denen schon bewusst ist auf was wir uns da einlassen. Und trotzdem würden Sie lieber heute als morgen nach Schweden ziehen :)
Hmm die Wohnkosten... also z.Z. bezahlen wir hier für unsere Wohnung 115 qm 900 Euro ohne Nebenkosten. Wenn in dieser Preisklasse auch in Stockholm etwas zu finden wäre dann wäre das für uns ok. Vorausgesetzt ich würde das gleiche verdienen wie hier und hier verdiene ich z.Z. wirklich nicht viel. Mir bleiben knapp 1600 Netto und ich hoffe doch einen Job zu finden in dem ich wenigstens auf eine ähnliche Summe kommen würde.
Hoffe ich jedenfalls...

Kurz zu uns...
Ich bin vom Beruf Web & Grafik Designer und habe viele Jahre Erfahrung in diesem Beruf. Und trotz all der Berufserfahrung glaube ich nicht das man irgendwo in Schweden unbedingt auf einen Web Designer aus Deutschland wartet, egal wie gut oder schlecht dieser ist - und genau das macht mir große Sorgen.
Habe auch eine Abgeschlossene Ausbildung als Fräser und habe auch einige Jahre als Dreher gearbeitet.

Meine Frau ist Zahnarzthelferin. Allerdings ist Sie seit einigen Jahren aus dem Beruf raus. Da ich damals als Freelancer sehr gut verdient hatte entschlossen wir uns das Sie zu Hause bei den Kindern bleibt. Deswegen glauben wir kaum das Sie in ihrem Beruf eine Chance in Stockholm hat.

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Re: Auswanderung nach Stockholm - brauche Hilfe, bitte.

Beitragvon janaquinn » 21. Februar 2011 07:23

Hej,
Stockholm ist teuer, sehr teuer, aber nicht komplett unbezahlbar. Man sollte allerdings 2 feste Jobs haben, um vernünftig leben zu können. Den Grossteil des Lohnes werden die Nebenkosten "auffressen", wie z.B. Miete, Strom, Telefon, Einkaufen ect. Eine Wohnung zur Miete in der Grösse ist kaum zu finden, vorallem nicht zu dem Preis. Da ihr nirgends in der Warteliste für eine Wohnung steht, müsst ihr zwangsläufig über den privaten Markt bei www.blocket.se u.ä. gehen, wo aber fast nur untervermietet wird (2a hand) und kaum langfristige oder unbefristete Mietverträge zu finden sind. Ihr müsstet also ein Haus mieten, da kann man Glück haben (sowohl mit Vermieter als auch mit dem Preis) aber man sollte in den Randgebieten suchen. Wohnt man ausserhalb von Stockholm-Stad kommen noch die Kosten für die Fahrtkosten (Auto oder SL) dazu, aktuell kostet die Monatskarte für Stockholm pro Erwachsenen 690,-sek, Kinder habe ich nicht im Kopf. Fahrt ihr mit dem Auto wird City-Maut fällig, ich kenne die Höhe allerdings nicht.
Monatseinkauf für eine 5köpfige Familie liegt, hier in Stockholm und je nach Ansprüchen, bei ca. 8000,- sek (soviel haben wir bezahlt als meine Schwester noch bei uns lebte) jetzt sind es aber immer noch gut und gerne 6500,- bis 7000,-kr.
Die Stromkosten sind aktuell in Schweden ein grosses Thema, weil die Preise extrem hoch sind und die Stromanbieter ihre Rechnungen auf "Zwiebelpapier" schreiben (liest man sie, fängt man an mit heulen), je nach Vermieter ist El und Vatten nicht mit in der Miete enthalten. Im Sommer nicht so schlimm, im Winter kann gut und gerne noch mal eine zweite Miete dazukommen, die man zahlen muss.Kommt aber allerdings auf das Heizystem an, ist man auf Öl ect. wird es sicherlich günstiger, hat man Elektroheizung wird einem schnell mal übel. Die letzten beiden Winter in Schweden war sehr kalt und sehr lang, man muss also zwangsläufig heizen, -23 grad in einem ungeheizten Haus sind nicht angenehm.
Unterm Strich, mit ca.17000,-sek werdet ihr es in Stockholm sehr schwer haben vernünftig leben zu können, zumal Kinder ja auch Wünsche haben. Es ist nicht unmöglich, aber es der "Traum Stockholm" wert ist bei der Lebensqualität solche starke Einschränkungen zu aktzeptieren, ich weiss nicht....

Die Gehälter sind Stockholm liegen weit über Landesniveau, sind den Preisen der Hauptstadt angeglichen, aber mit nur einem Verdiener in der Familie wird es sehr sehr schwer, fast unmöglich.
Mein Mann und ich verdienen wirklich gut zusammen, können uns unser Häuschen leisten, aber die letzten Monate haben finanziell sehr weh getan, wir sind ehrlich froh, wenn wir den Winter hinter uns haben und die Preise, vorallem für Strom, endlich wieder auf Normalmass sinken.

Und was den Radiologen betrifft: eine Einzelperson mit 5000,-€ im Monat ( vor oder nach Steuer?) kommt wirklich selbst in Stockholm gut zurecht. Ich würde es für eine Ausrede halten, sollte besagter Mensch alleinstehend sein, bei einer Familie mit Kindern durchaus nachvollziehbar..

Grüsse JANA
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Re: Auswanderung nach Stockholm - brauche Hilfe, bitte.

Beitragvon poslovodza » 21. Februar 2011 08:11

Hallo Jana,

ganz lieben Dank für deine wirklich ausführliche und sehr informative Antwort.
Ja das hört sich nicht ganz gut an aber es macht ein wenig Hoffnung das du schreibst es sei nicht unmöglich.
Nur hast du Recht was die Kinder betrifft und da macht mir deine Antwort schon Sorgen weil wir gerade bei den Kindern nur ungern Kürzungen in Kauf nehmen würden.
Aber um ehrlich zu sein wüsste ich im Moment auch keine richtige alternative zu Stockholm.
Die meiste Zeit waren wir immer in Malmö und Stockholm. Und Malmö wäre nicht unbedingt die Wahl für uns aber wenn es Malmö sein sollte würde ich auch nicht meckern :)
Hättest du eine Vorschlag was wir evtl. in Betracht ziehen könnten/sollten ausser Stockholm?

Gruß

PS: Welche Randgebiete würdest du in Stockholm empfehlen?
PPS: Wie sieht es in Schweden mit Halbtagsjobs aus. Ist das üblich? Wenn ja dann könnte meine Frau evtl. so etwas in Betracht ziehen und dadurch wenigstens etwas mehr Zeit mit der ganz kleinen verbringen zu können.

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Re: Auswanderung nach Stockholm - brauche Hilfe, bitte.

Beitragvon Imrhien » 21. Februar 2011 08:54

Hej,
mit Deinem Job hast Du wohl vermutlich eh die grössten Chancen in einer Stadt. Warum also nicht Stockholm. Von der Idee einfach die Koffer zu packen, halte ich nicht sehr viel. Wegen der Kinder. Natürlich wollen die das. Aber wie wird es für alle, wenn Ihr nach drei Monaten wieder in Deutschland ankommt??
Man könnte aber vielleicht einen längeren Urlaub machen und da nach Arbeit suchen?
Sucht vor allem in den Randgebieten. Järna ist wohl nett, gelle Jana?
Und in Richtung Norden kann man zwischen Uppsala und Stockholm nett leben. Da geht dann ein Pendelzug in die Stadt. Die Innenstadt ist natürlich schön aber auch echt teuer.
Zu den Strompreisen kann ich sagen, dass es da mittlerweile, zumindest von mälarel sowas wie ein Konto gibt. Das ist wie in Deutschland. man zahlt jeden Monat den gleichen Preis, egal wie hoch der Verbrauch ist. Man kan da also quasi übers Jahr einen Kredit bekommen. Im Winter geht man auf dem Konto dort kräftig ins Minus aber im Sommer kann man das ausgleichen. Das ist mehr oder minder wie in Deutschland, wo man ja auch immer gleich zahlt und am Ende die Abrechnung kommt. Hier hat man den Vorteil, dass man monatlich eine Rechnung bekommt und man sieht wie viel man im Minus oder Plus ist. Dann kann man ncoh mal justieren. Somit fallen die Stromkosten im Winter nicht mehr so extrem aus. Dafür zahlt man dann im Sommer mehr. Viele Schweden finden das komisch. Ich mag es, wegen der höheren Sicherheit im winter. Ansonsten hängt ja viel davon ab was man selber so braucht. Aber mit nur einem Gehalt, muss derjenige schon sehr gut verdienen. Dummerweise ist in Schweden mieten oft genauso teuer wie kaufen. Das heisst, dass man viel Geld ausgibt zum Wohnen. Machbar ist es aber schon.
Ich würde empfehlen noch eine Weile von Deutschland aus zu suchen. Auch für Deine Frau. Sie hat lange nicht gearbeitet, aber vielleicht kann sie trotzdem was machen? Man könnte immerhin mal Zaghnärzte anrufen oder besuchen und fragen.

Grüsse
Wiebke

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Re: Auswanderung nach Stockholm - brauche Hilfe, bitte.

Beitragvon janaquinn » 21. Februar 2011 10:29

Was die fehlende Alternative zu Stockholm betrifft, stimme ich dir zu, ein Grossteil der anwesenden User würde dir wahrscheinlich widersprechen, aber ich bin einfach voreingenommen, weil ich einfach gerne hier lebe und auch die Preise in Kauf nehme. Für unsere Familie kommt ein Wegzug aus dem Grossraum Stockholm nicht in Frage, 1. wegens der Lebensgefühles, der Liebe zur Stadt, den Jobs und dem grossen Gesamtpaket.
Vom Preisniveau kann man Stockholm durchaus mit München vergleichen, es ist kommt ungefähr hin, aber die Lebensqualität ist ähnlich, auch wenn mir hier in Stockholm die Münchner Biergärten und andere Dinge fehlen.

Es gibt einige Kommunen, die man durchaus empfehlen kann, wo es nette Wohgegenden und gute Schulen gibt, sofern die Kinder auf eine schwedische Schule sollen und nicht auf die Dt. Schule.
Järna ist klasse, überschaubar, sehr kinderfreundlich, grossartige Schulen und Kindergärten, die Anbindung nach Stockholm ist i.O., könnte besser sein.Einkaufsmöglichkeiten sind vorhanden, man hat die Ostsee beinahe vor der Tür und und und...wir leben seit 3 Jahren in Järna und fühlen uns pudelwohl.
Ich habe einige Freundinnen, die in Vallentuna und Täby leben, soll auch sehr schön sein, ist im Norden der Stadt und die Anbindung zur Dt. Schule ist durch die Ropstenbahn recht gut. Generell sollen in Vallentuna und Täby sehr viele Deutsche Familien leben, ist aber auch in Järna so...man gluckt aber nicht aufeinander. Ab und an trifft man bekannte Gesichter beim Einkaufen o.ä. redet ein wenig, freut sich über die Tatsache mal wieder deutsch reden zu können und geht dann wieder seines Weges. Man fällt auch garnicht grossartig auf, die Schweden in Järna sind an uns gewöhnt ...und umgekehrt :lol:

Abstand halten würde ich von Botkyrka, Tumba, Salem, Farsta,Södertälje-Centrum ( in Södertälje eher die Randgebiete suchen, da ist es einfacher und ist gibt weniger Kriminalität), Flemmingsberg (besteht aber, nach meinem Gefühl, eher aus Hochäusern, als normalen Eigenheimen). Es gibt einige Gebiete, wo man eher nicht leben sollte oder wollte.
Sehr schön und recht Stadtnah sind Huddinge, vorallem Stuvsta ist sehr schön, aber auch teuer, Nykvarn, da scheint die Anbindung an die Stadt aber eher schlecht zu sein, Hanninge soll auch nett sein, kenne ich aber nicht.

Halbtagsjobs gibt es durchaus, es gibt auch einige Dt. Zahnärzte in Stockholm, aber deine Frau sollte Info´s einholen, ob sie in ihrem beruf hier arbeiten darf.Zumal die Sprachkenntnisse natürlich vorhanden sein müssen, sonst wird sie kaum eine Chance haben.


Das mit dem Konto beim El-Lieferer kenne ich nicht, weiss auch nicht, ob es hier angeboten wird, muss man sich erkundigen. Allerdings gibt es, wie in D. , die Möglichkeit sich längerfristig zu binden, am besten im Sommer (Mai-Juli), dann sind die Preise im Keller und man kann Glück haben, halbwegs vernünftig über den Winter zu kommen.

Ein weiterer Tip, wenn ihr von Privat mietet, da selber mehrfach böse über´n Tisch gezogen: Egal was ihr im Haus macht, egal was im Vorfeld mit dem Vermieter besprochen wurde, macht alles, wirklich alles und wenn es nur das Rasen mähen ist, schriftlich. Lasst euch alles quittieren und unterschreiben, seit ihr mit dem schwedisch nicht so weit, dann auf englisch, und heftet alles ab, dass ihr es jederzeit griffbereit habt.
Wir haben 3x in Schweden gemietet und sind wirklich jedesmal auf die Nase gefallen. Solange man im Haus wohnt und brav alles zahlt bzw. die Launen der Vermieter mitmacht, seit ihr "beste Freunde", geht es an die Kündigung der Vertrages oder ihr stellt normale Forderungen, kann es durchaus (muss aber nicht) wirklich unangenehm und bösartig werden. Wir wurden teilweise telefonisch und per Mail terrorisiert, dass hörte meist erst auf, wenn wir entweder gezahlt haben (obwohl nicht notwenig) oder mit den Anwälten drohten. Mieten auf dem freien Markt in Stockholm kann durchaus zum Alptraum werden. Dies sind aber alles subjektive Erfahrungen, andere User können durchaus positive Erfahrungen gemacht haben. Wir haben unsere Lehren drauss gezogen.

Wir leben jetzt seit Juli 2010 im eigenen Haus und sind sooooo glücklich darüber, dass man es kaum beschreiben kann.

LG JANA
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Re: Auswanderung nach Stockholm - brauche Hilfe, bitte.

Beitragvon Imrhien » 21. Februar 2011 19:18

Es wird nicht überall so sein aber leider kann ich Janas Erfahrungen nur bestätigen. Nicht von uns, aber ich habe mehrfach auch von anderen Leuten ähnliche Geschichten gehört. Eben, erst beste Freunde und dann Ärger. Beim Geld hört die Freundschaft auf, sagt man und das scheint auch beim Mietverhältnis so zu sein. jana, hast Du den Link zum Mieterschutzbund? Den würde ich auf alle Fälle empfehlen. ich bin nur zu müde zum googeln...

Grüsse
Wiebke

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Re: Auswanderung nach Stockholm - brauche Hilfe, bitte.

Beitragvon poslovodza » 21. Februar 2011 21:40

Mensch Leute das ich so ausführliche und wirklich hilfreiche Antworten in einem Forum bekomme hätte ich nie gedacht.

Meistens lief es ja so ab:
Ich: "Was meint Ihr zu ..."
Antwort: "Ja das solltest du schon selber herausfinden wenn du nach Schweden auswandern willst"

Hmm!?!

Nun ja von euch habe ich jetzt so viele Informationen bekommen wie in den ganzen letzten Monaten nicht.
Ich Danke euch allen so sehr.

Eine Frage hätte ich noch an euch.
Wie sieht es mit der ärztlichen Versorgung in Schweden aus.
Es geht mir eigentlich mehr um die kleinste Tochter (18 Monate) und bei den beiden anderen geht es darum das sie beide eine Spange tragen müssen.
Gibt es da irgendetwas zu beachten oder ist das schwedische System schon durchdacht und man sich nicht umsonst Sorgen machen muss?

Denn, wieder einmal meine Cousine, erzählt immer wieder Horror Geschichten wie wenig Ärzte es gibt und wie schlecht das ganze System sei.
Ist schon komisch...die eigene Familie verdirbt einem so richtig die Auswanderung und Menschen wie Ihr die man noch nie gesehen hat helfen dann einem wirklich weiter.

Ganz lieben Gruß an alle und noch einmal ein riesengroßes DANKE.


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