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Schweden
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Schweden und Norwegen - Fähre, Urlaub, Reisen & Meer

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 Betreff des Beitrags: Auswandern mit Familie
BeitragVerfasst: 18. Februar 2010 17:44 
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Hallo

Ich wuerde gerne mit meiner Familie (2 Kinder im Vorschulalter) fuer eine bestimmte Zeit nach Stockholm auswandern. Ich habe bereits einen Job in Aussicht, wobei ich ca. 30´000 Kronen verdienen wuerde. Meine Frau (arbeitet als Pflegefachfrau) hat noch keinen Job und sie muesste sich natuerlich zunaechst mit der Sprache beschaeftigen, bevor sie gross auf die Suche gehen koennte. Reicht dieser Lohn aus, um eine Familie versorgen zu koennen. Meine "Angst" besteht eben auch darin, wie viel meine Frau arbeiten muesste. Fuer mich ist die Vorstellung die Kinder waehrend 5 Tagen fremd zu betreuen nicht gerade angenehm. Kinder in diesem Alter brauchen doch zu einem grossen Teil die Eltern in ihrer Naehe. Wenn es 1, 2 Tage in der Woche sind, dann waere das ja schon noch o.k. Im Weiteren wuerde ich natuerlich auch noch gerne etwas vom Land sehen koennen. Da bin ich natuerlich von der Wahl der Unterkunft nicht anspruchsvoll, aber kosten tut es ja auch. Kann mir jemand weiterhelfen?


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern mit Familie
BeitragVerfasst: 18. Februar 2010 18:27 
Schwedenfreund
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Sminti hat geschrieben:
Ich wuerde gerne mit meiner Familie (2 Kinder im Vorschulalter) fuer eine bestimmte Zeit nach Stockholm auswandern.


Warum nur für eine bestimmte Zeit? Für wie lange?

Sminti hat geschrieben:
Ich habe bereits einen Job in Aussicht, wobei ich ca. 30´000 Kronen verdienen wuerde.


Normaler Verdienst in Schweden. Allerdings arbeiten beide Eltern in den meisten Familien. Nichts Ehegattensplitting. Dir bleiben ca. 20.000 netto.

Sminti hat geschrieben:
Meine Frau (arbeitet als Pflegefachfrau) hat noch keinen Job und sie muesste sich natuerlich zunaechst mit der Sprache beschaeftigen, bevor sie gross auf die Suche gehen koennte.


Klar, unbedingt erforderlich.

Sminti hat geschrieben:
Reicht dieser Lohn aus, um eine Familie versorgen zu koennen.


Ja, wenn nicht gerade extrem üppig. Hängt wohl hauptsächlich von den Wohnkosten ab; in Stockholm können sie hoch sein.

Sminti hat geschrieben:
Meine "Angst" besteht eben auch darin, wie viel meine Frau arbeiten muesste. Fuer mich ist die Vorstellung die Kinder waehrend 5 Tagen fremd zu betreuen nicht gerade angenehm. Kinder in diesem Alter brauchen doch zu einem grossen Teil die Eltern in ihrer Naehe. Wenn es 1, 2 Tage in der Woche sind, dann waere das ja schon noch o.k.


Ganz klar: vergiss die Idee mit der Auswanderung. In Schweden ist Ganztagsbetreuung für Kinder, die älter als anderthalb oder zwei sind, vollkommen normal. Auswandern und dann die Sitten der alten Heimat mitbringen, obwohl sie überholt, fehl am Platz und gar nicht nötig sind, ist nicht die feine Art. Warum nach Schweden auswandern, wenn du nicht wie ein Schwede leben willst? In einer Krippe werden die Kinder Schwedisch als Muttersprache lernen und sich viel besser integrieren. Bloß nicht in einer Parallelgesellschaft leben!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Sminti hat geschrieben:
Im Weiteren wuerde ich natuerlich auch noch gerne etwas vom Land sehen koennen.


5 Wochen im Jahr Urlaub ist normal.

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Alla dessa dagar som kom och gick, inte visste jag att det var livet.

---Stig Johansson


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern mit Familie
BeitragVerfasst: 18. Februar 2010 18:42 
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Auswanderer hat geschrieben:
Ganz klar: vergiss die Idee mit der Auswanderung. In Schweden ist Ganztagsbetreuung für Kinder, die älter als anderthalb oder zwei sind, vollkommen normal. Auswandern und dann die Sitten der alten Heimat mitbringen, obwohl sie überholt, fehl am Platz und gar nicht nötig sind, ist nicht die feine Art.


Hej Auswanderer, :smt064 bist Du heute schlecht drauf?
Es haben eben nicht alle die profunden Kenntnisse über Schweden und fragen deshalb. Also bitte immer :smt052 und nicht :smt021

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Viele Grüsse

:smt024 Gottfried :smt024

Den Himmel überlassen wir den Engeln und den Spatzen. (Heinrich Heine)


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern mit Familie
BeitragVerfasst: 18. Februar 2010 18:55 
Hej,

Pflegekräfte werden in S immer gesucht, und ohne grosse Sprachkenntnisse ist es zwar schwierig, aber kommt vor, dann allerdings für Jobs, in denen der verbale Kontakt mit den Patienten nicht ganz so wichtig ist.

30.000 (ich nehme mal an brutto) ist etwas über dem Durchschnitt aller Schweden, aber in diesem Durchschnitt sind auch Teilzeitkräfte eingerechnet.
In S ist es üblich, dass beide arbeiten. Und auch nötig, um über die Runden zu kommen, es sei denn, einer hat ein richtig hohes Einkommen, und das ist 30.000 definitiv nicht. Besonders in Stockholm ist es fast nicht möglich, mit 30.000 auszukommen, schon garnicht mit Kindern.
Mietwohnungen sind in Schwedens Grosstädten nur nach vielen Jahren Warteschlange zu ergattern, du musst Eigentumswohnung oder Haus kaufen.

Ganztagsbetreuung für Kinder (6 Std oder mehr) ist in S das übliche Modell. Nur in äusserst wenigen Familien ist das nicht so. Erstens wegen des Geldes, und zweitens, weil die Kleinen tagsüber ja garkeinen Kontakt mit anderen Kindern haben, denn die sind ja alle im Kiga. Man wäre der totale Aussenseiter. Damit kann man selber leben, aber den Kindern tut man sicher keinen Gefallen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern mit Familie
BeitragVerfasst: 18. Februar 2010 20:31 
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Registriert: 18. Februar 2010 17:33
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Besten Dank fuer die Antworten. Wir wuerden gerne fuer ca. 3 Jahre nach Schweden ziehen. Es ist nicht so, dass wir uns in einer anderen Gesellschaft nicht anpassen wollen. Ich muss mich diese Fragen einfach vorher stellen, damit ich mich nachher auch besser entscheiden kann. Irgendwie war mir dies einfach bis jetzt noch zu wenig klar und da bin ich ueber dieses Forum froh. Aber es klingt irgendwie jetzt auch logisch, wenn alle Kinder im Hort sind, dann sind ja gar keine Kinder mehr zum Spielen da. Hat jemand Erfahrung gemacht mit der Kinderbetreuung von kleineren Kindern, die während der ganzen Woche im Hort waren? Bin ich denn auch ganz ab vom Schuss, wenn die Frau Teilzeit (ca. 2-3 Tage) während der Woche arbeitet?


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern mit Familie
BeitragVerfasst: 18. Februar 2010 21:38 
Hej,

als das mit unseren Kindern soweit war (Kiga), war ich ziemlich skeptisch gegenüber der staatsverordneten Kindererziehung mit gleichgeschaltetem Personal (alle die gleiche Ausbildung). Für unsere Kinder war es aber trotzdem das richtige, vor allem wegen der Sprachentwicklung. Die lernten innerhalb von wenigen Wochen oder Monaten Schwedisch, total phänomenal.
Es gibt viele teilzeitarbeitende Mütter, und nicht alle Kinder sind ganztägig im KG. Es kann dann passieren, dass sie fragen: warum dürfen wir morgen nicht in den KG?
Es gibt sicherlich Lösungen für alles aber es ist gut, dass ihr euch vorher informiert.


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern mit Familie
BeitragVerfasst: 19. Februar 2010 10:07 
Schwedenfreund
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Ich bin so eine Mutti die gegen den Strom schwimmt..sprich zu Hause ist, für das Kind

Und ich wollte es auch nicht ändern.

Es ist etwas mühseliger als gewohnt, da es wirklich an Spielkameraden nachmittags mangelt.
Ich hole sie gegen 14 Uhr vom Kiga ab.
Nachmittagsaktionen wie Turnen oder sonstiges gibt es auch nicht...erst in den Abendstunden oder noch doofer am WE--- jedenfalls bei uns in der Gegend.
Stockholm/Göteborg haben bestimmt andere Angebote.

Allerdings hat meine Tochter noch nie gefragt, dass sie länger im Kiga bleiben möchte und genießt die Zeit zu Hause.
Ab und zu nehme ich Freunde aus dem Hort mit nach Hause.
Da ihr scheinbar zwei Kinder habt, wird es wohl auch nicht das große Problem für sie sein.
Außerdem, wenn ihr günstig wohnen wollt, wird es vielleicht ja ein Obbekt auf dem Land und dort können sich die Kinder eh nicht zu Fuß erreichen und müssen lernen, auch mal alleine zu spielen.

Langsam ist aber hier auch vereinzelt eine "Gegenbewegung" zu verspüren und ich bekomme mit, dass einige Eltern versuchen sich "freizustramplen". Nur noch 4 Tage die Woche arbeiten/70%...aber das ist nur ganz zaghaft.

Egal wo ihr wohnt....macht es bitte so wo IHR es als Familie wollt und nicht wie es die Gesellschaft vorschreibt.
Nicht immer ist gut was alle tun.........

Heike


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern mit Familie
BeitragVerfasst: 19. Februar 2010 10:12 
Schwedenfreund
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ps...achtung mit deiner Kostenkalkulation.

Euch wrd es nach Stockholm verschlagen??
Ein sehr teures Wohnpflaster!!!!!

Schau mal bei den kürzlichen Diskussionen...da wurde gerade Näheres drüber geschrieben.

LG
Heike


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern mit Familie
BeitragVerfasst: 19. Februar 2010 10:51 
Schwedenfreund
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Gottfried hat geschrieben:
Hej Auswanderer, :smt064 bist Du heute schlecht drauf?
Es haben eben nicht alle die profunden Kenntnisse über Schweden und fragen deshalb. Also bitte immer :smt052 und nicht :smt021


Naja, wenn jemand ernsthaft überlegt, auszuwandern, kann man davon ausgehen, dass er eine Grundvorstellung vom Land hat. Naja, vielleicht doch nicht.

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---Stig Johansson


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern mit Familie
BeitragVerfasst: 19. Februar 2010 11:09 
Alter Schwede
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Hej Hej,
tja, was soll ich sagen, mit deinem Gehalt werdet ihr in Stockholm als 4-köpfige Familie nicht leben können. Die Mieten sind horrend hoch, da ihr über den freien Wohnungsmarkt gehen müsst, heisst von Privat mieten. Da kann man für eine 4 ZKB, sofern ihr eine findet und die auch langfristig mieten könnt, je nach Lage mind. 10-12.000 Sek berechnen, Lebensmittelkosten können schon an die 7000 SEK, mind. sein, rechne mehr ein. Telefon, Strom, Monatskarte eventuell Auto ca. 5000,- SEK, kleine extra´s für die Kinder, wie Klamotten, Kosten für Zahnarzt, Arzt, Medizin oder andere Notfälle müssen auch eingerechnet werden. ca 2000-3000,. SEK sind meiner Rechnung ca. 27.000SEK, die ihr reel für Stockholm zum leben braucht, wenn ihr sehr sehr sparsam lebt, euch keine grösseren Extra´s leistet ect...

Ich denke, ganz ehrlich, deine Frau wird zumindest Teilzeitarbeiten müssen, damit ihr, sofern nicht ausreichend Eigenkapital vorhanden ist, halbwegs vernünftig leben könnt.

LG JANA

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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern mit Familie
BeitragVerfasst: 19. Februar 2010 13:48 
Schweden Guru
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Tommy3 hat geschrieben:
Pflegekräfte werden in S immer gesucht, und ohne grosse Sprachkenntnisse ist es zwar schwierig, aber kommt vor, dann allerdings für Jobs, in denen der verbale Kontakt mit den Patienten nicht ganz so wichtig ist.


Kann man so pauschal nicht mehr sagen. Das war noch bis vor einem halben Jahr so, aber mittlerweile gehen selbst die früher "med ljus och lykta" gesuchten Krankenschwestern u.U. direkt aus der Ausbildung in die Arbeitslosigkeit. Fast alle landstinge schreiben rote Zahlen, und man fängt natürlich immer mit der phantasielosesten Sparmassnahme an, d.h. man kürzt am Personal.

Skogstroll


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern mit Familie
BeitragVerfasst: 19. Februar 2010 16:03 
Skogstroll hat geschrieben:
...an, d.h. man kürzt am Personal.

Skogstroll


hejhej
Und warum werden dann über 400 Sjuksköterskor gesucht??


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern mit Familie
BeitragVerfasst: 19. Februar 2010 16:23 
Schweden Guru
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Beiträge: 1380
Wohnort: Gällivare / Lappland
Wenn ich flüchtig über die Seiten der arbetsförmedlingen sehe sind es sogar noch mehr. Nur muss man das erstens im Verhältnis zur Anzahl der Suchenden sehen und zweitens gibt es natürlich lokale Unterschiede. In gewissen Regionen mag es noch gehen, woanders gar nicht. Norrbottens landsting jedenfalls entlässt. Es ist nicht mehr so, dass man fast automatisch überall Arbeit bekommt, wenn man nur einen Pflegeberuf gelernt hat.
An Ärzten mangelt es immer noch ziemlich generell, an z.B. Krankenschwestern nur noch mancherorts.

Das heisst - der Mangel ist schon noch da, nur das Geld nicht, sie zu bezahlen.

Skogstroll


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern mit Familie
BeitragVerfasst: 19. Februar 2010 17:00 
Schwedenfreund
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Registriert: 10. Februar 2008 16:42
Beiträge: 353
Wohnort: Ångermanland
...jepp, und es ist inzwischen schon selten, dass eine "einfache" Krankenschwester gesucht wird.... meistens wird eine Spezialqualifikation vorausgesetzt, wie Intensivmedizin oder Diabetes..... bei uns wird gerade eine frischexaminierte Krankenschwester eingearbeitet...als undersköterska ....
:smt006

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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern mit Familie
BeitragVerfasst: 19. Februar 2010 22:46 
Teilnehmer
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Registriert: 18. Februar 2010 17:33
Beiträge: 12
@ janaquinn Hej, Besten Dank für die Auflistung. Das hilft mir schon einmal sehr.

Noch eine Frage: Ist es eigentlich auch möglich, dass z.B. das ältere Kind in den Kinderhort geht und das kleinere noch bei der Mutter bleibt oder wird dann der Hort für das ältere Kind nicht zugänglich, weil die Mutter in dieser Zeit nicht arbeitet?

Kann vielleicht jemand etwas genaueres zu den Stellensuche als Krankenschwester sagen - Ist die Nachfrage da? Besten Dank!


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern mit Familie
BeitragVerfasst: 19. Februar 2010 23:05 
Alter Schwede
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Beiträge: 2204
Wohnort: Järna
Wie alt sind denn die Kinder? Ich finde es persönlich wichtig, wenn Kinder mit Gleichaltrigen spielen können. Meine Tochter ging hier mit knapp 2 Jahren das erste mal in den Kindergarten und war total glücklich dort. Jetzt ist sie 4 Jahre alt, geht seit einen knappen halben Jahr wieder, weil wir nach dem Umzug in eine andere Kommune ewig keinen Platz bekamen, und macht dort grossartige Fortschritte, wird immer selbstständiger und fühlt sich einfach nur pudelwohl. Sie ist Freitags immer total unglücklich, weil die Dagis bis Montag geschlossen ist.
Außerdem hätte deine Frau in der Zeit, wo die Kinder im Dagis sind, die Möglichkeit einen Sprachkurs zu machen, damit sie ins Berufsleben einsteigen kann. Auch für die Sprachentwicklung der Kinder ist der Kindergarten wichtig, nur dort können sie das schwedisch wirklich richtig lernen...

Naja, aber zur Frage: Kinder von berufstätigen Eltern werden ganz klar eher berücksichtigt bei der Platzvergabe, als Kinder deren Eltern bzw.Mütter zuhause sind. Will heisen, sie bekommen schneller einen Platz, weil es wichtiger ist.
Verschlossen bleibt er aber nicht. Es gibt auch die Kinder nur 15/h die Woche in den Dagis zu geben, also 3h/tag, für den Anfang würde es reichen.

Sorry, ich kann nur irgendwo nicht verstehen, dass man sich komplett gegen Fremdbetreuung wehrt, zumal ich sowohl in D. als auch in Schweden nur gute Erfahrungen gemacht habe. und es meinen Kindern wirklich gut tat...aber dies ist meine persönliche Meinung

LG JANA

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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern mit Familie
BeitragVerfasst: 19. Februar 2010 23:47 
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Registriert: 18. Februar 2010 17:33
Beiträge: 12
Danke! Nein, nein, ich möchte nicht falsch verstanden werden. Wir sind überhaupt nicht gegen eine Fremdbetreuung. Ich finde das schwedische Modell grundsätzlich auch sehr ansprechend. Ich habe durch diverse Gespräche einfach das Gefühl bekommen, dass es grundsätzlich so ist, dass beide Elternteile zu 100% arbeiten und dazwischen kein Spielraum liegt. Aber dank deinen Ausführungen bin ich diesbezüglich auch wieder etwas beruhigter. Was mir einfach etwas Sorgen macht ist, dass ich mit den erwähnten 30'000 Kronen die Familie nicht sicher durchbringen kann und dann herrscht einfach ein grosser Druck auf der Frau, dass sie möglichst schnell etwas finden sollte. Da wäre mir eben eine gewisse "Einspielzeit" eben lieber. Aber wie gesagt, Fremdbetreuung finde ich gut, solange man selber auch noch einen gewissen Spielraum hat.


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern mit Familie
BeitragVerfasst: 3. März 2010 11:28 
Schwedenfreund
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Hej,

nochmal zur Frage der Kinderbetreuung: alle Kinder ab etwa einem Jahr haben Anspruch auf einen Kindergartenplatz. Ist ein Elternteil nicht berufstätig bzw. nicht in der Ausbildung, sind dies 15 Stunden/Woche. Also auch Kinder von Arbeitslosen, von Eltern im Erziehungsurlaub oder von Hausfrauen/-männern müssen nicht zu Hause bleiben, wenn die Eltern dies nicht wünschen.

Unsere Kinder waren nie mehr als diese 4 Vormittage (auf Wunsch auch anders verteilt, z.B. 3 x 5 Stunden) im Dagis und wir fanden dies für alle Beteiligten ganau richtig. Die Kinder können spielen, nehmen am "Programm" des Dagis teil, und sind allgemein mit dabei = werden zu Kindergeburtstagen usw. eingeladen. Sicher muss man sich als Eltern nachmittags mehr Mühe geben. Unsere Kinder wollten jedoch nie länger dort bleiben, eher öfter mal andere Kinder zum Spielen mit heim nehmen.

Wenn ihr eine solche Lösung wünscht und sie finanziell und organisatorisch umsetzen könnt, solltet ihr euch nicht vom sozialen Druck beeinflussen lassen. Nur weil Kinder nicht bis spätnachmittags in der Betreuung sind, werden sie jedenfalls keine Aussenseiter.

LG
Tulipa

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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern mit Familie
BeitragVerfasst: 3. März 2010 11:40 
Schwedenfreund
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Noch etwas,
hier werden längst nicht alle Kinder ganztägig betreut. Viele Eltern wechseln sich mit den Arbeitszeiten ab (einer bringt spät, der andere holt früh). Und erstaunlich viele sind zeitlich flexibel, weil sie studieren (auch jenseits der 40), langzeitkrankgeschrieben sind (utbrännt = ausgebrannt) oder als spätberufene Eltern schon in Rente sind.

übrigens habe ich keine grundsätzlich schlechte Meinung von der Betreuung hier. Im Fritids in der Schule besteht zwar ein Grossteil des tollen Angebotes nur auf dem Papier, aber immerhin ist dort nettes Personal, ein schönes Aussengelände und eben die vielen Spielgefährten.
So war ich regelrecht überrascht, als ich nach und nach mitbekam, dass ALLE Kinder den Aufenthalt dort zu hassen scheinen. Und dass viele Eltern immer wieder richtig stolz erwähnen, ihr Kind müsse in den Ferien nicht oder kaum im Fritids sein.

LG
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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern mit Familie
BeitragVerfasst: 3. März 2010 12:37 
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Hallo,

man darf auch nicht außer acht lassen, wie das zu betreuende Kind es gerne haben möche. Es gibt sicherlich Kinder, die fühlen sich in Kindergärten am wohlsten, da sind ihre Spielkameraden, da wird gebastelt, da wird was unternommen. Andere Kinder hingegen möchten lieber mal für sich alleine spielen, können sich sehr gut alleine beschäftigen und benötigen nicht den ganzen Tag Spielkameraden. Ich würde es mit der Kinderbetreuung möglichst so einrichten, wie die Kinder es am liebsten hätten, wenn ich die Möglichkeit dazu hätte. Wenn mein Kind nicht den ganzen Tag im Kindergarten sein Dasein fristen möchte, würde ich es nur eine niedrige Stundenzahl in den Dagis bringen. Immer vorausgesetzt, dass jemand zuhause ist, der das Kind dann betreut oder es andere Möglichkeiten gibt.

Manche Sachen regeln sich von alleine, wenn ein Kind es liebt, in der Dagis zu sein, dann würde ich dem Wunsch weitgehenst entsprechen.

Grüße Aelve

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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern mit Familie
BeitragVerfasst: 3. März 2010 12:45 
Zitat:
So war ich regelrecht überrascht, als ich nach und nach mitbekam, dass ALLE Kinder den Aufenthalt dort zu hassen scheinen. Und dass viele Eltern immer wieder richtig stolz erwähnen, ihr Kind müsse in den Ferien nicht oder kaum im Fritids sein.


Genau so war es bei uns auch. Ins Fritids könnten die Kinder bis 12 Jahre gehen - doch bei den meisten scheint so eine Art "Fridis-Müdigkeit" aufzutreten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern mit Familie
BeitragVerfasst: 3. März 2010 13:01 
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Aelve hat geschrieben:
Manche Sachen regeln sich von alleine, wenn ein Kind es liebt, in der Dagis zu sein, dann würde ich dem Wunsch weitgehenst entsprechen.


Genau das ist in S eben nicht möglich.
Länger als die erwähnten 15 Stunden dürfen Kinder nur ins Dagis, wenn beide Eltern in der Zeit nachweislich arbeiten oder studieren zuzüglich der Fahrtzeiten. Eltern dürfen also streng genommen ohne die Kinder nicht einmal einkaufen oder selbst zum Arzt gehen. Auch müssen Kinder, sobald ein Elternteil auch nur 1 Tag Urlaub hat, zu Hause bleiben.

LG
Tulipa

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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern mit Familie
BeitragVerfasst: 3. März 2010 13:06 
Wie ist es eigentlich jetzt geregelt, wenn die Familie schon ein Dagiskind hat und dann noch ein Geschwisterchen bekommt?
Damals, als mein Sohn noch klein war, musste dann das größere Kind auch zu Hause bleiben und durfte während der Zeit, als die Eltern "föräldrarledig" waren überhaupt nicht in den Dagis gehen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern mit Familie
BeitragVerfasst: 3. März 2010 13:15 
Schwedenfreund
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Hier dürfen die grösseren Geschwister besagte 15 Stunden ins Dagis. Die Eltern machen das auch deswegen, weil sonst der Platz weg wäre und beim Neuanfang das grössere evtl. in einen anderen Kiga müsste.

Neulich ging hier gross ein Fall durch die Presse von einer Spätschichtarbeiterin, die ihr Kind tagsüber selbst betreuen musste. Ausschlafen dürfen nur echte Nachtarbeiter, darunter fiel sie nicht.

LG
Tulipa

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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern mit Familie
BeitragVerfasst: 3. März 2010 23:03 
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Registriert: 18. Februar 2010 17:33
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Was ist ein "Fritids"? Wie ist es eigentlich in Schweden geregelt, wenn ein Kind krank ist. Wie ist es dann mit der Betreuung geregelt. Darf jemand zuhause bleiben und wird der Ausfall bezahlt?


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern mit Familie
BeitragVerfasst: 4. März 2010 00:44 
Schwedenfreund
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Fritids ist die Kinderbetreuung nach der Schule...also "Hort"

Ja es gibt die Möglcihkeit zu Hause zu bleiben...aber ich hab die Zahlen jetzt nicht im Kopf 75% des Gehaltes???? schwebt mir so im Gehirn, aber ohne Gewähr.

Das gilt z.b. auch wenn Deine Frau sich um die Kidds eigentlich kümmert und krank wird. Dann bist Du berechtigt zu Hause zu bleiben und Geld von der Krankenkasse zu bekommen.
Genaue Zaheln hat bestimmt jedemand anders...hab damit keine Erfahrungen :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern mit Familie
BeitragVerfasst: 4. März 2010 12:43 
Schwedenfreund
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Wohnort: Westküste
Hej,

passt nicht ganz in diesen thread, aber mir fiel gerade etwas ein, was ich vor einiger Zeit gelesen habe und einleuchtend fand:

Bei der Arbeitssuche in Schweden soll man nicht die Kontakte unterschätzen, die man durch den Kindergarten hat. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass man dort täglich beim Bringen oder Abholen der Kinder einen Personalchef, eine Geschäftsführerin oder zumindest jemand mit entsprechenden Kontakten trifft. So kann man einen (hoffentlich) guten Eindruck machen und sie/ihn dann bei Gelegenheit nebenbei auf Arbeitsmöglichkeiten ansprechen.

LG
Tulipa

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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern mit Familie
BeitragVerfasst: 4. März 2010 13:42 
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Wohnort: 23858 Reinfeld
Hallo Tulipa,

das ist ein guter Hinweis von Dir. In dem Zusammenhang fällt mir ein, wie sieht es denn mit dem Anspruch auf Kinderbetreuung in Schweden aus, wenn sich jemand einem Ehrenamt widmet? Genügt das nicht als Nachweis, wenn man sich ehrenamtlich in einem Verein einbringt und dann die Kinder behütet sehen will? Auch durch einen Verein, durch eine Gemeinschaft, im Ehrenamt lernt man Leute kennen und bekommt evtl. auch dadurch die Chance in eine Arbeitsstelle hineinvermittelt zu werden, wenn man guten Einsatz zeigt.

Grüße Aelve

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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern mit Familie
BeitragVerfasst: 4. März 2010 22:14 
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qwert hat geschrieben:

hejhej
Und warum werden dann über 400 Sjuksköterskor gesucht??


Falsch gefragt: Warum entlässt Karolinska sjukhuset 700 Pflegekräfte?

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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern mit Familie
BeitragVerfasst: 5. März 2010 19:28 
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Beiträge: 679
Wohnort: Westküste
Tulipa hat geschrieben:
passt nicht ganz in diesen thread, aber mir fiel gerade etwas ein, was ich vor einiger Zeit gelesen habe und einleuchtend fand:


Inzwischen ist mir auch eingefallen, wo ich das gelesen habe: in einer schwedischen Zeitschrift war neulich ein Artikel über Tipps zur Stellensuche. Also echte Internas. Oder auch ein Beispiel, wie viel hier unter der Hand über Kontakte vergeben wird.

LG
Tulipa

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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern mit Familie
BeitragVerfasst: 11. März 2010 10:28 
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Hallo,
Ehrenamt zählt nicht. Nur Arbeit und Studium. Hier in der Kommune haben sie das nun neu und streng umgesetzt. Es sind 15 Stunden per Woche, das Essen soll dabei möglichst gespart werden. Das heisst, dass die Kinder, die vielleicht ein Geschwisterkind haben, nur noch von 9-12 in den Kindergarten dürfen. Essen soll dann möglichst danach sein, damit die Kinder schon abgeholt sind. 3 Stunden am Tag. Eine Bekannte hat eine vier jährige Tochter, einen Sohn mit eineinhalb und bekommt in den nächsten Wochen ein Baby. Mehr Zeit bekommt ihre Tochter im Kindergarten trotzdem nicht. Sie muss also jeden morgen in den Kindergarten fahren, mit den beiden anderen sobald das Baby da ist, und nach drei Stunden muss sie schon wieder da sein. Fahrzeit hin und rück etwa 30 minuten. Da ist das Kind noch nicht an und ausgezogen und die Kleinen auch nicht. Ach ja, sie muss ja noch kochen in der Zeit. Der Mann ist leider oft dienstlich unterwegs und kann die Fahrten nicht geregelt übernehmen. Der Kindergarten war nicht in der Lage auf die individuelle Situation einzugehen. Das nenne ich doch mal familienfreundlich!
Andere Kindergärten machen es tatsächlich so, dass sie die Kinder auch für 3 Tage zu je 5 Stunden nehmen. Das ist der Kommune nicht recht, da diese Kinder dann ja auch essen müssen. Manche Kindergärten machen es trotzdem, vermutlich rechnen sie das Essen irgendwie anders ein. Die Angebote der Eltern das Essen selber zu zahlen, wurden abgelehnt, auch in dem unflexiblen Kindergarten. Es ginge ja darum, dass alle die gleichen Rechte haben. Dass sie aber dadurch eine unfairere Belastung hat, als eine Familie mit einem Kind, ist nicht relevant.
Irgendwie ist Schweden da auf dem falschen Weg. In Deutschland erhöhen sie gerade die Betreuungszeiten und Flexibilität, mit dem Blick auf das vorbildliche Schweden. Und genau da, reduzieren sie und erschweren es den Menschen. Mal abgesehen davon, dass man einem kleinen Kind erklären muss, dass es, weil ein Geschwisterkind gekommen ist, jetzt auf einmal nicht mehr im Kindergarten essen darf und nur noch ein paar Stunden bleiben darf. Bei Kindern, die es da lieben und die in der Nachbarschaft wenig Kinder haben, ist das echt schlimm. Da freut es sich dann auch wirklich auf das Geschwisterchen. Schliesslich ist das ja dran schuld. Aus Sicht einer dreijährigen durchaus ein Problem. Daran denkt aber niemand, es geht ja nur ums Sparen.
Ach ja, hab ich schon gesagt, dass in meiner Bekanntschaft manche Schwedin wegen dieser neuen Regelung ernsthaft überlegt ob sie noch ein Kind will??? Und das in Schweden, das immer als Vorbild gilt. Sorry, das ist so Antischweden-negativ. Schimpft schon mal los. Aber Realität ist es für die Familien hier deshalb nicht weniger.


Grüße
Wiebke, die davon echt gefrustet ist


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern mit Familie
BeitragVerfasst: 11. März 2010 11:30 
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Kann ich alles so bestätigen, liebe Imrhien.

Wir haben wohl rein zufällig das Glück, dass die Fröken vor Ort flexibel sind. Oder, mein Verdacht, die 15-Stunden-Kinder so kommen lassen, wie es in ihre eigenen Arbeitszeiten am Besten passt: freitags gar nicht und die anderen 4 oder 3 Tage erst ab 9 oder 9.30 Uhr.

Mittagessen bekamen wir immer. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die wegen den doch sehr wenigen 15-Stunden-Kindern wirklich mehr oder weniger kochen würden, hier bleibt eh immer Essen über.
Die Kommune schickt jedes Jahr einen Brief, dass von Juni bis August die Zeiten 5 Tage jeweils 8.30-11.30 Uhr gelten, also ohne Essen. In unserem Kiga hält sich da einfach niemand daran, aber das ist wohl die Ausnahme.

LG
Tulipa

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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern mit Familie
BeitragVerfasst: 11. März 2010 11:58 
Schwedenfreund
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ach ja, es gibt eine Ausnahme für die Betreuungszeiten:
"barnets eget behov" = die Bedürfnisse des Kindes.

Dafür muss man einen extra begründeten Antrag stellen. Als Einwanderer kann man ja immer Sprache und Integration anführen.

Über diese Regelung bekamen wir im ersten Schuljahr problemlos einen Fritidsplatz, so dass unsere Tochter mittags noch eine Zeit lang mit den anderen spielen konnte.

Übrigens ist hier für 4- und 5-jährige der 15-Stunden-Platz kostenfrei. Für längere Zeiten und für kleinere Kinder muss man bezahlen. Ich meine, 3% des HH-Bruttoeinkommens für einen vollen Platz des ersten Kindes, für Geschwister weniger.

LG
Tulipa

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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern mit Familie
BeitragVerfasst: 11. März 2010 12:08 
Hej,
Unsere Kinder durften nach der Geburt ihres Geschwisterchens nicht mehr in die Fritids und nur die 3 h täglich in den Kindergarten. Rein fahrtechnisch, war das fuer uns nicht tragbar (Schulbeginn 8.00, Kindergarten 9.00-12.00,Schulschluss 11.30 und 13 Uhr....Folge war, dass während diesen Jahres keine Freunde mehr zu Hause hatten und sich zudem sprachlich sich verschlechterten...
Eine Uebereinkunft, dass sie alle bis 13.00 bleiben duerften, also 1 h länger, und gemeinsam abgeholt hätten werden können, war nicht möglich. Fuer unsere Kinder war das keine schöne Zeit, rein sozial waren sie von ihren vorigen Schul-und Kindergartenfreunden ueber ein Jahr lang isoliert.
Bei wechselnder Schichttätigkeit verlangt unsere Kommune die genaue Aufstellung der Schichtdienste. Familienfreundlich ist das nicht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern mit Familie
BeitragVerfasst: 11. März 2010 12:30 
Schwedenfreund
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Mir ist gerade eingefallen, wie der Fall mit der Schichtarbeiterin war, den ich weiter oben erwähnte:
Bevor diese nachmittags zu ihrer Spätschicht musste, wollte sie sich gern noch mal aufs Ohr legen und ihr Kind daher etwa 2 Stunden früher ins Dagis bringen. Dies wurde jedoch nicht genehmigt, selbst eine Bestätigung des Arbeitgebers, dass sie beim Bedienen von Maschinen voll konzentriert sein müsse, half nicht. Sie muss also ihr Kind nachmittags auf einem Weg wegbringen und morgens selbst betreuen, da nur echte Nachtarbeiter tagsüber ohne Kinder schlafen dürfen.

LG
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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern mit Familie
BeitragVerfasst: 11. März 2010 21:59 
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Wenn ich mal dazu senfen darf:

Sind nun in der Kommune Österåker und auch mit dem 1. Kind in der Kita und dem 2. (Baby) zu Hause. Da bekommen wir eigentlich auch nur 15 Stunden. Aber wir haben auch einen Antrag auf Integration gestellt und können daher die Große Vollzeit in der Kita lassen. Der Antrag muss aber nach 6 Monaten neu gestellt werden. In der Kommune vorher (Lidingö) war das deutlich luxuriöser. Da hat das Geschwisterkind Anspruch auf 30 Stunden. Das ist aber, glaube ich. landesweit die einzige Kommune, die sich das noch leistet. Also, wenn Ihr nach Stockholm zieht, versucht doch, eine Unterkunft auf Lidingö zu bekommen (viel Glück, nicht einfach!). Katzensprung bis zur Hamngatan und zum Kungsträdgården in STHLM. Und wunderschöne Natur direkt an der Großtadt!
Lycka till iaf.

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