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Schweden
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Schweden und Norwegen - Fähre, Urlaub, Reisen & Meer

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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern, ja oder nein.
BeitragVerfasst: 20. Juni 2010 18:14 
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@Volker

Sehr interessanter und informativer Beitrag.
:danke:

Hälsningar

Max :smt006

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Gut leben statt viel haben! (Felix Ekardt)


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern, ja oder nein.
BeitragVerfasst: 20. Juni 2010 19:02 
Schweden Guru
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Toll auf den Punkt gebracht, Volker - incl. Rechtschreibproblemen! Bei mir sind es jetzt 7 Jahre und ich entdecke immer wieder, dass mir Schweden viel "näher" ist als Deutschland ...
Jörg :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern, ja oder nein.
BeitragVerfasst: 21. Juni 2010 10:54 
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Hallo Volker,

in Deiner Beschreibung kann ich das "Schweden", wie wir es kennen gelernt haben, wiedererkennen. Du beschreibst die Situation von Auswanderern sehr gekonnt und die Probleme, die man vorfinden kann genauso gut wie die Situation bei einer Rückwanderung. Ich stimme mit Dir in den meisten Punkten überein, besonders was das Schulsystem in Deutschland angeht, welches mir in der jetzigen Form so gar nicht behagt.

Man kann in Deinem posting auch so gut erkennen, dass es eben in keinem Land nur Vorteile gibt, sondern jede Organisation bringt auch für den einen oder anderen einen Nachteil. Man sollte als Auswanderer auf keinen Fall glauben, dass man in einem anderen Land völlig problemlos leben könnte, da sind Deine Aussagen sehr gut nachvollziehbar und realistisch.

Du sprichst mir wie schon so oft aus der Seele.

Liebe Grüße Aelve :danke:

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Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.
( Goethe)
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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern, ja oder nein.
BeitragVerfasst: 21. Juni 2010 11:19 
Schwedenfreund
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Beiträge: 905
Wohnort: früher Schweden, jetzt Mittelfranken
Volker hat geschrieben:
Es gibt eben keine heile Welt, weder in Schweden noch in Deutschland oder sonst wo. Aber in Schweden gibt es viele nette Leute, angenehme Nachbarn, eine funktionierende Infrastruktur, wenig Korruption und ein demokratisches System, das in meinem Augen auch funktioniert und reformwillig ist. Das Leben in Schweden ist selbstverständlich nicht immer ein Zuckerschlecken. Aber im Gegensatz zu Deutschland hat der Mensch eher die Möglichkeit seine Nische zu finden, in der er sich wohlfühlt. Das Land ist groß und bietet viel Platz. Und Schweden ist nicht gleich Schweden. Es ist ein Riesenunterschied, ob ich in Sveg oder Halmstad wohne.


Danke Volker für Deinen Beitrag, der doch so schön einige "Mißverständnisse" gerade rückt. Nur eins möchte ich der Vollständigkeit benennen und Deinen Text noch einmal aufgreifen:
Es gibt wirklich keine heile Welt, weder in Schweden noch in Deutschland oder sonst wo und ich glaube, das ist auch gut so. Heile Welten sind kein Erfolgsprinzip und nur mit Demut kann man sein Leben lebenswert erleben. Aber auch in Deutschland gibt es viele nette Leute, angenehme Nachbarn, eine funktionierende Infrastruktur, wenig Korruption und ein demokratisches System, das in meinem Augen auch funktioniert und reformwillig ist. Das Leben in Deutschland ist selbstverständlich nicht immer ein Zuckerschlecken. Aber wie in Schweden hat der Mensch die Möglichkeit seine Nische zu finden, in der er sich wohlfühlt. Das Land ist groß und bietet viel Platz. Und Deutschland ist nicht gleich Deutschland. Es ist ein Riesenunterschied, ob ich in Berlin oder Düsseldorf (übrigens tolle Städte) oder Rotenburg ob der Tauber, Lindau am Bodensee oder in Berchtesgaden wohne. :D :wink:

In diesem Sinne

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Viele Grüsse

:smt024 Gottfried :smt024

Den Himmel überlassen wir den Engeln und den Spatzen. (Heinrich Heine)


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern, ja oder nein.
BeitragVerfasst: 22. Juni 2010 10:34 
Schwedenfreund
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Beiträge: 413
Wohnort: Östergötland
Hallo Gottfried, Hallo zusammen,

das sind buchstäblich meine Worte und das ist eben der Punkt, warum die Entscheidung nicht leicht fällt von Deutschland nach Schweden auszuwandern. Beide Länder sind aus einer neutralen Perspektive betrachtet in vielen Punkten ähnlich, und in beiden Ländern lässt es sich verallgemeinert betrachtet sehr gut leben. Sie bieten im Vergleich mit dem übrigen Europa und erst recht mit dem Rest der Welt einen sehr guten Lebensstandard, soziale Sicherheit und eine gute Infrastruktur. Es gibt zwar statistische Untersuchungen, nachdem die Schweden etwas glücklicher als die Deutschen sein sollen, was ich aus meiner persönlichen Erfahrung mit den Schweden bestätigen kann, aber für eine individuelle Entscheidungsgrundlage haben solche Statistiken überhaupt keinen Nutzen.

Da muss ein jeder sich schon genau informieren, ob eine Auswanderung für ihn persönlich Vorteile bringt. Es kommt einfach auf die persönlichen Neigungen und Lebensumstände an, ob Schweden die richtige Entscheidung ist. Die Gründe können teils ganz elementare Dinge wie Geld, Arbeit und Familienplanung sein oder auch Bewegründe philosophischer Natur, womit ich Folgendes meine. Wer zum Beispiel im Ausland eine andere Kultur verstehen will, sieht seine alte Heimat mit der Zeit aus einer ganz anderen Perspektive mit zum Teil erstaunlichen Einsichten. Zum Schluss sieht man seine eigene Persönlichkeit vielleicht auch in einem anderen Licht. Aber der "Luxus" oder "Zusatznutzen" solcher Überlegungen macht nur jenen Freude, welche sich in Schweden wohlfühlen und wenn die existenziellen Rahmenbedingungen (Geld, Arbeit, Familie, Wohnung/Haus, Freizeit, Freundeskreis) wenigstens einigermaßen stimmen.

Für mich persönlich sind die Rückzugsmöglichkeiten in die Stille der schwedischen Natur, die quasi vor der Haustür liegt, einfach wichtig. Alleine schon das Wissen, dass ich in Schweden meine ruhigen Ecken finden kann, ist für mich entspannend. In Deutschland sind wir immer gerne im nahegelegenen Schwarzwald wandern gegangen, bis dieser an den Wochenenden von einem ständigen Lärm der Motorradfahrer durchdrungen wurde. Wir sind dann in die französischen Vogesen auf der anderen Seite des Rheins ausgewichen, bis auch diese von den deutschen Motorradfahrern entdeckt wurden. Natürlich gibt es in Schweden auch Motorradfahrer, aber bei der geringen Bevölkerungsdichte Schwedens ist ein Motorrad ein so seltenenes Ereignis, dass ich mancher Harley Davidson gerne hinterherschaue. Sicher gibt es in Deutschland auch sehr ruhige Ecken, die ich aber nicht gefunden habe und wenn, dann hätte ich sie nicht verraten. Ich mag die Stille der Natur, andere bekommen nach drei Stunden im einsamen Wald Panikzustände. Die Weite Schwedens ist eben nichts für jeden.

Bei aller Vernunft sollte die Entscheidung für Schweden trotzdem aus dem Bauch herauskommen. Wer sich vorher auf verschiedenen Wegen und Urlaubsreisen über Schweden ausgiebig informiert hat, kann sich dann sehr gut auf sein Gefühl verlassen. So ist das eben oft bei komplexen Entscheidungen, die erst langsam reifen müssen. Bei mir hat es etwa zwei Jahrzente gedauert. Im nachhinein wünschte ich mir, ich wäre etwas entscheidungsfreudiger gewesen.

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viele Grüße
Volker

"Om något kan gå sönder kommer det att göra det, vid sämst tänkbara tidpunkt." (Murphy´s lag)

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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern, ja oder nein.
BeitragVerfasst: 22. Juni 2010 14:46 
Schwedenfreund
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Beiträge: 905
Wohnort: früher Schweden, jetzt Mittelfranken
Hej Volker!
Du hast ja vollkommen recht, ich habe ja ( für schwedische Verhältnisse) ganz in der Nähe zu Deinem Wohnort gelebt.
Jeder der die Möglichkeit hat zu vernünftigen Bedingungen auszuwandern, sollte dies unbedingt tun.
Die neuen Erfahrungen sind auf anderem Wege nicht zu bekommen.......... und man zehrt davon ein Leben lang.
Ich habe mich entschlossen nach Deutschland zurückzugehen, nicht weil ich mich in Schweden nicht wohlgefühlt hätte. Wir haben es mehr wie gut getroffen und trotzdem war ich nicht daheim.
Dazu kommen berufliche Perspektiven in der Selbständigkeit ( das kennst du ja auch), die in Schweden nur schwer zu händeln waren ( Telekommunikation, fremdes Steuersystem, Behördenquatsch usw...) . Und wenn es Stress gab, ist man halt doch nur der blöde Deutsche.
Nun geht es hier in Nordbayern auch nicht gerade schlecht zu :wink: und ich genieße die Vorzüge der Heimat mit den Vorzügen die Du so schön beschreibst. Halt dann nur im Urlaub.
LG

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Viele Grüsse

:smt024 Gottfried :smt024

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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern, ja oder nein.
BeitragVerfasst: 22. Juni 2010 17:13 
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Registriert: 2. November 2009 20:36
Beiträge: 141
Wohnort: Västernorrlän
@ Volker

Habe selten so einen tollen Bericht gelesen und stimme Dir 100 % zu.

_________________
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 Betreff des Beitrags: Re: Auswandern, ja oder nein.
BeitragVerfasst: 24. Juni 2010 22:06 
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Beiträge: 94
Wohnort: Norr om stan
Hallo Volker,

auch von meiner Seite Danke für die informativen und ausgeglichenen Beiträge, denen ich nahezu mit 100% zustimmen kann. Ja mit dem Deutsch wird es im Laufe der Zeit schon etwas schwierig. Erschreckend, wie schnell sich die schwedischen Begriffe und Grammatik in den alltäglichen Sprachgebrauch einschleichen, obwohl wir daheim nur Deutsch reden (der Kinder wegen, damit diese wenigstens die Chance haben, beide Sprachen als Muttersprache zu erlernen).
Meine Vorstellungen von Schweden haben sich teilweise erfüllt (besonders das Familienleben wird hier mehr berücksichtigt als in D. und schon allein das ist die Strapazen der Auswanderung wert), teilweise ist aber auch genau das Gegenteil eingetreten (sollte mal ein schöner Hof auf dem Lande zum Schnäppchenpreis werden...Aber arbeite mal in Stockholm und suche dir dann ein günstiges Gehöft im Umkreis von 100 km... :smt010 ). Na ja und in Norrland oder Dalarna ist es mit der Arbeit doch sehr schwierig. Das sollte man eben auch bei seinen Gedanken berücksichtigen.
Beim Thema Schulsystem bin ich hin und her gerissen. Einerseits ermöglichte mir meine solide Schulbildung samt einer guten Facharbeiterausbildung doch einen guten Start ins Leben (das war ja nun in dem anderen deutschen Staat), andererseits ist diese (bundes)deutsche Schulpolitik eine Katastrophe. Jeder Staat macht seinen eigenen Mist und bloß nicht gucken, was beim Nachbarn schon probiert wurde, und womöglich erfolgreich war. Da ist ein Umzug von Brandenburg nach Niedersachsen schwieriger zu bewerkstelligen als eine innereuropäische Auswanderung. Der Begriff Kultusministerkonferenz verursacht immer noch regelmäßig Brechreiz. Und wenn ich mir die Ergebnisse der Schulreformen der letzten 20 Jahre ansehe, war letztenendes das alleinige Ziel, die Anzahl der Lehrer zu minimieren und die Kosten runter zu schrauben. Da bin ich mir dann nicht mehr so sicher, ob das schwedische Schulsystem wirklich schlechter ist...
Schlußendlich würde ich sagen, Geld verdienen kann man in D. eindeutig besser, wenn auch zu harten Konditionen. Aber legt man Wert auf eine gute Balance zwischen Arbeit und Familie, so ist für mich Schweden immer noch um Klassen besser, als D.
Wie alle anderen es bereits sagten, eine Gewichtung der einzelnen Punkte muss jeder selber vornehmen und diese ist auch für jeden anders. Und nicht zuletzt muss man unbedingt berücksichtigen, wo man in Schweden landet. Stockholmslän ist da sicher anders als Dalarna, Skåne oder Norrland. das gilt für das Gesundheits-, Schul- und Kindergartensystem ebenso wie für die Kosten einer Unterkunft oder den Weg zur Arbeit.

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Ein Optimist ist in der Regel ein Zeitgenosse der ungenügend informiert ist. (John B. Priestley)


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