Auswandern und die Grosseltern

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Tulipa
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Re: Auswandern mit ALG II?

Beitragvon Tulipa » 9. März 2009 10:26

Danke, liebe Aelve,
für den Tipp. Haben wir eigentlich noch nicht ernsthaft erwogen, weil es völlig abwegig scheint. Oder doch nicht ?
Kann ich ja gelegentlich mal ansprechen.
Meine Eltern bekommen ja ähnliche Geschichten zu hören, wie ich sie auch hier hineinstelle. Und meine Mutter sagt dann immer, die Schweden seien ja wohl ein sehr seltsames Volk :)

LG
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Re: Auswandern mit ALG II?

Beitragvon Aelve » 9. März 2009 11:12

Liebe Tulipa,

ich weiß jetzt nicht, wie lange Du schon in Schweden wohnst. Waren Deine Eltern schon einige Male selber in Schweden?
Ich kann Dir wirklich sagen, dass ich soviele Leute kenne, die nach Schweden gezogen sind und sich alle sauwohl fühlen.
Eine ältere Bekannte, sie ist schon 80 Jahre alt und seit 50 Jahren in Schweden verheiratet, erzählte neulich, dass sie sogar von der Kommune Schwimmen im nächsten Schwimmbad umsonst in Anspruch nehmen kann. Ihr Mann und sie fahren einmal wöchentlich dort hin und machen Wassergymnastik mit. Dann gehen sie sehr viel in irgendwelche Vereine, z.B. hat die Bekannte viel Porzellanmalerei gemacht, da wurde extra ein Kurs angeboten, wo sie dann die bemalten Teile brennen konnte. Ich glaube, sie geht auch noch zum Singen in der Gemeinde.
Es liegt natürlich viel an jedem selber, wie er sich seine Hobbies gestaltet und in Gruppen dafür geht, vielleicht blühen Deine Eltern in Schweden nochmal so richtig auf.

Bei uns ist es so, dass unser Sohn zur Zeit noch keine Ambitionen auf Schweden hat, es ist ihm dort zu langweilig, denn hier arbeitet er in Hamburg und ist auch sonst sehr aktiv. Aber seine Freundin wäre schon nicht so abgeneigt, nach Schweden zu gehen. Aber unser Sohn würde uns nie abraten, unser Leben im Ruhestand so zu verleben, wie wir es wollen und für richtig erachten.

Liebe Grüße Aelve
Zuletzt geändert von Aelve am 9. März 2009 11:52, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Auswandern mit ALG II?

Beitragvon nysn » 9. März 2009 11:20

Und meine Mutter sagt dann immer, die Schweden seien ja wohl ein sehr seltsames Volk


Da würde ich natürlich sagen: Recht hat sie! :wink:

Aber im Ernst: In jüngeren Jahren, wenn man berufstätig ist oder Kinder hat, ist es leichter, in einem fremden Land Fuß zu fassen - die sozialen Kontakte bekommt man ja meistens über Arbeitskollegen oder die Kinder. Die Sprache erlernt man zumeist auch noch ohne größere Schwierigkeiten.

Die Leute, die im Rentenalter auswandern, gehen ja zumeist dahin, wo es schon mehrere andere Rentner/Pensionäre aus ihrem eigenen Heimatland gibt (z. B. gehen viele Schweden nach Spanien oder Südfrankreich und halten dort Kontakte vorwiegend bis ausschließlich nur zu ihren eigenen Landsleuten).

Wenn Eure Eltern dann zu Euch nach Schweden kommen würden, wäre das am Anfang wohl sicher ein Grund zur Freude. Sollten die Eltern dann nach einiger Zeit kein eigenes soziales Kontaktnetz aufgebaut haben (was ja durchaus schwierig sein kann), würden sie immer mehr auf Euch angewiesen sein - und folglich irgendwann auch die Familiensituation ingesamt belasten. Es sei denn, man ist es gewöhnt, in einer Großfamilie zu leben ...

Daher finde ich, sollte man sich einen solchen Schritt sehr gut überlegen.

Außerdem würde ich Schwenden Rentnern/Pensionären auch nicht unbedingt in erster Linie empfehlen: Schon das Klima ist für ältere Menschen nicht von Vorteil - daher zieht es ja immer mehr Leute nach Mallorca oder in südlichere, wärmere Länder.

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Re: Auswandern mit ALG II?

Beitragvon Berta » 9. März 2009 11:22

Liebe Leute,

es muss doch gar nicht notwendigerweise so sein, dass man mit einem Umzug nach Schweden den Kindern die Großeltern oder den Großeltern die Kinder entzieht:

Angenommen ich hätte Kinder und würde jetzt von hier nach Südschweden ziehen, wohnte ich deutlich dichter an meinen Eltern und meinen Großeltern und könnte den Kindern ja möglicherweise häufigere Kontakte zu Groß- und Urgroßeltern bieten... Als ich in Uppsala wohnte, habe ich a) nur die Hälfte an Kosten verbraucht, um zu meinen Eltern zu kommen und b) war ich viel schneller als von hier aus.

Nur so: Es kommt immer auch auf den Wohnort der Großeltern an! Und natürlich auf den Wohnort in Schweden.
Von hier brauche ich, wenn ich sofort losfahre, 7 Stunden 36 Minuten mit dem Zug. Von Malmö aus nur 4 Stunden und 54 Minuten...
Berta.
Zuletzt geändert von Berta am 9. März 2009 11:31, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Auswandern mit ALG II?

Beitragvon nysn » 9. März 2009 11:22

Eine ältere Bekannte, sie ist schon 80 Jahre alt und seit 50 Jahren in Schweden verheiratet, erzählte neulich,


... dann war deine Bekannte zum Zeitpunkt ihrer Auswanderung nach Schweden also 30 Jahre oder jünger!

Rentner/Pensionär?

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Re: Auswandern und die Grosseltern

Beitragvon janaquinn » 9. März 2009 11:48

Hej Tulipa,
wir sind in einer ähnlichen Situation, meine Schwiema wird dieses Jahr 70 Jahre, ist allerdings sehr sehr rüstig....bis auf die üblichen kleineren Beschwerden.
Sie kennt Schweden aus ihrer Jugend, hat wohl auch mal fliessend schwedisch gesprochen und so haben wir auch eine Weile überlegt, sie zu uns zuholen.
Allerdings pflegt sie ihre Mutter und eine behinderte Nachbarin, auch wenn ich deswegen mit ihr schimpfe, und sie sagt selber, sie möchte nicht nach Schweden kommen. SIe ist glücklich in München, möchte auf ihre "alten Tage" nicht nochmal neu beginnen.
Es gibt ein schönes SPrichwort und daran halten sich bei uns beide Seiten : Einen alten Baum versetzt man nicht!"...und sicherlich ist einiges wahres dran.

So fliegen wir in regelmässigen Abständen zu ihr nach München, besuchen dann alte Freunde und Bekannte, geniessen die Bayrische Küche und im Sommer die Biergärten....oder aber sie kommt uns besuchen, damit sie Yannic sehen kann, weil wir ihm keinen Flug zumuten wollen und auch eine Autofahrt von Stockholm nach München utopisch wäre.

Ob ihr wegen der Eltern wieder zurück nach Deutschland geht, dass ist eure Entscheidung, aber es sollte nicht nur ausschliesslich wegen der Eltern sein, da eure Kinder sicherlich wunderbar integriert sind und ein Landeswechsel, auch für Kinder, nicht unbedingt leicht ist.


LG JANA
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Re: Auswandern und die Grosseltern

Beitragvon Aelve » 9. März 2009 11:51

Hallo S-Nina,

ja, die Bekannte war 30 Jahre alt, als sie nach Schweden zog. Aber sie würde ums Verrecken heute nicht mehr nach Deutschland zurück wollen, obwohl ihr Mann gut deutsch spricht und sie deshalb auch in Deutschland wohnen könnten. Ich habe die Bekannte nur deshalb als Beispiel genannt, weil ich damit ausdrücken wollte, dass für die ältere Generation in Schweden sehr viel getan wird, was sie mir stets berichtet. Und wiederum ein deutschen Pärchen, es sind von uns Freunde, die wir bereits 40 Jahre lang kennen, haben sich vor über 12 Jahren in Schweden ein Haus gekauft, sind beide nicht mehr berufstätig und besitzen auch in D noch ihre Eigentumswohnung. In D halten sie es oft nur 2-3 Tage aus, in Schweden dagegen sind sie wochenlang, es gefällt ihnen dort einfach besser. Aber sie wohnen im Ort, sie wollten nicht auf dem Land leben und haben sich eine kleine Stadt in Schweden ausgesucht.

Und der Süden ist ja gut und schön, aber es soll Leute geben, die fühlen sich im gemäßigten Klima im Norden einfach wohler.

Und ich gebe Berta recht, wenn man in Deutschland 800 km voneinander entfernt wohnt, sieht man sich wahrscheinlich seltener als wenn einer im Norden Deutschlands wohnt und es dann bis Schweden nur 450 km sind zu den Verwandten.

Grüße Aelve
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Re: Auswandern und die Grosseltern

Beitragvon nysn » 9. März 2009 12:05

ja, die Bekannte war 30 Jahre alt, als sie nach Schweden zog. Aber sie würde ums Verrecken heute nicht mehr nach Deutschland zurück wollen, obwohl ihr Mann gut deutsch spricht und sie deshalb auch in Deutschland wohnen könnten. Ich habe die Bekannte nur deshalb als Beispiel genannt, weil ich damit ausdrücken wollte, dass für die ältere Generation in Schweden sehr viel getan wird, was sie mir stets berichtet.


Deshalb war dein Beispiel in diesem Zusammenhang falsch und irreführend.

Die Fragestellung lautete: Auswanderen/Umzug der Großeltern nach Schweden.

Dass für alte Menschen hier einiges getan wird, mag stimmen. Doch du vergisst: diese alten Menschen sind häufig Schweden oder wohnen wie deine Bekannte schon jahrzehntelang in Schweden, und sie sind der Sprache mächtig.

Vielleicht hast du schon davon gehört, dass gerade Spanien zum Teil ein Problem damit hat, dass so viele ausländische Pensionäre/Rentner dorthin gezogen sind, ohne Sprachkenntnisse und ohne sich jemals noch in die Gesellschaft integriert zu haben. Diese Rentner/Pensionäre benötigen zwangsläufig in höherem Maße Dienstleistungen der Sozialversicherung, sprich Arzt- und Kranken-/Altenpflegedienste.

In Schweden gibt es mittlerweile auch Probleme in Altenheimen mit älteren Migranten ohne Schwedischkenntisse. Hinzu kommt ein Mangel an Pflegepersonal.
Versetze dich doch selbst einmal in die Situation, wenn du z. B. 10 Jahre älter bist und dann in ein Krankenhaus kommst und alles über Dolmetscher abwickeln musst - meinst du das ist einfach?

Meinst du es ist einfach, wenn die Großeltern immer auf ihre Kinder angewiesen sind? Bei jedem Arztbesuch darf dann ein Enkelkind als Dolmetscher fungieren?

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Re: Auswandern und die Grosseltern

Beitragvon Aelve » 9. März 2009 12:17

Hallo S-Nina,

mein Beispiel hat lediglich dazu gedient, Tulipa mitzuteilen, dass in Schweden viele Freizeitangebote für ältere Herrschaften bereit gestellt werden, nicht mehr und nicht weniger. Deshalb war mein Beitrag auch nicht irreführend, es ging ganz alleine nur darum, dass sich ältere Personen in Schweden sehr wohl fühlen können und nicht, dass es so ist, dass das Land Schweden kaum zum Aushalten ist. Das mag für Dich zutreffen, aber längst nicht für alle Personen gelten.
Oder soll Dein posting bedeuten, dass die älteren Leute gefälligst dort bleiben sollen, wie sie bisher auch gelebt haben? Das kann es ja heute, wo wir ein geeintes Europa haben, wo jeder wohnen kann wo er will in Europa, nicht sein. Es wäre auch eine Überlegung wert, dass sich die Eltern evtl. ein kleines Ferienhaus in Schweden kaufen, um dann öfter mal ihre Kinder in Schweden besuchen zu können und auch die Eltern dann mal entlasten können, wenn das Enkelkind ein paar Tage bei ihnen sein kann.
Man muß einfach mal mehrere Möglichkeiten durchdenken, wenn man nach Lösungen für die Familie sucht.

Grüße Aelve
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Re: Auswandern und die Grosseltern

Beitragvon Tulipa » 9. März 2009 12:28

Ich habe grundsätzlich dazu folgende Meinungen:

- dass wirklich alten Menschen ein Ortswechsel nicht gut tut
- dass alte Menschen möglichst durch oder doch in der Nähe ihrer Familie betreut werden sollten
- dass Kinder guten Kontakt zu den Grosseltern haben sollten und natürlich umgekehrt
- dass das Wohl der Grosseltern ein ganz wichtiges Kriterium bei allen Entscheidungen, aber natürlich nicht das einzige
...

... und nun mache jede Familie aus diesen meist nicht unter einen Hut zu bringenden Forderungen für sich persönlich das beste ... wie ich auch schon zur Schulwahl schrieb, es kommt immer ganz auf die spezielle eigene Situation an.

Derzeit haben wir uns ganz gut arrangiert und verbringen den Grossteil der Schulferien bei meinen Eltern, also 4 x 1 Woche pro Jahr und im Sommer länger. Und das dann sehr intensiv, zumal wir dann allein schon räumlich "aufeinander" wohnen. Zu den Schwiegereltern schaffen wir es aber zugegebenermassen nur 1-2mal im Jahr, dafür fährt mein Mann dort auch schon mal allein hin. Alles nicht perfekt, aber so kommen zur Zeit alle zurecht und wenn irgendwann nicht mehr, müssen wir eben weiter sehen.

LG
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