Auswandern und eine menge Fragen dazu

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Re: Auswandern und eine menge Fragen dazu

Beitragvon Aelve » 21. November 2008 11:27

Hallo,

det låter inte god.

Das klingt ja nicht so gut, dass die Mehrzahl der Schweden die deutschen Ärzte für überheblich und arrogant hält. Sind wir Deutschen vielleicht im Gegensatz zu den bescheidenen und eher zurückhaltenden Schweden aufspielerisch und angeberisch?
Dann ist es ja kein Wunder, dass ein Schwede nicht so gerne einen Deutschen anstellt, wenn sich diese Vorurteile dann festsetzen.

Ich denke auch, dass man sich als Einwanderer etwas bescheiden geben sollte, denn sonst kann die Gastfreundschaft der Schweden schnell ins Gegenteil umschlagen.

Grüße Aelve
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Re: Auswandern und eine menge Fragen dazu

Beitragvon Freddy » 21. November 2008 11:41

Ich glaube auch, unser größter Bonus der ist, dass die schwedische Königin aus Deutschland kommt. Und somit Kritik an Deutschen auch gegen das Königshaus ausgelegt werden könnten.

Hui, hoffentlich habe ich mich jetzt nicht zuweit aus dem Fenster gelehnt. :oops:
Nebenbei ist es auch off-topic. Bild

:flagge: Freddy

nysn

Re: Auswandern und eine menge Fragen dazu

Beitragvon nysn » 21. November 2008 11:55

Ich glaube auch, unser größter Bonus der ist, dass die schwedische Königin aus Deutschland kommt. Und somit Kritik an Deutschen auch gegen das Königshaus ausgelegt werden könnten.


Da sag ich nur:

Hej Baberiba!!

Schwedens bestes Humorprogramm!

http://www.svt.se/svt/jsp/Crosslink.jsp ... 5=Baberiba

Die Nation hat sich köstlich amüsiert - die Komikerin, die Königin Silvias deutschen Akzent nachgemacht hat - hat inzwischen Star-Status erreicht!!

Ich empfand das Programm als regelrechtes kollektives Mobbing, da der Humor vorwiegend darin bestand, sich über einen Akzent lustig zu machen.

S-nina

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Re: Auswandern und eine menge Fragen dazu

Beitragvon Gottfried » 21. November 2008 12:11

ACHTUNG!

"HEILE-WELT" in Gefahr!!! :wink:

nysn

Re: Auswandern und eine menge Fragen dazu

Beitragvon nysn » 21. November 2008 12:26

Hey Baberiba!!

Hier noch ein Kratzer am Lack der "heilen Welt":

http://www.svt.se/svt/jsp/Crosslink.jsp ... rt527895=0

"Der Humor des Volkes"

...

Det hela är mycket roligt. Visar även hur Sverige i realiteten styrs. I det moderna folkhemmet används den sparsamt begåvade kungafamiljen till lättare underhållning medan socialdemokratiska politiker och tjänstemän leder landet.

Kungafamiljen Bernadotte är en invandrarfamilj. Lever på bidrag som bekostas av det svenska folket. Enligt socialdemokratiska partiprogrammet ska de så småningom avvecklas. När beslutet tas kommer en nationell forskningskommission bygga en tidsmaskin som teleporterar kungafamiljen Bernadotte till lämplig tidsålder, exempelvis 1300-talet.

... ÜS

Das Ganze ist sehr lustig. Zeigt auch, wie Schweden in der Wirklichkeit gesteuert wird. Im modernen Volksheim, wird die sparsam begabte Königsfamilie zur leichteren Unterhaltung verwendet, während die sozialdemokratischen Politiker und Angestellten das Land führen.

Die Königsfamilie Bernadotte ist eine Migrantenfamilie. Lebt auf Sozialhilfe, die vom schwedischen Volk bezahlt wird. Gemäß sozialdemokratischen Parteiprogramm soll sie so nach und nach abgewickelt werden. Wenn der Beschluss dann gefasst wird, wird eine nationale Forschungskommission eine Zeitmaschine bauen, die die Königsfamilie in ein geeignetes Zeitalter transportiert, beispielsweise ins 14. Jahrhundert.

S-nina


P.S. Ich finde es sehr wichtig, Schwedisch zu lernen, sieht die Welt doch gleich ganz anders aus ... :wink:

Der schwedische König, der z. B. Legastheniker ist, gilt in den Augen des "folket" für gewöhnlich als dumm.

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Re: Auswandern und eine menge Fragen dazu

Beitragvon janaquinn » 21. November 2008 12:43

Ich habe nochmal eine Frage zu den Ärzten: Warum kann ein Land wie Schweden seine ausgebildeten Ärzte nicht halten? "Nur" am Gehalt kann es ja nicht liegen, ebenso an den Arbeitszeiten??
In Deutschland wird defintiv schlechter gezahlt und die Arbeitszeiten sind der pure Horror, daher wandern viele deutsche Ärzte ja auch ab.

Ich muss auch sagen, dass ich hier in Stockholm ausschliesslich schwedische Ärzte getroffen habe, sowohl im Vårdcentral, im Södertälje Sjukhus und auch im Karolinska...viele haben zwar in Deutschland eine Zeit gearbeitet bzw. studiert, waren aber selig wieder in Schweden zu sein. Nach D. will KEINER von ihnen jemals zurück.

Also: Warum wandern die schwedischen Ärzte ab und man muss aus anderen Ländern rekrutieren??

LG JANA
ps. Ihr seit gründlich OffTopic, bitte zum Thema zurückkommen oder einen neuen Thread starten...danke :wink:
Gestern ist Vergangenheit. Der Morgen ist ein Geheimnis. Heute ist ein Geschenk

nysn

Re: Auswandern und eine menge Fragen dazu

Beitragvon nysn » 21. November 2008 12:50

Also: Warum wandern die schwedischen Ärzte ab und man muss aus anderen Ländern rekrutieren??


Im Großen und Ganzen wandern die nicht ab - möglicherweise einige, die wegen des besseren Gehaltes nach Norwegen gehen.

Das größte Problem ist in Schweden, dass es keinen Nachwuchs gibt - es werden zu wenige ausgebildet. Die wenigen Studienplätze, die vergeben werden, setzen sehr hohe Abiturnoten voraus. Man muss im Prinzip wohl in allen Fächern Top-Bestnoten und auch eines der schwierigeren Gymnasien besucht haben.

An an Medizinstudium werden auch in Schweden allerhöchste Ansprüche gestellt.

S-nina

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Re: Auswandern und eine menge Fragen dazu

Beitragvon janaquinn » 21. November 2008 12:56

Danke Nina für deine rasche Antwort. Nun verstehe ich einiges mehr und kann mir einen Reim drauss machen.

Wir sind übrigens sehr sehr zufrieden mit den Ärzten, welche wir hier haben. Haben gerade eine neue Kinderneurologin im Karolinska Huddinge bekommen, weil wir aus dem "Einzugsgebiet" unseres früheren Neurologen weggezogen sind. Sie ist sehr sehr nett, sehr kompentent und Yannic hatte von Beginn an einen sehr guten Draht zu ihr.
Und im übrigen wäre es mir auch egal, ob die Ärzte aus Deutschland, Polen, Bulgarien oder sonst woher kommen, solange sie kompentent sind, ich mich mit ihnen verständigen kann, zur Not auch auf englisch, und meine Kinder sich wohlfühlen.
Sollten wirklich mal deutsche Ärzte dabei gewesen sein, habe ich es nie bemerkt, weil ausschliesslich schwedisch gesprochen wurde.

LG JANA, die auch mal was positives über´s Gesundheitsystem schreiben möchte :wink:
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nysn

Re: Auswandern und eine menge Fragen dazu

Beitragvon nysn » 21. November 2008 13:06

LG JANA, die auch mal was positives über´s Gesundheitsystem schreiben möchte


Hej Jana,
finde ich auch GUT so!! :D

Und ich finde auch, du hast recht!

Das Gesundheitssystem in Schweden leidet in erster Linie nicht an der Kompetenz der Ärzte, sondern an dem Bürokratismus der Landsting (der Behörde, die für das Gesundheitswesen zuständig ist) in Kombination mit zu wenigen Ärzten.

Die Ärzte, die man dann letztendlich trifft, vor allem, diejenigen, die in den großen Kliniken arbeiten, die sind auch sehr gut. Da habe ich auch überwiegend nur positive Erfahrungen gemacht.

Das Negativ-Image von Schweden in punkto Gesundheitsvorsorge kommt eben vor allem dadurch zustande, dass man so lange auf kompetente Hilfe warten muss und manchmal von einer Stelle zur anderen geschickt wird. Hat man den "Goldschatz" dann gefunden, ist er schon "hochkarätig". :D

S-nina

hansbaer

Re: Auswandern und eine menge Fragen dazu

Beitragvon hansbaer » 21. November 2008 14:11

Die wenigen Studienplätze, die vergeben werden, setzen sehr hohe Abiturnoten voraus. Man muss im Prinzip wohl in allen Fächern Top-Bestnoten und auch eines der schwierigeren Gymnasien besucht haben.


Nicht ganz - das Gymnasium spielt eigentlich keine Rolle.

Man muss haben, entweder:
20 von 20 erreichbaren Punkten im Gymnasium
oder
2,0 von 2,0 erreichbaren Punkten in der Högskoleprovet

außerdem: Englisch A, Schwedisch B (bzw. SAS B), Mathematik D, Physik B, Chemie B (also fast alles, was an Allgemeinfächern verfügbar ist)

Obwohl das schon das Maximum ist, was man in Schweden von einem zukünftigen Studenten verlangen kann, bleiben noch zuviele Bewerber übrig für die wenigen Studienplätze. Deswegen gibt es noch weitere Auswahltests.

Das System ist natürlich ziemlicher Unsinn.
Die Studenten, die es schaffen, sind fast 30, bis sie soweit sind.
Die Leute, die es nicht schaffen, gehen nach Dänemark oder sonst irgendwohin, wo es leichter ist.

Mit diesem System jagt man die eigenen Leute also ins Ausland und ist umgekehrt darauf angewiesen, Ausländer ins Land zu holen, weil man das System mit den selbst ausgebildeten Ärzten nicht betreiben kann.

Da sollten sich die Schweden nicht beschweren, dass die ganzen ausländischen Ärzte nach Schweden kommen - ohne die würde es im Gesundheitssystem noch betrüblicher aussehen.


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