Auswandern und die Grosseltern

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nysn

Re: Auswandern und die Grosseltern

Beitragvon nysn » 9. März 2009 12:33

dass es so ist, dass das Land Schweden kaum zum Aushalten ist. Das mag für Dich zutreffen, aber längst nicht für alle Personen gelten.
Oder soll Dein posting bedeuten, dass die älteren Leute gefälligst dort bleiben sollen, wie sie bisher auch gelebt haben?


... den ersten Teil des obigen Zitats ignoriere ich jetzt mal (= persönliche Unterstellung).

Nein, mein Posting sollte bedeuten: Dass ein Umzug in ein fremdes Land (eigentlich egal, wohin) mit mehr Schwierigkeiten verbunden sein kann, als für jüngere Leute.

Genau wie Jana es auch schon gepostet hat, so sagt meine Mutter z. B. auch: Einen alten Baum versetzt man nicht mehr ...

und genau wie bei dem alten Baum, so ist es mit älteren Menschen - sie können nochmals Wurzeln fassen, aber es dauert dann halt länger und ist unter Umständen mühsamer ...

Und das Klima ist in Nordeuropa tatsächlich für ältere Menschen nicht so zuträglich: Hast du mal was von Rheuma gehört? Meine Oma hatte das z. B. im gemäßigten Süddeutschland ... meine Oma in Süditalien kannte das nicht. Außerdem ist es sogar erwiesen, dass gerade Rheuma- und entzündliche Gelenkerkrankungen gehäuft in Nordeuropa und Skandinavien auftreten als im Süden ... Zufall?

S-nina

priscilla
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Re: Auswandern und die Grosseltern

Beitragvon priscilla » 9. März 2009 12:40

Hallo,

@Tulipa
Was ich meinte war, daß jeder sein eigenes Leben lebt und es sich nicht von den Eltern/Großeltern vordiktieren lassen kann. Das mit der Auswanderung ist eine ganz eigene Entscheidung.
Wenn Ihr wieder zurückgehen wollt ist es auch eine eigene Entscheidung, die Euch nicht von Euren Eltern bzw. den Großeltern vordiktiert wird. So sollte es nach meiner Meinung ja auch sein.

Meine Kinder sehen die Großeltern auch nicht so oft. Der Wille der Großeltern öfter mal rüberzukommen nach Schweden ist sehr groß. Allerdings sind sie ja auch noch arbeitstätig. Dieses schränkt die vorhandene Zeit natürlich ein.

Für mich ist Schweden aber auch nicht aus der Welt. Wobei ich hier vielleicht erwähnen sollte das die Großeltern meiner Kinder in Norddeutschland und wir hier in Südschweden wohnhaft sind. Somit ist das Ganze auch wieder fast ein Katzensprung.

Die Zeit zwischen den gegenseitigen Besuchen wird dann von uns überbrückt durch das Internet. Heißt wir schicken uns gegenseitig die neuesten entstandenen Fotos zu und unterhalten uns übers Internet mit Hilfe einer eigens dafür installierten Kamera. Somit können die Großeltern dann auch mal live ihre Enkelkinder sehen.

Priscilla

hansbaer

Re: Auswandern und die Grosseltern

Beitragvon hansbaer » 9. März 2009 12:49

Vielleicht habe ich es übersehen, aber mir kommt es ein bisschen so vor, dass hier darüber diskutiert wird, ob das schöne rote Sofa beim Umzug mit soll und ob es wohl das schwedische Klima verträgt. Wenn man mal von Demenzkranken absieht, sind alte Leute ganz nebenbei auch noch mündige Menschen, die ihre eigenen Entscheidungen treffen. Letztendlich ist doch der Wille der Großeltern das Hauptkriterium. Viele alte Menschen haben Zeiträume an einem Ort verbracht, wie wir es uns vielleicht gar nicht vorstellen können. Für die meisten ist es da doch gar keine Option mehr, nochmal umzuziehen. Manche gehen ja schon daran zugrunde, wenn sie unfreiwilligerweise in ein nahegelegenes Altenheim umziehen müssen.

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Re: Auswandern und die Grosseltern

Beitragvon Aelve » 9. März 2009 12:57

Hallo,

es kommt immer auf den Einzelfall an. Ich bin wie Priscilla der Meinung, dass Eltern ihren Kindern nicht vorschreiben sollen, ob sie auswandern oder nicht genauso wie Kindern ihren Eltern nichts vorzuschreiben haben, jeder lebt sein Leben und jeder muß selber wissen, wie er es sich einrichten will.
Wir haben den Fehler gemacht und sind nicht früher nach Schweden gezogen, weil wir uns immer meiner Mutter und später auch dem Vater meines Mannes verpflichtet sahen. Ich weiß nicht, ob wir uns einfach über unsere Bedenken hätten hinwegsetzen sollen, denn wenn man immer nur an andere denkt, dann wird man das früher oder später evtl. mal bereuen.

Deshalb würde ich weder meinen Kindern böse sein, wenn sie auswandern und mir aber umgekehrt auch von meinen Kindern nichts ausreden lassen, was ich im Alter tue. Aber das weiß in unserer Familie auch jeder, dass wir jedem sein persönliches Glück gönnen.

Ein Umzug der Eltern, wie ich es in Erwägung gezogen habe, kommt somit für mich ohnehin nur in Frage, wenn die Eltern selbst es wünschen.

Grüße Aelve
Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.
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Re: Auswandern und die Grosseltern

Beitragvon Imrhien » 9. März 2009 13:00

Schön gesagt Hansbaer.
Es will nicht jeder den Wohnort wechseln nur weil es die Kinder auch tun. Wir verlangen von den Eltern, dass sie uns ziehen lassen, da müssen wir ihnen auch zugestehen zu bleiben.
Ältere Leute sind eigentlich wie wir Jungen (oder sagen wir jüngeren...) Sie sind unterschiedlich. Was dem einen gefällt muss dem anderen noch lange nicht recht sein.
Ach ja, Aelve, nicht jeder hat die Möglichkeit sich ein Ferienhaus in Schweden oder sonst wo zu leisten. Die Option haben nicht so viele.

Grüsse
Wiebke

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Re: Auswandern und die Grosseltern

Beitragvon Tulipa » 9. März 2009 13:11

Als mein Opa damals mit Mitte 80 nicht mehr allein zurecht kam, ist er zu uns gezogen. Oder soll ich sagen, geholt worden, aber es kam eigentlich keine andere Lösung in Frage.
Er hatte es objektiv schön bei uns und wir haben uns alle bemüht, dass er sich einlebt. Aber leider ist er nicht glücklich geworden. Und für irgendwelche Freizeitangebote hat er sich schon gar nicht interessiert.

So etwas möchte ich jedenfalls wenn möglich nicht wiederholen.

LG
Tulipa
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Re: Auswandern und die Grosseltern

Beitragvon nysn » 9. März 2009 13:17

Ach ja, Aelve, nicht jeder hat die Möglichkeit sich ein Ferienhaus in Schweden oder sonst wo zu leisten.


off topic - ist jetzt nicht mehr nur auf ältere Leute bezogen:
nur so am Rande: :wink:

... die Freizeithäuser werden in absehbarer Zeit tatsächlich nur noch billiger ...
das Statistische Zentralbüro hat heute Zahlen veröffentlicht, die besagen, dass die Nachfrage nach Freizeithäusern in Schweden drastisch gesunken bzw. rückläufig ist ...

Ich vermute, dass eben gerade auch schwedische rüstige Pensionäre lieber woanders hingehen, wenn sie gesundheitlich/finanziell dazu in der Lage sind ...

http://www.e24.se/samhallsekonomi/sveri ... 154929.e24

S-nina

hansbaer

Re: Auswandern und die Grosseltern

Beitragvon hansbaer » 9. März 2009 13:25

@Nina: ich bin mir nicht ganz sicher, was du mit dem Link sagen willst. Der Rückgang der Verkaufszahlen fand ja über 2 Jahrzehnte statt, und in dem Bericht steht, dass gerade die Generation über 60 die einzige ist, die mehr Häuser kauft als früher.

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Re: Auswandern und die Grosseltern

Beitragvon Aelve » 9. März 2009 13:38

Hallo,

hier wird in letzter Zeit permanent versucht, Stimmung gegen Eigentum zu verbreiten. Dazu nur eins:
der Neid sieht die Ernte, den Spaten sind er nicht.

Es muß sich in Schweden keiner extra ein Ferienhaus kaufen, der es nicht will oder nicht kann. Aber die Möglichkeit besteht immerhin, denn in Schweden ist ja ein kleines Ferienhaus lange nicht so teuer wie in anderen Gegenden
Und da man in einem Forum die Möglichkeiten oder die Gegebenheiten der anderen User nicht weiter kennt, ist es nur eins von vielen Vorschlägen, die niemand für sich selber so anwenden muß. Es kann ja theoretisch auch so sein, dass die ausgewanderten Kinder sich ein Ferienhaus kaufen und es einerseits vermieten und andererseits die Eltern dort häufig mal Urlaub machen können.

Grüße Aelve
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Re: Auswandern und die Grosseltern

Beitragvon Imrhien » 9. März 2009 13:44

Aelve hat geschrieben:hier wird in letzter Zeit permanent versucht, Stimmung gegen Eigentum zu verbreiten.


Dies habe ich keineswegs getan. Du meintest nur die Eltern im vorliegenden Beispiel sollten sich doch oder könnten sich doch ein Ferienhaus in Schweden zulegen damit sie bei der Familie Urlaub machen können. Nun, ich mag Eigentum. Ich finde das klasse. Eigentum ist toll.
Wohneigentum um es mal genauer auszudrücken ist noch toller. Ich habe gar selber welches. Meine Eltern gehören jedoch trotzdem nicht zu den Leuten die sich das leisten können. Auch nicht in Schweden und auch nicht bei gesunkenen Preisen. Von schlecht machen oder Stimmung machen kann hier nicht die Rede sein. Es ist nur die Realität, dass nicht alle das können. Ob das dann Neid ist mag im Einzelfall zu bewerten sein. Ob meine Eltern nun neidisch sind oder nicht, sie haben einfach nicht das Geld. Da spielt der Rest keine rolle. Man kann das Geld nicht herbeizaubern nur weil die Kinder ins Ausland ziehen. Und wer sagt, dass man sich einfach ein Haus kaufen soll und die die es nicht tun nur neidisch sind, der verkennt sie Realität.

Grüsse
Wiebke


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