Auswandern und eine menge Fragen dazu

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Chris1170
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Auswandern und eine menge Fragen dazu

Beitragvon Chris1170 » 14. November 2008 03:52

guten morgen,
wir, meine frau, schwager, schwägerin und ich wollen im nächsen jahr nach schweden auswandern. die gründe sind für uns die sich mehr und mehr verschlechterne lage für "normale" arbeiter und angestellte in deutschland. sprachkenntnisse sind keine vorhanden, kurse sind aber bereits gebucht. als termin haben wir irgendwas rund rum den 01.07. festgelegt.

da wir alle samt "neulinge" beim thema schweden sind, ich war zwar schon da, das ist aber locker 10 jahre her, stellt sich für uns die frage wohin in schweden. zwar werden wir im frühjahr rüber fliegen, wohin genau da sind wir uns nicht sicher.
wir suchen was im handwerksbereich bzw. als kraftfahrer für die klassen FS 2&3. meine frau ist gelernte kosmetikerin, ich gelernter fleischer der jede menge erfarung in den bereichen lager, metal und aktuell als kraftfahrer gesammelt hat. mein schwager arbeitet im tiefbau, gelernter schlosser und FS KL2, schwägerin ist verkäuferin.
wie ist die lage an den küsten? oder ist das landesinnere sinnvoller? mir wäre die arbeit an sich erstmal egal, zur not würde ich(wir) auch krabbenputzen oder tannen fällen. gibt es in schweden gebiete in den es mehr industrie gibht und wenn ja welche?

für tipps und hinweise bin ich dankbar

beste grüße aus den siegerland

Uwe Ernst
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Re: Auswandern und eine menge Fragen dazu

Beitragvon Uwe Ernst » 14. November 2008 07:41

Hallo,
ähnliche Fragen sind schon sehr oft gestellt worden. Du solltest mal die Suchfunktion einsetzen.
Im handwerlichen Bereich und als Kraftfahrer soll es in S ganz gut aussehen.
Als Verkäuferin wird die Sache wohl schwieriger sein.

Gruß
Uwe
Jazz we can!

hansbaer

Re: Auswandern und eine menge Fragen dazu

Beitragvon hansbaer » 14. November 2008 07:42

Hallo Chris,

ehrlich gesagt blieb mir ein bisschen die Spucke weg, als ich Deinen Beitrag hier gelesen habe.

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass ihr ein bisschen zuviel "Die Auswanderer" geguckt habt. Euer Motiv zur Auswanderung halte ich jedenfalls für ausgesprochen fragwürdig, denn eine gewisse Frustration über Deutschland ist eine schlechte Basis für ein solches Projekt. Auch in Schweden fließen nicht Milch und Honig. Sicherlich sind die Bedingungen in mancher Hinsicht besser, aber ihr vergesst, dass ihr euch hier eine Existenz aufbauen und mit einer neuen Kultur einlassen müsst. Das ist nicht so leicht, wie ihr das vielleicht glaubt. Und auch nicht so lustig, wie es im Fernsehen aussieht.

Mir scheint, ihr wisst nicht wirklich etwas über Schweden. Krabben werden hier jedenfalls nicht so viele geputzt, und auch Tannenfällen ist kein großes Geschäft.
Die Wirtschaft ist nicht nach Küste und Inland strukturiert, bestenfalls gibt es ein Süd-Nord-Gefälle. Dieses Land ist 1,5-mal so groß, hat aber nur 9 Mio. Einwohner. Daher ballt sich die Bevölkerung (und auch die Wirtschaft) vorwiegend um gewisse Zentren, wo dann auch die Jobs zu finden sind: Skåne, Göteborg, Linköping, Stockholm usw. Im Süden ist die Dichte freilich deutlich höher, während es im Norden zunehmend dünner wird.

Der Termin 1.7. ist jedenfalls unrealistisch. Wie wollt ihr denn in 8 Monaten ausreichend schwedisch lernen und einen Job finden? Schwedisch ist jetzt nicht die schwerste aller Sprachen aus deutscher Sicht, aber es fliegt einem nicht zu.

Schweden erlebt momentan die größte Entlassungswelle in den letzten 10 Jahren. Das wird es nicht leichter machen, etwas zu finden.

Mein Rat: setzt euch erstmal gründlich mit dem Land auseinander und seht auch Deutschland nicht so pessimistisch. Ihr solltet nicht nur als Frustrationsflüchtling hierher kommen, sondern auch aus echtem Interesse an dem Land und mit vollem Wissen darüber, wie man hier lebt (nämlich nicht so wie bei Inga Lindström). Dann gilt es, einen Job zu finden, und das wird euch garantiert eine Weile lang beschäftigen. Prinzipiell habt ihr Männer gute Aussichten, denn Leute mit Lkw-Führerschein sind nicht so üppig vorhanden in Schweden. Jedoch ist die Logistik natürlich auch von einer Krise betroffen, und es wird da eine Weile lang eine Flaute geben. Eure Frauen werden es nicht so leicht haben, denke ich, aber da muss man flexibel sein. Jedenfalls wird es erwartet, dass beide arbeiten, und das wird finanziell auch nötig sein, denke ich.

Die weiteren praktischen Fragen ergeben sich dann von selbst - beispielsweise ist es nicht so leicht, eine Wohnung zur Miete zu finden, um mal eine Sache zu nehmen, die man typischerweise als Deutscher blind voraussetzt.

Grüße,

Fabian

glada

Re: Auswandern und eine menge Fragen dazu

Beitragvon glada » 14. November 2008 08:50

Ich weiß nicht, woher diese Gerüchte kommen, dass es in Schweden ein Mangel an LKW Fahrern gäbe. Momentan sind in ganz Schweden 31 offene Stellen für LKW Fahrer. Das hört sich nicht richtig viel an.

Man sollte auch bedenken, dass die meisten schwedischen LKW sehr viel höher (4,50m), schwerer (60t), vor allem aber länger sind (25,25m). Die wenigsten Einwanderer haben wohl Erfahrungen mit solchen Monster und sind deshalb nur bedingt interessant. http://www.lastbilsfoton.se/swe/visa.asp?ID=3476

Aus gegebenen Anlass dieser Hinweis: Das soll nicht heißen, dass man nicht trotzdem einen Job in Schweden finden kann!!

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Re: Auswandern und eine menge Fragen dazu

Beitragvon janaquinn » 14. November 2008 08:58

Hej Chris,
erst vor 2 Tagen kam die Frage hier auf, ob im Forum alles schwärzer gesehen wird, als es eigentlich ist.
Eigentlich ist es nicht dunkelschwarz, aber es ist im Augenblick recht grau, zumindest wenn man eigentlich garkeine Ahnung hat, was auf einen zukommt bei einer Auswanderung.

Nichts ist unmöglich....aber nicht alles ist möglich. Ich schliesse mich Fabian an, ohne feste Jobaussichten, ohne zumindest einige Brocken Schwedisch zu sprechen, damit man sich verständigen kann, ist eine Auswanderung, egal in welches Land, blauäugig.
Ihr könnt natürlich in den nächsten Wochen einen Job finden, mit sehr sehr viel Glück, wenn ihr einen Beruf habt, der händeringend gesucht wird und nicht von der derzeitigen Krise beeinflusst ist.
Aber da bleibt immer noch das Problem mit der Unterkunft: der Mietmarkt ist ziemlich leer, harmlos ausgedrückt, die Hauspreise explodieren, Kredite bekommt man als Ausländer kaum bis garnicht, schon garnicht für einen Hauskauf...es sei denn ihr könnt ca. 10-25% anzahlen. Allerdings sind die Zeiten, wo man ein Haus für umgerechnet 60.000-70.000 € bekommt, lange vorbei, jetzt kosten die Häuser ca. 100.000-200.000 €, zumindest im Grossraum Stockholm, wo aber auch noch die Wirtschaft am laufen ist und die Jobchancen höher sind.

Einen festen Termin, jedenfalls einen solch kurzfristigen, würde ich mir nicht setzen...er ist einfach zu knapp. Auch die eventuelle Idee, erstmal ohne Job, ohne Wohnung nach Schweden zu kommen ist nicht angebracht....ihr bekommt keine Personnummer, ihr bekommt kein Konto, keine Wohnung......Liste kann beliebig fortgesetzt werden. Es sei denn, ihr habt genügend Eigenkapital um euch einige Monate durchzuschlagen und und eine Anzahlung für ein Haus zu machen, die laufenden Rechnungen zu zahlen oder eine Kaution und Miete für eine Wohnung zu zahlen.

Man kann es natürlich schaffen, auch ohne viel Geld in Schweden Fuss zu fassen, aber dafür sollten, in eurem Fall, zumindest 2 feste Jobs vorhanden sein, damit ihr 4 (?) Personen durchbringen könnt.

Ich hoffe, ich habe nicht zu schwarz gemalt.

LG JANA
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Re: Auswandern und eine menge Fragen dazu

Beitragvon gädda » 14. November 2008 09:43

Hallo,
aus gegeben Anlaß schreibe ich jetzt mal etwas vorsichtig:
Wir wollen auch nach Schweden planen dieses jetzt aber schon seit 7 Jahren, hatten uns auch schon was die geografische Lage angeht entschieden ,wo es hingehen soll,sind jetzt aber schon damit so weit,das es evtl. doch woanders in Schweden hingehen soll,gruß an Jana :D
Ich persönlich gehören nicht zu den Leuten die schwarzsehen,aber doch zu denen die sachlich vorgehen!
Wenn ich lese wie ungeplant euer Vorhaben zur Zeit aussieht,sehe ich um es in der Fernsehsprache aus zu drücken:
1.07.09 Die Einwanderer
1.10.09 Die Rückkehrer


Klar kann ich verstehen das Ihr in Deutschland wenig bis keine Aussichten mehr seht,aber in Schweden müßt Ihr genauso hart,wenn nicht härter arbeiten,zumindestens am Anfang!
Volkshochschulkurse sind ein netter Anfang um die Sprache zu lernen,reichen aber aus eigener Erfahrung mal gerade aus um einen Urlaub dort zu verbringen,nicht um im täglichen Alltag zurecht zu kommen!
Aber es gibt in Schweden einen Sprachkurs für Einwanderer,an dem jeder teilnehmen kann und recht hilfreich sein soll! :D
Ich bin jemand der für jeden eine Chance sieht,es zu schaffen aber bitte mit ein wenig mehr Basis und Konkreten Vorstellungen!
Euer Vorhaben mal nach Schweden zu fahren ist ein guter Anfang,es ist aber nur mal so das ein Urlaub nicht mit einem ständigen Aufenthalt zu vergleichen ist! Ich würde Euch raten,zu den Unterschiedlichsten Jahreszeiten in verschiedene Landesteile zu reisen,um einen Eindruck davon zu bekommen!
Unter www.ams.se könnt Ihr schon mal schauen wie es mit Jobangeboten in den jeweiligen Komunen aussieht,
unter www.blocket.se könnt Ihr Euch dann mal einen Überblick über das Vermietangebot in den unterschiedlichen Komunen machen!
Ich meine das 2 Jahre eine realistische Zeit ist,um eine Auswanderung zu planen,Ausnahmen bestätigen die Regel!!
Natürlich wäre es auch eine Möglichkeit das erstmal einer aus der Familie alleine vorgeht,arbeitet und sich um Haus,u.s.w. kümmert und der andere dann nachkommt,dieses könnte vieles erleichtern und die Zeit verkürzen,dabei ist aber zu beachten das die Probezeit auch in Schweden meist 6 Monate beträgt!

LG Torsten
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Tommy2

Re: Auswandern und eine menge Fragen dazu

Beitragvon Tommy2 » 14. November 2008 10:46

7 Jahre Vorbereitung? Das scheint mir ja sehr übertrieben. Was soll man denn solange vorbereiten?
@ Chris:
Warum fahrt ihr nicht einfach 3 Wochen nach Schweden, um das Land anzuschauen, die Hauspreise studieren und vor allen Dingen, Arbeit suchen? In jeder Kleinstadt gibt es ein Arbeitrsamt, wo man die Stellenangebote studieren kann, das geht übrigens auch über Internet. Mit einem ordentlichen Wörterbuch versteht man das auch alles.
Aber wie schon oben angedeutet: die Zeiten sind nicht gerade rosig. In 2-3 Jahren wird das sicher besser.
Auch wenn man zu Hause viel über Internet erledigen kann, vor Ort geht es immer besser.
Viel Glück!

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Re: Auswandern und eine menge Fragen dazu

Beitragvon gädda » 14. November 2008 11:04

[quote="Tommy2"]7 Jahre Vorbereitung? Das scheint mir ja sehr übertrieben. Was soll man denn solange vorbereiten?

Lieber etwas länger vorbereiten,da ist auch schon ein Arbeitsaufenthalt enthalten,als schnell wieder daheim in Deutschland

gruß Torsten
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Göteborg

Re: Auswandern und eine menge Fragen dazu

Beitragvon Göteborg » 14. November 2008 11:12

Ein Problem mit einer langen Vorbereitungszeit sehe ich eher darin, dass man dann möglicherweise immer gerade zum falschen Zeitpunkt auswandert - also man plant in einer Niedrigkonjunktur, weil es einem dann zu Hause ja gerade so schlecht geht - und man kommt dann in seinem Traumland gerade in einer Niedrigkonjunktur an.
Quasi vom Regen in die Traufe.

Eine goldene Regel fuers Auswandern ist eigentlich - sich ein gutes Fundament zu verschaffen - die richtige Ausbildung und genuegend Kapital. Vorteil: man ist nicht so sehr von konjunkturellen Schwankungen abhängig, fuehlt sich freier und braucht dann auch nicht so lange zu planen.

Die Geschichten - Vom Tellerwäscher zum Millionär - gehören eh zur Kategorie "Grimms Märchen".

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Re: Auswandern und eine menge Fragen dazu

Beitragvon gädda » 14. November 2008 11:21

Ich bitte Dich,wär weiß hundertprozentig wann der richtige Zeitpunkt ist??
Und mit dem Kapital ist das so eine Sache,als Millionär brauchst Dir keine Gedanken zu machen,nur ein Haus kaufen zu können ohne weitere Perspektive ist mir zu wenig und auf dauer nicht machbar!
Vorbereitung heißt ja nicht das wir seit 7 Jahren auf gepackten Kisten hocken und nur auf den"richtigen" Zeitpunkt warten!! Aus verschiedenen privat- wie beruflichen Gründen hat es eben so lange gedauert!

LG Torsten
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