Auswandern mal anders

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Aelve
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Re: Auswandern mal anders

Beitragvon Aelve » 1. Dezember 2008 23:07

Hallo McGarry,

es gibt Leute, die fahren einmal nach Schweden und sagen, nein, das muß ich nicht haben, dort gibt es nur Wälder und Wasser, ist mir zu langweilig. Und dann gibt es Leute, die fahren einmal nach Schweden und sind so begeistert, dass sie am liebsten jedes Jahr dort hinfahren möchten. In Spanien waren wir nur einmal kurz zur Stipvisite und zwar von Frankreich Biarritz aus nach San Sebastian. Gut, es war nett, aber Spanien reizt mich nun überhaupt nicht und auch meinen Mann nicht. Mir wäre es im Sommer in den Badeorten viel zu überlaufen und die Hotelburgen finde ich schrecklich. Obwohl sicherlich auch Spanien schöne Ecken hat, die noch nicht so überlaufen sind.
In Schweden herrscht noch Weite, Einsamkeit, beinahe unberührte Natur, endlose Wälder und jede Menge Seen, Bäche, Flüsse.
Das hat uns bereits 1977 bei unserem ersten Urlaub wahnsinnig fasziniert. Will man Trubel haben, gibt es auch in Schweden genug Orte, wo das Leben pulsiert, wenn man aber Ruhe und Erholung von der Hektik sucht, dann kann man ganz alleine an einem See sein, man trifft kaum jemanden, wenn man durch einen Wald fährt oder geht. Ob an den Stränden, in kleinen Orten, auf den Inseln, es ist fast nirgends überlaufen, wenn man nicht gerade in die an einer Hand abzuzählenden großen Städte Schwedens fährt. Manche Leute mögen Schweden nicht, weil sie denken, dass dort das Wetter immer schlecht ist, wir hatten schon sehr gutes Wetter in Schweden, ein angenehmes Klima, bei dem es bei 20+ Grad richtig angenehm warm ist. Und im Winter auch noch schön winterlich kalt.
Ich mag auch Österreich und wir waren früher schon oft in Österreich in Urlaub. Und trotzdem habe ich dort nie den Wunsch verspürt, für länger dort zu sein, Urlaub ja, aber dort immer wohnen, nein.

Und ich finde es auch gut, dass nicht alle Leute Schweden mögen, denn dann wäre es mit der Ruhe und der Einsamkeit dort bald vorbei und Schweden nicht mehr ein Land mit einer sehr geringen Bevölkerungsdichte.

Grüße nach Österreich aus Deutschland von Aelve
Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.
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Re: Auswandern mal anders

Beitragvon janaquinn » 4. Dezember 2008 13:33

Hallo Ihr Lieben,
bitte nicht böse sein, ich habe das Thema geteilt, weil die letzten Postings nichts mehr mit dem eigentlichen Thread zutun hatten.
Ihr findet ihn jetzt hier viewtopic.php?f=11&t=13160 im Cafe´, dort können wir gerne ALLE weiter darüber disskutieren.

LG JANA
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unbekannt

Re: Auswandern mal anders

Beitragvon unbekannt » 27. Februar 2009 11:50

Hallo zusammen,

der Link im letzten Posting funktioniert leider bei mir nicht, deshalb möchte ich es wagen meinen Senf zu der Frage dazuzugeben, ob man sich hier in Schweden als Gast fühlen soll, wenn man Einwanderer ist.

Meine Antwort ist ein eindeutiges NEIN und den Schweden ist es bewusst, dass die deutsche Erfindung des "Gastarbeiters" nicht funktioniert. Hier in Schweden wird zumindestens offiziell alles unternommen, damit man sich integriert, zum Schweden mutiert und für immer bleibt. Immer wieder wurden wir von Schweden gefragt, ob wir für immer in Schweden bleiben würden und unsere zustimmende Antwort wurde mit Erleichterung begrüßt. Da steckt auch ein gewisser Pragmatismus dahinter, denn warum soll man sich mit Leuten anfreunden, die nach ein paar Jahren wieder aus dem Leben verschwinden. Die meisten Schweden würden nach meiner Erfahrung es auch nicht verstehen und fast beleidigend auffassen, wenn man nach 5 Jahren nicht die schwedische Staatsbürgerschaft annimmt. Das Dilemma der Schweden ist, dass sie sich klar darüber sind, einen Einwandererstrom zu benötigen aber insgeheim keine Ausländer mögen. Also macht man die Einwanderer zu Schweden. Das ist von mir sicher überspitzt formuliert, ich denke aber, es trifft nach meiner Erfahrung den Kern der Sache.

Jedenfalls merke ich von der schwedischen Zurückhaltung nicht viel, die wir nur anfänglich erlebt haben. Wir sind z.B. oft bei unseren Nachbarn eingeladen und verstehen uns einfach gut. Woran das liegt, kann ich mir selbst nicht erklären.

Deutschland ist für mich auch ein schönes und herzliches Land, aber ist schon ein merkwürdiges, nahezu ungemütliches Gefühl, wenn man dort eingeladen ist und aus reiner Höflichkeit den ganzen Abend in fremden Wohnungen in Halbschuhen herumläuft. Irgendwann jucken ja mal die Füße und wenn man dann die Schuhe auszieht, wird das von einigen Gastgebern mit Befremden aufgenommen. Und was man vom Haus oder der Wohnung zu Gesicht bekommt, ist nur das Wohn- und Esszimmer - wenn es hoch kommt, die Einbauküche. In Schweden gibt es für neue Gäste vom Keller bis zum Dachgiebel erst einmal "visning" (Besichtigung) und da entwickelt sich gleich ein anregendes Thema über Inneneinrichtung und Häuser renovieren.

So ist das eben mit anderen Ländern und anderen Sitten. Es ist immer eine Frage, aus welchem Blickwinkel man Schweden oder Deutschland betrachtet.

schwedenoma

Re: Auswandern mal anders

Beitragvon schwedenoma » 1. März 2009 18:12

Nun auch mal meine Gedanken. Gedanken eines Rentners der sich mit der schwedischen Mentalität abgefunden hat und diese somit akzeptiert hat.
In der Anfangszeit bin ich im Urlaub nach Schweden gekommen und habe mir keinen Kopf gemacht. Ich habe meinen Urlaub genossen und war mit meinem Sohn während dieser Zeit Glücklich. Irgend wann hat das aber nicht mehr für mich oder uns gereicht.
Für mich war eigentlich dann, auf die Schweden zu zu gehen und dann auch meine Gedanken den Schweden bei zubringen. Zum Teil habe ich nach Einladung meiner unmittelbaren Nachbarn mitunter 20 Leute bei mir gehabt. Ich war hinterher immer Zufrieden, aber ich mußte auch kennenlernen, das die Schweden kommen, weil es was umsonst gibt. Und wenn das so ist, dann kommen die Schweden in Scharen? Wie gesagt, das sind meine Erfahrungen. Anders war es, als ich schwer erkrankt war. Dann haben sich die Freunde herausgestellt. Und das auch unter den Schweden. Ich habe also lange gebraucht, um unter den Schweden akzeptiert zu werden. Heute bin ich es.
Das war aber ein langer Weg. Haben mich die Schweden in der Vergangenheit noch als einen Deutschen angesehen, der viel Geld hat, so ist Heute ein anderer Eindruck von mir entstanden. Ich bin einer von ihnen und habe auch nicht mehr Geld als wie sie. Also in dieser Gesellschaft ein Knecht.
Auch kommt immer wieder hier in Schweden zum Ausdruck. Deutsche sind Ordnungsfanatiker. Jedesmal wenn man Nachbar in meine Werkstatt kommt, ist er Begeistert von meiner Ordnung.
Das sind einige Erfahrungen hier in Schweden.
Schwedenoma


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