Auswanderung nach Stockholm - brauche Hilfe, bitte.

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Imrhien
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Re: Auswanderung nach Stockholm - brauche Hilfe, bitte.

Beitragvon Imrhien » 23. Februar 2011 17:58

Hej,
nimm die Erfahrungen Deiner Cousine durchaus ernst. Sie meint es sicher nicht böse. Und tatsächlich, hier ist nicht alles Gold was glänzt und rosarot schon lange nicht. Meinst kennt einen die Familie so gut, dass sie auch ehrlich ist. Fremde können auch einfach nur Schönreden (natürlich nicht alle). Man weiss ja auch nie in wie weit die Fremden das Land wirklich kennen oder nur zu Besuch da waren. Das ist ein himmelweiter Unterschied, wie viele dann doch nach einigen Jahren im Land merken mussten. Urlaub ist Urlaub und Arbeit ist Arbeit.

Aber nun zur Frage:
Es kommt auch hier auf die eigenen Bedürfnisse und die Gegend an, in der Ihr wohnt. Schweden ist da in mancher Hinsicht anders. Schau mal hier im Forum in der Suchfunktion. Du wirst alles finden. Horror und gute Erfahrungen.
Mach Dich einfach drauf gefasst, es ist anders. Es gibt tatsächlich weniger Ärzte. Wenn man mal bei einem Arzt ist, ist es meist gut. So meine Erfahrung. Die hatten Zeit und waren, so weit ich es beurteilen konnte, kompetent und vor allem sehr nett. Das Problem ist manchmal, dass man gar nicht erst zu denen kommt. Die Krankenschwestern machen viel und manche haben den Job die Patienten fernzuhalten. So kommt es einem vor. Der Standardspruch bei allem (auch so in der Gesellschaft): Nimm erst mal eine Paracetamol. wenn die nichts helfen, kannst Du wieder kommen. Man hat mir schon bei den unmöglichsten Dingen dazu geraten das auch meinen Kindern zu geben. Manche scheinen das total unkritisch zu schlucken. Dabei ist es gar nicht mal so ohne (Leberschädigungen und so).
Man kann hier normalerweise ganz unbesorgt sein. Die meisten Dinge werden recht normal gehändelt. Es geht allerdings oft nach dem Motto: wie machen was nötig ist, nicht mehr. Da kann es halt schon mal sein, dass man aus Deutschland anderes gewohnt ist. Manche Behandlungen (bsp. Gallensteine entfernen) macht man wohl erst wenn es nicht mehr anders geht, wenn man schon genug Schmerzmittel genommen hat und es nichts mehr hilft. Hat mir mein Arzt so erklärt... Dafür läuft es bei anderen Dingen super. Das hängt wohl vom Arzt ab. Und der Gegend in der man lebt. Bei uns, im Västmanland gibt es recht viele Ärzte. Da wird vermutlich manches anders gemacht als im Norden, wo weniger Ärzte sind.
Immer wieder trifft man auf Ärzte aus dem Ausland. Das kann auch mal problematisch sein. Nicht falsch verstehen, ich bin selber Ausländer hier. Aber wenn der Patient und der Arzt beide Schwedisch mit Akzent sprechen, dann kann das schon mal nervig sein und zu Problemen führen. Hatte ich zum Glück erst einmal.

Die Zähne: Die zahlt man in Schweden selber. Kinder bis 19 jahre werden von der Kasse übernommen. Da muss man aber wohl auch aufpassen, manche Ärzte haben da wohl schon gemeinerweise Behandlungen rausgeschoben bis man sie hätte selber zahlen müssen. Da kann man vermutlcih auch wieder Pech und Glück haben. Wir haben eine super Ärztin. Sie hat mit ihrem Mann eine private Praxis. Normal ist das aber vermutlich kein Problem. Denk ich mal.

Was Privat hier bedeutet, muss ein anderer erklären. Das hab ich noch nicht ganz verstanden. Für den Patienten macht es nämlich keinen Unterschied... Oder?? Ich merke nichts, ausser dass sie netter sind als die anderen... dabei zahle ich nicht mehr. Das hab ich noch nicht raus, hab mich aber auch nicht gekümmert...

Für die Kleine: Alle normalen Us werden hier ebenso gemacht. Die Zeitpunkte sind leicht verschoben. Das macht aber ja nichts. Das macht hier die Krankenschwester, sie ist aber anders ausgebildet. Impfungen werden normal gemacht, wie in Deutschland, mehr oder minder. Die Zeiten sind verschieden. Es gibt kein impfpass und kein U-heft. Das wird hier alles im PC gespeichert. Die Impfungen werden in einem grösseren Buch vermerkt (bei den Kindern, die hier geboren sind auf jeden Fall). Für meine Grossen hab ich einfach immer alles aus Deutschland dabei und sag, dass sie es da auch eintragen sollen. War noch nie ein Problem. Ich hab immer gesagt, dass das wichtig wäre falls wir mal zurück wollen.
Hier geht man mit Impfungen deutlich unkritischer um als in Deutschland. Fast 95% der Schweden sind gegen die Schweinegrippe geimpft. In Deutschland waren es wohl nicht mal 10% , oder hat jemand bessere Zahlen? . so etwas wird hier viel mehr in der Masse gemacht und man muss sich da eindeutig selbst weiter bilden und die Entscheidung daheim treffen.

Was super angenehm ist: Wenn man mal beim Arzt drin ist, bekommt man regelmässig mit der Post einen Termin zugeschickt. Da muss man nichts buchen. Die machen das. Wenn der Termin nicht passt, einfach anrufen und neu ausmachen. Ansonsten einfach hin gehen. Da wird man schön dran erinnert. Wenn man einfach nicht erscheint, kann es kosten. ich hatte bisher immer Glück und sie haben nichts verlangt. Einmal Zahnarzt und einmal Hebamme vergessen... Beides in der Schwangerschaft, die haben das wohl darauf geschoben :)

So, nun zum Schluss, nach dem Roman: Wir sind wirklich das nette Schwedenforum. :)
Daher antworten wir auch nach bestem Gewissen.

Grüsse
Wiebke

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Re: Auswanderung nach Stockholm - brauche Hilfe, bitte.

Beitragvon stavre » 23. Februar 2011 19:52

r Stockholm haben wir nicht nur wegen der "Schönheit" ausgewählt.
Es ist so das unsere beiden älteren Kinder sich in diese Stadt verliebt haben und wir denen einfach diesen Wunsch gerne erfüllen würden.
Und um ehrlich zu sein hat Stockholm auch meiner Frau und mir sehr zugesagt. Aber es müsste nicht unbedingt Stockholm sein.


nur stockholm als turi und stockholm als normaler bewohner sind zwei paar schuhe


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