Auswandern nach Schweden mit Non-EU Freundin

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quay
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Auswandern nach Schweden mit Non-EU Freundin

Beitragvon quay » 16. Juli 2009 15:39

Hallo alle miteinander,

Der etwas seltsam anmutende Titel sagt es ja schon: Ich (österr. Staatsbürger) möchte mit meiner Freundin (ukrainische Staatsbürgerin) nach Schweden auswandern.

Nun hab ich mich auf der Seite http://www.migrationsverket.se/ schon etwas schlau gemacht, und es sieht für mich so aus als wäre es auch für Nicht-EU Bürger möglich in Schweden zu leben und zu arbeiten, wenn sie zur "Familie" eines EU-Bürgers gehören [1].

Der genaue Wortlaut:

Regardless of nationality, the following members of the families of employees, self-employed persons, providers of services, students or persons who have sufficient funds for their keep can receive a residence card in Sweden:

* husband, wife, registered partner or co-habitee
* children under the age of 21 years or older children who are dependent on their parents for their keep
* parents who are financially dependent on children
* who live in Sweden.


Soweit ich bisher verstanden habe, betrifft der registered partner nur gleichgeschlechtliche Paare, für uns würde wohl der co-habitee zutreffend sein.
Nur finde ich nirgends genauere Infos, wie man denn nun diesen "Partner-Status" nachweisen muss. Hat hier irgendjemand vielleicht schon Erfahrungen zu genau diesem Thema?
Weiß jemand wie kompliziert das ist, diesen Status nachzuweisen, welche Dokumente erforderlich sind etc.?

Weil lt. den Infos auf migrationsverket könnte meine Freundin dadurch sogar eine Arbeitserlaubnis erlangen:

Family members of employees may be granted a residence permit for the same duration as the residence and work permit granted to the employee. If the permit is valid for at least six months, family members may also be granted a work permit.


Würde mich über aufklärende Infos sehr freuen :)

lg,

--qu

[1] Residence card for members of the families of EU/ EEA citizens

hansbaer

Re: Auswandern nach Schweden mit Non-EU Freundin

Beitragvon hansbaer » 16. Juli 2009 17:21

quay hat geschrieben:Soweit ich bisher verstanden habe, betrifft der registered partner nur gleichgeschlechtliche Paare, für uns würde wohl der co-habitee zutreffend sein.
Nur finde ich nirgends genauere Infos, wie man denn nun diesen "Partner-Status" nachweisen muss. Hat hier irgendjemand vielleicht schon Erfahrungen zu genau diesem Thema?
Weiß jemand wie kompliziert das ist, diesen Status nachzuweisen, welche Dokumente erforderlich sind etc.?


Co-Habitee ist auf schwedisch sambo (zusammenwohnend) - das ist ein besonderer Status, der sich alleine dadurch ergibt, dass man zusammen lebt. In Schweden ist das in vielen Dingen fast so, als wäre man verheiratet. Wenn ihr also schon eine Weile zusammenlebt, könnt ihr das problemlos machen.

Auf der schwedischen Seite des Migrationsverket steht zum Thema Nachweis:

folkboksföringsbevis, hyreskontrakt eller köpebevis för bostad


Übersetzt: "Auszug aus dem Melderegister, Mietvertrag oder Nachweis des Kaufs einer Wohnung"

Weil lt. den Infos auf migrationsverket könnte meine Freundin dadurch sogar eine Arbeitserlaubnis erlangen:


Seit letztem Dezember ist es so, dass die Hürden für die Anstellung von Nicht-EU-Ausländern gesenkt wurden. Sie erhalten nun die Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis, wenn sie einen Job finden können. Der Arbeitgeber muss seither nicht mehr nachweisen, dass er keinen EU-Bürger für den Job finden konnte. Wenn sie also schon eine Aufenthaltserlaubnis hat, dürfte sich das mit der Arbeitserlaubnis regeln, sobald sie einen Arbeitgeber findet, der sie anstellen möchte.

quay
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Re: Auswandern nach Schweden mit Non-EU Freundin

Beitragvon quay » 16. Juli 2009 18:06

Hallo hansbaer,

Vielen Dank erstmal für deine Antwort :)

Wenn ihr also schon eine Weile zusammenlebt, könnt ihr das problemlos machen.


Naja, das ist so eine Sache. Wir sind sind seit 1 Jahr zusammen, haben aber effektiv vl. 2 Monate zusammengelebt (und das nicht zusammenhängend). Mal bei mir in Österreich, dann bei ihr (sie arbeitet und wohnt in Kroatien).
Deswegen gibts sowas wie einen Meldezettel oder gemeinsamen Mietvertrag auch nicht :(

Übersetzt: "Auszug aus dem Melderegister, Mietvertrag oder Nachweis des Kaufs einer Wohnung"


Hm, ich nehme an, das betrifft die aktuelle Lebenssituation oder? Es wird nicht reichen nachzuweisen, dass wir eine Wohnung in Schweden gemeinsam mieten _werden_. Ich habe vor als erster nach Schweden zu gehen, sobald ich einen Arbeitsplatz gefunden habe. Wohnung zu mieten und sie dann nachzuholen..

Wie beurteilst du die aktuelle Lage am Arbeitsmarkt in Schweden? Ich bin Softwareentwickler, von dem her denke ich, dass ein Job zu finden sein müsste.
Meine Freundin besitzt Bachelor in einem Wirtschaftsstudium, ihr Plus sind halt die Fremdsprachen (Russisch, Ukrainisch, Polnisch, Kroatisch, Englisch). Nur von dem was ich bisher so rausgefunden habe (Suche auf monster) sind Jobs bei denen Ostsprachenkenntnisse gefragt sind eher rar...stimmt mich nicht besonders positiv :( Aber die Hoffnung stirbt zuletzt :)

hansbaer

Re: Auswandern nach Schweden mit Non-EU Freundin

Beitragvon hansbaer » 16. Juli 2009 18:59

quay hat geschrieben:Naja, das ist so eine Sache. Wir sind sind seit 1 Jahr zusammen, haben aber effektiv vl. 2 Monate zusammengelebt (und das nicht zusammenhängend). Mal bei mir in Österreich, dann bei ihr (sie arbeitet und wohnt in Kroatien).
Deswegen gibts sowas wie einen Meldezettel oder gemeinsamen Mietvertrag auch nicht :(
[...]
Hm, ich nehme an, das betrifft die aktuelle Lebenssituation oder? Es wird nicht reichen nachzuweisen, dass wir eine Wohnung in Schweden gemeinsam mieten _werden_. Ich habe vor als erster nach Schweden zu gehen, sobald ich einen Arbeitsplatz gefunden habe. Wohnung zu mieten und sie dann nachzuholen..


Ich kann dazu keinerlei definitiven Auskünfte geben - lediglich sagen, wie ich es beurteile.
Bei Nicht-EU-Bürgern soll das Migrationsverket ziemlich streng sein, was natürlich gut und richtig ist, euch aber in dem Fall ein Nachteil sein dürfte. Ein Sambo-Verhältnis ist dadurch gekennzeichnet, dass man einen gemeinsamen Haushalt hat. Dass du vorausgehst und deswegen der Haushalt zeitweise getrennt ist, dürfte der Sache keinen Abbruch tun. Wenn aber de facto nie ein gemeinsamer Haushalt bestanden hat, dann fallt ihr nicht unter diese Regelung. Unzusammenhängende 2 Monate würde ich nämlich nicht als solchen bezeichnen, und einen Migrationsverket-Mitarbeiter dürfte das wohl ähnlich beurteilen. Vorzugeben, dass ihr einen hattet, ist (laut Antragsformular) strafbar, und wäre der Sache daher nicht dienlich.
Ob ihr plant, einen Haushalt zu bilden, dürfte ohne Relevanz sein - denn wenn das eine Aufenthaltsgenehmigung rechtfertigt, dann wäre damit einer Art "Green-Card-Betrug" Tür und Tor geöffnet.

Hat deine Freundin vielleicht eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung in einem EU-Land? Das könnte evtl. hilfreich sein.

Was das Anmieten einer Wohnung angeht: in den Ballungszentren eine legal gemietete Wohnung zu bekommen ist ein schwieriges Unterfangen. Der Mietmarkt in Schweden funktioniert nach ganz anderen Prinzipien als der deutsche.

Wie beurteilst du die aktuelle Lage am Arbeitsmarkt in Schweden? Ich bin Softwareentwickler, von dem her denke ich, dass ein Job zu finden sein müsste.


Oft gestellte Frage, unheimlich schwierig zu beantworten - die Krise hat Schweden voll erwischt, was aber nicht heißen muss, dass es unmöglich ist, etwas zu kriegen. Von der Softwarebranche hört man bislang nichts negatives.

Meine Freundin besitzt Bachelor in einem Wirtschaftsstudium, ihr Plus sind halt die Fremdsprachen (Russisch, Ukrainisch, Polnisch, Kroatisch, Englisch). Nur von dem was ich bisher so rausgefunden habe (Suche auf monster) sind Jobs bei denen Ostsprachenkenntnisse gefragt sind eher rar...stimmt mich nicht besonders positiv :( Aber die Hoffnung stirbt zuletzt :)


In Schweden läuft viel über Initiativbewerbungen, persönlichen Kontakt und Referenzen. Wenn sie russische oder ukrainische Firmen, die in Schweden aktiv sind, kontaktiert, kann sich da vielleicht etwas auftun. Auch ein Eintrag bei entsprechenden Recruiting-Firmen ("Bemanning") kann hilfreich sein.

quay
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Re: Auswandern nach Schweden mit Non-EU Freundin

Beitragvon quay » 27. Juli 2009 17:36

Hallo hansbaer,

Hat deine Freundin vielleicht eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung in einem EU-Land? Das könnte evtl. hilfreich sein.


Nein hat sie nicht, sie hat Residence und work-permit für Kroatien. Ist ja (noch) nicht EU, also bringt uns das nix.
Die Sambo-permit wird dann wohl auch nichts, hab nicht vor hier irgendein "linkes" Ding zu drehn. Naja, dann mach ich mich wohl auf die Suche nach Jobs in der Ukraine :)

Vielen Dank trotzdem für deine hilfreichen Antworten!

lg,

--qu


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