Auswandern - Dunkelheit in Schweden und Firma in Deutschland

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Anja2.12
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Auswandern - Dunkelheit in Schweden und Firma in Deutschland

Beitragvon Anja2.12 » 1. September 2009 06:36

Hej!

Ich habe nun auch mal Fragen zum auswandern. Also, es war schon immer mein Traum irgendwann nach Schweden auszuwandern. Ich kann auch schon recht gut schwedisch. Ich wollte mich durch nichts und niemanden aufhalten lassen....
... bis ich diesen einen Mann kennenlernte. Mittlerweile lebe ich mit ihm zusammen und wir erwarten unser erstes Kind. Mmh, soviel zu "nicht aufhalten lassen". *g*
Naja, er ist leider nicht so ein Schwedenfan wie ich. Er hat zwar absolut nichts gegen auswandern, aber leider hat er ein einziges Vorurteil gegen Schweden. Er meint, dass man in Schweden sehr depressiv wird, weil es da im Winter nicht so hell wird. Ich persönlich bin nicht der Meinung und finde das mit der Dunkelheit gar nicht so schlimm. Habt ihr irgendeinen Rat für mich, wie ich ihn von diesem Vorurteil abbringen kann bzw. vom Gegenteil überzeugen?
Und noch ein weiteres Problem, mein Freund wird ab nächsten Jahr den Familienbetrieb übernehmen. Gibt es denn eine Möglichkeit auszuwandern, aber trotzdem die Firma zu behalten? Zumindest für eine bestimmte Zeit erstmal, falls das ganze mit Schweden völlig nach hinten losgeht. Man weiß ja vorher nie was kommt.

Danke schon mal für eure Antworten.

Grüße, Anja

Samweis
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Re: Auswandern - Dunkelheit in Schweden und Firma in Deutschland

Beitragvon Samweis » 1. September 2009 07:01

Hallo,
Anja2.12 hat geschrieben:Er meint, dass man in Schweden sehr depressiv wird, weil es da im Winter nicht so hell wird. Ich persönlich bin nicht der Meinung und finde das mit der Dunkelheit gar nicht so schlimm. Habt ihr irgendeinen Rat für mich, wie ich ihn von diesem Vorurteil abbringen kann bzw. vom Gegenteil überzeugen?
In Südschweden ist das nicht so dramatisch. Dann dürfte man auch nicht in Norddeutschland oder Dänemark wohnen.
Ansonsten kann man das nur ausprobieren. "Überzeugen" geht nicht, da das ein ganz subjektives Empfinden ist und bei jedem Menschen anders wirkt. Es gibt Leute, die haben damit kein Problem. Andere werden depressiv. Wenn man die davon "überzeugen" könnte, dass das doch gar nicht so schlimm ist, wären Depressionen ja viel leichter zu behandeln...
Anja2.12 hat geschrieben:Gibt es denn eine Möglichkeit auszuwandern, aber trotzdem die Firma zu behalten?
Das hängt wohl weniger vom Auswandern als von der Firma ab. Wenn die Firma ein "Selbstläufer" ist und es völlig egal ist, wo sich der Eigentümer aufhält, kann man das machen. Muss man sich darum kümmern, kommt man nicht darum herum, vor Ort zu sein. Ich würde auf letzteres tippen, denn die meisten unternehmerischen Selbstläufer laufen ganz von selbst vor den Baum. Es sei denn, die Firma hat die nötige kritische Größe, um daraus eine Kapitalgesellschaft zu machen, in der sich genügend Miteigentümer um die Geschäfte kümmern. Da muss ich dann nur ab und zu darauf achten, dass ich nicht herausgeboxt werde. :wink:

Viele Grüße

Samweis

tilmann

Re: Auswandern - Dunkelheit in Schweden und Firma in Deutschland

Beitragvon tilmann » 1. September 2009 07:26

Hej!
Vielleicht wäre ein Besuch/Urlaub in Schweden eine Möglichkeit um einen Eindruck von dem Land im Winter zu gewinnen.
/Tilmann

hansbaer

Re: Auswandern - Dunkelheit in Schweden und Firma in Deutschland

Beitragvon hansbaer » 1. September 2009 07:41

Anja2.12 hat geschrieben:Er meint, dass man in Schweden sehr depressiv wird, weil es da im Winter nicht so hell wird. Ich persönlich bin nicht der Meinung und finde das mit der Dunkelheit gar nicht so schlimm. Habt ihr irgendeinen Rat für mich, wie ich ihn von diesem Vorurteil abbringen kann bzw. vom Gegenteil überzeugen?


Ich stimme da Samweis vollkommen zu. Es einfach als Vorurteil abzutun wird der Sache nicht ganz gerecht. Nicht ganz zufällig verfolgen die nordischen Länder eine so strikte Alkoholpolitik, und es gibt sogar Lichtcafés, wo man etwas Helligkeit tanken kann. Diese Dunkelheit kann einen ziemlich runterziehen, muss es aber nicht. Es hat jedenfalls einen psychologischen Effekt, weil nicht nur die Dunkelheit an sich das Problem ist, sondern der durchgehend flache Sonneneinfallwinkel.

Das hängt individuell vom einzelnen ab. Ich denke, du kannst das nicht einmal für dich selbst einschätzen, denn selbst wenn du schonmal im Winter hier warst, ist das immer noch ein Unterschied, ob man das nur zwei Wochen oder drei Monate am Stück erlebt. Daher bleibt eigentlich nur, es selbst auszuprobieren. Das erste Jahr ist vielleicht hart, aber ab dem zweiten wird man dann seine Methode gefunden haben, damit umzugehen.

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Re: Auswandern - Dunkelheit in Schweden und Firma in Deutschland

Beitragvon Skogstroll » 1. September 2009 07:50

Menschen reagieren sehr unterschiedlich auf die Lichtverhältnisse. Auch in Südschweden ist es um Weihnachten herum schon um drei finster. Allerdings habe ich nie recht verstanden, warum man nach Südschweden will, da kann man eigentlich auch in Norddeutschland bleiben, da hat man bedeutend weniger Sprachprobleme, aber das ist nur meine persönliche Ansicht.

Im Norden wird es gegen 10 Uhr dämmrig und um 14 Uhr ist es schon wieder stockfinster. Ich habe damit keine Probleme, meine Frau - und eine Reihe anderer Leute auch - hingegen schon.
Im Süden kann die Dunkelheit u.U. bedrückender wirken als im Norden, weil der Süden eigentlich bestenfalls ein paar Wochen im Jahr Schnee hat. Hier bei uns liegt spätestens ab November eine geschlossene Schneedecke, die alles sehr viel heller erscheinen lässt. Der depressivste Monat ist deshalb eigentlich der Oktober.

Andere kommen wieder mit dem Licht im Sommer nicht klar und können nicht schlafen. Ich hab' eher meine Probleme, wenn ich im April wirlich die Schn... gestrichen voll habe vom Schnee, es aber immer noch weiter schneit.

Wahrscheinlich hilft wirklich nur ausprobieren.

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nysn

Re: Auswandern - Dunkelheit in Schweden und Firma in Deutschland

Beitragvon nysn » 1. September 2009 08:01

Ich finde auch nicht, dass man es einfach so abtun kann. Vor meinem Umzug nach Schweden hatten wir schon einige verregnete Sommerurlaube in Schweden hinter uns und ich dachte auch, dass die Dunkelheit wohl nicht so schlimm sein könnte. Tatsächlich wird es hier in Göteborg im Winter auch nur ca. 1 Stunde früher dunkel als z. B. in Süddeutschland.
Dennoch empfinde ich das hier viel schlimmer - am meisten machen mir die dunklen, trüben Tage ab Ende Oktober/November zu schaffen - selten schaut mal die Sonne raus und oft ist der Himmel bleigrau - wochenlang. Dieses trübe Wetter hält dann meist bis Februar an - erst ab März wird es allmählich besser. Bei mir macht es sich durch heftige Stimmungsschwankungen bemerkbar - an den trüben Tagen durch eine oft extreme Müdigkeit - außerdem nehme ich im Winter auch leicht einige Kilo zu.

Das ist natürlich sehr subjektiv und jeder empfindet es anders. Damit es für mich erträglicher ist, haben wir uns ein Haus mit absoluter Südlage gesucht - d. h. wir haben eine große Fensterfront nach Süden gerichtet, damit wir auch im Winter ein Maximum an Licht und Sonne rein bekommen. Dann versuche ich auch jeden Tag einen Spaziergang zu machen, wenn es draußen noch hell ist - mit etwas Disziplin lässt sich dann so der Winter schon überstehen - es bedarf jedoch schon der Gewöhnung.

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Re: Auswandern - Dunkelheit in Schweden und Firma in Deutschland

Beitragvon Anja2.12 » 1. September 2009 10:16

Danke für eure Antworten.

Tja, dann hilft wohl wirklich nur ausprobieren.... am besten noch diesen Winter :)
Als ich im Winter in Schweden war, ich fand die Dunkelheit sogar sehr schön und vorallem entspannend..
Wo wäre denn in Schweden die schönste Gegend mit besonders viel Schnee und vor allem, wo man das mit der Dunkelheit besonders gut "testen" kann? :)

Winter

Re: Auswandern - Dunkelheit in Schweden und Firma in Deutschland

Beitragvon Winter » 1. September 2009 10:32

Hej
irgendwie hört sich das schon wieder sehr blauäugig an. Alleine schon die Frage nach der Dunkelheit :?
*Ironiemodus an* Klar hier ist es im Winter immer stockdunkel und es scheint nie die Sonne! Im Sommer ist es immer hell*Modus aus*
mir kommt es vor als wart ihr noch nie in schweden! Meint ihr das alles so eindach ist? und dann auch noch mit einer Firma rüber gehen? Auch hier gibt es bürokratie und Leute die euch Knüppel zwischen die Beine werfen.

Achja dein "Ausprobieren" geht vielleicht 2-3 Wochen! Wenn Du hier leben willst musst du fasst ein halbes Jahr damit klar kommen. Denk drüber nach.

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Re: Auswandern - Dunkelheit in Schweden und Firma in Deutschland

Beitragvon Skogstroll » 1. September 2009 10:40

Je Norden desto Schnee. Wobei man sich von der Küste fernhalten sollte, da kann eigentlich zu jeder Jahreszeit Tauwetter einsetzen. Selbst im norrbottnischen Inland sind in den letzten Jahren gerade vor Weihnachten die Temperaturen über den Nullpunkt gestiegen (die globale Erwärmung lässt grüssen), aber da verschwindet nicht gleich der ganze Schnee, nur die Bäume werden immer mal wieder abgeräumt durch Wind oder Wärme.
Die aktuelle Schneelage kann man sich hier ansehen: http://www.smhi.se/cmp/jsp/polopoly.jsp?d=5505&l=sv

Vergesst aber bei aller Begeisterung für den schönen Winter nicht, wie das ist, wenn der Schnee wirklich ein halbes Jahr und länger liegt - und geräumt werden muss. Manchmal verbringe ich drei, vier Abende pro Woche mit der Schneefräse.
Ich verspreche euch: Spätestens März/April könnt ihr keinen Schnee mehr sehen. Dann ist es aber noch nicht vorbei.

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Re: Auswandern - Dunkelheit in Schweden und Firma in Deutschland

Beitragvon Anja2.12 » 1. September 2009 13:39

Winter hat geschrieben:Hej
irgendwie hört sich das schon wieder sehr blauäugig an. Alleine schon die Frage nach der Dunkelheit :?
*Ironiemodus an* Klar hier ist es im Winter immer stockdunkel und es scheint nie die Sonne! Im Sommer ist es immer hell*Modus aus*
mir kommt es vor als wart ihr noch nie in schweden! Meint ihr das alles so eindach ist? und dann auch noch mit einer Firma rüber gehen? Auch hier gibt es bürokratie und Leute die euch Knüppel zwischen die Beine werfen.

Achja dein "Ausprobieren" geht vielleicht 2-3 Wochen! Wenn Du hier leben willst musst du fasst ein halbes Jahr damit klar kommen. Denk drüber nach.





Auf solche Sprüche wie "Denk drüber nach" kann ich verzichten. Ich bin schon 3 Monate in Schweden gewesen zur Winterzeit. Und damit mein Freund weiß wie es in der Dunkelheit ist, reichen vorerst 2-3 Wochen völlig aus, um zumindest erstmal einen ersten Eindruck zu gewinnen.
Nein, ich meine nicht, dass alles so einfach ist. Darum frage ich ja hier nach, in der Hoffnung eine hilfreiche aber vor allem ordentliche Antwort zu bekommen. Und das es bzgl. einer Firma auch Bürokratie gibt weiß ich auch. Ich habe auch weniger dran gedacht die Firma "mitzunehmen" sondern ehr diese jemand erstmal befristet zu überschreiben.


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