Hallo Volker,
auch von meiner Seite Danke für die informativen und ausgeglichenen Beiträge, denen ich nahezu mit 100% zustimmen kann. Ja mit dem Deutsch wird es im Laufe der Zeit schon etwas schwierig. Erschreckend, wie schnell sich die schwedischen Begriffe und Grammatik in den alltäglichen Sprachgebrauch einschleichen, obwohl wir daheim nur Deutsch reden (der Kinder wegen, damit diese wenigstens die Chance haben, beide Sprachen als Muttersprache zu erlernen).
Meine Vorstellungen von Schweden haben sich teilweise erfüllt (besonders das Familienleben wird hier mehr berücksichtigt als in D. und schon allein das ist die Strapazen der Auswanderung wert), teilweise ist aber auch genau das Gegenteil eingetreten (sollte mal ein schöner Hof auf dem Lande zum Schnäppchenpreis werden...Aber arbeite mal in Stockholm und suche dir dann ein günstiges Gehöft im Umkreis von 100 km...

). Na ja und in Norrland oder Dalarna ist es mit der Arbeit doch sehr schwierig. Das sollte man eben auch bei seinen Gedanken berücksichtigen.
Beim Thema Schulsystem bin ich hin und her gerissen. Einerseits ermöglichte mir meine solide Schulbildung samt einer guten Facharbeiterausbildung doch einen guten Start ins Leben (das war ja nun in dem anderen deutschen Staat), andererseits ist diese (bundes)deutsche Schulpolitik eine Katastrophe. Jeder Staat macht seinen eigenen Mist und bloß nicht gucken, was beim Nachbarn schon probiert wurde, und womöglich erfolgreich war. Da ist ein Umzug von Brandenburg nach Niedersachsen schwieriger zu bewerkstelligen als eine innereuropäische Auswanderung. Der Begriff Kultusministerkonferenz verursacht immer noch regelmäßig Brechreiz. Und wenn ich mir die Ergebnisse der Schulreformen der letzten 20 Jahre ansehe, war letztenendes das alleinige Ziel, die Anzahl der Lehrer zu minimieren und die Kosten runter zu schrauben. Da bin ich mir dann nicht mehr so sicher, ob das schwedische Schulsystem wirklich schlechter ist...
Schlußendlich würde ich sagen, Geld verdienen kann man in D. eindeutig besser, wenn auch zu harten Konditionen. Aber legt man Wert auf eine gute Balance zwischen Arbeit und Familie, so ist für mich Schweden immer noch um Klassen besser, als D.
Wie alle anderen es bereits sagten, eine Gewichtung der einzelnen Punkte muss jeder selber vornehmen und diese ist auch für jeden anders. Und nicht zuletzt muss man unbedingt berücksichtigen, wo man in Schweden landet. Stockholmslän ist da sicher anders als Dalarna, Skåne oder Norrland. das gilt für das Gesundheits-, Schul- und Kindergartensystem ebenso wie für die Kosten einer Unterkunft oder den Weg zur Arbeit.