Auswandern, Hilfe, Kontakte, Gleichgesinnte

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Orlanda

Re: Auswandern, Hilfe, Kontakte, Gleichgesinnte

Beitragvon Orlanda » 2. Oktober 2006 09:11

Hallo zusammen,
ich gehöre ja auch zu denen, die gerne wegziehen würden. Eigentlich wollten wir schon immer nach Finnland. Allerdings ist das so ein Problemchen mit der Sprache. Schwedisch ist dagegen doch sehr einfach. So sind wir auf Schweden gekommen. Vor 4 Jahren waren wir auch schon mal kurz davor ein Haus zu kaufen. Wir hatten auch schon einen sehr netten freundschaftlichen Kontakt hergestellt. Leider ist unser Freund vor Ort an Leukämie verstorben, dass war dann alles sehr traurig und wir hatten erstmal keine Lust mehr. Wir gehören leider auch nicht zu den "glücklichen" die eine Immobilie hier verkaufen können. Es stimmt mich doch recht nachdenklich, mitzubekommen wieviele Leute D. verlassen wollen. Bei uns war bisher eigentlich der Job das Ausschlaggebende, wir träumen eigentlich nur von mehr Lebensqualität. ein kleines Häuschen, am liebsten im Wald und Ruhe.
Ich verstehe aber auch durchaus die Leute die es umgekehrt machen, meistens kann man eben die Kontakte erst vor Ort knüpfen.
Gruß Andrea

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Re: Auswandern, Hilfe, Kontakte, Gleichgesinnte

Beitragvon Skogstroll » 2. Oktober 2006 10:43

Hej Andrea,
zu Finnland fällt mir immer eine Anekdote ein: Sibelius war einmal zu Besuch bei Johannes Brahms. Der schrieb anschliessend über seinen Besucher in sein Tagebuch: "Er ist, wie alle Finnen, nett."
Das ist vielleicht etwas generalisiert, deckt sich aber mit meinen Erfahrungen mit den Finnen, die von den Schweden immer gern als die ärmeren Nachbarn gesehen werden. Vor der Sprache hätte ich aber auch Bammel, auch wenn angeblich nur der erste Zugang schwer sein soll.
Das klassische Auswandererdilemma hast Du schon richtig erfasst: Ohne Anwesenheit "vor Ort" keine Kontakte, ohne Kontakte kein Job, ohne Job keine Möglichkeit im Lande zu sein. Dazu kommt noch, dass die Kontakte nicht innerhalb einer Woche entstehen und auch keinen Job garantieren. Also etweder von zu Hause aus suchen und auf viel Glück hoffen oder einfach hingehen und genauso auf viel Glück hoffen, belastet von dem Risiko, Geld, das man vielleicht eigentlich gar nicht hat, in den Sand gesetzt zu haben. Kauft man ein Haus gar vor dem Job, so legt man sich auf eine Region fest, was die Jobsuche nicht vereinfacht.
Unterm Strich ist es schon beunruhigend, wie viele Menschen für sich keine Zukunft mehr in Deutschland sehen. Manchmal habe ich allerdings die Befürchtung, dass auch Schweden dieser Entwicklung folgt, nur mit einer gewissen Verzögerung. Manchmal nichtmal das: Hier in Schweden hat man mit viel Interesse den Abbau sozialer Leistungen in Deutschland beobachtet, der im eigenen Land schon lange vollzogen war.
Das mit der Lebensqualität (nicht Lebensstandard!) ist ein starkes Argument, allerdings muss man das Traumhäuschen im Grünen auch hier u.U. lange suchen (und schon wieder Glück haben), selbst hier am Nordende ist das nicht leicht unter der Randbedingung, dass man ja auch irgendwie zur Arbeit kommen muss, und das bei jedem Wetter!
Wie auch immer - viel Glück bei der Suche!

Skogstroll

DerKomtur

Re: Auswandern, Hilfe, Kontakte, Gleichgesinnte

Beitragvon DerKomtur » 2. Oktober 2006 11:56

Hallo!

Also, vielleicht ist mein letzter (eigentlich eher mein erster!) Beitrag etwas untergegangen, aber, ich wollte eigentlich mal in Erfahrung bringen, wie hoch die Abzüge meines Gehaltes in Schweden wären. Ich bin, wie die meisten hier im Forum, Deutscher. Wir Deutschen lieben die Sicherheit, nicht nur im alltäglichen Leben in Form von Versicherungen, nein, sogar auch die Absicherung bei der Auswanderung. Deshalb suche ich mir schon jetzt einen Job in Schweden. Das kann ja ruhig einige Zeit dauern, auch wenn ich mitte 30 bin und schon keine Chance mehr auf dem deutschen Arbeitsmarkt mehr habe und demnächst Hartz IV für dunseren Lebensunterhalt reichen muss. Diese Zeit werde ich zum Erlernen der schwedischen Sprache nutzen. Also werden meine Chancen steigen, es sei denn, auch in Schweden wird zu dieser Zeit der Zug abgefahren sein....... . Soweit kann ich dem Jürgen nur zustimmen. Es ist ein Punkt erreicht, wo die Menschen ständig nur getreten werden und die sich nicht mehr treten lassen wollen, weil sie überhaubt keine Schuld an ihrer Misere tragen. Wir suchen Arbeit und Arbeit sucht uns! So scheint es, wenn man mal die Stellenangebote durchschaut. Diese Stellenangebote sind von privaten Arbeitsvermittlern und Zeitarbeitsfirmen annonciert und so wird aus einer Stelle plötzlich 30 Stellen. Das ist Augenwischerei. und ist mann erstmal mitte bis ende 30, dann geht´s bis in die Rente hinein mit Hartz IV. Diese Mentalität der Arbeitgeber meine ich in Schweden nicht kennengelernt zu haben. Andernfalls klärt mich bitte auf!!!
Hätte ich als Hartz IV- Empfänger anrecht auf Urlaub und ich würde die nötige Patte dazu haben, würde ich diiesen Urlaub demnächst zur Jobsuche vor Ort verbingen. Aber.... als Hartz IV- Empfänger bist Du doch nur ein rechteloser Sozialschmarotzer. Ich würde finanzielle unterstützung bei der Arbeitssuche nur bis zur Grenze bekommen, was dann der nächste Flughafen oder Fehmarn sein könnte. Also bleibt da nur: entweder ins klate Wasser oder Jobsuche via WWW.
verda..., habe ich mittlerweile Respekt vor meiner Frau und ihrer Mutter. Die sind `92 aus dem Kosovo hierher geflohen. Großartige Leistung! Allerdings hat UNS der Besuch gerade eben beim Ausländeramt darin bestätigt, uns eine neue Heimat zu suchen. Heimat ist eh da, wo man sich wohlfühlt.

Bitte beantwortet meine Eingangs gestellte Frage, diese Info ist doch schon wichtig für uns.

MfG, Lothar.

glada

Re: Auswandern, Hilfe, Kontakte, Gleichgesinnte

Beitragvon glada » 2. Oktober 2006 12:35

Der Steuersatz unterscheidet sich regional.

Bezüglich deiner Anmerkungen kann ich nichts sagen, da wir damals aus ganz anderen Gründen nach Schweden gegangen sind.

Fischkopf

Re: Auswandern, Hilfe, Kontakte, Gleichgesinnte

Beitragvon Fischkopf » 2. Oktober 2006 12:36

Liebe glada, Lieber Skogstroll!

Ihr seit doch selber mal nach Schweden ausgewandert, was hat Euch dazu bewogen, wenn nicht die Arbeit und die Lebensqualität?
Da ihr ja auch schon vor Ort seit müsst ihr ja dem DerKomtur antworten können wie hoch die steuerliche Belastung in Schweden ist.
Weiter schreibt Ihr das es in Schweden keine Arbeit habt, warum findet man dann auf den Seiten des schwedischen Arbeitsamtes und in den örtlichen Tageszeitungen soviele Stellenangebote?
Der Juergen und auch DerKomtur sprechen nur Klartext über Deutschland, dass müsstet ihr dann genau so einsehen.

Bis dann. :elch:

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Re: Auswandern, Hilfe, Kontakte, Gleichgesinnte

Beitragvon Lisaflisa » 2. Oktober 2006 12:48

Auch ich kann keine exakte Angaben zum Steuersatz machen, aber vor kurzem habe ich mal mit meiner Kusine verglichen. Sie hat mittlerweile den gleichen Brutto-Verdienst, den ich vor drei Jahren in Deutschland hatte und Netto bekommt sie/bekam ich etwa genau das gleiche raus.

glada

Re: Auswandern, Hilfe, Kontakte, Gleichgesinnte

Beitragvon glada » 2. Oktober 2006 12:50

Unsere Beweggründe, nach Schweden zu ziehen, waren rein persönlich. Wir wollten schlicht unseren Horizont erweitern, außerdem mag ich Natur und Menschen. Auch besteht für uns nach wie vor immer die Option, wieder nach D zurückzkehren.

So, wie ihr Deutschland beschreibt, erkenne ich es selbst nicht wieder.

Ich glaube, es gibt im sicherlich andere im Forum, die besser auf eure Fragen antworten können.

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Re: Auswandern, Hilfe, Kontakte, Gleichgesinnte

Beitragvon Skogstroll » 2. Oktober 2006 12:59

Lieber Fischkopf,

erstmal zur stewuerlichen Belastung: Ich zahle als Arbeitnehmer 32% Steuern, Kranken-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung eingeschlossen. Die Leistungen der Krankenversicherung sind aber vergleichsweise gering, die der Arbeitslosenversicherung noch geringer. Deshalb ist man meist noch z.B. über die Gewerkschaft einer A-kassa angeschlossen, die einen im Fall der Arbeitslosigkeit über Wasser hält.
Stellenangebote gibt es in Schweden, klar. In Deutschland aber auch. Das ist nicht unbedingt ein Indiz dafür, dass man die Stelle auch bekommt - wie viele von uns (mich eingeschlossen) schon zur Genüge erfahren haben.
Klar sprecht Ihr Klartext über Deutschland, das bestreitet niemand, auch wenn es traurig ist, wie es ist. Akzeptiere aber bitte auch, dass ich ebenso wie juni-olle Klartext über Schweden rede, denn da lebe ich seit zweieinhalb Jahren. Wenn unsere Erfahrungen nicht in das eine oder andere Wunschbild passen, dann können wir einfach nichts dafür. Wie die Schweden gern sagen: Det är som det är - es ist nunmal wie es ist.
Nochmal zum Thema Arbeit: Stellt Euch doch mal eine einfache Frage: Warum sollte eine schwedische Firma einen Deutschen einstellen, wenn sie einen gleich qualifizierten Schweden haben kann? Schlussfolgerung: Es klappt nur dann, wenn es keinen gleich qualifizierten Schweden gibt!
Nochmal zum Anfang: Es war sicher die Lebensqualität in allen ihren Aspekten, die mich zum Umzug bewogen hat. Dafür verdiene ich deutlich weniger als in Deutschland und muss mit einer ganzen Reihe von Einschränkungen leben, die übrigens schon etliche Deutsche dazu gebracht haben, nach Deutschland zurückzugehen. Ich persönlich kann damit leben. Ich habe wirklich langfristig geplant (mit erheblichen Frustphasen!) und auch einfach Glück gehabt. Es hätte such schiefgehen können.

Skogstroll

Fischkopf

Re: Auswandern, Hilfe, Kontakte, Gleichgesinnte

Beitragvon Fischkopf » 2. Oktober 2006 13:09

Hallöchen!

Natürlich lassen wir uns ein Hintertürchen auf um vieleicht mal wieder nach Deutschland zurück zukehren.
Wir lieben nicht nur die Natur, sondern auch die schwedische Kultur, wir lieben die Mitsommernacht und das Krebsessen. Auch die schwedische Folklore interessiert besonders mich, die Tänze und die Trachten.
Ich habe Schweden schon oft genug bereist, seit 1974 jedes Jahr. Eigentlich hätte ich schon viel eher Auswandern sollen, leider wollte mein damaliger Partner nicht. Darum habe ich das Ziel jetzt umsomehr im Auge.

Bis dann!
Fischkopf

DerKomtur

Re: Auswandern, Hilfe, Kontakte, Gleichgesinnte

Beitragvon DerKomtur » 2. Oktober 2006 13:34

Hallo!

Ich danke Euch für die Info. Natürlich sind die Einkommensteuern unterschiedlich. Also kann ich, angenommen bei einem Ehepaar mit zwei Kindern und durchschnittlichem Verdienst, behaupten, dass ich CA. die gleiche prozentuale belastung habe. Das muss ich wissen, da es tatsächlich Jobofferten gibt, die sich an Ausländer richtet. Diese Angebote nehme ich für meine Bewerbungen wahr. Jetzt habe ich schliesslich eine Verhandlungsbasis.

Liebe glada: Du erkennst deutschland also nicht wieder? Dann wirst Du Deutschland wohl vor Hartz IV und der anderen "Reformen" verlassen haben. Mag sein, dass einige, die nach Schweden gehen ein bitteres Erwachen erleben werden, aber ich glaube, Dich wird gleiches in D erwarten, sollte es Dich wieder nach D verschlagen.

Ansonsten: Leute, bleibt mal locker! Ihr redet von der schwedischen Mentalität des lockeren und stressfreien Lebenstils. Dann haltet Euch auch im Forum daran. Schriftliche Beiträge haben leider keinen Tonfall, daher ist Ironie und Witz nicht leicht zu erkennen. Wenn Ihr Euch schreibt, tut so, als ob Ihr einem Ausländer schreibt. Das fällt mir bei der Familie meiner Frau auch manchmakl schwer. Die verstehen nicht jeden Scherz, so wie hier in den geschriebenen Beiträgen.

Gruß vom windigen Niederrhein, Lothar.


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