Auswandern schwergemacht!

Von Auswanderern für Auswanderungswillige! Alle Fragen zu Planung und Durchführung, zu Umzug, Integration und Umgang mit den Behörden. Interessante Erlebnisse und Tipps der Expats.
Link zum Portal: http://www.schwedentor.de/auswandern-leben
Fhre Schweden: Mit Stena Line nach Skandinavien: Sassnitz-Trelleborg

heimdal

Auswandern schwergemacht!

Beitragvon heimdal » 13. März 2008 20:03

Hallo liebe Forumsteilnehmer!
Heute komme ich leider mal mit einem Problem, welches mein Lieblingsland Schweden in einem nicht so demokratischen Licht erscheinen lässt.
Mein Freund Hartmut ist vor gut 4 Monaten nach Schweden in die nähe von Solleftea ausgewandert.
Haus gekauft, Firma wird gegründet, man versteht sich gut mit den Nachbarn,
man lernt sehr schnell die Sprache. Also eigentlich alles wölkchen.
Man wundert sich zwar, das das oft geprisene Begrüßungskommitee ausbleibt (Flyer,Einladungen,Clubleben etc.), aber was solls.
Doch ein großes Problem hat der Hartmut, nemlich seine Frau.
Die heißt Sina und kommt gebürtig aus einem Nicht-EU-Land
:evil: um genau zu sein aus Sibirien.Sie hat dort ein Krankenhaus geleitet und würde in Schweden gern als Krankenschwester arbeiten.
Sie könnte auch sofort im örtlichen Krankenhaus anfangen.
Ja wenn da nicht die Immigrationsbehörde wäre.
Der erste Antrag wurde ohne Begründung abgelehnt.
Bei hartneckiger Nachfrage räumte man die Möglichkeit ein den Fall nochmal zu überdenken, wenn der Hartmut das schlappe Sümmchen von 20000,- EUR auf ein Extrakonto hinterlegt, damit die böse Sina (vielleicht KGB?) dem Staat auch nicht auf der Tasche liegt.
Dies tat der Hartmut auch schön brav.
Mit dem Erfolg, das erneut eine Ablehnung der Immigration erfolgte.
Und wieder ohne jegliche Angabe von Gründen.
Einen Nachfrage seinerseits ob die hinterlegte Geldsumme noch nicht reichen würde blieb unbeantwortet.
Jetzt ist der Hartmut natürlich traurig und verzweifelt, weil seiner Ehefrau die dauerfate Abschiebung droht.
Wer hätte das von den so liberalen Schweden gedacht?
Wenn jemand in diesem Forum noch einen Lösungsschritt weiß oder nützliche Links senden kann, dann wäre ich allen sehr dankbar.
:YYAU:
LG Ralf!

Zschirli

Re: Auswandern schwergemacht!

Beitragvon Zschirli » 13. März 2008 20:10

nur zum Verständnis: der Hartmut und die Sina sind aber verheiratet?! Oder? Er selber hat die Auffenthaltsgenehmigung? Personennummer, Schein vom Migrationswerk usw.? Und seine Frau, die Sina, hat vorher mit Hartmut (nehm ich mal an) gemeinsam in einem EU-Land gewohnt?

Wär schon wichtig, das genau zu wissen, bevor man losrennt und einen fragt. Wenn das alles so ist, wuerd ich nämlich hier mal einen fragen ... :wink:

nysn

Re: Auswandern schwergemacht!

Beitragvon nysn » 14. März 2008 09:29

Wenn der Hartmut und die Sina verheiratet sind - wie schon gesagt - sollte es diese Probleme eigentlich nicht geben.

welches mein Lieblingsland Schweden in einem nicht so demokratischen Licht erscheinen lässt


Vielleicht sollte man generell mal sein "Schwedenbild" überdenken. Ein Besuch in einer der größeren Städte zeigt dann schnell, wer hier als Auswanderer "akzeptiert" wird und wer nicht. Es werden immer Unterschiede gemacht - nicht EU-Bürger haben es am allerschwersten, gefolgt von EU-Bürgern aus den neuen Miegliedsstaaten, denen man häufig auch unterstellt, dass sie eigentlich primär wegen des besseren Sozialsystems hierherkommen.

In Schweden kann es mitunter auch wichtig sein, wie man "aussieht" (europäisch/südeuropäisch/nicht europäisch) und welchen Namen man trägt (südeuropäische Namen oder gar Namen, die auf einen islamischen Kulturkreis schließen lassen, müssen damit rechnen, dass sie bei einer Bewerbung erst gar nicht berücksichtigt werden - also direkt "Papierkorb").

Keine Ahnung, warum man immer glaubt, die Schweden wären so tolerant - als "Halbausländerin" in Süddeutschland (mein Vater kam in den 60er-Jahren aus Süditalien nach Deutschland) kann ich eigentlich nicht sagen, dass ich mich in Deutschland irgendwann mal diskriminiert gefühlt hätte. Als ich 1994 nach Schweden kam und es an der Passkontrolle in Landvetter noch 2 Warteschlangen gab - eine für EU-Bürger und eine für Nicht-EU-Bürger, wurde ich IMMER in die Schlange für Nicht-EU-Bürger gewinkt - mein Pass wurde akribisch geprüft und jedes Mal kam auch die Frage, warum ich einen deutschen Pass hätte und was ich denn in Schweden wollte :? :roll:

Benutzeravatar
Imrhien
Alter Schwede
Alter Schwede
Beiträge: 3310
Registriert: 6. Dezember 2006 10:31
Schwedisch-Kenntnisse: fließend
Lebensmittelpunkt: Schweden

Re: Auswandern schwergemacht!

Beitragvon Imrhien » 14. März 2008 11:04

Einziger Vorschlag, wenn das Paar nicht verheiratet ist, die Beziehung aber eh darauf rauslaufen würde... man also eh irgendwann heiraten wollte, dann sollten sie es eben jetzt tun. Nicht die bester Basis für die Ehe, aber wenns nicht die Einzige ist kanns klappen. Kenne Paare die das so gemacht haben. In Deutschland. Da darf man nämlich auch nicht so einfach sooo leben. In Schweden ist das sogar noch deutlich einfacher. Versuch mal als unverheiratetes Paar in die Schweiz zu gehen, selbst wenn beide Deutsche sind, aber nur einer da arbeitet. Vor ein paar Jahren gings noch nicht. Da ist Schweden fortschrittlicher. Klar, dass bei Nicht-Eu ein Unterschied gemacht wird. Nicht, dass die Menschen ausserhalb schlechter wären. Aber wozu gibt es die EU? Um es den Bürgern innerhalb zu erleichtern. Wenn es keinen Unterschied gäbe, bräuchte man die EU nicht. Klingt vielleicht toll, aber so weit sind wir noch lange nicht. Tut mir leid. Da bleibt nichts anderes übrig als heiraten oder gemeinsam zurück nach Deutschland zu gehen. Aber auch da stellt sich irgendwann die gleiche Frage, ausser die Frau hat eine Arbeitsstelle und Aufenthaltsgenehmigung.

Grüße
Wiebke

Benutzeravatar
floweh
Aktives Mitglied
Aktives Mitglied
Beiträge: 155
Registriert: 21. Februar 2008 17:54
Schwedisch-Kenntnisse: fließend
Lebensmittelpunkt: Schweden

Re: Auswandern schwergemacht!

Beitragvon floweh » 14. März 2008 11:13

S-nina hat geschrieben:Wenn der Hartmut und die Sina verheiratet sind - wie schon gesagt - sollte es diese Probleme eigentlich nicht geben.

stimmt auffallend...eigentlich sollte es das nicht, denn durch heirat bekommt man die genehmigung eigentlich automatisch :/ sehr seltsam...vor allem da ich mal annehm dass die beiden doch vorher in deutschland gelebt haben, hartmut klingt so deutsch :)

S-nina hat geschrieben:Vielleicht sollte man generell mal sein "Schwedenbild" überdenken. Ein Besuch in einer der größeren Städte zeigt dann schnell, wer hier als Auswanderer "akzeptiert" wird und wer nicht. Es werden immer Unterschiede gemacht - nicht EU-Bürger haben es am allerschwersten, gefolgt von EU-Bürgern aus den neuen Miegliedsstaaten, denen man häufig auch unterstellt, dass sie eigentlich primär wegen des besseren Sozialsystems hierherkommen.

In Schweden kann es mitunter auch wichtig sein, wie man "aussieht" (europäisch/südeuropäisch/nicht europäisch) und welchen Namen man trägt (südeuropäische Namen oder gar Namen, die auf einen islamischen Kulturkreis schließen lassen, müssen damit rechnen, dass sie bei einer Bewerbung erst gar nicht berücksichtigt werden - also direkt "Papierkorb").

Keine Ahnung, warum man immer glaubt, die Schweden wären so tolerant - als "Halbausländerin" in Süddeutschland (mein Vater kam in den 60er-Jahren aus Süditalien nach Deutschland) kann ich eigentlich nicht sagen, dass ich mich in Deutschland irgendwann mal diskriminiert gefühlt hätte. Als ich 1994 nach Schweden kam und es an der Passkontrolle in Landvetter noch 2 Warteschlangen gab - eine für EU-Bürger und eine für Nicht-EU-Bürger, wurde ich IMMER in die Schlange für Nicht-EU-Bürger gewinkt - mein Pass wurde akribisch geprüft und jedes Mal kam auch die Frage, warum ich einen deutschen Pass hätte und was ich denn in Schweden wollte :? :roll:


mhm leider hab ich das auch schon gehört von meinen schwiegereltern die ja auch in schweden leben...
die meinen schon zu mir "du bist kein >>invandrare<<" - darauf meinte ich: "na aber sicher doch ich bin doch kein gebürtiger schwede also bin ich doch einwanderer ?!?" - darauf bekam ich lächelnd die antwort: "du bist aber deutscher (EU-Bürger) also nur ein >>neu-schwede<<", ein >>invandrare<< sei nur ein einwanderer mit arabischem oder osteuropäischem namen oder ähnliches und für diese mitbürger gebe es dann auch in den meisten orten erstmal bestimmte gegenden wo sie alle nebeneinander wohnen in mehrfamilienhaussiedlungen...
und leider hab ich das auch schon so gesehen...ich bin tatsächlich der einzige eu-bürger in meinem sfi-kurs der ebenfalls in einer solchen wohnung lebt, alle andren haben ein eigenes häuschen und die nicht eu-ler sind sozusagen meine nachbarn, neben ein paar wenigen schweden.
schade eigentlich, dass das wirklich so vorkommt, aber das ist bestimmt nicht über all in schweden so, oder? bestimmt hat der ein oder andre da auch erfreulichere erfahrungen gemacht.

nobse

Re: Auswandern schwergemacht!

Beitragvon nobse » 14. März 2008 11:20

Schon mal daran gedacht ,dass es außer dem liberalen auch ein kriminelles Schweden gibt?
In diesem Fall würde ich alle drei Botschaften einschalten, denn irgendetwas ist da nicht geheuer.Kein Mensch zahlt ohne eine fundamentierte Begründung 20.000€ an ein Amt auf ein Extrakonto.

Benutzeravatar
Skogstroll
Schweden Guru
Schweden Guru
Beiträge: 1382
Registriert: 30. August 2006 11:42

Re: Auswandern schwergemacht!

Beitragvon Skogstroll » 14. März 2008 11:49

S-nina hat geschrieben:Vielleicht sollte man generell mal sein "Schwedenbild" überdenken.


Das ist genau das, was einige Forumsmitglieder - darunter meine Wenigkeit - seit langem versuchen. Erstaunlicherweise trifft man immer wieder auf erstaunliche Empfindlichkeiten, wenn man am Bullerby-Image kratzt. Manches will einfach niemand hören.

Es dürfte übrigens nicht reichen, wenn die beiden verheiratet sind. Das Migrationsverket geht nämlich prinzipiell erstmal von einer gemeinen Zweckheirat zur Erschleichung der schwedischen Staatsbürgerschaft aus. Man muss - und das gilt sogar für EU-Bürger - eingehende, intime und getrennte Befragungen, besser gesagt: Verhöre über sich ergehen lassen, wenn man die Staatsbürgerschaft oder auch nur (als es die noch gab) die permanente Aufenthaltsgenehmigung beantragen will. Es gibt Leute, die dort heulend rausgerannt sind. Der Weg dorthin ist sehr schwer und für nicht-EU-Bürger bisweilen unmöglich. Nicht zuletzt ist Schweden wegen seiner rigorosen Abschiebepolitik auch immer wieder in die Kritik gekommen. Und es gibt auch einen gut zementierten Fremdenhass. Man höre sich nur mal Sendungen wie Ring P1 im Radio an, Sendungen, in denen Medelsvensson seine Meinung via Ätherwellen kundtun darf. Da kann einem ganz anders werden!

Skogstroll

Benutzeravatar
opelblitz78
Teilnehmer
Teilnehmer
Beiträge: 11
Registriert: 8. Januar 2008 15:49
Kontaktdaten:

Re: Auswandern schwergemacht!

Beitragvon opelblitz78 » 14. März 2008 12:49

@heimdal

Wenn ich mal Fragen darf...was hat denn dein Freund Hartmut für eine Firma und wo genau wohnt er denn da? Ich Frage deswegen weil meine Eltern auch in der ecke wohnen und ich des öfteren dort zu Besuch bin.
Vielleicht klappts ja mal auf einen Kaffee :kaffee:


Gruß
Knut
Wie poste ich falsch?


Nachdem ich Google, das FAQ und die Boardsuche erfolgreich ignoriert habe, erstelle ich 2 bis 5 Threads in den falschen Unterforen, unter deren Namen sich jeder etwas anderes vorstellen kann.

Benutzeravatar
Dietmar
Admin
Beiträge: 2454
Registriert: 9. Juli 1998 17:00
Lebensmittelpunkt: Deutschland
Kontaktdaten:

Re: Auswandern schwergemacht!

Beitragvon Dietmar » 15. März 2008 13:29

Admin-Hinweis: Folgebeiträge wurden abgetrennt, da off-topic, und sind jetzt hier zu finden:
kulturen-und-rassen-war-auswandern-schwergemacht,9913.html

Ziel des Themenersteller war es, konkrete Tipps und Infos zu bekommen.

oldschwede
Aktives Mitglied
Aktives Mitglied
Beiträge: 100
Registriert: 11. März 2008 18:49
Schwedisch-Kenntnisse: praktisch keine
Lebensmittelpunkt: Schweden
Kontaktdaten:

Re: Auswandern schwergemacht!

Beitragvon oldschwede » 16. März 2008 12:10

das ist schwierig

ihr hab ja in deutschland gelebt somit bräuchte und hat sie ja ein deutsches visum
und auf grund dieses visums kann sie sich nach dem schengenerabkommen in "schengenland" !!frei bewegen !!!
d.h. auch in schweden ca 3 monate

so wenn du genügend finanzielle mittel nachweisen kannst das du als eu bürger in schweden leben kannst
kann dir das migrationsverket das nicht verbieten
gleiches gilt natürlich auf für familienmitglieder "Familjeanknytning"
aber zuerst solltest du über einaufenthaltsrecht für dich verfügen bevor du das deiner frau einreichst (das nur ein Tip)
für deine frau wäre es gut wenn sie sich an ihre zuständige botschaft wendet
wei sie mit hoher wahrscheinlichkeit hier auchein visum benötigt

genaugenommen stinkt das aber nach diskrimierung eines EU bürger und dessen familie
ich würde meinen deutsche botschaft in stockholm
und einen ombudsman

http://www.diskriminering.se/

http://www.do.se/

auch die EU hat ne stelle an die man sich wenden kann
http://www.ec.europa.eu/solvit
das ist zwar mehr richtung behinderung von selbständigen und berufen

die ganzen behörden und staat sachen egal schweden oder deutschland spanien....
ist wie eine wild gewordene maschinerie die mehr oder minder nicht das land reprensentiert
und schon lange nicht mehr volkes wille das ist raubrittertum oder die moderne art des volkes kastration, völlige entmündigung, staaliche bevormundung

ich hoffe das diese tips helfen können

gruß anders


  • Vergleichbare Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag

Zurück zu „Auswandern“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste