Auswandern und die Grosseltern

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Aelve
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Re: Auswandern und die Grosseltern

Beitragvon Aelve » 9. März 2009 15:20

Liebe Wiebke,

es kann doch immer nur ein Vorschlag sein, den man in einem Forum einbringt. Ob es für den anderen User eine Alternative darstellt oder nicht, steht doch auf einem anderen Blatt Papier. Es kann genauso sein, dass jemand sagt, solch popeliges Holzferienhaus in Schweden das entspricht nicht meinen Vorstellungen von einem schönen Lebensabend, akzeptiere ich, da jeder Mensch andere Prioritäten und Vorstellungen hat.

Deshalb nochmals meine Meinung, ich finde nicht, dass man als junges Pärchen nur aus dem Grund, dass die Eltern die Enkelkinder nicht so häufig sehen, als wenn die Kinder nebenan wohnen, eine Auswanderung nicht praktizieren. Als Eltern von zwei Kindern würde ich es natürlich auch begrüßen, die Kinder und Enkelkinder oft sehen zu können, aber wenn diese sich zu einem weiter entfernten Ort hingezogen fühlen, dann würde ich als Eltern es ohne Wenn und Aber hinnehmen, weil ich meinen Kindern die Entscheidung alleine überlassen würde. Und wenn die Kinder später meinen, wieder näher an meinen Wonort hinziehen zu wollen, würde ich auf keinen Fall die Meinung vertreten, dass der vorherige Wegzug unnütz war.

Grüße Aelve
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Re: Auswandern und die Grosseltern

Beitragvon blueII » 9. März 2009 20:30

Hej

also Großeltern sind ja nicht wie alle Großeltern. Es kommt sehr auf das Alter von Oma und Opa an

Die Großeltern von denen Priscilla spricht,
sind nicht die Großeltern von Tulipa oder Wiebke oder die Großeltern unserer Tochter.
Pricsikllas Eltern sind unter/Anfang 60 --- unsere sind 73+76jahre alt
10-15 Jahre in diesem Alter sind welten!!!
Physische und psychische Belastungsfähigkeiten lassen dann unglaublich nach.

Sind meine Eltern noch vor 15 Jahren nach Teneriffa geflogen,
so war der erste Flug nach Schweden letztes Jahr eine RIESEN Herausforderung.
Wo bekomme ich Tickets? Was ist ein Gate? Sprechen die auch Deutsch?

Angekommen in Schweden spielen Kreislauf und Herz verrückt und müssen sich an die Luftumstellung gewöhnen.
Abends fehlt der bequeme Fernsehsessel, weil das alleine aufstehen schwerfällt und die Hüfte weh tut.
Sprich es ist eine große Belastung für sie.

Aber!!

Wir haben in D "nur" rund 150 Kilometer entfernt meiner Eltern gewohnt.
Eine Entfernung die seit letztem Jahr für meine unüberwindbar gewesen wäre,
da mein Vater den Führerschein abgegeben hat und Zugverbindungen eine Katastrophe in die tiefste Eifel sind.

Heute leben wir in S. Wir konnten unser Haus extra Besucher geeignet planen, sodaß auch die alten Leutchen ihr Reich haben.
Dank Lufthansa und den günstigen Preisen, sind sie 3-4x pro Jahr mindestens je 2 Wochen zu Besuch.
Die dann verlebte Zeit ist enger und intensiver als die vergangenen Besuche am Nachmittag in D und wir geniesen alle die Zeit und Wissen darum.

Aber trotzdem, für die arme Omaseele ist Schweden in traurigen Momenten sooooweeeiit und nicht nur 11/2 Stunden flugminuten entfernt, das finde ich muß man AUCH ernst nehmen.
Und auch die Beziehung unserer Tochter zu den Omas finde ich sehr sehr wichtig.
Oder sie will regelmäßig ihre Cousins sehen...Familie halt ...und das ist auch gut so.

Meine Eltern umziehen im Alter??? UNDENKBAR!!!!
Wie soll das gehen?? Keine Sprache, keine Mobilität (auto) alles neu, was uns jüngeren schon manchmal ängstigt...was muß es für sie bedeuten??
Keinen Tanzkreis mehr mit Kaffekranz, weil man nix versteht...keine Straßenbahn vor der Haustür um einkaufen zu fahren...Arztbesuche mit Handzeichen??...kein Theater NEIN...irgendwann ist es zu spät und man muß warten bis es wieder eventuell soweit ist, nämlich im Pflegefall.
Sollte einer übrigbleiben haben wir räumlich im Haus vorgesorgt, denn zb. meinen Pappa könnte ich mir als Alleinversorger gar nicht mehr vorstellen.

In der Überlegung des Auswanders sollte aus meiner heutigen Sicht, sehr wohl auch mit in die Wagschale geworfen werden, das man Familienangehörige zurückläßt.
Gerade bei jüngeren Kinder spielt es noch so eine große Rolle, wenn ich sehe wie meine 5jährige die "Briefe" der Großeltern und Cousins "verschlingt", muß ich ab und zu ne Träne wegdrücken. Einmal hat die Oma ein schönes kleines Seidentuch mitgeschickt, nicht neu sondern aus ihrem Schrank. Meine kleine drückte das Tuch ganz doll ins Gesicht und sog die Luft ein...."es schnuppert so schön nach Oma", sagte sie....

Hätte ich am Ort in D gewohnt, wo die Großeltern in ihrem heutigen Zustand wohnen und hätte uns nicht gedroht, weiß Gott in welche Teile der Welt entsendet zu werden, hätte auch das Wohl der Großeltern und die Beziehung des Kindes zu ihnen und zur Familie ,ein größere Rolle gespielt, um die Entscheidung auszuwandern.

LG
Heike

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Re: Auswandern und die Grosseltern

Beitragvon Tulipa » 9. März 2009 20:41

Bravo, liebe Heike,
ich schreibe hier erstmal nix, weil es deinem Beitrag kaum etwas hinzuzufügen gibt !

LG
Tulipa
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Re: Auswandern und die Grosseltern

Beitragvon Stig Vox » 9. März 2009 20:58

Wenn man sich mit den G-Eltern versteht kann das ne nette Geschichte sein. Mit meinem Vater verstehen wir uns sehr gut und er steht voll hinter unsrem Schwedentick. Die Aufgabe meiner Schwiegereltern besteht aber anscheinend nur darin, unsre Kids mit Süsskram vollzustopfen, oder lärmende Batteriespielzeuge Made in China anzuschleppen die sie auf nem Schwarzmarkt gefunden haben....Von daher kann die Entfernung nicht groß genug sein...

Tommy3

Re: Auswandern und die Grosseltern

Beitragvon Tommy3 » 9. März 2009 21:45

Hej,
hier fragt man sich manchmal, welche Generation eigentlich die grössten Trennungsängste hat.

Ich schliesse mich den Vorrednern an, die finden, die Omas und Opas nicht zum Umziehen in einen neuen Kulturkreis zu bewegen. Das fällt schon manchem jungen Menschen schwer.
Und ich muss hier Aelve mal recht geben, man sollte sich nicht von Oma /Opa vom Umziehen abhalten lassen. Man muss sein eigenes Leben leben.

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Re: Auswandern und die Grosseltern

Beitragvon vinbär » 9. März 2009 22:03

Mal schauen, wo´s unsere Kinder mal hinverschlägt. Entweder sie werden soooo schwedisch und bleiben hier (als Kontrareaktion) hocken oder die werden so richtig weit weg ziehen, und ich dann hinterher....
Meine Eltern wuerden uns was husten, wenn sie von Muenchen nach Schweden ziehen sollten, damit sie die Enkelkinder öfter sehen können. Urlaub ja, hier leben, unvorstellbar. Und ich bin mehr als froh, ab und zu nach Muenchen fahren zu können, um sie zu besuchen.

Der Philatelist

Re: Auswandern und die Grosseltern

Beitragvon Der Philatelist » 14. März 2009 15:29

Hallo Ihr Lieben,
mein Text "Auswandern und die Großeltern" sollte als Frage zu einem anderen hier im Forum stehenden Text gedacht sein. Irgendwie jedoch ist dieser Text von mir falsch eingeordnet und als selbständig neuer Text veröffentlicht.
Dennoch bin ich überrascht ob der vielen Antworten zum meinem Fragetext.
Wer Briefmarkensammler ist, wird noch bekanntgegeben.

hamigoe
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Re: Auswandern und die Grosseltern

Beitragvon hamigoe » 16. März 2009 18:25

Eigentlich ist dieses Thema ja nun inzwischen von allen Seiten beleuchtet worden. Aber trotzdem möchte auch ich noch etwas dazu anmerken. Einerseits ist es natürlich richtig, dass jedes Paar mit seinen Kindern dort leben sollte, wo es für sie am sinnvollsten ist. Aber ein großer Familienclan kann auch viel Kraft geben und für alle Generationen wichtig sein.

Meine, inzwischen erwachsenen Kinder, denken gern und liebevoll an die mit ihren inzwischen verstorbenen Großeltern verbrachten Jahre und haben es als großes Glück empfunden, dass diese quasi "um die Ecke" wohnten. Und sie genießen es auch sehr. viel Zeit mit ihren Cousins und Cousinen verbringen zu können.

Die Wichtigkeit der "Großfamilie" sollte man nicht unterschätzten und auf jeden Fall bei Auswanderungserwägungen bedenken.

Liebe Grüße
Hanna


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