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 Betreff des Beitrags: Auswandern, ja oder nein.
BeitragVerfasst: 13. April 2010 21:46 
Neuling
Neuling

Registriert: 13. April 2010 21:35
Beiträge: 5
Hallo

Ich weiß ihr bekommt hier zwar gewiss häufiger diese Fragen gestellt,
aber ich versuchs trotzdem mal.
Mein Name ist Laura, ich bin 23 Jahre alt und lebe zur Zeit mit meinem
Partner in Hamburg.
Ich habe vor einigen Jahren im Urlaub Schweden lieben gelernt,
daher sind wir schon seit geraumer Zeit am überlegen,
ob wir nicht nach Schweden auswandern sollten.
Ich habe eine Ausbildung in der Behindertenassistenz gemacht,
und bin dort auch seit einiger Zeit tätig.
Mein Partner ist 32 Jahre alt, Arzt und würde gerne in Schweden seinen
Facharzt zum Rechtsmediziner machen,
da in Schweden die Arbeit für Rechtsmedizinier anders,
bzw. für ihn interessanter geregelt ist als in Deutschland.

Das Auswandern kein Kinderspiel ist, das ist uns schon klar.
Ohne Sprachkentnisse und finanziellen Rücklagen würden wir den Schritt sowieso nicht machen.
Auch in Schweden wird es schwer sein Fuss zu fassen, egal ob beruflich oder privat.
Trotzdem träumen wir davon.

Ihr, die ja nun schon mehr Erfahrungen habt,
könnt mir vielleicht ein bisschen helfen.
Mich würde interessieren, ob es auf dem Arbeitsmarkt dort im Bereich Medizin
wirklich so schlecht ausschaut, wie man hier immer sagt.
Auch welche Voraussetzungen man erfüllen muss um nach Schweden einwandern zu dürfen.
Ebenso die Wohnungsfrage. Ich habe erfahren, dass in Schweden
Wohungen nur als Untervermietung angeboten werden,
und das man Häuser meist ersteigern muss.

Wie ihr seht hab ich nicht wirklich viel Ahnung davon.
Daher hoffe ich auf eure Hilfe.

Hierfür schon mal ganz lieben Dank.

Euch alles Liebe und Gute aus Hamburg

Narina


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern, ja oder nein.
BeitragVerfasst: 14. April 2010 07:39 
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Registriert: 15. März 2008 13:28
Beiträge: 287
Wohnort: Borås
Ich würde sagen: Später. :wink:

Eure beruflichen Voraussetzungen sind nicht schlecht. Fahrt öfter nach Schweden in Urlaub, arbeitet an Euren Sprachkenntnissen und schafft Euch eine Rücklage an.
Wir Du schon festgestellt hast kommt man schneller an ein eigenes Haus, als an eine Mietwohnung. Als EU-Bürger dürft ihr Euch frei in der EU aufhalten und müßt hier in Schweden nachweisen, dass ihr finanziell unabhängig seit.
Spätestens wenn Nachwuchs da ist solltet ihr euch über den Zeitpunkt des Umzuges in Klaren sein.

Viel Erfolg.

:smt006 Freddy


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern, ja oder nein.
BeitragVerfasst: 14. April 2010 07:46 
Schweden Guru
Schweden Guru
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Registriert: 30. August 2006 11:42
Beiträge: 1379
Wohnort: Gällivare / Lappland
Erstmal habt ihr nicht die schlechtesten Voraussetzungen. Wie es nun konkret mit Rechtsmedizinern aussieht, kann ich nicht beurteilen, aber prinzipiell gehören Ärzte zu den wenigen noch wirklich gesuchten Berufsgruppen in Schweden. Auch im Bereich Pflege/Behindertenassistenz gibt es sicher Chancen, wobei in beiden Berufen Sprachkenntnisse natürlich die absolute Voraussetzung sind. Als Arzt bekommt man vom Landsting aber auch schonmal einen Privatintensivkurs gesponsort.

Es ist natürlich nicht ungefährlich, sich im Urlaub in ein Land zu vergucken und dann sofort dorthin zu ziehen. Letztendlich dürfte es aber bei kaum jemandem viel anders gelaufen sein. Man sollte nur darauf gefasst sein, dass es eine Sache ist, in Schweden Urlaub zu machen und eine andere (ganz andere!), dort zu leben. Kommt man damit nicht klar - und es gibt vieles, was einem den letzten Nerv rauben kann - dann sollte man auch einfach bereit sein, den Schritt zurück zu gehen.

Wie eure beruflichen Chancen stehen, hängt stark von eurer Flexibilität ab. Wenn dein Partner statt als Rechtmediziner (und dann vermutlich in einer Grossstadt) auch als praktischer Arzt in einer vårdcentral in der Provinz arbeiten würde, könnte er sich vor Angeboten wahrscheinlich kaum retten. Vielleicht kann man die Rechtsmedizin auch einfach um ein paar Jahre verschieben.

Die Provinz hat auch so ihre Vorteile. Während die Wohnungssuche in Stockholm ein Glücksspiel ist und man sich für ein Haus lebenslang verschulden kann, bekommt man im "landsbygd" ziemlich günstige Häuschen. Und wie gesagt, Ärzte sind in der Provinz immer noch Mangelware.

Skogstroll


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern, ja oder nein.
BeitragVerfasst: 14. April 2010 09:37 
Alter Schwede
Alter Schwede
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Registriert: 6. Dezember 2006 10:31
Beiträge: 3143
Wohnort: Västerås
Hej,
fangt schon mal mit der Sprache an. Natürlich reicht das nicht aus um dann hier direkt in die Arbeit einzusteigen, nicht in diesen Bereichen. Aber man kann eine gute Basis schaffen und einem zukünftigen Arbeitgeber den guten Willen signalisieren.
Als Arzt sind die Chancen sehr gut. Ich kenne ein paar hier und die werden/wurden mit Kusshand genommen und bekommen teilweise sehr viel Unterstützung. Vermutlich wäre es sicherer sich tatsächlich, wie Skogstroll vorschlug sich breiter und flexibler umzuschauen. Manchmal wird diese Ausbildung zum Facharzt und alles was damit zusammen hängt, also auch Sprachkurse für Ausländer, vom Arbeitgeber bezahlt. Aber das hängt natürlich davon ab wie sehr man gebraucht wird. Hier wurden in der Pathologie viele Ausländer eingestellt, aus x verschiedenen Ländern. Allen wurden mehrere Kurse Schwedisch finanziert, plus diverse Kurse für die Arbeit. Aber das muss man natürlich vorher klären. Ansonsten kann man das auch von hier aus machen, wenn man schon als "normaler" Arzt arbeitet und Geld verdient. Ist man erst einmal angekommen, hat einige Jahre hier gearbeitet und kann die SPrache gut, bekommt man fast überall seinen Wunschjobb als Arzt. Zumindest zeigen das Erfahrungen von Freunden, die hier wegwollten und woanders in Schweden gesucht haben. Beide Ärzte mit speziellen Wünschen was Arbeitszeit und Platz anging. Wurde alles unkompliziert erfüllt, bei gutem Gehalt. Ärzte sind knapp. Man muss halt die SPrache schnell lernen.
Für Dich käme am Anfang, nach dem Sprachkurs mindestens eine Stelle als persönliche Assistentin in Frage. Nicht der spannendeste Jobb, vermutlich hängt das vom Einsatzort ab und man verdient nicht die Welt. Aber als Einstieg sicher besser als nichts. Und hier vor Ort kann man sich dann um Anerkennung und und und kümmern.

Häuser werden teils tatsächlich ersteigert. Wobei auch das nicht so tragisch ist, wenn man nicht von Anfang an das Richtige haben muss und noch mal umziehen kann. Dann ist man flexibler und kann in Ruhe von hier suchen. Eine Mietwohnung findet man schon immer wieder, ist aber eben nicht so leicht wie in Deutschland. In Städten werden sie auhc schnell sehr teuer. Da muss man eben Abstriche machen können oder extrem Glück haben.

Ich denke Ihr habt bessere Karten als viele andere. Lernt die Sprache und kontaktiert direkt Arbeitgeber. Mit einem guten Einkommen sicher, kann man das Unternehmen gut starten. Als Arzt verdient man auch nicht sooo schlecht hier, wenn auch deutlich weniger als in Deutschland. Dafür sind die Arbeitsbedingungen vermutlich entsprechend entspannter.

Viel Erfolg und Grüße
Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern, ja oder nein.
BeitragVerfasst: 14. April 2010 20:32 
Teilnehmer
Teilnehmer

Registriert: 27. September 2009 16:52
Beiträge: 40
Wohnort: Berlin
Noch mehr Hamburger die auswandern wollen (same here) ...

Naja, wie die Voredner schon sagten, sollte man die Sprache beherrschen und ueberstuerzen kann man es nicht. Die Sprache richtig gut zu behersschen kann aber schon ein Weilchen dauern und das lernt man nicht in Deutschland.

Es gilt eig. nur die Grundregel: nichts ueberstürzen, langfristig planen, und am besten mal länger in Schweden verbringen.

Letzteres würde ich auch gerne machen, aber mein Job in Deutschland lässt das nicht zu :cry:


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern, ja oder nein.
BeitragVerfasst: 15. April 2010 10:20 
Schweden Guru
Schweden Guru

Registriert: 14. Oktober 2006 14:48
Beiträge: 1497
Wohnort: Orsa
Dein Freund ist approbierter Arzt, aber ohne Facharztanerkennung - das kann schwer werden, denn an den meisten Stellen hier werden Fachärzte benötigt. Bei ST-Bewerbungen (specialist-tjänstgöring) werden oft diejenigen bevorzugt, die ihre Assistenzzeit an der jeweiligen Klinik gemacht haben. Ich stimme Skogstroll zu: Wenn man bereit ist, erst einmal eine andere Fachrichtung zu wählen und in der "Provinz" zu arbeiten, ist oft eine bezahlte Sprachausbildung und natürlich Hilfe bei der Wohnungssuche drin. In den Ballungsgebieten dagegen ist das "Angebot" an jungen Ärzten, die sich für eine Facharztausbildung bewerben, erfahrungsgemäss sehr hoch.
Mein Vorschlag: Geht zu einer Informationveranstaltung und lasst Euch beraten oder, wenn Ihr Euch schon für eine Gegend entschieden habt - nehmt Kontakt mit der Personalabteilung eines dortigen Krankenhauses auf!
Viel Glück!
Jörg


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern, ja oder nein.
BeitragVerfasst: 20. April 2010 21:55 
Neuling
Neuling

Registriert: 13. April 2010 21:35
Beiträge: 5
Erst mal ganz ganz lieben Dank für eure ganzen Antworten.

Ihr habt natürlich mit vielen Sachen total recht.
Nirgends ist es einfach, auch in Schweden nicht.
Urlaub und Leben sind schon arg unterschiedlich.
Trotzdem wollen wir es in den nächsten Jahren versuchen,
bzw. wenn es nach meinem Partner ginge
am liebsten in den nächsten Monaten.

Ein Sprachkurs vorher wäre natürlich Pflicht,
habe mir zwar schon ein "Heimkurs" gekauft,
aber das allein reicht natürlich nicht.

Finanziell sind wir sehr gut abgesichert,
d.h. wir haben Rücklagen die wir auch für
einen Hauskauf oder ähnliches anlegen können.

Beruflich gesehen wäre es erst mal unser Ziel,
meinen Partner mit Arbeit zu versorgen.
Er müsste sowieso zu erst seine
Assistenzarzt-zeit machen
und danach könnte er erst in den Bereich Rechtsmedizin gehen.
Mal so unter uns: ich wäre auch dafür das er eine andere
Fachrichtung wählt :D :D so ganz klasse find ich das ja nicht.
Aber es ist sein Ding, und großen Jungs soll man den Willen lassen.

Einer der Hauptgründe für uns nach Schweden zu gehen,
ist die Familienplanung.
Wir wollen unsern Kindern das Bestmöglichste bieten,
vor allem ihnen eine schöne Kindheit ermöglichen.
Dies ist meiner Meinung nach in Deutschland nicht
so möglich, wie wir uns das vorstellen.

naja..alles vielleicht ein bissle chaotisch.
Aber so sind wir :-)


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern, ja oder nein.
BeitragVerfasst: 21. April 2010 05:39 
Schwedenfreund
Schwedenfreund

Registriert: 25. August 2009 06:42
Beiträge: 405
Wohnort: Sverige
Narina hat geschrieben:
Wir wollen unsern Kindern das Bestmöglichste bieten,
vor allem ihnen eine schöne Kindheit ermöglichen.
Dies ist meiner Meinung nach in Deutschland nicht
so möglich, wie wir uns das vorstellen.


wie stellt ihr euch das vor (kindergarten, schule, beruf, studium etc.).. vielleicht kann dann der eine oder andere dazu was beitragen, ob es so ist, wie ihr es euch vorstellt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern, ja oder nein.
BeitragVerfasst: 21. April 2010 06:23 
Teilnehmer
Teilnehmer

Registriert: 10. März 2009 15:59
Beiträge: 48
Sumac hat geschrieben:
wie stellt ihr euch das vor (kindergarten, schule, beruf, studium etc.).. vielleicht kann dann der eine oder andere dazu was beitragen, ob es so ist, wie ihr es euch vorstellt.


Da kann ich nur zustimmen.....erkundet euch erstmal, ob es wirklich DIESE Form von Kindheit ist, die ihr Euren Kindern wünscht, wenn dass Eure Beweggünde sind....

:smt006


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern, ja oder nein.
BeitragVerfasst: 21. April 2010 07:41 
Schweden Guru
Schweden Guru
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Registriert: 30. August 2006 11:42
Beiträge: 1379
Wohnort: Gällivare / Lappland
Narina hat geschrieben:
Einer der Hauptgründe für uns nach Schweden zu gehen,
ist die Familienplanung.
Wir wollen unsern Kindern das Bestmöglichste bieten,
vor allem ihnen eine schöne Kindheit ermöglichen.
Dies ist meiner Meinung nach in Deutschland nicht
so möglich, wie wir uns das vorstellen.

Gerade in diesem Punkt wäre ich ganz vorsichtig. Was soll denn so viel besser sein? Die Schule ist es jedenfalls nicht. Sicher kann man irgendwo auf dem Land oder mitten im Wald wohnen, aber wollen das die Kinder? Und ganz praktische Konsequenzen hat es auch, wenn man die lieben Kleinen zu jeder Freizeitaktivität kilometerweit mit dem Auto fahren muss.

Ich gebe zu, dass der Punkt naheliegend ist, wenn man vom gängigen Schwedenimage ausgeht. Ich habe mal genauso gedacht und muss heute sagen, dass ich mich gründlich geirrt habe. In der Schule herrscht Zickenkrieg, das Niveau ist unterirdisch, das Angebot der Kulturskola ist minimal, die Wartezeiten sind ewig und die Fahrstrecken nervig. Gerade unseres Kindes wegen erwägen wir heute den Umzug.

Skogstroll


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