Auswandern mit einem behinderten Kind

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Schwedenliebe
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Auswandern mit einem behinderten Kind

Beitragvon Schwedenliebe » 28. Juni 2016 13:47

hallo :)

ich, mein mann und meinem sohn möchten noch dieses jahr nach schweden auswandern und hätten da einige fragen und hoffe auf antworten
ich habe einen behinderten sohn im alter von 11 jahren schwerstbehindert und bekommt die pflegestufe 3

-meine frage wäre gibt es hier eltern die sich getraut haben mit einem behinderten kind ins ausland auszuwandern bzw schweden?

-ab wann müssen wir hier alles kündigen job, wohnung, krankenkasse etc?

-wir würden beide als persönliche assistenz für meinen sohn vollzeit arbeiten wäre das machbar?

-gibt es in schweden so eine art pflegegeld?

-wo müssen wir uns als erstes melden? mein mann hat eine niederlassung und ich die deutsche staatsbürgerschaft

-wie sieht es mit mietwohnungen aus welches behindertengerecht ist? wo müssen wir uns wenden?

-wird der schwedenbehörde nicht fragen warum wir ohne job nach schweden auswandern? bzw die frage stellen wegen dem aufenthalt?

-würdet ihr nach der auswanderung schweden empfehlen?

ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen :)

auswandern möchten wir nach helsingborg :)

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Re: Auswandern mit einem behinderten Kind

Beitragvon Hexenhäuschen » 28. Juni 2016 15:01

Ich kann Euch nur abraten. Es ist z. Zt. sehr schwierig, in Schweden Fuß zu fassen. Die Betreuung behinderter Kinder soll in Schweden zwar recht gut sein, aber ob man die Pflege des Sohnes als Job anerkennt, weiß ich nicht. Auch die Frage wegen Pflegegeld kann ich nicht beantworten. Eine Mietwohnung zu bekommen, ist aussichtslos, Ihr müßtet Euch nach einem Haus umsehen. Um ein Aufenthaltsrecht zu bekommen, müßt Ihr entweder einen Job in Schweden haben oder über ausreichend finanzielle Mittel verfügen (die Summe bewegt sich nach meiner Kenntnis im 5-stelligen Bereich). Das ist meine Meinung - vielleicht meldet sich aber noch jemand, der bessere Auskünfte geben kann.

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Speedy
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Re: Auswandern mit einem behinderten Kind

Beitragvon Speedy » 28. Juni 2016 15:17

Schwedenliebe hat geschrieben:hallo :)

ich, mein mann und meinem sohn möchten noch dieses jahr nach schweden auswandern und hätten da einige fragen und hoffe auf antworten
ich habe einen behinderten sohn im alter von 11 jahren schwerstbehindert und bekommt die pflegestufe 3

-meine frage wäre gibt es hier eltern die sich getraut haben mit einem behinderten kind ins ausland auszuwandern bzw schweden?

-ab wann müssen wir hier alles kündigen job, wohnung, krankenkasse etc?

-wir würden beide als persönliche assistenz für meinen sohn vollzeit arbeiten wäre das machbar?

-gibt es in schweden so eine art pflegegeld?

-wo müssen wir uns als erstes melden? mein mann hat eine niederlassung und ich die deutsche staatsbürgerschaft

-wie sieht es mit mietwohnungen aus welches behindertengerecht ist? wo müssen wir uns wenden?

-wird der schwedenbehörde nicht fragen warum wir ohne job nach schweden auswandern? bzw die frage stellen wegen dem aufenthalt?

-würdet ihr nach der auswanderung schweden empfehlen?

ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen :)

auswandern möchten wir nach helsingborg :)


Sorry,
aber hast Du Dich wirklich mit Schweden beschäftigt? Solange man hier keine Peronnummer hat,gibt es keinen Anspruch auf Hilfe aus der Sozialkasse, ich persönlich finde das Auch gut so. Mietwohnung kannst Du vergessen. So wie es aussieht habt ihr in D Jobs, oder( Niederlassung)??? Warum nicht stattdessen auf Urlaub herkommen und auf diese Art und Weise Schweden geniessen.

LG Speedy

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Re: Auswandern mit einem behinderten Kind

Beitragvon Schwedenliebe » 28. Juni 2016 15:24

ja klar hab ich mich beschäftigt war auch öfters in schweden aber ich wollte mal von betroffenen eltern erfahren weil es nicht sehr häufig vorkommt das familien mit einem behinderten kind auswandert
niederlassungerlaubnis und einen festen job hat mein mann hier

vibackup
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Re: Auswandern mit einem behinderten Kind

Beitragvon vibackup » 28. Juni 2016 17:28

Hej und willkommen im Forum!

Schwedenliebe hat geschrieben:ich, mein mann und meinem sohn möchten noch dieses jahr nach schweden auswandern und hätten da einige fragen

OK... ich nehme an ihr beide könnt schwedisch auf recht hohem Niveau?
Das solltet ihr, denn sonst wird es schwierig mit Jobs...
Schwedenliebe hat geschrieben:-meine frage wäre gibt es hier eltern die sich getraut haben mit einem behinderten kind ins ausland auszuwandern bzw schweden?

Dazu kann ich dir leider nichts sagen.

Schwedenliebe hat geschrieben:-ab wann müssen wir hier alles kündigen job, wohnung, krankenkasse etc?

Sobald ihr einen neuen Job und neue Unterkunft hier habt, wäre meine Empfehlung. Die Krankenkasse kommt mit dem Job, ist hier steuerfinanziert.

Schwedenliebe hat geschrieben:-wir würden beide als persönliche assistenz für meinen sohn vollzeit arbeiten wäre das machbar?

Gute Frage... in Schweden hat keiner von euch ein Aufenthaltsrecht (ohne Arbeit und ohne eigene Mittel) und ohne Arbeit für mindestens einen von euch keine Ansprüche aus Mitteln aus der Sozialversicherung... es müsste also der deutsche Staat oder die deutsche Versicherung zahlen... und da weiß ich nicht, wie die sich dazu stellen. Ihr wandert ja aus und verlasst freiwillig das Gebiet Deutschlands.
Aber Vorsicht: ich bin kein Europarechtler, so macht euch schlau, zB beim skatteverket oder bei der försökringskassa.

Schwedenliebe hat geschrieben:-gibt es in schweden so eine art pflegegeld?

Ja, in unterschiedlichen Formen. Aber das ist eine spätere Frage; die obige Frage nach dem Aufenthaltsrecht und dem Job in Schweden kommen wohl zuerst... das Prinzip in Europa ist: man muss erst beitragen und kann dann was aus dem Topf bekommen, es sei denn
  • man befindet sich in seinem Heimatland (das ist immer für seine Staatsangehörigen zuständig), oder
  • man hatte keine Wahl, kommt also nicht freiwillig, sondern flieht, dann gelten andere Regeln.
Schwedenliebe hat geschrieben:-wo müssen wir uns als erstes melden? mein mann hat eine niederlassung und ich die deutsche staatsbürgerschaft

Skatteverket, wäre mein Tip.
Aber generell: lasst euch Zeit, ich glaube ihr solltet das gut vorbereiten, denn ihr habt einiges zu verlieren, wie es klingt.
Schwedenliebe hat geschrieben:-wie sieht es mit mietwohnungen aus welches behindertengerecht ist? wo müssen wir uns wenden?

Es gibt Mietwohnungen, aber
  • nur wenige, und
  • oft gibt es ein Wartelistensystem, in dem man über Jahre Punkte sammelt
In Helsingborg wäre das https://www.helsingborgshem.se/
Schwedenliebe hat geschrieben:-wird der schwedenbehörde nicht fragen warum wir ohne job nach schweden auswandern? bzw die frage stellen wegen dem aufenthalt?

Ohne Job habt ihr vermutlich kein Aufenthaltsrecht. Das ist EU-Recht, geht also einem Schweden in Deutschland genauso.
Schwedenliebe hat geschrieben:-würdet ihr nach der auswanderung schweden empfehlen?

Gute Frage; ich bin ja "part i målet", denn ich bin ja ausgewandert... nach meiner Einschätzung geben sich die beiden Länder wenig, beides sind reiche Industrieländer. Deutschland funktioniert besser, vor allem, wenn man krank oder bedürftig ist und bspw Zugang zum Gesundheitswesen braucht (da sind wir am schlechtesten in Europa), Schweden ist dünner besiedelt und alles geht etwas langsamer hier (allerdings auch manchmal viel umständlicher...).
Ich würde denken: ist man krank oder alt, ist man besser in Deutschland aufgehoben. Ist man gesund und jung, ist es Geschmacksfrage.
Schwedenliebe hat geschrieben:ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen :)

Ich hoffe das auch... frag sonst gerne weiter.
Schwedenliebe hat geschrieben:auswandern möchten wir nach helsingborg :)

Siehe oben. Dann kann man diskutieren, ob Helsingborg schon Schweden ist... ;-)
Aber im Ernst: warum ausgerechnet dorthin?

//M

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Re: Auswandern mit einem behinderten Kind

Beitragvon Cyckling » 29. Juni 2016 06:57

Warum sollte das nicht gehen...... aaaaber:
Sprache? vorhanden?
Anstatt eine behindertengerechte Wohnung zu suchen, was mit Sicherheit eine Herausforderung ist, würde ich mir ein Haus suchen (welches schon umgebaut ist oder nach meinen Bedürfnissen umbauen)

In Ballungsgebieten wird es vielleicht etwas einfacher, eine Behinderteneinrichtung zu finden, weiss ich aber nicht wirklich.....

Allerdings würd ich mich auch nicht für Helsingborg entscheiden, aber auch das liegt in Eurer Entscheidung.

Warum muss es noch dieses Jahr sein? Was seid Ihr von Beruf?

jörgT
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Re: Auswandern mit einem behinderten Kind

Beitragvon jörgT » 29. Juni 2016 13:02

Es gab hier mal einen User, der mit einem behinderten Kind ausgewandert ist. Leider lebt sie mittlerweile in den USA, aber alte Beiträge über ihren Kampf mit Behörden und anderen Hindernissen solltet Ihr noch finden, wenn Ihr die Suchfunktion anwendet.
Der Umgang mit Behinderten gestaltet sich in Schweden generell mehr "normal" - während man in Deutschland angestarrt oder ablehnend behandelt wird, habe ich das hier noch nicht so erlebt. Und ja, es ist möglich, als Eltern eines behinderten Kindes auch als persönliche Assistenten angestellt zu sein. Aber: Ihr braucht Eine gute Dokumentation über Euren Sohn und solltet unbedingt im Vorfeld Kontakt mit einen Sozialdienstmitarbeiter in der kommun Eurer Wahl aufnehmen! Allerdings braucht es dazu gute Sprachkenntnisse ...
Natürlich ist die Sprache der Schlüssel zu einem Neustart - Ihr schreibt leider nichts über Eure Sprachkenntnisse ...
Persönlich würde ich nie im Leben in Helsingborg wohnen wollen, aber die Geschmäcker sind ja verschieden.
Ich lebe jetzt über 13 Jahre hier und würde diesen Schritt immer wieder machen - aber wir hatten bei unserer "Auswanderung" auch schon mindestens 10 Jahre Erfahrung als Schwedenurlauber hinter uns und gute Sprachkenntnisse ...
Viel Glück!
Jörg

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Re: Auswandern mit einem behinderten Kind

Beitragvon EuraGerhard » 30. Juni 2016 15:52

Hallo Schwedenliebe,

wenn ihr ohne Job nach Schweden geht, dann dürft ihr euch bei der "Arbetsförmedling", dem schwedischen Gegenstück zur deutschen Arbeitsagentur, anmelden und dort nach Jobs suchen. Ihr erhaltet eine Aufenthaltserlaubnis für max. 6 Monate. In dieser Zeit müsst ihr euch selbst finanziell über Wasser halten können, es gibt keinerlei Geld vom Staat. Habt ihr in dieser Zeit keinen Job gefunden, müsst ihr das Land wieder verlassen!

Ohne Job in Schweden kriegt ihr auch keine Personnummer, und ohne Personnummer gibt es kein Bankkonto, keinerlei Krankenversicherung, keinerlei Geld vom Staat, keine Mietwohnung, so gut wie nichts. Ihr müsstet entweder eine Ferienhütte auf einem Campingplatz o.ä. mieten, oder euch in das Abenteuer des sehr kleinen privaten Mietwohnungsmarktes stürzen. Das sind hauptsächlich mehr oder weniger legale (meist weniger) Untervermietungen, und es tummeln sich zahlreiche Ganoven auf diesem Markt.

Gerade wenn ihr ein behindertes Kind habt, rate ich daher dringendst von einem Umzug ohne Job ab! Die Reihenfolge sollte sein:

  1. Sprache lernen.
  2. Job in Schweden finden.
  3. Dann erst auswandern.
MfG
Gerhard

vibackup
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Re: Auswandern mit einem behinderten Kind

Beitragvon vibackup » 30. Juni 2016 20:50

EuraGerhard hat geschrieben:Gerade wenn ihr ein behindertes Kind habt, rate ich daher dringendst von einem Umzug ohne Job ab! Die Reihenfolge sollte sein:

  1. Sprache lernen.
  2. Job in Schweden finden.
  3. Dann erst auswandern.


Full ACK.

//M


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