[FRAGEN] Auswandern und Job in Schweden

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Manuel
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[FRAGEN] Auswandern und Job in Schweden

Beitragvon Manuel » 26. September 2010 22:16

Moin zusammen,

ich wohne derzeit an der Nordsee - genauer in Wilhelmshaven und bin Zugbegleiter bei einer Privatbahn.
Schon oft habe ich Urlaub in Schweden gemacht und mir gefällt die Mentalität und das Land total.
Nun spiele ich schon seit ca. 8 Monaten mit dem Gedanken nach Schweden auszuwandern.

Das ganze will - falls es tatsächlich einmal soweit kommen sollte - natürlich gut vorbereitet sein.
Die Sprache muss gelernt werden ; Arbeit und eine Wohnung müssen her.

Und schon kommen wir zu meinen Fragen..

In letzter Zeit hört man viel vom Wahlausgang in Schweden..
Was denkt ihr, wird sich in Schweden durch den Ausgang der Wahlen ändern?

Da Schweden ein riesiges Land ist, gibt es dort natürlich auch verschiedene Regionen bzw. Mentalitäten.
Meinen Urlaub habe ich bisher immer in Süd-Schweden verbracht, genauer in Bjärnum / Vittsjö..
Welche Region(en) können Schweden-erfahrene empfehlen?
Wo lebt ihr in Schweden?

Wie oben erwähnt arbeite ich hier in Deutschland bei der Bahn, das möchte ich auch in Schweden gern tun.
Wie ist die Situation in Schweden was Bahnen angeht?
Gibt es nur die "SJ" oder auch - so wie hier bei uns - "Privatbahnen"?
Arbeitet vielleicht sogar jemand von Euch bei der Bahn in Schweden?

Wie sind die Voraussetzungen um in Schweden arbeiten und leben zu dürfen?

.... Ich denke, das war's erst einmal.

Danke schon mal für Eure Antworten und Tipps! :) :danke:

Beste Grüße von der Nordsee,

Manuel

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Re: [FRAGEN] Auswandern und Job in Schweden

Beitragvon Speedy » 27. September 2010 10:35

Hi,

ein Urlaub ist etwas total anderes als im Land zu leben und zu arbeiten. Hast Du einen festen Job, wuerde ich den nicht aufgeben, schon gar nicht wenn ich an der Nordsee leben duerfte. Aber das ist meine persönlich Meinung nach 7 Jahren im ach so "gelobten" Land.

Gruss aus Suedschweden

Speedy

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Re: [FRAGEN] Auswandern und Job in Schweden

Beitragvon Berta » 29. September 2010 00:36

Hallo Manuel,

hier hast du eine sicherlich unvollständige Liste mit Bahn-/Verkehrsunternehmen in Schweden: lista över järnvägsbolag.

(Und @Speedy, ich kann es mir nicht verkneifen:
... schon gar nicht wenn ich an der Nordsee leben duerfte
Warst du schon mal in Wilhelmshaven? Manuel wäre nicht der Erste, der diese Stadt verließ - 1970 hatte WHV über 100.000 Einwohner und war damit doppelt so groß wie die Stadt, in der ich momentan lebe. Heute hat WHV rund 20.000 Einwohner weniger und mein beschauliches Städtchen ist nun sogar größer. Mit dem Unterschied, dass wir hier keine total entvölkerten Wohnbauten aus den 50ern und keine überdimensionierten, mehrspurigen Straßen in absoluter Innenstadtnähe besitzen. Gott sei Dank gehörten auch meine Eltern zu den Leuten, die WHV in den letzten Jahrzehnten verließen...)


Gruß
Berta.

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Re: [FRAGEN] Auswandern und Job in Schweden

Beitragvon Pink_Panther » 29. September 2010 02:16

Ich glaube nicht, dass Schweden sich durch die Wahlen grossartig verändern wird - jedenfalls nicht zum Negativen. Ich nehme an, dass du den in den Massenmedien hochgespielten Rechtsruck meinst?

Gleich vorab - das was ich jetzt schreibe ist meine eigene, persönliche Ansicht. Es ist gut möglich, dass andere es anders sehen und mich vielleicht sogar widerlegen (Bin jetzt schon auf eine Diskussion gespannt :lol: ). Aber nach 11 Jahren in Schweden habe ich folgenden Eindruck:

- Schweden ist auf einem "multikulturell - Hype". Multikulturell gut, alles andere schlecht. 4 legs good, two legs bad - määäh (George Orwell läßt grüßen). Wer nicht für eine multikulturelle Gesellschaft ist, ist gegen den Staat und wird mit der Nazi-Rassist-Keule ausgeschaltet. Während im restlichen Europa Probleme rund um die Einwanderung diskutiert werden, werden diese hier in Schweden mit einem Tabu belegt und totgeschwiegen. Wer Einwanderer (nicht Deutsche, sondern nur die aus den typischen Asylländern, uns deutschsprachige darf man nicht nur kritisieren, sondern tut es auch mit einer gewissen Vorliebe) kritisiert, bzw. Probleme wie z.B. importierte Kriminalität anspricht, ist fremdenfeindlich und ein Rassist (zum Teil benutzen sie sogar den Ausdruck Nazi dafür.
Schon die alleinige Frage "Wieviel Einwanderung verträgt eine Gesellschaft?" würde jemanden mit unmittelbarer Wirkung zum Rassisten stempeln.
Leider sind sich in dieser Frage alle klassischen Parteien rührend einig, so dass Andersdenkenden - und es scheint ja mittlerweile recht viele zu geben - als einzige Alternative nur die Schwedendemokraten bleiben. Ich denke, dass es viele Protestwähler gab, die ihrem Unmut auf diese Art und weise Luft machten. Und das obwohl alle Massenmedien und alle anderen Parteien wirklich alles, gar alles getan haben, um die Schwedendemokraten als ultrarechtsrextreme Satanisten darzustellen. Keine Ahnung, ob sie das sind. Im Parteiprogramm steht eigentlich nichts merkwürdiges, nur dass sie eben die Einwanderung begrenzen wollen. Und Rückwanderung mit Geldbeträgen schmackhaft machen möchten. Natürlich ist das klar rechts von der Mitte, aber verglichen mit anderen rechten Parteien in Europa doch immer noch recht harmlos.
Bitte nicht falsch verstehen, ich bin kein verkappten Rechter. Jedoch stört mich EXTREM, wie undemokratisch gewisse Dinge hier in Schweden gehandhabt werden. Es wird hier wirklich eine Hetzkampagne übelster Art betrieben, es gibt nur zwei Extreme und nichts dazwischen. Immerhin habe ich in der Zeitschrift "Dagens Samhälle" einen (1!) Artikel gelesen, in dem ein Moderater Politiker zugegeben hat, dass man das Thema Einwanderung vielleicht doch mehr mit der Bevölkerung hätte diskutieren sollen. Alle anderen Artikel in derselben Zeitschrift - wie auch in allen anderen Zeitungen - haben nur die Schwedendemokraten verteufelt ohne sich vielleicht einmal selbstkritisch zu überprüfen. Nur weil ein Land voller Mitläufer sagt, dass Kritik an Einwanderung gleichzusetzen ist mit Rassismus glaube ich das noch lange nicht. Vor über 70 Jahren sagten alle Mitläufer ja auch, dass Hitler ein Messias sei, und wir wissen mittlerweile wie falsch die Masse liegen kann ;-)

Also - keine Angst! Die Schweden sind nicht mehr rechtsextrem als Deutsche, sie haben nur nicht soviel Rückgrat unbequeme Themen zu diskutieren und für ihre Meinung geradezustehen. Ich würde denen mal von ganzen Herzen einen Franz-Josef Strauss oder einen Sarrazin im Parlament wünschen - am Besten beide zusammen! Ich glaube ich würde nur noch die Nachrichten anschauen und mich kaputtlachen :lol: :lol: :lol: Nur nicht alles glauben, was in schwedischen Zeitungen steht, sondern lieber zwischen den Zeilen lesen!


Viele Grüße,

Paul

P.S: Was die unterschiedliche Mentalität anbelangt: Halte dich südlich des Dalälvens (Fluß der Schweden in Nord-Süd teilt). Ich befinde mich auf der nördlichen Seite ........ :roll:

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Re: [FRAGEN] Auswandern und Job in Schweden

Beitragvon Imrhien » 29. September 2010 08:48

Ja, der Dalälven scheint Schweden tatsächlich zu teilen... Ich lebe südlich, wenn auch nicht sooo weit. Aber manches was Ihr aus dem Norden schreibt, erscheint mir doch sehr schwedisch :) :)

Hier in der Gegend hat man schon recht viel im Radio gehört über die Einwanderung und so aber auch wie Du es beschreibst. Man hat sich eher darüber aufgeregt, dass die Schwedendemokraten mal wieder was gegen die Einwanderer gesagt haben. Was mich daran gestört hatte, teilweise jedenfalls, war, dass man sich zwar einerseits darüber aufgeregt hat, andererseits aber auch keine konkrete Gegenmeinung vertreten hatte. Das war so ein bisserl wie Schleichwerbung. Wie die Werbung von der Bild in Deutschland. Ich finde genug Leute, die sagen, dass sie die schlecht finden und verkaufe das als Antiwerbung, mit dem Effekt, dass irgendwie doch was als Werbung hängen bleiben soll. So kam es mir recht oft vor. Das fand ich schon recht unangenehm, vor allem als es um die Meldungen ging, dass die Einwanderer krimineller wären als die Schweden. Immerhin gehöre ich ja auch zu denen. Und ich habe immer wieder das Gefühl, dass ich mich besonders erklären oder abgrenzen will, wenn ich etwas einfordern will was Schweden als normales Recht empfinden (Kinderbetreuung als bsp.). Dann fühlt es sich schon so an als müsste ich doppelt belegen, dass ich den Staat nicht ausnützen will und auch wirklich was arbeite und nicht nur so tue. Aber vielleicht geht es manchen Schweden auch so? Ich weiss es nicht ob das daran liegt, dass ich Deutsche bin. Gelästert wird allerdings schon gern mal über Deutschland. Was für mich, bisher, ok war.
Und dass in Schweden eher die Masse massgeblich ist, hat man ja auch bei der Impfung gesehen. Und Kernkraft und und und.
Ob wir in Deutschland die Weisheit haben, keine Ahnung. Vermutlich nicht. Probleme verschieben sich und Sichtweisen auch. Wie Du sagst, die Summe bleibt gleich.
Und ich glaube auch nicht, dass sich sooo viel ändern wird. Da wird doch, in allen Ländern, vor der Wahl viel aufgebauscht und alle hoffen und hoffen. Dann kommt die neue Regierung und ach wie schade, wir können nichts ändern, die vor uns haben es zu sehr verbockt. Das ist in Schweden auch nicht viel anders. Denk ich mal...
In unserer Kommune sehe ich leider nicht viel Veränderung, obwohl sie, gerade im Bildungsbereich echt nötig wäre. Schade eigentlich.

Grüße
Wiebke


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